Ich bin Helm als Trainer der Kampfmannschaft lange Zeit sehr kritisch gegenüber gestanden, habe anfangs gar nicht gedacht, dass er der Mannschaft eine Taktik vermitteln kann und dass deshalb auch die peinlichen Auftritte in Europacupspielen zustande gekommen sind („I was working in Swiss“), die dem Verein sehr viel gekostet haben.
Letztlich hat sich nach einigen peinlichen Auftritten aber ein System etabliert, das der Mannschaft Sicherheit gegeben hat und mit dem speziell in der Meisterschaft ungeahnte Erfolge gefeiert werden konnten. Hätten in den letzten Minuten der letzten Meisterschaft ein paar (knappe!) Situationen auf zwei Plätzen einen anderen Ausgang genommen, dann hätten wir einen unverhofften Meistertitel mehr in der Vereinshistorie.
Speziell dieses Jahr haben wir nach Notverkäufen, langfristigen Verletzungen und Erkrankungen und auch länger andauernden „Wehwehchen“ (auch Fitz-Ersatz Saljic war fast mehr verletzt als fit) oft nur einen Notkader (zumindest in der Offensive). Da den Einzug ins OPO ohne Probleme zu schaffen und vorne mitzumischen, ist eine Leistung, die nicht kleinzureden ist.
Dazu passen auch Kommentare von Außenstehenden wie Philipp Semlic oder Karl Daxbacher, die in Interviews sinngemäß meinten „Wisst ihr eigentlich welche Mannschaft ihr zur Verfügung habt und was das Trainerteam daraus gemacht hat?“. Ich denke doch, dass man bei aller (berechtigten) Kritik den Blick von außen zulassen und schätzen sollte.
Natürlich gibt es Kritik, und natürlich ist sie auch berechtigt. Aber wenn man schon lange Fan ist, weiß man: praktisch jeder Trainer hat seine Liebkinder, in fast jeder Aufstellung gibt es Spieler die (für den Fan oft unerklärlich) immer Platz haben und andere, die unerklärlicherweise übergangen werden. Die gibt es (beiderseits) auch bei Helm. Trotzdem gibt es keinen erkennbaren „Plan“ speziell die Jungen zu übergehen, für jeden Pazourek (der wohl unter Helm auf zu wenige Einsätze kam) gibt’s auch einen Maybach (der ohne Zweifel die „Erfindung“ von Helm war). Wenn „die Jungen“ keine Perspektive sehen würden, wäre das zweifelsohne ein Problem – die letzten Vertragsverlängerungen sprechen aber eher eine gegenteilige Sprache, da ist diese Tendenz gar nicht zu erkennen (im Gegenteil).
Insgesamt ist für mich – über allen berechtigten Kritikpunkten, die es bei jedem Trainer gibt – das Wichtigste, dass die Mannschaft eine Einheit darstellt, der Trainer die Mannschaft nicht „verliert“ (sprich sie nicht an ihm / seinem Trainerteam verzweifelt bzw anfängt es in Frage zu stellen) und Negativserien (die es im Fußball immer wieder gibt) durchbrochen werden können. Das ist unter diesem Trainerteam meiner Meinung nach der Fall.
Die Vertragsverlängerung von Helm (und seinem Team!) ist daher für mich der einzig logische Weg und eigentlich überfällig.