Für mich als Außenstehender wurden gestern (wieder einmal) Aspekte der "Organisationskultur" deutlich - explizit meine ich dabei den gesamten Verein bzw. die AG, nicht nur die Mannschaft. Und 2 davon stören mich massiv: da wäre zunächst (nach innen) die eigene Anspruchshaltung, zum Ausdruck gebracht auf ganz unterschiedliche Arten. Sei es das Bullshit-Bingo nach Leistungen wie gestern, diese Schönrederei; und zwar insbesondere von angeblichen Führungspersönlichkeiten, die etwas ganz anderes verkörpern und vorleben sollten. Oder aber auch vom Vorstand, der Helms Vertrag vollkommen ohne Not verlängert hat. Wer nach 2 Jahren "Terrorball" ohne System der Meinung ist: super, das würde ich mir gern noch länger anschauen, sollte auch über das Signal nachdenken, das damit ausgesendet wird. Wie willst du so insbesondere jungen Spielern vermitteln, Vollgas zu geben, täglich an ihre Leistungsgrenzen zu gehen? Profifussball ist ein kompetitives Umfeld, da müssen andere Maßstäbe gelten wie auf irgendeiner Magistratsabteilung.
Grotesk wird es dann, wenn diese Innensicht auf die Außenwelt prallt. Da kommen dann so Sätze raus wie "keine schlechte Leistung" (© Johannes Eggestein) oder "Ich denke, dass man gewisse Ansätze gesehen hat, wie wir Strafraumsituationen kreieren wollen" (© Stephan Helm). Jeder Austrianer im Stadion oder vorm Fernseher war da gestern wohl gänzlich anderer Meinung. Kurz nach dem Spiel könnte man ja auch darüber hinwegsehen, aber solche Einschätzungen hat man ja nicht zum ersten Mal gehört, sind also keine Ausrutscher. Das wiederum lässt zweitens darauf schließen, dass solche Clashes mit der Realität intern keine Feedbackschleife in Gang setzen. Was ja zumindest eine Chance zur Weiterentwicklung bieten würde.
Bemerkenswert wiederum finde ich, dass es im Verein mit Blick auf die Damen und die Young Violets ja auch andere "Subkulturen" und Leistungsnormen zu geben scheint, die halt nur nicht abfärben! Leider!