narya sagte am 01. November 2011 - 13:15:
Ich weiß, dass ich eigentlich nicht antworten sollte, aber naja, man gibt als Optimist ja keinen User vorab verloren.
Gerade das von dir angeführte Beispiel zeigt nämlich sehr schön das Gegenteil von dem, was du behauptest. Du sagst, dass es schlechte Menschenführung ist, wenn ein Trainer Spieler lobt, sie dann aber im nächsten Match nicht einwechselt. Das ist keine schlechte Menschenführung, das ist die Aufgabe eines Trainers. Der muss vor jedem Spiel in erster Linie nur darauf achten, dass die besten elf Akteure am Platz sind, die aus seiner Sicht die Chancen auf einen Sieg am höchsten erscheinen lassen. Und da passiert es halt ständig, dass nicht genau elf Spieler klar sind, sondern sich vielleicht 13 oder 14 gleichermaßen aufdrängen. Dann kommt es zu Härtefällen. Das ist so und das akzeptiert auch jeder Profisportler so. Wo dann die Menschenführung ins Spiel kommt, ist, wie man mit diesem Umstand umgeht und wie man die Spieler dabei behandelt. Macht man es wie ein Pacult, der die Aufstellung einfach bekannt gibt und Aussprachen mit unzufriedenen Spielern auf der Bank nicht zulässt, oder macht man das wie Schöttel, der immer wieder direkt (also mit den Spielern) oder indirekt (etwa über die Medien) sich auch um die anderen Spieler kümmert.
Beispiel: Alar trainiert laut einiger Angaben derzeit nicht gut, ist im Kopf nicht frei und ihm gelingt im Training sehr wenig. Also kein Wunder, dass Schöttel lieber andere Spieler aufstellt. Er teilt ihm aber (laut Eigenaussage) mit, dass das ganz normal ist für einen jungen Spieler bei einem großen verein, dass er sich wieder fangen wird und sagt dann auch in einem Interview, dass Rapid noch sehr viel Freude mit Alar haben wird.
-> DAS ist vorbildliche Menschenführung!
Beispiel: Nuhiu gilt seit jeher als sehr fleißiger Trainierer, hat auch anfangs der Saison sehr stark gespielt, sitzt jetzt aber schon seit einiger Zeit auf der Bank. Pacult hätte ihn dort einfach sang- und klanglos schmoren lassen. Schöttel aber erklärt ihm ganz genau, dass er aus taktischen Gründen aktuell auf andere Stürmerkombis setzt (wie im Interview nach dem Sturmmatch zu hören war, weil sich der Gegner zu leicht auf die hohen Bälle einstellen kann), betont dabei aber, wie wichtig er Nuhiu für die Mannschaft befindet.
Ein weiteres großes Problem bei dem Spieler ist die mangelnde Akzeptanz seitens der Fans, die sehr oft in aggressives Beschimpfen oder Runtermachen ausartet (wohlgemerkt bei einem Verein, für den ein Stefan Maierhofer zwei Jahre die Liga zerbombt hat!). Was macht Schöttel also, als bei der MV Nuhiu von mehreren Fans ausgelacht wird. Er stellt sich nicht nur schützend vor ihn, nein, er transportiert seine persönliche Betroffenheit darüber - "das tut mir persönlich weh, wenn ich das höre" - auch noch an die Öffentlichkeit. Er teilt die Kränkung seines Spielers mit diesem.
-> Das ist vorbildliche Menschenführung!
Mit anderen Worten: Es ist einfach nur noch grotesk bis lächerlich, wenn man Schöttel schlechte Menschenführung vorwirft. Gerade Schöttel, der landauf und landab als zugänglicher Mensch bekannt ist, der viel mit den Spielern redet. Was kommt als nächstes? Kühbauer hat nihct genug Schmäh? Daxbacher muss seine Spieler respektvoller behandeln? Pacult schleift die Spieler zu wenig?

Top Beitrag Danke, ich geh jetzt einen Schritt weiter und sage, manchesmal wäre es mir persönlich lieber
diese Art von Fankultur würde es so gar nicht geben, denn sie bremst mehr als sie oft hilft, zumindest in letzter Zeit sehr auffällig, wer
von denen hat zumindest mal in einer Landesliga gekickt um das überhaupt beurteilen zu können ?- frag ich mich oft ! (rein persönliches Empfinden).
Dieser Beitrag wurde von derfalke35 bearbeitet: 01. November 2011 - 18:39