Silva sagte am 22. Dezember 2011 - 21:21:
Ich glaub mit dem Satz kann man die Diskussion recht schnell erklären. Diese klassische Nummernverteilung ist aufgrund fließender Aufgaben eben nicht mehr so einfach möglich.
Ich denke auch, dass man Spielern heute nicht mehr gerecht wird, wenn man sie nur mit klassischen Nummern versieht. Natürlich gibt es noch diese Spieler, die man damit ganz gut trifft (Kulovits oder Heikkinen werden sich kaum beschweren, wenn man sie als klassiches 6er betitelt), aber im großen und ganzen sollte man die Nummern auch mit entsprechenden Attributen versehen. Und selbst zwischen Kulovits und Heikkinen gibt es gravierende Unterschiede: der eine Soldat, der andere Defensivorganisator, der eine ein Kilometerfresser, der andere ein Balleroberer, der eine ein zerstörender 6er, der andere ein spielintelligenter 6er.
Silva sagte am 22. Dezember 2011 - 21:21:
Früher (und auch noch in den unteren Klassen) ist es ja üblich, dass Spieler wirklich nur eine Aufgabe (defensiv oder offensiv) haben, im professionellen Bereich muss der IV im Optimalfall genauso Offensivaktionen initieren wie ein Stürmer defensiv arbeiten.
Und Busquets ist bei Barca klar für Defensivaufgaben zuständig. Nur aufgrund der Dominanz kann er sich halt es leisten 10 Meter vorm gegnerischen Strafraum herum zu hirschen.
Wie hats Pacult so schön gesagt, heute muss sich jeder an den Angriffen beteiligen und jeder beim Verteidigen mithelfen. Die klassische Rollenverteilung ist schon lange überholt, da braucht man nur kurz einmal Rinus Michels googeln, wenn nicht sogar zu noch früheren Visionären schauen. Ich bin ja schon sehr gespannt, wie diese Entwicklung weitergehen wird. Und ob es da überhaupt einmal eine Grenze geben wird. Der Außenverteidiger ist ohnehin schon der "heimliche" Spielmacher von heute (international vor allem, bei uns muss der entsprechende Nachwuchs erst kommen), aber was kommt noch? Der Innenverteidiger als
falscher falschester 9er? Wird interessant zu beobachten sein.