Gleich vorweg: Ich bin bekanntlich nicht derjenige, der sofort in einen Siegesrausch verfällt.
Aber einige deiner Aussagen sind zu relativieren, weil sie with benefit of hindsight geschrieben sind, und man muss sich nicht gleich wieder klein machen.
Natürlich ist klar ersichtlich und wird auch von JHT immer wieder angesprochen, dass wir noch nicht da sind, wo er uns gerne hätte. Aber:
• RBS war vor unserem Doppelsieg gar nicht so kriselnd – dafür haben schon wir auch gesorgt.
• Dass sich Beichlers 1:5-Antrittssieg gegen den BASK als Strohfeuer herausstellt, konnte gleich danach keiner wissen. Ich habe mich schon wieder etwas vor der wieder wachgeküssten Stärke gefürchtet.
• Deren 0:0 gegen Hartberg war wohl Pech (78% Ballbesitz, 32 Schüsse, xG ~2), Altach war wohl verdient verloren. Auch die Spiele gegen uns hätten ganz anders ausgehen können. Dann würde RBS mit +9 Punkten dastehen und die mediale Berichterstattung wäre schon wieder eine ganz andere und das Selbstvertrauen und Selbstverständnis innerhalb der Konzernmannschaft ein anderes.
• Nachdem sie ein kurzes Zwischenhoch auch mit wiedererlangtem Platz 1 hatten, rutschen sie etwas ab. Nicht unähnlich zu uns.
Man sieht wie knapp alles beisammen liegt und wie rasch alles sich in eine positive oder eher negative Spirale verwandelt (vermutlich würde ein Statistiker nach der Saison trotzdem sagen, dass das alles subjektive Momentaufnahmen waren und sich alles innerhalb der Gauschen Normalverteilung befand).
Umgekehrt ist beim BASK nicht mehr alles Gold, was glänzt:
• Seit der Winterpause ist das Werkl ins Stottern gekommen.
• In den 6 Ligaspielen seither: 2-3-1, darunter
— das erwähnte 1:5-Heimdebakel gegen das deiner Ansicht nach kriselnde RBS
– einer der Siege gegen den bekanntlich derzeit inferioren WAC
— der andere Sieg gegen WSG hätte von der Statistik her genausogut ein Unentschieden werden können
— dafür waren die Unentschieden gegen Ried und Hartberg wohl eher Pech.
Kurzum:
Mit Prognosen sollte man derzeit eher sehr vorsichtig sein, insb "mit einem 0:0 sollte man hochzufrieden sein". Derzeit weiß man nicht, auf welcher Seite das Butterbrot landet, wenn es vom Tisch fällt. Bei unseren beiden Siegen gegen RBS war eine gute Portion Glück dabei, aber man konnte auch sehen, dass wir es aufgrund unserer Spielweise auch etwas erzwungen haben – jede Mannschaft ist nur so gut, wie es die andere zulässt, das hat sich gerade in Salzburg gezeigt.
Am Sonntag ist alles drinnen, nur wir haben derzeit sicher die etwas breitere Brust. Ein 3:0 für uns würde mich ebensowenig wundern wie ein 0:4 drüben. Da bleibe ich doch lieber bei der Einstellung: Und was ist, wenn wir gewinnen?