Christian2016

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  1. Ich glaube mich zu erinnern, dass bei der ersten Handvoll Matches im ORF keine Werbung in den "Trinkpausen" gezeigt wurde, was mich damals sehr positiv überrascht ist. Wahrscheinlich ist danach recht bald irgendein Manager, Consultant oder sonstiger unsympathischer Krawattenträger auf die geniale Idee gekommen, da auch Werbung zu zeigen wie die Konkurrenz. Schade. Am interessanten wäre gewesen, einfach gar nicht wegzuschalten, sondern die ganze Pause einfach live zu übertragen und zu beobachten, wie sich Spieler und Betreuerstab verhalten. Genau wie bei jeder x-beliebigen anderen Spielunterbrechung.
  2. Ich weiß schon, warum mich der Ausdruck "viral gehen" immer gleich an eine Krankheit erinnert.
  3. Schon irgendwie beachtlich, wie hier von manchen alle Prinzipien von Sportsgeist und zwischenmenschlichem Umgang mit dem Gegner aufgeweicht oder gleich ganz weggewischt werden (nach dem Motto: ist doch eh alles egal), nur weil es um das geliebte Argentinien geht.
  4. Was man auch bedenken muss: Bei so riesigen Töpfen ist die Schwankungsbreite der Stärke natürlich enorm. Umgelegt auf die nächste WM könnten sich in Topf 1 dann z.B. Japan, Senegal, die Schweiz, Kolumbien und Uruguay tummeln. Vielleicht braucht man also doch irgendeinen komplexeren Auslosungsmodus, um die Gruppen insgesamt circa gleich stark zu halten.
  5. Ein Trainer einer Topnation, sogar einer von Spanien, kann alles richtig machen und trotzdem nicht den Titel holen, weil der Fußball eben nicht diese extreme Berechenbarkeit hat, dass in 4-5 KO-Spielen nicht alles mögliche passieren kann. Rausschmeißen soll man Trainer nur, wenn die Art und Weise, wie Ergebnisse erzielt werden, nicht passen. Das gilt noch hundertmal mehr für einen Nationalteamtrainer, der Titel nur über viele KO-Spiele hintereinander gewinnen kann und nicht wie in einem Klub über ein einjähriges Meisterschaftsformat hinweg, wo eine einzige unglückliche Niederlage nicht gleich das Ende bedeutet. Wenn ein Verband einen gut arbeitenden Trainer mit gut spielendem Team rausschmeißt, nur weil er nicht 5 KO-Spiele hintereinander gewinnt und dabei auch alle anderen Topnationen aussticht, ist er einfach nur blöd.
  6. Sehr gut! Der Ungustlverein passt zwar überhaupt nicht zum sympathischen Laimer, aber ja mein Gott, die Hauptsache ist, er hat weiterhin ein forderndes Weltklasseumfeld.
  7. Warum eigentlich nicht?
  8. Haben's doch eh, oder?
  9. Wie meinst du das genau? Die Töpfe werden dann größer, aber sonst ist ja alles gleich leicht oder schwierig.
  10. Genau das hätte man ja bei 64 wieder.
  11. Gerade Spanien ist das perfekte Beispiel. Die waren jetzt gegen die Allerbesten der Welt drückendst überlegen. Und trotzdem war es im Finale ein knapper 1:0-Sieg nach Verlängerung. Eine einzige Weltklasseaktion, vielleicht mit ein bisschen Glück, des Gegners, schon steht's kurz vor Ende 1:1, und dann haben sie vielleicht im Elferschießen das Nachsehen. So ist das im Fußball, deshalb ist er ja so interessant. Wäre Luis de la Fuente dann zu feuern?
  12. EM 2000: kein Kroatien. EM 2008: kein England. EM 2012: keine Schweiz. Aber das Argument verstehe ich sowieso nicht. Die üblichen Verdächtigen sind ja jetzt erst recht immer dabei. Nur die Niederländer haben das sagenhafte Kunststück vollbracht, 2016 die Quali zu verpassen.
  13. Bei einer WM oder EM den Titel fordern ist eigentlich schon automatisch kompletter Blödsinn, völlig egal ob England oder sonstwer. Kein Land auf der Welt ist so extrem überlegen, dass es in 4 oder 5 KO-Spielen immer und bedingslos jede andere starke Nation besiegen muss. Das ist Fußball, da spielt der Zufall einfach zuviel mit. Ein einziges Elferschießen, ein einziger komischer Schiedsrichter, der eine oder andere Stangenschuss, ein einziger schlechter Tag in ein paar Jahren, ein einziger Tausendguldenschuss des Gegners, schon hat man als besseres Team verloren. Wenn solche Titel in einem Meisterschaftssystem ausgespielt werden würden, wäre es was anderes, aber in einem Turnier mit so vielen KO-Spielen nicht.
  14. Wurde ja zu 99% schon alles gesagt, was ich auch finde. Aber ein Pluspunkt noch: Die Anstoßzeiten waren auch eine sehr interessante, einmalige Abwechslung. Wer weiß, ob wir sowas je wieder erleben. Um 4:00 oder so, grade aufgestanden, zuerst mit Kaffee geputscht, dann mit Bier in der Hand und Österreich-Schal um den Hals nervös im Wohnzimmer auf und ab spazierend, während ein WM-Spiel fürs eigene Team bevorsteht und man es kaum noch aushält und im Fernseher Pariasek, Herzog und Co. ihr Programm abspulen. Dann in der Früh, wenn die Sonne aufgeht, herumhüpfen und jubeln, der Moment, wo normalerweise eine Partynacht beginnt, alles total surreal wegen der Zeitverschiebung, fast wie ein Traum. Irgendwann lassen Koffein und Adrenalin nach, und den Rest des Tages ist man nur noch komplett kaputt, aber selig. Das waren schon Erfahrungen, die ich nicht missen möchte Auch das eine oder andere Nicht-Österreich-Spiel habe ich mir mitten in der Nacht gegeben. Ich bin zwar heilfroh, dass jetzt erst einmal seeeehr lange Zeit wieder nur zu europafreundlichen Uhrzeiten gespielt wird, aber es war irgendwie schon cool. Negativ habe ich nach anfänglichem positiven Eindruck den Mega-Einmarsch der Teams gefunden. Da war zuviel Klimbim am Feld, zu viele Leute, zu viele Banner und Zeug, alles heillos übertrieben und insgesamt geschmacklos. Ach ja, und gleich noch ein Minuspunkt. Vielleicht ist es mir diesmal erst besonders aufgefallen, aber es war ein Wahnsinn, wie vielen Fans im Stadion diesmal das Handy an der Hand geklebt ist. Nicht nur, dass sie die ganze Zeit hineinstarren, anstatt die einmalige Chance zu nutzen, ein WM-Spiel in echt zu sehen, die halten das ja sogar beim Jubeln über ein Tor des eigenen Teams in die Höhe und konzentrieren sich drauf, Fotos und Videos zu machen, anstatt unbeschwert den Moment zu verinnerlichen! Wie kann man nur?! Ich kann mich kaum an Szenen erinnern, wo die Regie nach einem Tor wirklich vor Emotion explodierende Fans eingefangen hätte (eine davon war allerdings die nach unserem Sasa-Tor ). Dafür alle brav mit ihrem Deppenkastl. Bin für Handyverbot im Stadion
  15. Danke, Spanien! Ausgerechnet vor den Augen Trumps und Infantinos am Gipfel der MAGA-Show-WM hat das Gute im Fußball letzten Endes doch noch gesiegt Schlechtes Karma für Messis Rotfoul, das Foul an Xaver, Schläge, Tritte, Dauermotschkereien bei jeder Schiri-Entscheidung, Kasperl-Auftritte von der Bank übers ganze Turnier hinweg und als Tiefpunkt den depperten Falkland-Inseln-Fetzen und die hinnigen Fans, die Fahnen des Gegners verbrannt haben. Mir taugt's. Auf der anderen Seite ein spanisches Kollektiv mit lauter sympathisch wirkenden Sporterln, in dem auch der Yamal-Bua nie mit Star-Allüren ungut hervorsticht, für die Fußball vor allen Dingen ein Spiel mit dem Ball ist und kein Wettbewerb, wer am meisten Fouls schafft. Übrigens: Falls Österreich bei der EM wieder Spanien in der ersten KO-Runde drohen sollte, dann bin ich mittlerweile auch dafür, uns mit einem Eigengoal Platz 3 zu machen, denn gegen die braucht die nächsten Jahre gar keiner mehr anzutreten