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Comeback in Violett
Schauplatz Salzburg: ein in Extase befindliches Publikum feiert bei widrigen Wetterverhältnissen ausgelassen den 4:0-Erfolg seines Teams und den damit verbundenen Wintermeistertitel. Nein, wir befinden uns nicht im Stadion-Wals Siezenheim, wo Red Bull Salzburg von einem Sieg zum anderen eilt.
Schauplatz dieser Begenbenheiten ist statt der EM-Arena ein abgelegener Rasen im Salzburger Stadtteil Leopoldskron. Und das Team, um das es sich hierbei handelt, ist die neu gegründete Austria, die soeben die Heimmannschaft mit 4:0 vom Platz geschossen hat.
Ein Blick zurück
Nach der Abspaltung der Austrianer von Red Bull stellte sich für die violette Fangemeinde Frage, wie es weitergehen soll. Sollte man sich mit dem Tod der geliebten Austria abfinden, oder einen Neuanfang wagen? Die Idealisten unter der Führung von Moritz Grobovschek entschieden sich für Zweiteres. Nach einem kurzen Zwischengastspiel beim PSV Salzburg erfolgte im Sommer dieses Jahres eine komplette Neugründung und der Einstieg in die 2. Klasse Nord A.
Stars namens Schleindl, Würnstl oder Borozni
Die neuen Helden in violett haben keine klangvollen Namen, aber sie sind eben violett!Trainer Gustl Kofler, der zuvor den bayrischen Klub ESV Freilassing trainiert hatte, stellte eine schlagkräftige Truppe auf die Beine: Im Mittelfeld zieht der Kroate Damir Borozni – Bruder des Red Bull Amateurs Dominik - die Fäden. Im Sturm bilden Mario Schleindl, der in der laufenden Saison bereits 16 Tore erzielte, und der etwas behäbig wirkende Oliver Trappl ein kongeniales Duo. In der Abwehr ist der Deutsche Wolfgang Würnstl hauptverantwortlich dafür, dass der ebenfalls überragende Goalie Alexander Trappl erst drei Mal den Ball aus dem eigenen Netz holen musste.
Die Violetten überwintern mit 40 Punkten aus 15 Spielen an der ersten Stelle der 2.Klasse Nord A; Die Torbilanz beträgt unglaubliche 58:3 Tore. Das Team gab nur beim Verfolger Michaelbeuern mit 0:1 und beim 0:0 gegen Schleedorf Punkte ab.
„Gemma Austria schauen!“
Der Zuschauerschnitt der neuen Austria lässt sogar einige Red-Zac-Klubs vor Neid erblassen. Im Spitzenspiel gegen Schleedorf pilgerten rund 1.400 Zuschauer auf den Amateur-Fußballplatz. Die Fangemeinde der Violetten ist groß und beschränkt sich nicht nur auf das eigene Bundesland. Selbst aus Wien reisen Fans in abgelegene Dörfer, um ihr Team anzufeuern.
Feuerwerk im Rahmen des Spieles. Erlaubt ist, was gefällt!So auch Philipp Stummer, seines Zeichens Klubobmann des Fanklubs „Viennola“, der sechs Stunden Hin- und Rückfahrt gerne in Kauf nimmt: „Meine Freunde und ich unterstützen diesen Verein seit vielen Jahren, da spielt die große Entfernung keine Rolle. Der Zusammenhalt unter den Fans ist einzigartig. Für uns ist es wichtig, wie sich das Team präsentiert, der Erfolg ist dabei eher nebensächlich.“
Etwas fürs Auge
Auch in Sachen Choreografie werden keine Kosten und Mühen gescheut. Bei jedem Heimspiel erwartet die Besucher ein Augenschmaus der Extraklasse. Rauch, natürlich in violett, Feuerwerke, die in den Stadien der Profiklubs sofort zur Entfernung des "Zündlers" durch die Exekutive würden, kurz: Alles was dem "Wider den Kommerz"-Block Spaß macht, findet sich bei den Spielen, ob Auswärts oder zu Hause
Zukunftsvisionen
Maxim Grobovschek ist der neue starke Mann bei den Violetten.Die Planungen für die kommenden Monate und Jahre laufen auf Hochtouren. Dennoch tritt Vizepräsident Grobovschek auf die Euphoriebremse: „Wir sind mit dem bisherigen Verlauf zufrieden, dennoch benötigen wir für das Frühjahr eine Verstärkung in der Defensive und stehen in Verhandlung mit weiteren Sponsoren. Die Erwartungshaltung von den Fans und uns selber ist enorm hoch, ich erwarte mir einen Durchmarsch bis in die Landesliga, danach ist alles offen.“
Ein großes Problem könnte die zukünftige Platzfrage werden. Derzeit spielen die Violetten auf dem Salzburger Unions-Platz, doch dieser wird im Zuge des Projekts „Sportzentrum Mitte“ umgebaut. Eine Alternative wurde trotz intensiver Suche noch nicht gefunden. Das Frühjahr wolle man noch auf diesem Platz zu Ende spielen, sagte Grobovschek. Weiters will der Klub die Jugendarbeit forcieren und in naher Zukunft dürfen sich die Fans auf neue Dressen freuen, fügte Grobovschek mit einem Lächeln hinzu.