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Anonymer Thomas

Österreich: Taktisches Mittelalter?

82 Beiträge in diesem Thema

Ich bin grad nicht in der Laune große Aufsätze zu schreiben aber eines beschäftigt mich doch.

In den letzten Monaten und sogar Jahren kamen durch div. Medien immer wieder unsere Stürmer ins Gespräch. Rubin Okotie bei Nürnberg, Deni Alar und M. Gregoritsch bei Kapfenberg, Janko, Linz und wie sie alle heissen.

Und dabei taucht immer das selbe Wort auf. Für mich ein Unwort: Strafraumstürmer.

Da wirft sich doch die Frage auf, ob wir in Österreich keinen einzigen brauchbaren modernen Stürmer ausbilden, einen der wirklich brauchbar sich mit ins Spiel einbindet wie ein Miro Klose oder ein Rooney das zb machen (Gilt nur als Anschauungsbeispiel)

Daraufhin hab ich mich in Kontakt gesetzt mit einigen früheren Trainern und Freunden die Trainerausbildung machen und die nach ihrer Meinung gefragt. Vorweg: Da waren einige klingende Namen dabei die ich sicherheitshalber nicht nenne, also keine Nobodys. Und das ehrlich gesagt ziemlich ernüchternd. Die lernen nach wie vor Systeme mit Libero, defensiven Aussenbahnen, 3er Ketten usw. Ich sag nicht dass das zwangsweise schlecht ist, aber die Eindrücke die mir laufend vermittelt werden lassen darauf schliessen dass die taktische Ausbildung in Österreich mehr als dürftig, und veraltert ist.

Wenn man dann Spieler anschaut die im Ausland ausgebildet wurden, wie ein David Alaba zb bestätigt das meine Meinung nur noch. Das ist einer der wenigen die immer wissen wo er zu stehen und zu laufen hat. Das sollten doch eigentlich die absoluten Basics sein. Was nutzen einem Dinge wie Projekt 8 wenn unser Nachwuchs in solchen wichtigen Dingen nicht ausreichend ausgebildet werden?

Vielleicht täusch ich mich aber auch einfach nur, deshalb wollt ich eure Meinung. bzw von ein paar Usern deren Meinung ich schätze ^^

Ein ideales Vorbild ist hier mmn Holland wo die jungen schon perfekt taktisch ausgebildet werden, und der gesamte Nationalmannschaftsnachwuchs sich mit enem System beschäftigt und die Spieler auf ihre spätere Rolle herangeführt werden die sie dann später blind beherrschen. Zm. ist es das was man so liest, bestätigen kann ich es nicht.

Das wollt ich nur los werden. Und wenn ich noch einmal Strafraumstürmer höre krieg ich eine Essstörung.

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ich kann nur zum teil zustimmen.

die taktische ausbildung für trainer in österreich ist bei weitem nicht so schlecht, wie du sie hier gemacht hast.

zum holland-system: ja, es hat was, ja, es funktioniert sein jahrzehnten. ob das der weisheit letzter schluss is, lass ich trotzdem mal dahin gestellt.

viele trainer und experten sind der meinung, dass man spieler in kein system pressen darf, auch wenns ein 4-3-3-system is. sie meinen, das beschränkt die spieler nur in ihrer entwicklung.

ich glaube, du verwechselst da zwei dinge:

1. Taktische Ausbildung an sich

und

2. Einführung eines fixen Systems, das in allen Jugenteams, Ligen und im Nationalteam gespielt wird.

In Österreich würde ich es nicht begrüßen, wenn man diesen Weg gehen würde. Da krankts an ganz anderen Dingen, und das liegt großteils an den Trainern selbst mMn. Zum Beispiel dass man in der Jugend NICHT ergebnisorientiert, sondern entwicklungsorientiert spielen sollte. Oder dass der Spaß für junge Menschen und Kinder im Vordergrund stehen sollte.

Viele Jugendtrainer, die sich selbst für Experten halten, begehen mit ihren Jugendmannschaften einfach eine Todsünde nach der anderen - das schwächt die Breite, und bekanntlich macht die Stärke in der Breite zumeist die Stärke in der Spitze aus.

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nein ich hab diese sachen nicht verwechselt ich hab nur das 2te thema (system etc) gleich mit eingebunden. aber du hast recht, ich hätte das mehr unterstreichen müssen damit das klarer verständlich ist. egal.

aber man bekommt in österreich bzgl arbeit in den jugend nationalteams schon einen starken kontrast zu holland präsentiert. Als der Andi Heraf gemeint hat er müsse der U20 nur "Gehts raus und spielts Fußball" mitgeben ist mir direkt schlecht geworden. Da steckt so wenig Ordnung dahinter beim ÖFB dass es einer Sau graust.

Wenn du jetzt, unabhängig von den Nationalteams, meinst die taktische Ausbildung wäre nicht so schlecht glaub ich dir das mal weil du einer vom Fach bist.

Ich frage mich trotzdem wieso bringen wir dann keinen wirklich modernen Stürmer raus? Das war so irgendwie mein Denkanstoß weil Spieler wie Janko etc immer drauf warten das man ihnen den ball am schädel schiesst. Das können sie, keine Frage. Aber wie weit man mit so einer Spielausrichtung kommt hat man gegen Belgien gesehen.

Wobei da auch eine große Menge Unfähigkeit von der Bank dazu kommt, keine Frage

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Ich frage mich trotzdem wieso bringen wir dann keinen wirklich modernen Stürmer raus? Das war so irgendwie mein Denkanstoß weil Spieler wie Janko etc immer drauf warten das man ihnen den ball am schädel schiesst.

Das ist halt eine zwar hochinterssante, aber unheimlich schwer zu beantwortende Frage. Ich kann mich mich noch wage an ein Interview erinnern - man möge mich bitte nicht darauf festnageln, ganz genau ists mir nicht mehr im Kopf - mit, ich glaube Johan Cryuff, der sinngemäß gemeint hat dass das holländische 4-3-3 ihnen den Startvorteil verschafft hat, den sie so lange innehattten. Es ging ihm dabei jedoch nicht darum das System an sich als überlegen herauszuheben, sondern zu zeigen, dass im Gegensatz zu den damals üblichen 1 oder 2 Stürmersystemen dieses völlig andere Spieltypen hervorbrachte.

Wenn man die klassischen Konstellationen betrachtet (langer Verlängerer - Sprintkanone, Abstauber - hängende Spitze, ...) kann ich der Argumentation schon etwas abgewinnen. Je nachdem wie die 4-3-3 Variante gespielt wird müssen die Außen schnell, dribbelstark, möglichst beidfüßig und quirlig sein. Im Großen und Ganzen wurden da schon recht früh die klassischen Flügel mit Stürmer gekreuzt. Wichtige Attribute die man erlernen musste waren dafür natürlich hauptsächlich technische. Auch der mittlere der 3er Kette an der Spitze ist üblicherweise kein klassischer Abstauber, sonder auch, je nach Ausrichtung (falsche 9 oder als doch klassischer auf Höhe des letzten Verteidigers) ein technisch geschulter Allrounder.

Ich denke dass da schon ein großer Grundstein gelegt worden ist.

Davon ausgehend wurden auch die Nachwuchstrainer angehalten diese Spieler von Spiel zu Spiel rotieren zu lassen, was das erlernen mehrer Positionen und Laufwege erleichtert hat. Wenn man sich die heutigen Topstars im Angriff ansieht (Messi, Ronaldo, Rooney, etc.) fällt einem als erstes deren Variablität auf. Jeder kann ganz selbstverständlich jede Angriffsposition nahezu perfekt ausfüllen. Welcher Österreichische Angreifer kann das von sich behaupten?

Und der letzte, augenscheinlichste und simpelste Punkt. In einem 4-3-3 spielen naturgemäß mehr Angreifer. Je mehr Spieler man auf einer Position schulen kann, je höher ist natürlich der Output.

Ich denke dass man diese Entwicklungen und die nötigen Umstellungen schlicht und einfach verschlafen hat.

bearbeitet von Jordi

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uns österreicher geht es einach zu gut

da sind gleich die hälfte der jugendlichen gar nicht mehr bei der sache wenn es um profi sport und um den ehrgeiz geht nie aufgeben damit man etwas erreicht

natürlich gibt es ausnahmen aber dazu muss die mentalität such stimmenmeine meinung ...

bearbeitet von rattlesnake

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okotie wäre doch ein sehr guter verbinder und sicher kein strafraumstürmer. es ist halt immer eine frage der mitgebrachten qualitäten. du kannst aus einem janko eben keine hängende spitze machen, weil du dann seine qualität beschneidest. genauso wenig wirst einen okotie zu einem reinem strafraumstürmer machen können. auch win wallner ist nicht unbedingt ein strafraumstürmer.

ich bin der meinung, dass gerade in der jugendausbildung die taktik keine wichtige rolle spielen darf, denn die jungen (bis ca 16) sollen einfach mal frei von der leber spielen, damit sie nicht in ihrer entwicklung gehemmt werden, weil sie eben zu früh in systeme gepresst werden. das kann kaum klappen mMn.

es gibt aber genug junge spieler, die ihr können zeigen, nicht umsonst geniest der österreichische nachwuchs mittlerweile einen guten ruf.

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uns österreicher geht es einach zu gut

da sind gleich die hälfte der jugendlichen gar nicht mehr bei der sache wenn es um profi sport und um den ehrgeiz geht nie aufgeben damit man etwas erreicht

natürlich gibt es ausnahmen aber dazu muss die mentalität such stimmenmeine meinung ...

Aha. Und trotzdem trainieren zigtausend Jugendliche Jahre darauf hin, für relativ wenig Geld im körperlich belastenden, mitunter gefährlichen Skisport zur erweiterten Spitze zu gehören.

Ich warne vor plakativen Schlussfolgerungen a la "der Jugend gehts zu gut" - das ist stockkonservatives Blabla aus den 50ern.

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skisport is ja nicht das thema

ö ist eine alpen nation somit haben wir bestmögliche bedingung um den skisport zu prägen

es wachsen ja schließlich einige kinder auf den bergen auf somit sind sie es ja auch gewohnt

österreich hatt den fussball ja nicht erfunden zumall man fussbal auf jedem beliebigen untergrund spielen kann somit zieht der vergleich ski und fussbal sowie der vergleich mit dem 50er denken nicht :facepalm:

die besten fussballer sind sowieso straßenfussballer / käfigkicker (vom technischen her, ich denke in der jugend gehört vorallem technik geschult/gefördert)

immerhin seit dem man div käfige gebaut hatt (in wien, komme aus wien von daher weis ich nicht obs anders genauso ist) gehts ja eh scho langsam bergauf und es kommen talente wie kavlak, korkmaz, arnautovic nach usw usf

meine meinung <-

bearbeitet von rattlesnake

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Viele Jugendtrainer, die sich selbst für Experten halten, begehen mit ihren Jugendmannschaften einfach eine Todsünde nach der anderen -

Das stimmt allerdings, sehe ich hier auch oft.

Qualifizierte Trainer sind halt immer Mangelware, da ist man zum Schluss froh überhaupt noch irgendeinen zu finden, der seine Wochenenden damit verbringt mit der Dorf-Jugend übers Land zu tingeln.

Optimal ist das nicht aber wahrscheinlich überall das gleiche.

Hier in Deutschland gibts seit einigen Jahren flächendeckend Stützpunkte. Diese Stützpunkte sind dann durchaus auch in 1000-Einwohner-Dörfern, die dann regelmässig von DFB-Lizenz-Trainern besucht werden, um Stützpunkt-Training zu machen. Das hat Deutschland in den letzten 10 Jahren enorm weitergebracht in der Talentsichtung.

Mal eine Frage, ab welchem Alter spielt man in Österreich auf dem Großfeld?

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Das stimmt allerdings, sehe ich hier auch oft.

Qualifizierte Trainer sind halt immer Mangelware, da ist man zum Schluss froh überhaupt noch irgendeinen zu finden, der seine Wochenenden damit verbringt mit der Dorf-Jugend übers Land zu tingeln.

Optimal ist das nicht aber wahrscheinlich überall das gleiche.

Hier in Deutschland gibts seit einigen Jahren flächendeckend Stützpunkte. Diese Stützpunkte sind dann durchaus auch in 1000-Einwohner-Dörfern, die dann regelmässig von DFB-Lizenz-Trainern besucht werden, um Stützpunkt-Training zu machen. Das hat Deutschland in den letzten 10 Jahren enorm weitergebracht in der Talentsichtung.

Mal eine Frage, ab welchem Alter spielt man in Österreich auf dem Großfeld?

früher hat man von der U-12 bis zur U-14 von 16er zu 16er gespielt, dann Großfeld.

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In den letzten Monaten und sogar Jahren kamen durch div. Medien immer wieder unsere Stürmer ins Gespräch. Rubin Okotie bei Nürnberg, Deni Alar und M. Gregoritsch bei Kapfenberg, Janko, Linz und wie sie alle heissen.

Und dabei taucht immer das selbe Wort auf. Für mich ein Unwort: Strafraumstürmer.

Also von den oben genannten sind in meinen Augen nur Janko und Linz "Strafraumstürmer"

Beim Trainersohn sollte man nicht vergessen, dass der überhaupt noch sehr jung ist, sich also noch in alle Richtungen entwickeln kann. Alar und Okotie sind in meinen Augen technisch stark genug um auch aus der Etappe erfolgreich in ein System passen zu können.

Wobei ich den "Strafraumstürmer" grundsätzlich nicht als "veraltert" empfinde. Gibt meiner Meinung nach genug Beispiele für Strafraumstürmer die in ihren (Top)Vereinen höchst erfolgreich sind...

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Es hängt wohl auch vieles mit dem Spielermaterial zusammen. In einem 4-3-3, vor allem wenns kein 4-2-3-1 sondern ein 4-3-2-1, 4-3-1-2 oder 4-1-2-3 ist, braucht man schon relative komplette ZMs und Außenstürmer um dem System gerecht zu werden. Viele österreichische Spieler und auch viele Talente sind entweder schnell, oder körperlich stark oder technisch stark. Von Sachen wie mentale Stärke und taktischem Verständnis ganz zu schweigen. Wenn zwei, drei dieser Eigenschaften einigermaßen gut gegeben sind reichts meist schon. Und da kann ich mit einem 4-4-2 besser aussehen als mit einem 4-3-3. Es kann natürlich auch sein, dass dies alles aus der veralteten Taktik im Jugendbereich hervorgeht aber ehrlichgesagt glaub ich eher, dass der Talentpool für komplexe Rollen in Österreich zu klein ist. Zusätzlich sind technisch gute Spieler meist defensiv viel zu schwach und genießen viele taktische Freiheiten da sie oft recht schnell zu den besten gehören. In einer starken Liga fällt ihnen genau das dann oft auf den Kopf.

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Es is vieles fragliich was unsere vermeintliche Super Nachwuchsarbeit angeht.

Das gilt auch für Trainer.

Ich meine kann ja sein das die Franzosen Spanier, Engländer, Deutschen usw besser Fußball spielen, aber warum sie schneller mehr und länger laufen :ratlos:

Pogal und Scharner mussten nach ihren Wechseln erstmal ordentlich die Hantelbanken drücken.

Also wenns körperlich schon solche Defizite gibt, wie groß müssen diese erst beim Fußballerischen sein.

bearbeitet von Simschi

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