Martinovic sagte am 27 Apr 2008, 15:52:
Sponsoren der Europameisterschaft sind enttäuscht
Peter Neubauer, Geschäftsführer des EM-Sponsors PayLife Bank, und Susanne Pannik, Marketingmanagerin von JVC, kritisieren die öffentlichen Werbemaßnahmen zur EM 2008. "Die Bewerbung findet einfach nicht statt. Das ist ärgerlich, weil die Europameisterschaft eigentlich eine einmalige Chance für die Wirtschaft wäre", so PayLife-Chef Neubauer in der am Montag erscheinenden Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend".
Mittlerweile hält er es für zu spät, um noch effiziente Kampagnen zu starten. JVC-Managerin Pannik stößt sich ebenfalls an der Bewerbung des Turniers und erklärt: "Die EM ist definitiv zu wenig präsent. Zur Bewerbung gibt es kaum etwas Positives zu sagen."
Die in der Öffentlichkeit wirksamen Maßnahmen gingen alleine von den Sponsoren aus, die Initiativen der Spielstädte seien hingegen kaum wahrnehmbar. Ihr Resümee: "Es ist enttäuschend. Als Sponsor fühlt man sich regelrecht allein gelassen."
Schmölzer gesteht Fehler ein
Österreichs EM-Turnierdirektor Christian Schmölzer gesteht zumindest Fehler bei der Bewerbung des Events ein: "Die Spielstädte haben ihre eigenen Kampagnen mit eigenen Slogans kreiert, anstatt die EM mit den offiziellen Logos zu kommunizieren. Dadurch ist es trotz vieler Maßnahmen nicht gelungen, ein einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen."
Schmölzer bedauert weiters, dass es in Österreich keine übergeordnete Organisation gibt, die sämtliche Aktionen in den Spielstädten koordiniert: "Die Euro ist deshalb trotz vieler Aktivitäten nicht so präsent, wie sie sein müsste."
Quelle: www.orf.at
Das sehe ich genau so. Wenn ich an München und Berlin vor der WM06 denke und es dann mit Salzburg und klagenfurt vergleiche (wo ich lebe und wo ich vor kurzem erst war), dann hat man wirklich nicht das Gefühl, dass bald EM ist.
Es ist traurig, aber genau das war mir schon vopr einem Jahr klar, als ich mit einem der Chefs der Österreich-Werbung darüber gesprochen habe. Anstatt zu versuchen, eine einheitliche, nachhaltige Kampagne zu generieren konnte man sich (nicht zuletzt "dank" eines gewissen Kärntner LHs) nicht einigen und so ist das draus geworden, was in Österreich immer draus wird: nix annähern halbes und schon gar nichts ganzes.
Natürlich werden Ideen von kleinen Kreativen auch gar nicht erst kommentiert oder wahr genommen. Statt dessen stecken sich etablierte Agenturen, die zufälligerweise Kontakte zu den Regierungsparteien haben, die Gelder in die Tasche und machen dann eine so saublöde Kampagne draus, wie "Fäns will be Friends" in Salzburg. Aber wenn man weiß, wer die entworfen hat, wundert einen eh nix mehr. Ich sage nur: shopping of modern art.
Dieser Beitrag wurde von DerFremde bearbeitet: 27. April 2008 - 15:15