Ja, manche Teams, nicht nur Kap Verde, haben sich offensichtlich speziell auf überlegene (europäische) Gegner vorbereitet. Was da teilweise gespielt wird, erinnert an Catenaccio … oder Kampfsport - siehe speziell Paraguay aber auch Argentinien manchmal gegen uns.
Bei Argentinien muss man sagen, dass die schon gegen Österreich nur das Nötigste getan haben, nach deren Führungstor haben sie uns auch erst mal ein wenig Platz gelassen. Unsere Offensive war aber qualitativ zu schwach und quantitativ wollte man vermutlich deswegen nicht alles nach vorne werfen, um das Spiel möglichst lange möglichst eng zu halten (und wegen Torverhältnis).
Kap Verde hat den "Bonus", dass niemand etwas von ihnen erwartet, es besteht kein Druck, die können in jeder Partie frei aufspielen. Und bei diesen Mannschaften geht es bei vielen Spielern auch um die eigene Zukunft - wer sich da in die Notizbücher spielt der kann sich erheblich verbessern. Die höchstmögliche Motivation ergibt sich dadurch von selbst. Österreichs Auswahl hingegen besteht großteils aus Spielern, die bereits ihren Zenit erreicht oder überschritten haben.
Insofern kann der Vergleich von Österreich mit Kap Verde zwar gezogen werden, da beide gegen dieselben Teams unterschiedlich gut aufgetreten sind, allerdings ist es fraglich, welche Schlüsse daraus zu ziehen wären. Hätte Rangnick vor der WM einen Teil seiner Mannschaft (Stammspieler) austauschen sollen? Hätte man deutlich defensiver trainieren und auftreten sollen? Hätten wir damit besser abgeschnitten?