N1ce *nd Sl0w

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  1. Bewege und beschäftige mich seit bald 20 Jahren (beratend) in der Finanzdienstleistung und möchte daher auch ein paar Zeilen niederschreiben, welche dem ein oder anderen mehr Klarheit geben, sowie mit diversen Vorurteilen aufräumen (oder diese bestätigen) soll. Ich versuche neutral zu bleiben, Leser mögen mir aber meine durch meinen Beruf auferlegte Tendenz verzeihen. Auf Zahlenbeispiele verzichte ich, Rendite können ohnehin nicht vorhergesagt werden. Der Kollege @duffman zeigt auf der Seite 1 schon die üblichen Kalkulationen. FLV - her damit oder Finger weg? Man sieht es hier bei den Beiträgen auf den ersten beiden Seiten oder noch viel extremer auf Reddit & co: Beim Thema FLV scheiden sich die Geister. Die einen sehen darin eine sinnvolle Möglichkeit für langfristigen Vermögensaufbau (Stichwort Kest-Freiheit), andere, bzw. wohl die Mehrheit, speziell wenn man sich auf Onlinemeinungen beruft, verbinden damit sofort das Wort „Scam“ @Neunzehner. Beides lässt sich nachvollziehen. Gerade die Kritik sollte man auch als "Leidtragender" nicht einfach abtun. Es hat in der Vergangenheit definitiv zahlreiche Fehlberatungen gegeben. Das Paradebeispiel „Schließe eine FLV ab und bekomme dafür bei der KFZ-Versicherung Stufe 0“ (LG an @damich) zeigt ziemlich deutlich, wie Finanzberatung eben nicht funktionieren sollte. Solche Marktschreiertaktiken haben der gesamten Branche geschadet. Und ja: Es gibt am Markt auch eine ganze Reihe von Produkten, die im wirtschaftlichen Vergleich schlicht schlecht sind. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass jede FLV schlecht oder automatisch ein schlechtes Geschäft für den Kunden ist. Die eigentliche zu klärenden Fragen sind vor dem Abschluss meiner Meinung nach: Welche FLV? Zu welchen Kosten? Mit welchen Bedingungen? Und für wen bzw. für welches Anlageziel? Ein wesentlicher Faktor sind wie vielfach zitiert die Gesamtkosten. Dazu gehören nicht nur die laufenden Kosten des Versicherungsvertrags bzw. der Fonds bzw. Versicherungssteuer, sondern beispielsweise auch Abschluss- und Vertriebskosten. Bei sogenannten gezillmerten Tarifen werden Abschlusskosten vereinfacht gesagt stärker zu Beginn berücksichtigt bzw. konkret in den ersten 5 Jahren - ergo ist der Depotwert speziell zu Beginn der Vertragslaufzeit in den meisten Fällen wenig erfreulich. Verbunden mit fehlender Transparenz wundert es nicht, das Verträge dieser Art statistisch in den ersten 5-10 Jahren storniert werden. Bei ungezillmerten Lösungen werden die Kosten wiederum über die Laufzeit verteilt. Das kann insbesondere dann einen positiven Effekt haben, wenn ein Vertrag aus unbestimmten Gründen frühzeitig beendet wird. Und ja: Auch ein Berater verdient Geld, wenn er einen Vertrag vermittelt und anschließend betreut. Daran ist grundsätzlich nichts verwerflich. Entscheidend ist wie vorhin angesprochen die Transparenz: Was bekommt der Berater für seine Leistung und was leistet er dafür? Eine Betreuung, die über Jahrzehnte läuft und bei Anpassungen, Fragen oder schwierigen Marktphasen zur Verfügung steht, ist schließlich eine Dienstleistung. Ob einem diese Betreuung das Geld wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Moderne Alternative: in den letzten Jahren tritt auch die sogenannte Honorarberatung in Verbindung mit Nettopolizzen immer mehr auf. Welche Variante passt nun zu wem? Eine pauschale Beurteilung ist absolut unmöglich bzw. nicht seriös. Genau deshalb halte ich eine ungebundene Beratung für besonders wichtig. Wenn jemand ausschließlich die Produkte eines Versicherers und/oder einer Bank vermitteln kann, ist der Produktvergleich naturgemäß eingeschränkt. Ein ungebundener Berater kann dagegen verschiedene Lösungen am Markt gegenüberstellen. Genau so sollte es meiner Meinung nach laufen: Der Berater informiert, erklärt die Unterschiede und zeigt die Vor- und Nachteile auf, welche zur individuellen Lebenssituation passen. Der Kunde hinterfragt kritisch und entscheidet, ob er anschließend selbst ein (Versicherungs-)Depot bzw. eine DIY-Lösung umsetzt oder die Vermittlung und langfristige Betreuung durch einen Berater möchte. Was ich außerdem für einen Denkfehler halte, ist der reine Vergleich „Produktkosten vs. mögliche Rendite“. Natürlich sind Kosten wichtig. Aber die theoretisch günstigste Anlage ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung, wenn der Anleger sein eigenes Verhalten (über einen sehr langen Zeitraum) nicht im Griff hat. "Behavioral Finance" (gerne Googlen) wird von Privatanlegern meiner Meinung nach massiv unterschätzt. Was meine ich damit? Menschen reagieren auf z.B. Angst, Euphorie, Medienberichte und kurzfristige Kursbewegungen. Was bringt die perfekte langfristige Anlagestrategie, wenn man beim nächsten Crash verkauft und anschließend den Wiedereinstieg verpasst? Genau hier kann ein guter Berater einen Mehrwert liefern. Nicht als „Orakel“, das die besten Fonds kennt oder die höchste Rendite verspricht (wer das tut ist ein Scharlatan), sondern als jemand, der den Kunden auch durch schwierige Phasen begleitet und ihn daran erinnert, warum die ursprüngliche Strategie gewählt wurde. Dotcom-Krise oder andere massive Marktverwerfungen zeigen, dass mittel- und langfristiger Vermögensaufbau auch psychologisch alles andere als einfach ist. Am Ende gibt es deshalb weder die perfekte FLV noch das perfekte Depot, es gibt nur eine Lösung, die zu einer bestimmten Person, ihrer Lebenssituation, ihrem Anlagehorizont, ihrer Risikobereitschaft und ihrem Verhalten mehr oder weniger gut passt. Deshalb würde ich weder pauschal sagen „FLV = Scam“ noch „FLV = die beste Lösung“. Ich würde sagen: Vergleichen > verstehen > Kosten und Bedingungen offenlegen lassen > Entscheidung treffen. Genau dafür sollte gute, ungebundene Beratung da sein. Apropos. Wer die Tendenz noch nicht erkannt hat, ich halte hierfür das Internet für keine gute Anlaufstelle.. (erst recht keine anonymen Forums User ) An dieser Stelle setze ich einen Stopp. Habe versucht mich kurz zu halten, ist mir leider eher nicht gelungen (könnte wohl noch einige Punkte mehr setzen), aber vielleicht nimmt hier jemand etwas für sich mit, was ihm hilft, die Frage "FLV - ja oder nein" passend für sich zu beantworten.
  2. Du bist ein unglaublicher Kasperl. Leider von der traurigen Sorte.
  3. Bitte hau dich über die Häuser.
  4. Ich verstehe jede Kritik und nach dem heutigem Desaster muss es erlaubt sein Katzer (wiederholt) in Frage zu stellen. Aber ich sehe die Alternative nicht, mit welchem SD soll es besser werden? Fiala? Mr. X?
  5. Naiv - da hast du recht. Strukturen aufbrechen ok. Wie lautet die Alternative?
  6. Alle raus, alles neu. Hat die letzten 20 Jahre super geklappt.
  7. Von Pech redet keiner. Da mangelt es an der Qualität in den eigenen Reihen.
  8. Da gibt es nichts hinzuzufügen.. am Ende des Tages scheitern wir zum wiederholten Male an uns selbst.
  9. "Das herz am platz lässt". Sorry aber das is bullshit. Rapid war in 2-3 Situationen maximal naiv und schwach in der Restverteidigung und das haben die Schotten genutzt. Ansonsten waren sie einfach überfordert und körperlich unterlegen. Ich weiss das ist zum jetztigen Zeitpunkt nichts wert, aber die wissen selbst nicht wie sie da heute aufsteigen konnten. Die Niederlage geht 100% auf unsere Kappe. Offensive Bankrotterklärung seitens Rapid.
  10. Verdient...... also bitte. Ich bin bei jeder Kritik gegenüber unserer Mannschaft heute dabei. Aber verdient war da garnix.. sie waren robust und konsequent. Punkt.
  11. Also so wie immer
  12. Toxischer SCR
  13. Lauscht auch schon den schottischen Gesängen? Nagut, bald sinds hoffentlich still.
  14. Volles Haus, traumhaft. Bin bereit für eine magische Nacht in Hütteldorf. Hoffentlich spielt Rapid mit
  15. Unglaublich. Scheiss Lask.