Eurovision Song Contest 2026


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Die Veranstaltung war gelungen. Bei der Moderation hielten sich die Fremdschäm-Elemente in Grenzen. Speziell Swarovski zeigte ihre vielen Talente und dass sie das nicht das erste Mal macht. Ostrowski moderierte es in verschiedenen Pyjamas gemütlich weg. Insgesamt von den beiden ein netter Auftritt, der eine gute Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Klamauk schaffte. Im Prinzip das, was ich mir von einer Moderation erwarte: Präsent sein und durch das Programm führen, ohne sich zu sehr wichtig zu machen.

Manche kritisierten die "Einspieler" zwischen den Songs. Diese dienen eigentlich nur dazu, um den Umbau der Bühne und die Vorbereitung des nächsten Auftritts zu ermöglichen. Insofern ist es verständlich und löblich, dass hier eine kosteneffiziente Lösung gefunden wurde, bei einer Veranstaltung, die oft für ihre Kosten kritisiert wird.

Die musikalischen Einlagen waren erstklassig, sehr gut ausgewählt und umgesetzt.

Insgesamt war das Teilnehmerfeld gefühlt ausgeglichen, vor allem von den Jurys gab es Punkte für alles Mögliche. Inklusive traditioneller Punkteschieberei. Dadurch dass einige Länder freiwillig den Schwanz eingezogen haben, erhielten andere eine (bessere) Chance.

Die Favoriten a la Finnland und Australien waren am Ende zwar vorne dabei aber eben nicht ganz. Dass das bulgarische Bunga-Bunga (oder so ähnlich) doch deutlich voran lag ist ein wenig überraschend, da es im Vergleich zu den letzten Jahren ein sinnloses Klamauk-Lied ist. Statt queerer Querelen, diverser Herz-Schmerz oder weltpolitisch-motivierten Untertönen gewann also diesmal die rebellische Frau. Als letztes ähnliches Siegerlied kommt der 2018er Beitrag von Israel ("Toy" von Netta) in den Sinn.

Österreichs Beitrag entpuppte sich als guter Gastgeber, lies anderen in jeder Hinsicht den Vortritt und siedelte sich wenig überraschend am unteren Ende der Skala an. Als Veranstalter hat man natürlich den entsprechenden Malus, den ESC zuletzt gewonnen zu haben, und die Ressourcen gehen in die Veranstaltung und nicht den Beitrag. Insofern passt das schon, dass nicht irgend ein vielversprechender Beitrag verheizt wurde. Aber man sieht halt dass Österreich keine Punkteschieber hat. Am Auftritt war für sich alleine gesehen nichts verkehrt. Eigentlich bemerkenswert für einen Song, der quasi von einem Künstler alleine erstellt wurde und nicht von einem Experten-Komitee. Für einen Song Contest aber aus mehreren Gründen nicht optimal. Auf Deutsch geht generell wenig und dann war es ein eher monotoner "Sprechgesang". Beim ESC hingegen erwartet man im Allgemeinen eher ein Geschrei ... ESC = European Scream Contest. Möglicherweise finden sich unter den Ausgeschiedenen des österreichischen Vorentscheids Kandidaten für künftige ESC-Beiträge? Wenigstens hat uns UK mit einem ihrer mittlerweile legendär schrägen Auftritte (kurioserweise mit deutschsprachiger Catchphrase) vor dem letzten Platz bewahrt.

 

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I'll be back!
bianco verde schrieb vor 5 Stunden:

Tanzschein war eh eine solide Nummer. Durchschnitt halt, nichts besonderes, aber auch nicht schlecht. Vor allem aber nicht vorletzter Platz schlecht. 

Für mich war von Anfang an klar dass das bestenfalls im Bereich Platz 15-20 liegen wird, wahrscheinlich aber eher 1 Platz im 20er-Bereich abstauben wird.

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I'll be back!
bianco verde schrieb vor einer Stunde:

Hello Europe! Welcome to OBERWART! 
 

Hätte schon cool geklungen.:davinci:

Nächstes Jahr dann vom bulgarischen Ballermannstrand.

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ASB-Legende
Iniesta schrieb vor 13 Minuten:

Für mich war von Anfang an klar dass das bestenfalls im Bereich Platz 15-20 liegen wird, wahrscheinlich aber eher 1 Platz im 20er-Bereich abstauben wird.

Das habe ich mir auch gedacht, aber da waren doch ein paar andere Lieder, die ich schlechter gesehen habe (u.a. Belgien). Aber eigentlich ja auch egal, ob es jetzt Platz 18 oder 24 wird.

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ASB-Messias

Amüsante ESC-Woche mit einem kurzweiligen Finale und einer überraschenderen Siegerin - wie immer scheiden sich da bei der Beurteilung die Geister, dass diesmal aber die politische Note etwas mehr als zuletzt ausbleibt, ist ganz angenehm, nicht nur weil es ein wie ich finde insgesamt gelungener Heim-ESC war.

Dass Bulgarien mit diesem Song gewinnt, überrascht mich auch am heutigen Tag noch - eingängig, stimmungsvoll und ein ziemlicher Kontrast zu den letzten drei Jahren. Aber, dass sie so bei Jury & Publikum abräumt und dermaßen klar gewinnt, hätte ich nie und nimmer erwartet. Vielleicht war es tatsächlich die Mischung aus Leichtigkeit, Kreativität und jüngeren Jurys, die für den Sieg gesorgt hat. insgesamt ein Beitrag, der halt wenig aneckt und vielleicht damit die Woche gut zusammenfasst, für mich persönlich wars halt nicht so herausragend, aber genau von solchen Debatten lebt der ESC ja am Tag danach - Glückwunsch trotzdem, mit Bulgarien außerdem mal ein ganz neuer Host.

Fast ähnlich überraschend auch das Podest dahinter - mit Israel so weit vorne habe ich eig nicht gerechnet, Rumänien war auch für mich die positive Überraschung des Abends und hat Eindruck hinterlassen bzw sich doch von anderen auch mit der textlich etwas kalkulierten Aufregung abgehoben.

Etwas schade finde ichs um meine Favoriten aus Finnland, dramatisch-stimmungsvoll, sehr eingängig, Landessprache - da war eig alles dabei, abgesehen davon, dass sich die kreativen & mutigen Beiträge von dort echt einen Sieg verdient hätten. Vielleicht wars die Favoritenrolle oder doch ein bisschen die aufgesetzte Dramatik - aber die Top drei hätte ich schon ewartet.

Ähnlich enttäuschend ists bei Schweden, fand ich richtig stark als Ohrwurm mit Techno-Beats ohne auf die Pop-Stärke des Landes zu verzichten... fürchte, dass man da wieder auf die Mainstream-Schiene zurückkehren wird nach Platz 20, andererseits hab ich das letztes Jahr auch schon fälschlicherweise erwartet. Positiv hervorheben möchte ich Moldawien (stimmungsvoll, wenn auch bissl seicht), sowie die dramatischen Beiträge aus Kroatien & Serbien. Guten Eindruck hinterlassen haben neben Rumänien mMn auch Dänemark & Norwegen.

Für Österreich wars schwierig mit der Gastgeber-Rolle, nicht Letzter und keine 0 Punkte waren wohl fast das Maximum - gute Stimmung, ein sympathischer Künstler, aber wohl nicht ganz, was gestern im Vordergrund stand. Umso eindrucksvoller das Drumherum und faszinierend, wie viel man immer noch aus der alten Stadthalle herausholen kann - auch die Moderation und Acts fand ich gelungen und weniger zwanghaft, als zB noch am Dienstag. Da war wiederum die Eröffnung ein emotionales Highlight.

Allgemein hat sich Wien als top Ausrichter präsentiert und sehr viel drumherum umgesetzt - kenn viele auch nicht Komplett-ESC-Fans, die dem ganzen gestern eine Chance gegeben haben & gerne beim Rathaus waren. Das war mMn viel wichtiger, als die bemühten, aber etwas überladenen ORF-Rückschauen. Überhaupt wurde eher weniger gejammert, was nicht heißt dass man das Event, Kosten, Umsetzung usw nicht hinterfragen darf. In der Hinsicht ist es fast wehmütig, wenn man bedenken muss, dass man den ESC erst wieder in ein paar Jahrzehnten ausrichten könnte - oder doch wieder früher? 

Ists wies ist, es war eine amüsante Woche, mit einem unterhaltsamen, polarisierenden Bewerb, den man trotz allem einfach nicht überbewerten darf. Nächstes Jahr wird wieder geschaut - und in 10, 20, 30 Jahren auch gerne wieder in Wien, vielleicht ist dann sogar schon die neue Arena fertig.

bearbeitet von Moatl_19

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