Ich möchte das Thema so ideologiefrei und sachlich wie möglich beleuchten.
Zunächst, der SK Rapid gendert in offiziellen Aussendungen (z.B. Newsletter, Website, Presseaussendungen, etc.) schon seit einigen Jahren. Seit einigen Monaten ist es aber stringenter (mit Doppelpunkt im Wortinneren) und konsequenter geworden.
Ich beschäftige mich mit der Thematik schon länger. Und grundsätzlich soll jeder (privat) reden oder schreiben, wie er will.
Da es sich aber hier um “meinen” SK Rapid handelt, tue ich mir besonders schwer damit und möchte das hier gerne thematisieren.
Als Grundvoraussetzung nehme ich an, dass Einigkeit darüber herrscht, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sein sollen. Und mir geht es hier auch ausschließlich um die Thematik der Sprache.
Ich versuche mich kurz zu halten und hier zu erörtern, warum das Thema meines Erachtens beachtenswert und problematisch ist.
Was für Verwirrung sorgen kann, ist die Bedeutung von „Geschlecht“. Es gibt drei Arten:
Sexus: Das biologische Geschlecht (hier gibt es zwei: männlich und weiblich)
Genus: Das grammatikalische Geschlecht (hier gibt es drei: männlich, weiblich, sächlich)
Gender: Das soziale Geschlecht (quasi die soziale Identität, hier gibt es theoretisch unendlich viele)
In der Sprache hat das grammatikalische Geschlecht nur in sehr seltenen Fällen (konkret bei bestimmten Personenbezeichnungen wie Vater, Mutter, Tante, Onkel, usw.) etwas mit dem biologischen Geschlecht zu tun. Bei unbestimmten Personenbezeichnungen, also Gattungsbegriffen, gibt es keinen Zusammenhang zwischen Genus und Sexus. Also z.B. der Zuschauer, die Führungskraft.
Warum ist das jetzt problematisch?
Aus meiner Sicht aus mehreren Gründen:
Dadurch, dass die Gendersprache ideologisch getrieben ist kommt es immer mehr zum Umkehrschluss (“Du genderst nicht? Du bist sicher rechts oder frauenfeindlich.”)
Der SK Rapid kommuniziert somit bewusst grammatikalisch falsch (Sonderzeichen im Wortinneren sind nach dem Rat der Deutschen Rechtschreibung nicht zulässig).
Der SK Rapid entfernt sich aus meiner Sicht auch von den eigenen Fans, weil in der Kurve, auf der Straße, also “im echten Leben” gendert so gut wie niemand.
Entgegen des Leitbilds des SK Rapid ist Gendersprache nicht inklusive, sondern exklusive. Sprich: Menschen mit Leseschwäche (wie z.B. Legastheniker oder Menschen nicht Deutscher Muttersprache) sowie auch Blinden und Sehbehinderten, die auf Lesegeräte angewiesen sind, wird es erschwert Texte einfach sinnerfassend lesen zu können.
Ich möchte einerseits auf das Thema hinweisen, um zu sehen, ob es anderen ebenfalls aufstößt und auch, um etwas zur Bewusstseinsbildung beizutragen.
Bei Interesse kann ich das Thema gerne tiefer ausführen und vor allem mit Beispielen untermauern, nur wollte ich den Beitrag nicht ewig lange machen.