sherif

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  1. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/109927-off-topic-spam/?do=findComment&comment=14082556 von einen Beitrag im Thema in Off-Topic & Spam   
    Bravo. Ich bin genau gegenteiligen Meinung. Natürlich kann man sagen, dass Kunst, Literatur u co nix bringt (bin AHS) gegangen, aber dann rennst halt recht stumpf durch die Welt. 
    Es muss net immer alles etwas bringen. Das ist genau die Einstellung, die zum Fachidiotentum und den Wald an akademischer Fachausbildungen auf der Wifi führen. Ich finde das a gute Allgemeinbildung immer was bringt und wenn es nur eine gepflegte Tischkonversation ist. Die bringt da dann beruflich doch etwas
  2. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/37312-sturm-kaderspieler/?do=findComment&comment=14081104 von einen Beitrag im Thema in Sturm-Kaderspieler   
    Dieser ständige Pessimismus von dir kotzt mich an - ohne Scheiß jetzt, bist du privat auch so? Das ist ja echt nicht zum aushalten. Wir gewinnen das Double, haben eine der erfolgreichsten Saisonen in der Vereinsgeschichte hinter uns und es wird schon wieder geraunzt 
  3. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/148326-double-sieger/?do=findComment&comment=14061808 von einen Beitrag im Thema in DOUBLE-SIEGER!   
    Oder die Latte schießt Jatta an, weil in einem Paralleluniversum die Tore auf Menschen schießen
  4. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/143377-schwoaze-helfen/?do=findComment&comment=14052535 von einen Beitrag im Thema in Schwoaze Helfen   
    Macht in Summe
    224,09€
    Ich wart aber noch ab, bezüglich eines Verkaufs über 10 Mio, die Saison geht ja noch ein wenig
     
  5. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/117121-der-spekulations-thread/?do=findComment&comment=14055037 von einen Beitrag im Thema in Der Spekulations-Thread   
    Ich find diesen Sarkasmus gegenüber einem Spieler der diese Saison viel geleistet hat sehr entbehrlich.
    Aber anscheinend brauchen manche das. 
  6. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/102557-allerlei-zu-sturmfans/?do=findComment&comment=14052096 von einen Beitrag im Thema in Allerlei zu Sturm/Fans   
  7. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/143377-schwoaze-helfen/?do=findComment&comment=14050942 von einen Beitrag im Thema in Schwoaze Helfen   
    Ebenso 
  8. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/143377-schwoaze-helfen/?do=findComment&comment=14049532 von einen Beitrag im Thema in Schwoaze Helfen   
    100,-- mit Freude überwiesen!
  9. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/36827-der-asb-serienjunkie-thread/?do=findComment&comment=14039491 von einen Beitrag im Thema in Der ASB-Serienjunkie Thread   
  10. max90 gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13994379 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    deine hinwixxerei, dass es nicht sonderlich verwunderlich sein sollte, dass das universum eben vielleicht nicht so ganz gleichförmig sein könnte, ist im prinzip gar nicht so blöd. und zwar deshalb:
    unser ereignishorizont des sichtbaren universums ist ca. 80 milliarden lichtjahre groß und eben nicht 13.8 milliarden jahre wie man im ersten moment naiv aufgrund des alters des universums annehmen würde. gründe gibt es dafür zwei: einerseits dehnt sich das universum aus, d.h., objekte, die wir heute mit einem alter von ~13 milliarden jahren sehen, haben sich, seit deren licht ausgesendet wurde, von uns aufgrund ebenjener ausdehnung entfernt. sie sind also heute nicht 13.8 milliarden jahre entfernt, sondern aufgrund der ausdehnung des universums schon etwa 40 milliarden.
    außerdem sehen wir natürlich in alle richtungen. d.h. wir können nach zb links schauen und sehen dort objekte, die ca. 40 milliarden lichtjahre entfernt sind. gleichzeitig können wir aber auch in die entgegengesetzte richtung nach rechts schauen und sehen auch dort objekte, die bis zu 40 milliarden lichtjahre entfernt sind. und genau das ist das entscheidende! die am weitesten entfernten objekte links von uns und rechts von uns sind also voneinander etwa 80 milliarden lichtjahre entfernt -  das heißt, sie können sich gegeneinander nicht sehen, weil deren eigener ereignishorizont jeweils nur bis zu uns reicht. objekte in entgegengesetzter richtung von uns liegen also ab einer gewissen grenze außerhalb der ereignishorizonte des jeweiligen anderen. sie können sich im laufe der letzten 13.8 milliarden jahre gegenseitig also in keinster weise beeinflusst haben, da sie keinerlei kontakt zueinander hatten. sie sind also vollkommen unabhängig voneinander!
    und da rennt man in ein problem. warum nämlich schaut das universum über größere skalen, also zb 40 milliarden lichtjahre links von uns, gleich aus wie 40 milliarden lichtjahre rechts von uns, obwohl beide seiten nie miteinander in wechselwirkung gewesen sein konnten? warum zum beispiel ist der cosmic micrwave background (cmb) gleich in beide richtungen (inklsuve kleiner schwankungen über kleinere gebiete hinweg)? wenn beide gebiete nie in wechselwirkung zueinander standen, müsste man auch unterschiede erkennen können. stärkere temperaturschwankungen oder masseverteilungen zwischen den beiden gebieten hätten nie ausgeglichen werden können. es müsste im universum also eigentlich anders aussehen, wenn man nach links statt nach rechts blickt. aber das ist nicht der fall. es ist überall gleich. und das ist bzw. war ein sehr großes problem. der logische schluss daraus wäre nämlich, dass das universum eben nicht gleichmäßig sein sollte!
    unter anderem auch zur lösung dieses problems kam die theorie der kosmischen inflation auf. ganz zu beginn des urknalls muss es eine phase gegeben haben, in der sich der raum des universum mit unglaublicher geschwindigkeit ausgedehnt haben muss, viel schneller als mit lichtgeschwindigkeit. nur dadurch hätten gebiete im universum, die außerhalb des jeweiligen ereignishorizonts liegen, anfangs in kontakt miteinander sein können. nur dadurch könnte das universum in allen richtungen gleichmäßig sein. zwar ist die kosmische inflation selbst nicht teil des derzeitigen standardmodells der kosmologie, dem lambda-cdm-modell, die gleichmäßigkeit des universums sowie die flachheit des universums ist es aber sehr wohl. viele nehmen dementsprechend implizit die inflation als erklärung dieser gleichmäßigkeit an.
    wenn das universum nun aber nicht gleichmäßig sein sollte, wäre das nicht nur im hinblick auf die inflation selbst sehr interessant, sondern eben auch für das standardmodell der kosmologie, da die gleichmäßigkeit des universums eine absolute grundannahme des modells ist. ist diese nicht gegeben, brauchen wir ein neues modell...
    ja, aber eigentlich sollten sie eben nicht relativ sein in diesem fall. wenn unser standardmodell der kosmologie stimmt, dann müssten beide messmethoden denselben wert ergeben. d.h. es wäre egal, wo und wie du die expansionrate des universums misst, es müsste immer derselbe wert rauskommen. nun ist es aber so, dass man durch messungen des cosmic microvawe backgrounds - also durch beobachtungen des frühen universums - einen wert für die hubblekonstante von ungefähr 67 kilometer pro sekunde pro megaparsec (km/s/Mpc) erhält. misst man aber im lokalen universum via sogenannter standard candles (objekte die in etwa immer dieselbe helligkeit besitzen; supernovae zb) kommt man auf einen wert von ca. 73 km/s/Mpc (ausnahmen gibt es allerdings; erst kürzlich wurde eine studie in einem vortrag präsentiert*, die mit letzterer methode via jwst einen wert von 69 km/s/Mpc erhielt). augrund der messgenauigkeiten sind die fehlerbalken der beiden werte mittlerweile aber so gering, dass beide messmethoden mit einer statistischen signifikanz von >5 sigma nicht mehr miteinander vereinbar sind (d.h. mit einer wahrscheinlich von nur 0.00006% kann man diese divergierenden werte auf messungenauigkeiten zurückführen). und das deutet entweder auf neue physikalische phänomene hin oder auf einen systematischen fehler in einer der beiden methoden. eine möglichkeit zur lösung wäre dabei, dass das universum eben nicht gleichförmig ist. dann könnte nämlich die expansionsrate im lokalen universum anders sein, als anderswo, da die massenverteilung im universum, und dementsprechend auch die anziehungskraft, nicht homogen wäre.
    das hat philosophisch betrachtet also relativ wenig mit dem "alles ist relativ" der relativitätstheorie zu tun. die relativitätstheorie selbst ist für die größe dieser werte aber natürlich fundamental. und da könnte auch eine weitere mögliche lösung des problems liegen. der urknall kann nur bis zu einer gewissen grenze mit der relativitätstheorie bzw. mit quantenmechanik beschrieben werden und für eine adäquate beschreibung bräuchte man ab einem gewissen punkt wohl eine übergeordnete theorie wie zb eine theorie der quantengravitation. die hubble tension könnte also auch darauf hindeuten, dass es bei unserem verständnis dieser thoerien probleme gibt oder dass es fundamentale kräfte gibt, die wir (noch) nicht kennen. vielleicht wäre es auch tatsächlich ein hinweis, dass die relativitätstheorie auf lange distanzen zum beispiel fehler aufweist (in diese richtung gehen auch einige theorien, welche versuchen, ohne dunkle materie auszukommen).
    man weiß es nicht. wenn man aber wieder occam's razor anwenden würde, wäre die "einfachste" erklärung aber wohl ein systematischer fehler in den messungen (dann wäre jene aktuelle studie mit 69 km/s/Mpc womöglich ein game changer). aber was ist schon die "einfachste" lösung eines problems? wäre zum beispiel eine abwandlung der relativitätstheorie "einfacher", als die annahme dass 96% des universums aus etwas besteht, wovon wir keine ahnung haben, das wir nicht messen können und dementsprechend mit dunkler energie und materie plakativ umschreiben? und da schließt sich auch wieder der kreis zur philosophie ^^
    *siehe https://www.newscientist.com/article/2426183-one-of-the-biggest-mysteries-of-cosmology-may-finally-be-solved/
  11. mazunte gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13990586 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    nein. ich weiß zwar natürlich davon, aber wissenschaftlich ist es nicht wirklich mein gebiet. wobei novae und vor allem supernovae für mich bezüglich habitabilität der galaxie dennoch auch wissenschaftlich von interesse sind. um da dementsprechend etwas sinnvolles beizutragen: supernovae sind laut neuer modellrechnungen wohl wesentlich lethaler für leben in der galaxie als ursprünglich angenommen (Thomas et al. 2023; https://doi.org/10.3847/1538-4357/accf8a). aber achtung, dabei handelt es sich um supernovae, nicht novae! (wobei ich mir vorstellen könnte, dass man diese ergebnisse in kleinerem maße auch auf novae übertragen wird können).
    insgesamt sind in unserer galaxie übrigens 10 recurrent novae, also wiederkehrende novae, bekannt. corona borealis ist dabei mit einer scheinbaren helligkeit von ~2 allerdings jene, die bei uns am hellsten ist. insgesamt werden aber dennoch etwa 120 sterne am gesamten himmel heller sein als diese nova.
    ich zitiere mich dazu einfach mal selbst:
    seit diesem posting hat sich kaum etwas daran geändert, außer dass es weitere studien gibt, die meinen standpunkt zu dieser sache erhärten. die chance, dass es dort leben wie wir es kennen, mit einer komplexen biosphäre (und darauf beruht ja die angebliche biosignatur; über andere formen von leben kann man so oder so nur im rahmen des physikalisch/chemisch möglichen spekulieren), geben könnte, ist sehr unwahrscheinlich.
    kürzlich kam zum beispiel ein paper raus, das zeigt, dass K2-18b aufgrund des treibhauseffektes des wasserstoffs wohl tatsächlich einen magma-ozean an seiner oberfläche besitzen dürfte (siehe mein zitiertes posting). die beobachtungsdaten von jwst sind damit auch vollkommen vereinbar (Shorttle et al. 2014; https://doi.org/10.3847/2041-8213/ad206e).
    eine weitere studie (Pierrehumbert 2023; https://doi.org/10.3847/1538-4357/acafdf) erhärtet durch simulationen den verdacht, dass K2-18b aufgrund der beobachtungsdaten kein ozeanplanet mit einem hohen wasseranteil sein kann, sondern wohl eher einem mini-neptun mit einer dichten wasserstoffatmosphäre entsprechen dürfte (zum vergleich: neptun hat 5-10% atmosphärenanteil an der gesamtmase, K2-18b bis zu 6%; die dichte von neptun beträgt 1,64 g/cm^3, jene von K2-18b ca. 2,6 g/cm^3 - neptun wird aber auch einen höheren eisanteil besitzen). wäre K2-18b tatsächlich ein ozeanplanet, wäre es dort sehr wahrscheinlich zum runaway greenhouse effect ("galoppierender treibhauseffekt" auf deutsch klingt echt dämlich) gekommen. die ozeane wären also verdampft und das würde man in den beobachtungsdaten sehen. nur unter sehr großem fine-tuning würde das nicht passieren und selbst in diesem fall müsste man dann hinweise auf eine dichte wolkendecke mit spezifischen charakteristika in den beobachtungen entdecken können - doch auch das ist nicht der fall (Charnay et al. 2021; https://doi.org/10.1051/0004-6361/202039525).
    schließlich kommt ein paper aus dem vergangenen märz (Wogan et al. 2024; https://doi.org/10.3847/2041-8213/ad2616) ebenfalls zum schluss, dass die beobachtungsdaten am besten mit einem mini-neptun vereinbar sind. eine ozeanwelt mit einer sehr dünnen wasserstoffatmosphäre inklusive leben hätte dort verschiedene gravierende schwierigkeiten. eben zum beispiel den runaway greenhouse effect, aber zum beispiel auch die unglaublich geringe wahrscheinlichkeit, dass eine dünne wasserstoffatmosphäre im laufe der zeit nicht ins weltall verloren ging aufgrund der enormen kurzwelligen strahlung des heimatsterns von K2-18b. dann müsste man dort außerdem auch hinweise auf wesentliche mengen sauerstoff in der atmosphäre sehen (das wäre nun allerdings mein eigener educated guess).
    aus der sicht von occam's razor wäre es also eine wesentlich wahrscheinlichere variante, es handele sich bei K2-18b um einen unbewohnbaren mini-neptun mit einem magma-ozean, als um eine belebte "hycean world" mit dünner wasserstoff-atmosphäre, angenommen aufgrund einer derzeit nicht bewiesenen möglichen entdeckung von dimethylsulfat (dms).
     
    schließlich noch ein paar punkte zu diesem video:
    (i) die angebliche entdeckung von wasser; dms als beweis für leben:
    im video wird gesagt, es wurde wasser auf K2-18b entdeckt. wie in meinem oben zitierten posting schon geschrieben, ist das nicht richtig. es wurde unter verschiedenen annahmen abgeleitet, dass es dort wasser geben könnte. außerdem wird im video festgehalten, dass eine bestätigung von dms in der atmosphäre von K2-18b durch jwst beweisen (!) würde, dass es dort leben gäbe. auch das stimmt eben nicht. dass wir derzeit (!) noch keinen abiotischen weg zur erzeugung von dms kennen, heißt nicht, dass es den nicht gibt - siehe venus und die wohl falsche entdeckung von ph3, welches sehr wahrscheinlich unter venus-bedingungen sehr wohl abiotisch erzeugt werden kann, entgegen erster behauptungen. siehe mein zitiertes posting.
    (ii) ein mögliches magnetfeld bei K2-18b:
    lpindie meint, dass K2-18b aufgrund seiner größe wohl ziemlich sicher ein magnetfeld vergleichbar zur erde haben sollte. nun ja, wir haben keine ahnung, ob K2-18b ein magnetfeld besitzt. allerdings gibt es zb eine studie (McIntyre et al 2019; https://doi.org/10.1093/mnras/stz667), welche nahelegt, dass im besten fall etwa 50% aller gesteinsplaneten in der habitablen zone von m-sternen magnetfelder besitzen werden (insbesondere aufgrund der zumeist gebunden rotation mit dem stern). K2-18b ist zwar kein gesteinsplanet, es zeigt aber auf, dass die sache nicht ganz so klar sein dürfte.
    (iii) unterwasservulkane auf K2-18b:
    er vermutet auch, dass es auf K2-18b ähnlich der erde unterwasservulkane geben sollte, was zu einem notwendigen austausch an mineralien und nährstoffen zwischen wasser und mantel des planeten führen würde, um leben überhaupt erst zu ermöglichen. ich habe das auch schon in meinem zitierten posting ausgeführt, aber sollte K2-18b tatsächlich einen tausende kilometer dicken ozean besitzen (und sehr vieles spricht dagegen, dass er einen ozean besitzt - wenn er einen besitzt, müsste er allerdings tatsächlich hunderte bis tausende km dick sein), dann bildet sich zwischen mantel und ozean eine dicke eisschicht, die jeglichen austausch zwischen mantel und ozean unterdrückt. etwaige unterwasservulkane können also auch keine nährstoffe oder etwaige treibhausgase in den ozean und die darüberliegende atmosphäre einführen. das wäre nicht nur ein problem für die nährstoffversorgung möglichen lebens (und dessen ursprungs), sondern außerdem auch für das klima des planeten, da es keinen funktionierenden kohlenstoffzyklus geben könnte. und das ist ein großes problem für jede ozeanwelt. die klimatischen bedingungen können dadurch nämlich nicht über jahrmilliarden einigermaßen "stabil" bleiben, wie es auf der erde der fall war (und klimatische katastrophen wie die snowball earth-episoden könnten dadurch auch nicht ausgeglichen und umgekehrt werden). da es aufgrund der hohen strahlung des heimatsterns auch zu atmosphärenverlusten kommen muss, bleibt die zusammensetzung der atmosphäre auch nicht stabil. auch wenn es dort also einen ozean gäbe, und die bedingungen tatsächlich moderate temperaturen zu einem frühen zeitpunkt erlaubt hätten, hätte sich das im laufe der zeit mit sicherheit geändert und das klima wäre gekippt.
     
    ich bin aber nichtsdestotrotz auf die ergebnisse von jwst gespannt. doch selbst wenn dms bestätigt werden würde (und darauf wetten würde ich nicht), wäre das kein beweis für leben! verkaufen lässt es sich so aber natürlich wesentlich besser. studien, die zu gegensätzlichen schlüssen kommen, finden auch selten den weg in die medien.
    --
    (ps: das ganze zu schreiben war jetzt immerhin eine nette ablenkung für das verdammte spiel heute abend, das ich depp leider nicht live beiwohnen kann. noch irgendwelche weiteren fragen? )
    (pps: ich sollte vielleicht echt endlich einen scienceblog oder ähnliches starten; allein schon, um übermotivierte medienartikel, etc., kritisch aufzugreifen... )
  12. altach90 gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13994379 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    deine hinwixxerei, dass es nicht sonderlich verwunderlich sein sollte, dass das universum eben vielleicht nicht so ganz gleichförmig sein könnte, ist im prinzip gar nicht so blöd. und zwar deshalb:
    unser ereignishorizont des sichtbaren universums ist ca. 80 milliarden lichtjahre groß und eben nicht 13.8 milliarden jahre wie man im ersten moment naiv aufgrund des alters des universums annehmen würde. gründe gibt es dafür zwei: einerseits dehnt sich das universum aus, d.h., objekte, die wir heute mit einem alter von ~13 milliarden jahren sehen, haben sich, seit deren licht ausgesendet wurde, von uns aufgrund ebenjener ausdehnung entfernt. sie sind also heute nicht 13.8 milliarden jahre entfernt, sondern aufgrund der ausdehnung des universums schon etwa 40 milliarden.
    außerdem sehen wir natürlich in alle richtungen. d.h. wir können nach zb links schauen und sehen dort objekte, die ca. 40 milliarden lichtjahre entfernt sind. gleichzeitig können wir aber auch in die entgegengesetzte richtung nach rechts schauen und sehen auch dort objekte, die bis zu 40 milliarden lichtjahre entfernt sind. und genau das ist das entscheidende! die am weitesten entfernten objekte links von uns und rechts von uns sind also voneinander etwa 80 milliarden lichtjahre entfernt -  das heißt, sie können sich gegeneinander nicht sehen, weil deren eigener ereignishorizont jeweils nur bis zu uns reicht. objekte in entgegengesetzter richtung von uns liegen also ab einer gewissen grenze außerhalb der ereignishorizonte des jeweiligen anderen. sie können sich im laufe der letzten 13.8 milliarden jahre gegenseitig also in keinster weise beeinflusst haben, da sie keinerlei kontakt zueinander hatten. sie sind also vollkommen unabhängig voneinander!
    und da rennt man in ein problem. warum nämlich schaut das universum über größere skalen, also zb 40 milliarden lichtjahre links von uns, gleich aus wie 40 milliarden lichtjahre rechts von uns, obwohl beide seiten nie miteinander in wechselwirkung gewesen sein konnten? warum zum beispiel ist der cosmic micrwave background (cmb) gleich in beide richtungen (inklsuve kleiner schwankungen über kleinere gebiete hinweg)? wenn beide gebiete nie in wechselwirkung zueinander standen, müsste man auch unterschiede erkennen können. stärkere temperaturschwankungen oder masseverteilungen zwischen den beiden gebieten hätten nie ausgeglichen werden können. es müsste im universum also eigentlich anders aussehen, wenn man nach links statt nach rechts blickt. aber das ist nicht der fall. es ist überall gleich. und das ist bzw. war ein sehr großes problem. der logische schluss daraus wäre nämlich, dass das universum eben nicht gleichmäßig sein sollte!
    unter anderem auch zur lösung dieses problems kam die theorie der kosmischen inflation auf. ganz zu beginn des urknalls muss es eine phase gegeben haben, in der sich der raum des universum mit unglaublicher geschwindigkeit ausgedehnt haben muss, viel schneller als mit lichtgeschwindigkeit. nur dadurch hätten gebiete im universum, die außerhalb des jeweiligen ereignishorizonts liegen, anfangs in kontakt miteinander sein können. nur dadurch könnte das universum in allen richtungen gleichmäßig sein. zwar ist die kosmische inflation selbst nicht teil des derzeitigen standardmodells der kosmologie, dem lambda-cdm-modell, die gleichmäßigkeit des universums sowie die flachheit des universums ist es aber sehr wohl. viele nehmen dementsprechend implizit die inflation als erklärung dieser gleichmäßigkeit an.
    wenn das universum nun aber nicht gleichmäßig sein sollte, wäre das nicht nur im hinblick auf die inflation selbst sehr interessant, sondern eben auch für das standardmodell der kosmologie, da die gleichmäßigkeit des universums eine absolute grundannahme des modells ist. ist diese nicht gegeben, brauchen wir ein neues modell...
    ja, aber eigentlich sollten sie eben nicht relativ sein in diesem fall. wenn unser standardmodell der kosmologie stimmt, dann müssten beide messmethoden denselben wert ergeben. d.h. es wäre egal, wo und wie du die expansionrate des universums misst, es müsste immer derselbe wert rauskommen. nun ist es aber so, dass man durch messungen des cosmic microvawe backgrounds - also durch beobachtungen des frühen universums - einen wert für die hubblekonstante von ungefähr 67 kilometer pro sekunde pro megaparsec (km/s/Mpc) erhält. misst man aber im lokalen universum via sogenannter standard candles (objekte die in etwa immer dieselbe helligkeit besitzen; supernovae zb) kommt man auf einen wert von ca. 73 km/s/Mpc (ausnahmen gibt es allerdings; erst kürzlich wurde eine studie in einem vortrag präsentiert*, die mit letzterer methode via jwst einen wert von 69 km/s/Mpc erhielt). augrund der messgenauigkeiten sind die fehlerbalken der beiden werte mittlerweile aber so gering, dass beide messmethoden mit einer statistischen signifikanz von >5 sigma nicht mehr miteinander vereinbar sind (d.h. mit einer wahrscheinlich von nur 0.00006% kann man diese divergierenden werte auf messungenauigkeiten zurückführen). und das deutet entweder auf neue physikalische phänomene hin oder auf einen systematischen fehler in einer der beiden methoden. eine möglichkeit zur lösung wäre dabei, dass das universum eben nicht gleichförmig ist. dann könnte nämlich die expansionsrate im lokalen universum anders sein, als anderswo, da die massenverteilung im universum, und dementsprechend auch die anziehungskraft, nicht homogen wäre.
    das hat philosophisch betrachtet also relativ wenig mit dem "alles ist relativ" der relativitätstheorie zu tun. die relativitätstheorie selbst ist für die größe dieser werte aber natürlich fundamental. und da könnte auch eine weitere mögliche lösung des problems liegen. der urknall kann nur bis zu einer gewissen grenze mit der relativitätstheorie bzw. mit quantenmechanik beschrieben werden und für eine adäquate beschreibung bräuchte man ab einem gewissen punkt wohl eine übergeordnete theorie wie zb eine theorie der quantengravitation. die hubble tension könnte also auch darauf hindeuten, dass es bei unserem verständnis dieser thoerien probleme gibt oder dass es fundamentale kräfte gibt, die wir (noch) nicht kennen. vielleicht wäre es auch tatsächlich ein hinweis, dass die relativitätstheorie auf lange distanzen zum beispiel fehler aufweist (in diese richtung gehen auch einige theorien, welche versuchen, ohne dunkle materie auszukommen).
    man weiß es nicht. wenn man aber wieder occam's razor anwenden würde, wäre die "einfachste" erklärung aber wohl ein systematischer fehler in den messungen (dann wäre jene aktuelle studie mit 69 km/s/Mpc womöglich ein game changer). aber was ist schon die "einfachste" lösung eines problems? wäre zum beispiel eine abwandlung der relativitätstheorie "einfacher", als die annahme dass 96% des universums aus etwas besteht, wovon wir keine ahnung haben, das wir nicht messen können und dementsprechend mit dunkler energie und materie plakativ umschreiben? und da schließt sich auch wieder der kreis zur philosophie ^^
    *siehe https://www.newscientist.com/article/2426183-one-of-the-biggest-mysteries-of-cosmology-may-finally-be-solved/
  13. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/147316-cupsieger-2024-sk-sturm-graz-sk-rapid/?do=findComment&comment=14002022 von einen Beitrag im Thema in CUPSIEGER 2024 SK STURM GRAZ - SK Rapid   
    Das Video dazu ist herrlich, zu den Klängen von Steiermork prügeln Lords und UR aufeinander ein
    Unmittelbarer Auslöser könnte ein Bengale sein der Richtung Feld/Mannschaft geworfen wurde als die zur Verabschiedung kam, aber es soll seit dem Auswärtsspiel bei uns vorige Woche schon brodeln zwischen den Fanklubs. Lords wurden von der Polizei angehalten und UR zeigte sich nicht solidarisch indem man die Fetzen unten ließ, oder so in die Richtung
    VID-20240501-WA0024.mp4.527d4f71aaf49bd94a0fd754b22e471e.mp4
  14. dialsquare gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13994379 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    deine hinwixxerei, dass es nicht sonderlich verwunderlich sein sollte, dass das universum eben vielleicht nicht so ganz gleichförmig sein könnte, ist im prinzip gar nicht so blöd. und zwar deshalb:
    unser ereignishorizont des sichtbaren universums ist ca. 80 milliarden lichtjahre groß und eben nicht 13.8 milliarden jahre wie man im ersten moment naiv aufgrund des alters des universums annehmen würde. gründe gibt es dafür zwei: einerseits dehnt sich das universum aus, d.h., objekte, die wir heute mit einem alter von ~13 milliarden jahren sehen, haben sich, seit deren licht ausgesendet wurde, von uns aufgrund ebenjener ausdehnung entfernt. sie sind also heute nicht 13.8 milliarden jahre entfernt, sondern aufgrund der ausdehnung des universums schon etwa 40 milliarden.
    außerdem sehen wir natürlich in alle richtungen. d.h. wir können nach zb links schauen und sehen dort objekte, die ca. 40 milliarden lichtjahre entfernt sind. gleichzeitig können wir aber auch in die entgegengesetzte richtung nach rechts schauen und sehen auch dort objekte, die bis zu 40 milliarden lichtjahre entfernt sind. und genau das ist das entscheidende! die am weitesten entfernten objekte links von uns und rechts von uns sind also voneinander etwa 80 milliarden lichtjahre entfernt -  das heißt, sie können sich gegeneinander nicht sehen, weil deren eigener ereignishorizont jeweils nur bis zu uns reicht. objekte in entgegengesetzter richtung von uns liegen also ab einer gewissen grenze außerhalb der ereignishorizonte des jeweiligen anderen. sie können sich im laufe der letzten 13.8 milliarden jahre gegenseitig also in keinster weise beeinflusst haben, da sie keinerlei kontakt zueinander hatten. sie sind also vollkommen unabhängig voneinander!
    und da rennt man in ein problem. warum nämlich schaut das universum über größere skalen, also zb 40 milliarden lichtjahre links von uns, gleich aus wie 40 milliarden lichtjahre rechts von uns, obwohl beide seiten nie miteinander in wechselwirkung gewesen sein konnten? warum zum beispiel ist der cosmic micrwave background (cmb) gleich in beide richtungen (inklsuve kleiner schwankungen über kleinere gebiete hinweg)? wenn beide gebiete nie in wechselwirkung zueinander standen, müsste man auch unterschiede erkennen können. stärkere temperaturschwankungen oder masseverteilungen zwischen den beiden gebieten hätten nie ausgeglichen werden können. es müsste im universum also eigentlich anders aussehen, wenn man nach links statt nach rechts blickt. aber das ist nicht der fall. es ist überall gleich. und das ist bzw. war ein sehr großes problem. der logische schluss daraus wäre nämlich, dass das universum eben nicht gleichmäßig sein sollte!
    unter anderem auch zur lösung dieses problems kam die theorie der kosmischen inflation auf. ganz zu beginn des urknalls muss es eine phase gegeben haben, in der sich der raum des universum mit unglaublicher geschwindigkeit ausgedehnt haben muss, viel schneller als mit lichtgeschwindigkeit. nur dadurch hätten gebiete im universum, die außerhalb des jeweiligen ereignishorizonts liegen, anfangs in kontakt miteinander sein können. nur dadurch könnte das universum in allen richtungen gleichmäßig sein. zwar ist die kosmische inflation selbst nicht teil des derzeitigen standardmodells der kosmologie, dem lambda-cdm-modell, die gleichmäßigkeit des universums sowie die flachheit des universums ist es aber sehr wohl. viele nehmen dementsprechend implizit die inflation als erklärung dieser gleichmäßigkeit an.
    wenn das universum nun aber nicht gleichmäßig sein sollte, wäre das nicht nur im hinblick auf die inflation selbst sehr interessant, sondern eben auch für das standardmodell der kosmologie, da die gleichmäßigkeit des universums eine absolute grundannahme des modells ist. ist diese nicht gegeben, brauchen wir ein neues modell...
    ja, aber eigentlich sollten sie eben nicht relativ sein in diesem fall. wenn unser standardmodell der kosmologie stimmt, dann müssten beide messmethoden denselben wert ergeben. d.h. es wäre egal, wo und wie du die expansionrate des universums misst, es müsste immer derselbe wert rauskommen. nun ist es aber so, dass man durch messungen des cosmic microvawe backgrounds - also durch beobachtungen des frühen universums - einen wert für die hubblekonstante von ungefähr 67 kilometer pro sekunde pro megaparsec (km/s/Mpc) erhält. misst man aber im lokalen universum via sogenannter standard candles (objekte die in etwa immer dieselbe helligkeit besitzen; supernovae zb) kommt man auf einen wert von ca. 73 km/s/Mpc (ausnahmen gibt es allerdings; erst kürzlich wurde eine studie in einem vortrag präsentiert*, die mit letzterer methode via jwst einen wert von 69 km/s/Mpc erhielt). augrund der messgenauigkeiten sind die fehlerbalken der beiden werte mittlerweile aber so gering, dass beide messmethoden mit einer statistischen signifikanz von >5 sigma nicht mehr miteinander vereinbar sind (d.h. mit einer wahrscheinlich von nur 0.00006% kann man diese divergierenden werte auf messungenauigkeiten zurückführen). und das deutet entweder auf neue physikalische phänomene hin oder auf einen systematischen fehler in einer der beiden methoden. eine möglichkeit zur lösung wäre dabei, dass das universum eben nicht gleichförmig ist. dann könnte nämlich die expansionsrate im lokalen universum anders sein, als anderswo, da die massenverteilung im universum, und dementsprechend auch die anziehungskraft, nicht homogen wäre.
    das hat philosophisch betrachtet also relativ wenig mit dem "alles ist relativ" der relativitätstheorie zu tun. die relativitätstheorie selbst ist für die größe dieser werte aber natürlich fundamental. und da könnte auch eine weitere mögliche lösung des problems liegen. der urknall kann nur bis zu einer gewissen grenze mit der relativitätstheorie bzw. mit quantenmechanik beschrieben werden und für eine adäquate beschreibung bräuchte man ab einem gewissen punkt wohl eine übergeordnete theorie wie zb eine theorie der quantengravitation. die hubble tension könnte also auch darauf hindeuten, dass es bei unserem verständnis dieser thoerien probleme gibt oder dass es fundamentale kräfte gibt, die wir (noch) nicht kennen. vielleicht wäre es auch tatsächlich ein hinweis, dass die relativitätstheorie auf lange distanzen zum beispiel fehler aufweist (in diese richtung gehen auch einige theorien, welche versuchen, ohne dunkle materie auszukommen).
    man weiß es nicht. wenn man aber wieder occam's razor anwenden würde, wäre die "einfachste" erklärung aber wohl ein systematischer fehler in den messungen (dann wäre jene aktuelle studie mit 69 km/s/Mpc womöglich ein game changer). aber was ist schon die "einfachste" lösung eines problems? wäre zum beispiel eine abwandlung der relativitätstheorie "einfacher", als die annahme dass 96% des universums aus etwas besteht, wovon wir keine ahnung haben, das wir nicht messen können und dementsprechend mit dunkler energie und materie plakativ umschreiben? und da schließt sich auch wieder der kreis zur philosophie ^^
    *siehe https://www.newscientist.com/article/2426183-one-of-the-biggest-mysteries-of-cosmology-may-finally-be-solved/
  15. dialsquare gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13979605 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    ja, habe ich. im sommer sollte ein wissenschaftliches buch über pluto und triton rauskommen, zu dem ich ein kapitel beigesteuert habe  ("Triton and Pluto: The long lost twins of active worlds" - der titel deutet eh schon an, dass du recht hast!)
    in diesem buch geht es tatsächlich darum beide himmelskörper vergleichend zu betrachten, da sie sich nicht nur sehr ähnlich sind, sondern wohl auch aus der selben region unseres sonnensystems stammen, nämlich aus dem kuiper-gürtel. triton ist sehr wahrscheinlich nämlich ein von neptun eingefangener zwergplanet. fliegt man zum einen, kann man also auch sehr viel vom andren lernen. mit nur einer mission könnte man also zwei fliegen mit einer klappe schlagen. ändert aber nichts daran, dass zwei missionen natürlich wissenschaftlich besser wären, als nur eine.. aber immerhin ein gutes argument, um zumindest zu einem der beiden zu fliegen, auch wenn das wohl noch dauern wird.
    bevorzugen würde ich tatsächlich eine mission zu triton bzw. gleich eine neptun-flagship-mission. zumindest eine flagship-mission zu einem der ice giants wird in den 30ern aber wohl tatsächlich gestartet werden, wahrscheinlicher scheint derzeit aber eine mission zu uranus. wobei ich auch eine doppelmission nicht zur gänze ausschließen würde. eine mission zu den ice giants wurde jedenfalls mit der höchsten priorität im rahmen des decadal surveys der nasa und des voyage 2050-programms der esa festgeschrieben (siehe zb https://www.esa.int/Enabling_Support/Space_Engineering_Technology/Shaping_the_Future/Ice_Giant_Exploration_Advancements_in_Atmospheric_Entry_Technology). deswegen habe ich insgeheim ein wenig hoffnung, das es idente missionen zu beiden gasplaneten geben könnte in zusammenarbeit von esa und nasa. auch wenn es derzeit eher unwahrscheinlich scheint.
    leider kam zwar 2021 erst eine nasa-mission ("trident") zu triton in die finale auswahl, ausgewählt wurden schlussendlich aber zwei der beiden anderen vorgeschlagenen missionen (beide zu venus mit davinci und veritas, wobei veritas mittlerweile schon wieder in der schwebe ist.. die vierte mission in der endauswahl wäre zum jupitermond io geflogen. auch interessant!).
    bei triton war seit 1989 keine raumsonde mehr und selbst das war damals nur ein sehr entfernter vorbeiflug. mit einer triton-mission könnte man tatsächlich sehr viel lernen, auch über pluto. warum verhalten sich die stickstoff-atmosphären von triton und pluto zum beispiel doch recht unterschiedlich? plutos obere atmosphäre ist nämlich wesentlich kälter als ursprünglich gedacht. bei triton ist das nicht der fall. es gibt theorien dazu; würde man tritons atmosphäre in-situ beobachten, könnte das aber tatsächlich auch das rätsel der plutoatmosphäre lösen.
    am besten wäre natürlich eine landung auf triton, um dort die zusammensetzung des bodens und vor allem der atmosphäre in der nähe des bodens zu messen. wichtig wären dabei vor allem die isotope der edelgase und von stickstoff und kohlenstoff. das könnte uns sehr viel über den ursprung und über die entwicklung von triton und pluto (und deren atmosphären) erzählen. darüber hinaus würden wir dadurch auch mehr über kuiper belt-objekte und das äußere sonnensystem im generellen erfahren. gibt also tatsächlich sehr gute argumente dorthin zu reisen!
     
    ps: ja, triton und pluto haben atmosphären, aber diese sind sehr, sehr dünn. vor allem verglichen zu titan, welcher sogar eine dichtere atmosphäre als die erde hat. alle drei haben aber eine stickstoffatmosphäre. und auch bei pluto sieht man dunst durch aerosole, ähnlich zu titan, wenn auch wesentlich dünner. deshalb auch diesmal nachfolgend wieder ein image, diesmal von new horizons. auf diesem sieht man schön die unterschiedlichen dunstschichten ("haze layers") in der sehr dünnen atmosphäre plutos (aufgenommen im visuellen!). auf triton gibt es diese haze layer nicht (eventuell in den ersten 30 km, aber nicht in dieser höhe); das könnte ein grund für plutos kühlere atmosphäre sein, aber sicher ist das nicht. und warum es diesen haze bei triton nicht gibt ist auch nicht zu 100% geklärt, aber auch da gibt es vermutungen. womöglich verschwindet der haze auch bei pluto wieder, wenn er sich weiter von der sonne entfernt, weil das methan in der atmosphäre dann wohl größtenteils ausfriert und sich weniger dunst bilden kann.

    image credit: Nasa/Johns Hopkins Univ. Applied Physics Lab/Southwest Research Inst.
     
  16. dialsquare gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13979431 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    jwst beobachtet im infraroten wellenlängenbereich, also in einem teil des spektrums, das für unser auge nicht sichtbar ist. bilder von james webb müssen dementsprechend koloriert werden, wenn wir sie in farbe anstatt in schwarz-weiß (basierend auf der intensität des eingefangenen lichts) sehen wollen.
    jwst hat verschiedene wellenlängenfilter und die kolorierung erfolgt dabei im großen und ganzen nach einem bestimmten schema: längere wellenlängen in der originalaufnahme bekommen eine längere wellenlänge im visuellen bereich zugeordnet (also im rötlichen teil des spektrums), kürzere wellenlängen bekommen dementsprechend kürzere wellenlängen zugeordnet (also im bläulichen/violetten bereich des visuellen spektrums). ausnahmen bestätigen dabei aber die regel und es kann zu abweichungen kommen, je nachdem was man visuell hervorheben möchte. in folgendem artikel wird das recht gut beschrieben: https://www.space.com/what-are-true-colors-image-james-webb-space-telescope-jwst#:~:text=When Pagan and DePasquale first,wavelengths are blue or purple.
    das wäre mal das eine.
    im visuellen teil des spektrums erscheint titan tatsächlich orangefarben. aerosole in seiner atmosphäre streuen nämlich das licht im visuellen bereich, wodurch wir nicht durch seine atmosphäre hindurchsehen und quasi nur eine orange "wolkendecke" sehr hoch in der atmosphäre wahrnehmen können (dunst wäre eigentlich wissenschaftlich richtiger als wolke).
    unterschiedliche wellenlängen verhalten sich aber teils recht unterschiedlich, wenn sie auf eine atmosphäre, bzw. generell auf ein gasförmiges medium, treffen. so werden teile des infraroten wellenlängenbereichs nicht von den aerosolen gestreut und man kann bis auf die oberfläche hindurchsehen. das ist teils auch bei diesem titan-image von jwst der fall. rechts oben der weiße fleck ist übrigens eine wolke aus methan, welche das infrarote licht reflektiert. womöglich könnte es dort dann auch methan geregnet haben!
    man sieht in den visuellen und infraroten wellenlängenbereichen - oder generell in verschiedenen wellenlängenbereichen - also auch tatsächliche unterschiedliche bereiche einer atmosphäre oder generell eines objektes (trifft natürlich auch auf gasnebel, staubwolken, galaxien oder protoplanetare scheiben zu). deswegen sind beobachtungen eines astronomischen objektes in verschiedenen wellenlängenbereichen wissenschaftlich auch so wertvoll!
     
    nochmal kurz zu titan im infraroten:
    bei nachfolgendem infrarot-bild von cassini kann man titans oberfläche tatsächlich recht gut erkennen. die dunklen flecken nahe des nordpols sind seen aus größtenteils methan und etwas ethan. der größte dieser seen ist kraken mare und ist mit rund 500.000 quadratkilometer um einiges größer als das kaspische meer (der größte see auf der erde mit 370.000 qkm) und ca. sechsmal größer als österreich. und er ist immerhin auch bis zu etwa 300 meter tief. man sieht auch schön die reflexion der sonne auf der "wasser"-oberfläche [sic! ist natürlich kein wasser sondern eine flüssigkeit aus einem methan/ethan-gemisch].

    image credit: NASA / JPL-Caltech / University of Arizona / University of Idaho
    (noch ein netter artikel zu titan in infrarot mit cassini: https://www.nasa.gov/image-article/seeing-titan-with-infrared-eyes/)
  17. Muerte gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13993899 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    wie du schon schreibst, ist die sache so ganz klar dann eben nicht. es spielen dabei nämlich viele parameter eine rolle, so zum beispiel die temperatur (des mantels, des wassers bzw. der generellen gleichgewichtstemperatur des planeten), die masse des planeten, die zusammensetzung des planeten, die ozeantiefe, der salzgehalt oder ob es ein unterirdischer ozean unter einer globalen eisdecke (jupiters mond ganymed zum beispiel) ist oder nicht. 
    bei ganymed und auch bei titan geht man davon aus, dass sich unter deren ozean bereits high pressure ice zwischen dem gesteinsmantel und dem unterirdischen ozean befinden wird; im falle von ganymed wäre der ozean ca. 50-100 km dick. aufgrund dessen wird dieser mond als weniger interessant bezüglich möglichem leben angesehen als zum beispiel enceladus oder europa, wo das nicht der fall wäre. in den letzten jahren sind aber auch einige studien rausgekommen, die via simulationen nahelegen, dass es in diesem eis durchaus zu konvektion kommt und dadurch mineralstoffe vom mantel in den ozean gelangen können. ebenso kann es wohl aufbrechen und so ab und an zu einem austausch führen. all das ist auch abhängig von der wärme des mantels und vom salzgehalt des wassers. ganz ausgeschlossen wäre hier ein austausch zwischen mantel und wasser also wohl nicht.
    bei temperierten ozeanwelten (also jene in der habitablen zone ohne oberflächeneis) dauert es länger bis das high pressure ice an der mantel-wasser boundary auftreten wird und es kann auch hier wohl trotz des eises zu einem gewissen austausch kommen (sofern der ozean nicht allzu tief wird). in einer studie aus dem jahr 2016 (noack et al. 2016; http://dx.doi.org/10.1016/j.icarus.2016.05.009) gibt es eine nette figur, an der man in abhängigkeit der parameter ablesen kann, wie tief der ozean sein dürfte, um einen austausch zwischen wasser und mantel zu erlauben. je schwerer der planet wird, desto geringer wird auch die ozeantiefe. für die erde mit einer erdmasse wären es in dieser studie ca. 150 km. bei 8 erdmassen - also der ungefähren masse von K2-18b wären - es in etwa 50 - 100 km. letzteres entspräche einem wasseranteil am gesamten gewicht des planeten von eindeutig unter einem prozent. sollte K2-18b doch eine wasserwelt sein, wäre der wasseranteil jedoch wesentlich höher (wohl über 10%).
    für exoplaneten mit einer sehr dichten atmosphäre (also 100e bis 10.000e bar - so wie es bei K2-18b der fall sein könnte) wird es allerdings wohl nie einen austausch zwischen mantel und wasser geben, da aufgrund des atmosphärendrucks das wasser im ozean generell bereits in einer superkritischen form existiert (hernandez et al. 2022; https://doi.org/10.1038/s41467-022-30796-5).
    egal welche variante für K2-18b nun also stimmen würde - der sehr tiefe ozean oder die sehr dichte atmosphäre -, es deutet sehr viel darauf hin, dass es in diesem fall keinen austausch zwischen mantel und ozean geben kann.
  18. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/147626-opo-7-runde-red-bull-salzburg-sk-sturm-graz/?do=findComment&comment=13994676 von einen Beitrag im Thema in OPO 7. Runde: Red Bull Salzburg - SK Sturm Graz   
    Eines noch, euer Awaysupport ist einzigartig. Jedes Mal wenn ihr da seid, hab ich tagelang Moonlight shadow als Ohrwurm. Bis auf das eine oder andere Bullenschweine, seid ihr richtig top. Das ist was mir bei uns immer fehlt. 
  19. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/143377-schwoaze-helfen/?do=findComment&comment=13993349 von einen Beitrag im Thema in Schwoaze Helfen   
    Gewinnts den Cup und es kommen 19,11 EUR hinzu.
    LG
  20. sherif gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13994470 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    Sehr schön aufbereitet, danke!
  21. Pirius gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13994379 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    deine hinwixxerei, dass es nicht sonderlich verwunderlich sein sollte, dass das universum eben vielleicht nicht so ganz gleichförmig sein könnte, ist im prinzip gar nicht so blöd. und zwar deshalb:
    unser ereignishorizont des sichtbaren universums ist ca. 80 milliarden lichtjahre groß und eben nicht 13.8 milliarden jahre wie man im ersten moment naiv aufgrund des alters des universums annehmen würde. gründe gibt es dafür zwei: einerseits dehnt sich das universum aus, d.h., objekte, die wir heute mit einem alter von ~13 milliarden jahren sehen, haben sich, seit deren licht ausgesendet wurde, von uns aufgrund ebenjener ausdehnung entfernt. sie sind also heute nicht 13.8 milliarden jahre entfernt, sondern aufgrund der ausdehnung des universums schon etwa 40 milliarden.
    außerdem sehen wir natürlich in alle richtungen. d.h. wir können nach zb links schauen und sehen dort objekte, die ca. 40 milliarden lichtjahre entfernt sind. gleichzeitig können wir aber auch in die entgegengesetzte richtung nach rechts schauen und sehen auch dort objekte, die bis zu 40 milliarden lichtjahre entfernt sind. und genau das ist das entscheidende! die am weitesten entfernten objekte links von uns und rechts von uns sind also voneinander etwa 80 milliarden lichtjahre entfernt -  das heißt, sie können sich gegeneinander nicht sehen, weil deren eigener ereignishorizont jeweils nur bis zu uns reicht. objekte in entgegengesetzter richtung von uns liegen also ab einer gewissen grenze außerhalb der ereignishorizonte des jeweiligen anderen. sie können sich im laufe der letzten 13.8 milliarden jahre gegenseitig also in keinster weise beeinflusst haben, da sie keinerlei kontakt zueinander hatten. sie sind also vollkommen unabhängig voneinander!
    und da rennt man in ein problem. warum nämlich schaut das universum über größere skalen, also zb 40 milliarden lichtjahre links von uns, gleich aus wie 40 milliarden lichtjahre rechts von uns, obwohl beide seiten nie miteinander in wechselwirkung gewesen sein konnten? warum zum beispiel ist der cosmic micrwave background (cmb) gleich in beide richtungen (inklsuve kleiner schwankungen über kleinere gebiete hinweg)? wenn beide gebiete nie in wechselwirkung zueinander standen, müsste man auch unterschiede erkennen können. stärkere temperaturschwankungen oder masseverteilungen zwischen den beiden gebieten hätten nie ausgeglichen werden können. es müsste im universum also eigentlich anders aussehen, wenn man nach links statt nach rechts blickt. aber das ist nicht der fall. es ist überall gleich. und das ist bzw. war ein sehr großes problem. der logische schluss daraus wäre nämlich, dass das universum eben nicht gleichmäßig sein sollte!
    unter anderem auch zur lösung dieses problems kam die theorie der kosmischen inflation auf. ganz zu beginn des urknalls muss es eine phase gegeben haben, in der sich der raum des universum mit unglaublicher geschwindigkeit ausgedehnt haben muss, viel schneller als mit lichtgeschwindigkeit. nur dadurch hätten gebiete im universum, die außerhalb des jeweiligen ereignishorizonts liegen, anfangs in kontakt miteinander sein können. nur dadurch könnte das universum in allen richtungen gleichmäßig sein. zwar ist die kosmische inflation selbst nicht teil des derzeitigen standardmodells der kosmologie, dem lambda-cdm-modell, die gleichmäßigkeit des universums sowie die flachheit des universums ist es aber sehr wohl. viele nehmen dementsprechend implizit die inflation als erklärung dieser gleichmäßigkeit an.
    wenn das universum nun aber nicht gleichmäßig sein sollte, wäre das nicht nur im hinblick auf die inflation selbst sehr interessant, sondern eben auch für das standardmodell der kosmologie, da die gleichmäßigkeit des universums eine absolute grundannahme des modells ist. ist diese nicht gegeben, brauchen wir ein neues modell...
    ja, aber eigentlich sollten sie eben nicht relativ sein in diesem fall. wenn unser standardmodell der kosmologie stimmt, dann müssten beide messmethoden denselben wert ergeben. d.h. es wäre egal, wo und wie du die expansionrate des universums misst, es müsste immer derselbe wert rauskommen. nun ist es aber so, dass man durch messungen des cosmic microvawe backgrounds - also durch beobachtungen des frühen universums - einen wert für die hubblekonstante von ungefähr 67 kilometer pro sekunde pro megaparsec (km/s/Mpc) erhält. misst man aber im lokalen universum via sogenannter standard candles (objekte die in etwa immer dieselbe helligkeit besitzen; supernovae zb) kommt man auf einen wert von ca. 73 km/s/Mpc (ausnahmen gibt es allerdings; erst kürzlich wurde eine studie in einem vortrag präsentiert*, die mit letzterer methode via jwst einen wert von 69 km/s/Mpc erhielt). augrund der messgenauigkeiten sind die fehlerbalken der beiden werte mittlerweile aber so gering, dass beide messmethoden mit einer statistischen signifikanz von >5 sigma nicht mehr miteinander vereinbar sind (d.h. mit einer wahrscheinlich von nur 0.00006% kann man diese divergierenden werte auf messungenauigkeiten zurückführen). und das deutet entweder auf neue physikalische phänomene hin oder auf einen systematischen fehler in einer der beiden methoden. eine möglichkeit zur lösung wäre dabei, dass das universum eben nicht gleichförmig ist. dann könnte nämlich die expansionsrate im lokalen universum anders sein, als anderswo, da die massenverteilung im universum, und dementsprechend auch die anziehungskraft, nicht homogen wäre.
    das hat philosophisch betrachtet also relativ wenig mit dem "alles ist relativ" der relativitätstheorie zu tun. die relativitätstheorie selbst ist für die größe dieser werte aber natürlich fundamental. und da könnte auch eine weitere mögliche lösung des problems liegen. der urknall kann nur bis zu einer gewissen grenze mit der relativitätstheorie bzw. mit quantenmechanik beschrieben werden und für eine adäquate beschreibung bräuchte man ab einem gewissen punkt wohl eine übergeordnete theorie wie zb eine theorie der quantengravitation. die hubble tension könnte also auch darauf hindeuten, dass es bei unserem verständnis dieser thoerien probleme gibt oder dass es fundamentale kräfte gibt, die wir (noch) nicht kennen. vielleicht wäre es auch tatsächlich ein hinweis, dass die relativitätstheorie auf lange distanzen zum beispiel fehler aufweist (in diese richtung gehen auch einige theorien, welche versuchen, ohne dunkle materie auszukommen).
    man weiß es nicht. wenn man aber wieder occam's razor anwenden würde, wäre die "einfachste" erklärung aber wohl ein systematischer fehler in den messungen (dann wäre jene aktuelle studie mit 69 km/s/Mpc womöglich ein game changer). aber was ist schon die "einfachste" lösung eines problems? wäre zum beispiel eine abwandlung der relativitätstheorie "einfacher", als die annahme dass 96% des universums aus etwas besteht, wovon wir keine ahnung haben, das wir nicht messen können und dementsprechend mit dunkler energie und materie plakativ umschreiben? und da schließt sich auch wieder der kreis zur philosophie ^^
    *siehe https://www.newscientist.com/article/2426183-one-of-the-biggest-mysteries-of-cosmology-may-finally-be-solved/
  22. Der Koch gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13994379 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    deine hinwixxerei, dass es nicht sonderlich verwunderlich sein sollte, dass das universum eben vielleicht nicht so ganz gleichförmig sein könnte, ist im prinzip gar nicht so blöd. und zwar deshalb:
    unser ereignishorizont des sichtbaren universums ist ca. 80 milliarden lichtjahre groß und eben nicht 13.8 milliarden jahre wie man im ersten moment naiv aufgrund des alters des universums annehmen würde. gründe gibt es dafür zwei: einerseits dehnt sich das universum aus, d.h., objekte, die wir heute mit einem alter von ~13 milliarden jahren sehen, haben sich, seit deren licht ausgesendet wurde, von uns aufgrund ebenjener ausdehnung entfernt. sie sind also heute nicht 13.8 milliarden jahre entfernt, sondern aufgrund der ausdehnung des universums schon etwa 40 milliarden.
    außerdem sehen wir natürlich in alle richtungen. d.h. wir können nach zb links schauen und sehen dort objekte, die ca. 40 milliarden lichtjahre entfernt sind. gleichzeitig können wir aber auch in die entgegengesetzte richtung nach rechts schauen und sehen auch dort objekte, die bis zu 40 milliarden lichtjahre entfernt sind. und genau das ist das entscheidende! die am weitesten entfernten objekte links von uns und rechts von uns sind also voneinander etwa 80 milliarden lichtjahre entfernt -  das heißt, sie können sich gegeneinander nicht sehen, weil deren eigener ereignishorizont jeweils nur bis zu uns reicht. objekte in entgegengesetzter richtung von uns liegen also ab einer gewissen grenze außerhalb der ereignishorizonte des jeweiligen anderen. sie können sich im laufe der letzten 13.8 milliarden jahre gegenseitig also in keinster weise beeinflusst haben, da sie keinerlei kontakt zueinander hatten. sie sind also vollkommen unabhängig voneinander!
    und da rennt man in ein problem. warum nämlich schaut das universum über größere skalen, also zb 40 milliarden lichtjahre links von uns, gleich aus wie 40 milliarden lichtjahre rechts von uns, obwohl beide seiten nie miteinander in wechselwirkung gewesen sein konnten? warum zum beispiel ist der cosmic micrwave background (cmb) gleich in beide richtungen (inklsuve kleiner schwankungen über kleinere gebiete hinweg)? wenn beide gebiete nie in wechselwirkung zueinander standen, müsste man auch unterschiede erkennen können. stärkere temperaturschwankungen oder masseverteilungen zwischen den beiden gebieten hätten nie ausgeglichen werden können. es müsste im universum also eigentlich anders aussehen, wenn man nach links statt nach rechts blickt. aber das ist nicht der fall. es ist überall gleich. und das ist bzw. war ein sehr großes problem. der logische schluss daraus wäre nämlich, dass das universum eben nicht gleichmäßig sein sollte!
    unter anderem auch zur lösung dieses problems kam die theorie der kosmischen inflation auf. ganz zu beginn des urknalls muss es eine phase gegeben haben, in der sich der raum des universum mit unglaublicher geschwindigkeit ausgedehnt haben muss, viel schneller als mit lichtgeschwindigkeit. nur dadurch hätten gebiete im universum, die außerhalb des jeweiligen ereignishorizonts liegen, anfangs in kontakt miteinander sein können. nur dadurch könnte das universum in allen richtungen gleichmäßig sein. zwar ist die kosmische inflation selbst nicht teil des derzeitigen standardmodells der kosmologie, dem lambda-cdm-modell, die gleichmäßigkeit des universums sowie die flachheit des universums ist es aber sehr wohl. viele nehmen dementsprechend implizit die inflation als erklärung dieser gleichmäßigkeit an.
    wenn das universum nun aber nicht gleichmäßig sein sollte, wäre das nicht nur im hinblick auf die inflation selbst sehr interessant, sondern eben auch für das standardmodell der kosmologie, da die gleichmäßigkeit des universums eine absolute grundannahme des modells ist. ist diese nicht gegeben, brauchen wir ein neues modell...
    ja, aber eigentlich sollten sie eben nicht relativ sein in diesem fall. wenn unser standardmodell der kosmologie stimmt, dann müssten beide messmethoden denselben wert ergeben. d.h. es wäre egal, wo und wie du die expansionrate des universums misst, es müsste immer derselbe wert rauskommen. nun ist es aber so, dass man durch messungen des cosmic microvawe backgrounds - also durch beobachtungen des frühen universums - einen wert für die hubblekonstante von ungefähr 67 kilometer pro sekunde pro megaparsec (km/s/Mpc) erhält. misst man aber im lokalen universum via sogenannter standard candles (objekte die in etwa immer dieselbe helligkeit besitzen; supernovae zb) kommt man auf einen wert von ca. 73 km/s/Mpc (ausnahmen gibt es allerdings; erst kürzlich wurde eine studie in einem vortrag präsentiert*, die mit letzterer methode via jwst einen wert von 69 km/s/Mpc erhielt). augrund der messgenauigkeiten sind die fehlerbalken der beiden werte mittlerweile aber so gering, dass beide messmethoden mit einer statistischen signifikanz von >5 sigma nicht mehr miteinander vereinbar sind (d.h. mit einer wahrscheinlich von nur 0.00006% kann man diese divergierenden werte auf messungenauigkeiten zurückführen). und das deutet entweder auf neue physikalische phänomene hin oder auf einen systematischen fehler in einer der beiden methoden. eine möglichkeit zur lösung wäre dabei, dass das universum eben nicht gleichförmig ist. dann könnte nämlich die expansionsrate im lokalen universum anders sein, als anderswo, da die massenverteilung im universum, und dementsprechend auch die anziehungskraft, nicht homogen wäre.
    das hat philosophisch betrachtet also relativ wenig mit dem "alles ist relativ" der relativitätstheorie zu tun. die relativitätstheorie selbst ist für die größe dieser werte aber natürlich fundamental. und da könnte auch eine weitere mögliche lösung des problems liegen. der urknall kann nur bis zu einer gewissen grenze mit der relativitätstheorie bzw. mit quantenmechanik beschrieben werden und für eine adäquate beschreibung bräuchte man ab einem gewissen punkt wohl eine übergeordnete theorie wie zb eine theorie der quantengravitation. die hubble tension könnte also auch darauf hindeuten, dass es bei unserem verständnis dieser thoerien probleme gibt oder dass es fundamentale kräfte gibt, die wir (noch) nicht kennen. vielleicht wäre es auch tatsächlich ein hinweis, dass die relativitätstheorie auf lange distanzen zum beispiel fehler aufweist (in diese richtung gehen auch einige theorien, welche versuchen, ohne dunkle materie auszukommen).
    man weiß es nicht. wenn man aber wieder occam's razor anwenden würde, wäre die "einfachste" erklärung aber wohl ein systematischer fehler in den messungen (dann wäre jene aktuelle studie mit 69 km/s/Mpc womöglich ein game changer). aber was ist schon die "einfachste" lösung eines problems? wäre zum beispiel eine abwandlung der relativitätstheorie "einfacher", als die annahme dass 96% des universums aus etwas besteht, wovon wir keine ahnung haben, das wir nicht messen können und dementsprechend mit dunkler energie und materie plakativ umschreiben? und da schließt sich auch wieder der kreis zur philosophie ^^
    *siehe https://www.newscientist.com/article/2426183-one-of-the-biggest-mysteries-of-cosmology-may-finally-be-solved/
  23. Patrax Jesus gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13993899 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    wie du schon schreibst, ist die sache so ganz klar dann eben nicht. es spielen dabei nämlich viele parameter eine rolle, so zum beispiel die temperatur (des mantels, des wassers bzw. der generellen gleichgewichtstemperatur des planeten), die masse des planeten, die zusammensetzung des planeten, die ozeantiefe, der salzgehalt oder ob es ein unterirdischer ozean unter einer globalen eisdecke (jupiters mond ganymed zum beispiel) ist oder nicht. 
    bei ganymed und auch bei titan geht man davon aus, dass sich unter deren ozean bereits high pressure ice zwischen dem gesteinsmantel und dem unterirdischen ozean befinden wird; im falle von ganymed wäre der ozean ca. 50-100 km dick. aufgrund dessen wird dieser mond als weniger interessant bezüglich möglichem leben angesehen als zum beispiel enceladus oder europa, wo das nicht der fall wäre. in den letzten jahren sind aber auch einige studien rausgekommen, die via simulationen nahelegen, dass es in diesem eis durchaus zu konvektion kommt und dadurch mineralstoffe vom mantel in den ozean gelangen können. ebenso kann es wohl aufbrechen und so ab und an zu einem austausch führen. all das ist auch abhängig von der wärme des mantels und vom salzgehalt des wassers. ganz ausgeschlossen wäre hier ein austausch zwischen mantel und wasser also wohl nicht.
    bei temperierten ozeanwelten (also jene in der habitablen zone ohne oberflächeneis) dauert es länger bis das high pressure ice an der mantel-wasser boundary auftreten wird und es kann auch hier wohl trotz des eises zu einem gewissen austausch kommen (sofern der ozean nicht allzu tief wird). in einer studie aus dem jahr 2016 (noack et al. 2016; http://dx.doi.org/10.1016/j.icarus.2016.05.009) gibt es eine nette figur, an der man in abhängigkeit der parameter ablesen kann, wie tief der ozean sein dürfte, um einen austausch zwischen wasser und mantel zu erlauben. je schwerer der planet wird, desto geringer wird auch die ozeantiefe. für die erde mit einer erdmasse wären es in dieser studie ca. 150 km. bei 8 erdmassen - also der ungefähren masse von K2-18b wären - es in etwa 50 - 100 km. letzteres entspräche einem wasseranteil am gesamten gewicht des planeten von eindeutig unter einem prozent. sollte K2-18b doch eine wasserwelt sein, wäre der wasseranteil jedoch wesentlich höher (wohl über 10%).
    für exoplaneten mit einer sehr dichten atmosphäre (also 100e bis 10.000e bar - so wie es bei K2-18b der fall sein könnte) wird es allerdings wohl nie einen austausch zwischen mantel und wasser geben, da aufgrund des atmosphärendrucks das wasser im ozean generell bereits in einer superkritischen form existiert (hernandez et al. 2022; https://doi.org/10.1038/s41467-022-30796-5).
    egal welche variante für K2-18b nun also stimmen würde - der sehr tiefe ozean oder die sehr dichte atmosphäre -, es deutet sehr viel darauf hin, dass es in diesem fall keinen austausch zwischen mantel und ozean geben kann.
  24. Patrax Jesus gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13990586 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    nein. ich weiß zwar natürlich davon, aber wissenschaftlich ist es nicht wirklich mein gebiet. wobei novae und vor allem supernovae für mich bezüglich habitabilität der galaxie dennoch auch wissenschaftlich von interesse sind. um da dementsprechend etwas sinnvolles beizutragen: supernovae sind laut neuer modellrechnungen wohl wesentlich lethaler für leben in der galaxie als ursprünglich angenommen (Thomas et al. 2023; https://doi.org/10.3847/1538-4357/accf8a). aber achtung, dabei handelt es sich um supernovae, nicht novae! (wobei ich mir vorstellen könnte, dass man diese ergebnisse in kleinerem maße auch auf novae übertragen wird können).
    insgesamt sind in unserer galaxie übrigens 10 recurrent novae, also wiederkehrende novae, bekannt. corona borealis ist dabei mit einer scheinbaren helligkeit von ~2 allerdings jene, die bei uns am hellsten ist. insgesamt werden aber dennoch etwa 120 sterne am gesamten himmel heller sein als diese nova.
    ich zitiere mich dazu einfach mal selbst:
    seit diesem posting hat sich kaum etwas daran geändert, außer dass es weitere studien gibt, die meinen standpunkt zu dieser sache erhärten. die chance, dass es dort leben wie wir es kennen, mit einer komplexen biosphäre (und darauf beruht ja die angebliche biosignatur; über andere formen von leben kann man so oder so nur im rahmen des physikalisch/chemisch möglichen spekulieren), geben könnte, ist sehr unwahrscheinlich.
    kürzlich kam zum beispiel ein paper raus, das zeigt, dass K2-18b aufgrund des treibhauseffektes des wasserstoffs wohl tatsächlich einen magma-ozean an seiner oberfläche besitzen dürfte (siehe mein zitiertes posting). die beobachtungsdaten von jwst sind damit auch vollkommen vereinbar (Shorttle et al. 2014; https://doi.org/10.3847/2041-8213/ad206e).
    eine weitere studie (Pierrehumbert 2023; https://doi.org/10.3847/1538-4357/acafdf) erhärtet durch simulationen den verdacht, dass K2-18b aufgrund der beobachtungsdaten kein ozeanplanet mit einem hohen wasseranteil sein kann, sondern wohl eher einem mini-neptun mit einer dichten wasserstoffatmosphäre entsprechen dürfte (zum vergleich: neptun hat 5-10% atmosphärenanteil an der gesamtmase, K2-18b bis zu 6%; die dichte von neptun beträgt 1,64 g/cm^3, jene von K2-18b ca. 2,6 g/cm^3 - neptun wird aber auch einen höheren eisanteil besitzen). wäre K2-18b tatsächlich ein ozeanplanet, wäre es dort sehr wahrscheinlich zum runaway greenhouse effect ("galoppierender treibhauseffekt" auf deutsch klingt echt dämlich) gekommen. die ozeane wären also verdampft und das würde man in den beobachtungsdaten sehen. nur unter sehr großem fine-tuning würde das nicht passieren und selbst in diesem fall müsste man dann hinweise auf eine dichte wolkendecke mit spezifischen charakteristika in den beobachtungen entdecken können - doch auch das ist nicht der fall (Charnay et al. 2021; https://doi.org/10.1051/0004-6361/202039525).
    schließlich kommt ein paper aus dem vergangenen märz (Wogan et al. 2024; https://doi.org/10.3847/2041-8213/ad2616) ebenfalls zum schluss, dass die beobachtungsdaten am besten mit einem mini-neptun vereinbar sind. eine ozeanwelt mit einer sehr dünnen wasserstoffatmosphäre inklusive leben hätte dort verschiedene gravierende schwierigkeiten. eben zum beispiel den runaway greenhouse effect, aber zum beispiel auch die unglaublich geringe wahrscheinlichkeit, dass eine dünne wasserstoffatmosphäre im laufe der zeit nicht ins weltall verloren ging aufgrund der enormen kurzwelligen strahlung des heimatsterns von K2-18b. dann müsste man dort außerdem auch hinweise auf wesentliche mengen sauerstoff in der atmosphäre sehen (das wäre nun allerdings mein eigener educated guess).
    aus der sicht von occam's razor wäre es also eine wesentlich wahrscheinlichere variante, es handele sich bei K2-18b um einen unbewohnbaren mini-neptun mit einem magma-ozean, als um eine belebte "hycean world" mit dünner wasserstoff-atmosphäre, angenommen aufgrund einer derzeit nicht bewiesenen möglichen entdeckung von dimethylsulfat (dms).
     
    schließlich noch ein paar punkte zu diesem video:
    (i) die angebliche entdeckung von wasser; dms als beweis für leben:
    im video wird gesagt, es wurde wasser auf K2-18b entdeckt. wie in meinem oben zitierten posting schon geschrieben, ist das nicht richtig. es wurde unter verschiedenen annahmen abgeleitet, dass es dort wasser geben könnte. außerdem wird im video festgehalten, dass eine bestätigung von dms in der atmosphäre von K2-18b durch jwst beweisen (!) würde, dass es dort leben gäbe. auch das stimmt eben nicht. dass wir derzeit (!) noch keinen abiotischen weg zur erzeugung von dms kennen, heißt nicht, dass es den nicht gibt - siehe venus und die wohl falsche entdeckung von ph3, welches sehr wahrscheinlich unter venus-bedingungen sehr wohl abiotisch erzeugt werden kann, entgegen erster behauptungen. siehe mein zitiertes posting.
    (ii) ein mögliches magnetfeld bei K2-18b:
    lpindie meint, dass K2-18b aufgrund seiner größe wohl ziemlich sicher ein magnetfeld vergleichbar zur erde haben sollte. nun ja, wir haben keine ahnung, ob K2-18b ein magnetfeld besitzt. allerdings gibt es zb eine studie (McIntyre et al 2019; https://doi.org/10.1093/mnras/stz667), welche nahelegt, dass im besten fall etwa 50% aller gesteinsplaneten in der habitablen zone von m-sternen magnetfelder besitzen werden (insbesondere aufgrund der zumeist gebunden rotation mit dem stern). K2-18b ist zwar kein gesteinsplanet, es zeigt aber auf, dass die sache nicht ganz so klar sein dürfte.
    (iii) unterwasservulkane auf K2-18b:
    er vermutet auch, dass es auf K2-18b ähnlich der erde unterwasservulkane geben sollte, was zu einem notwendigen austausch an mineralien und nährstoffen zwischen wasser und mantel des planeten führen würde, um leben überhaupt erst zu ermöglichen. ich habe das auch schon in meinem zitierten posting ausgeführt, aber sollte K2-18b tatsächlich einen tausende kilometer dicken ozean besitzen (und sehr vieles spricht dagegen, dass er einen ozean besitzt - wenn er einen besitzt, müsste er allerdings tatsächlich hunderte bis tausende km dick sein), dann bildet sich zwischen mantel und ozean eine dicke eisschicht, die jeglichen austausch zwischen mantel und ozean unterdrückt. etwaige unterwasservulkane können also auch keine nährstoffe oder etwaige treibhausgase in den ozean und die darüberliegende atmosphäre einführen. das wäre nicht nur ein problem für die nährstoffversorgung möglichen lebens (und dessen ursprungs), sondern außerdem auch für das klima des planeten, da es keinen funktionierenden kohlenstoffzyklus geben könnte. und das ist ein großes problem für jede ozeanwelt. die klimatischen bedingungen können dadurch nämlich nicht über jahrmilliarden einigermaßen "stabil" bleiben, wie es auf der erde der fall war (und klimatische katastrophen wie die snowball earth-episoden könnten dadurch auch nicht ausgeglichen und umgekehrt werden). da es aufgrund der hohen strahlung des heimatsterns auch zu atmosphärenverlusten kommen muss, bleibt die zusammensetzung der atmosphäre auch nicht stabil. auch wenn es dort also einen ozean gäbe, und die bedingungen tatsächlich moderate temperaturen zu einem frühen zeitpunkt erlaubt hätten, hätte sich das im laufe der zeit mit sicherheit geändert und das klima wäre gekippt.
     
    ich bin aber nichtsdestotrotz auf die ergebnisse von jwst gespannt. doch selbst wenn dms bestätigt werden würde (und darauf wetten würde ich nicht), wäre das kein beweis für leben! verkaufen lässt es sich so aber natürlich wesentlich besser. studien, die zu gegensätzlichen schlüssen kommen, finden auch selten den weg in die medien.
    --
    (ps: das ganze zu schreiben war jetzt immerhin eine nette ablenkung für das verdammte spiel heute abend, das ich depp leider nicht live beiwohnen kann. noch irgendwelche weiteren fragen? )
    (pps: ich sollte vielleicht echt endlich einen scienceblog oder ähnliches starten; allein schon, um übermotivierte medienartikel, etc., kritisch aufzugreifen... )
  25. Iniesta gefällt ein https://www.austriansoccerboard.at/topic/104522-astronomieastrophysik/?do=findComment&comment=13990586 von einen Beitrag im Thema in Astronomie/Astrophysik   
    nein. ich weiß zwar natürlich davon, aber wissenschaftlich ist es nicht wirklich mein gebiet. wobei novae und vor allem supernovae für mich bezüglich habitabilität der galaxie dennoch auch wissenschaftlich von interesse sind. um da dementsprechend etwas sinnvolles beizutragen: supernovae sind laut neuer modellrechnungen wohl wesentlich lethaler für leben in der galaxie als ursprünglich angenommen (Thomas et al. 2023; https://doi.org/10.3847/1538-4357/accf8a). aber achtung, dabei handelt es sich um supernovae, nicht novae! (wobei ich mir vorstellen könnte, dass man diese ergebnisse in kleinerem maße auch auf novae übertragen wird können).
    insgesamt sind in unserer galaxie übrigens 10 recurrent novae, also wiederkehrende novae, bekannt. corona borealis ist dabei mit einer scheinbaren helligkeit von ~2 allerdings jene, die bei uns am hellsten ist. insgesamt werden aber dennoch etwa 120 sterne am gesamten himmel heller sein als diese nova.
    ich zitiere mich dazu einfach mal selbst:
    seit diesem posting hat sich kaum etwas daran geändert, außer dass es weitere studien gibt, die meinen standpunkt zu dieser sache erhärten. die chance, dass es dort leben wie wir es kennen, mit einer komplexen biosphäre (und darauf beruht ja die angebliche biosignatur; über andere formen von leben kann man so oder so nur im rahmen des physikalisch/chemisch möglichen spekulieren), geben könnte, ist sehr unwahrscheinlich.
    kürzlich kam zum beispiel ein paper raus, das zeigt, dass K2-18b aufgrund des treibhauseffektes des wasserstoffs wohl tatsächlich einen magma-ozean an seiner oberfläche besitzen dürfte (siehe mein zitiertes posting). die beobachtungsdaten von jwst sind damit auch vollkommen vereinbar (Shorttle et al. 2014; https://doi.org/10.3847/2041-8213/ad206e).
    eine weitere studie (Pierrehumbert 2023; https://doi.org/10.3847/1538-4357/acafdf) erhärtet durch simulationen den verdacht, dass K2-18b aufgrund der beobachtungsdaten kein ozeanplanet mit einem hohen wasseranteil sein kann, sondern wohl eher einem mini-neptun mit einer dichten wasserstoffatmosphäre entsprechen dürfte (zum vergleich: neptun hat 5-10% atmosphärenanteil an der gesamtmase, K2-18b bis zu 6%; die dichte von neptun beträgt 1,64 g/cm^3, jene von K2-18b ca. 2,6 g/cm^3 - neptun wird aber auch einen höheren eisanteil besitzen). wäre K2-18b tatsächlich ein ozeanplanet, wäre es dort sehr wahrscheinlich zum runaway greenhouse effect ("galoppierender treibhauseffekt" auf deutsch klingt echt dämlich) gekommen. die ozeane wären also verdampft und das würde man in den beobachtungsdaten sehen. nur unter sehr großem fine-tuning würde das nicht passieren und selbst in diesem fall müsste man dann hinweise auf eine dichte wolkendecke mit spezifischen charakteristika in den beobachtungen entdecken können - doch auch das ist nicht der fall (Charnay et al. 2021; https://doi.org/10.1051/0004-6361/202039525).
    schließlich kommt ein paper aus dem vergangenen märz (Wogan et al. 2024; https://doi.org/10.3847/2041-8213/ad2616) ebenfalls zum schluss, dass die beobachtungsdaten am besten mit einem mini-neptun vereinbar sind. eine ozeanwelt mit einer sehr dünnen wasserstoffatmosphäre inklusive leben hätte dort verschiedene gravierende schwierigkeiten. eben zum beispiel den runaway greenhouse effect, aber zum beispiel auch die unglaublich geringe wahrscheinlichkeit, dass eine dünne wasserstoffatmosphäre im laufe der zeit nicht ins weltall verloren ging aufgrund der enormen kurzwelligen strahlung des heimatsterns von K2-18b. dann müsste man dort außerdem auch hinweise auf wesentliche mengen sauerstoff in der atmosphäre sehen (das wäre nun allerdings mein eigener educated guess).
    aus der sicht von occam's razor wäre es also eine wesentlich wahrscheinlichere variante, es handele sich bei K2-18b um einen unbewohnbaren mini-neptun mit einem magma-ozean, als um eine belebte "hycean world" mit dünner wasserstoff-atmosphäre, angenommen aufgrund einer derzeit nicht bewiesenen möglichen entdeckung von dimethylsulfat (dms).
     
    schließlich noch ein paar punkte zu diesem video:
    (i) die angebliche entdeckung von wasser; dms als beweis für leben:
    im video wird gesagt, es wurde wasser auf K2-18b entdeckt. wie in meinem oben zitierten posting schon geschrieben, ist das nicht richtig. es wurde unter verschiedenen annahmen abgeleitet, dass es dort wasser geben könnte. außerdem wird im video festgehalten, dass eine bestätigung von dms in der atmosphäre von K2-18b durch jwst beweisen (!) würde, dass es dort leben gäbe. auch das stimmt eben nicht. dass wir derzeit (!) noch keinen abiotischen weg zur erzeugung von dms kennen, heißt nicht, dass es den nicht gibt - siehe venus und die wohl falsche entdeckung von ph3, welches sehr wahrscheinlich unter venus-bedingungen sehr wohl abiotisch erzeugt werden kann, entgegen erster behauptungen. siehe mein zitiertes posting.
    (ii) ein mögliches magnetfeld bei K2-18b:
    lpindie meint, dass K2-18b aufgrund seiner größe wohl ziemlich sicher ein magnetfeld vergleichbar zur erde haben sollte. nun ja, wir haben keine ahnung, ob K2-18b ein magnetfeld besitzt. allerdings gibt es zb eine studie (McIntyre et al 2019; https://doi.org/10.1093/mnras/stz667), welche nahelegt, dass im besten fall etwa 50% aller gesteinsplaneten in der habitablen zone von m-sternen magnetfelder besitzen werden (insbesondere aufgrund der zumeist gebunden rotation mit dem stern). K2-18b ist zwar kein gesteinsplanet, es zeigt aber auf, dass die sache nicht ganz so klar sein dürfte.
    (iii) unterwasservulkane auf K2-18b:
    er vermutet auch, dass es auf K2-18b ähnlich der erde unterwasservulkane geben sollte, was zu einem notwendigen austausch an mineralien und nährstoffen zwischen wasser und mantel des planeten führen würde, um leben überhaupt erst zu ermöglichen. ich habe das auch schon in meinem zitierten posting ausgeführt, aber sollte K2-18b tatsächlich einen tausende kilometer dicken ozean besitzen (und sehr vieles spricht dagegen, dass er einen ozean besitzt - wenn er einen besitzt, müsste er allerdings tatsächlich hunderte bis tausende km dick sein), dann bildet sich zwischen mantel und ozean eine dicke eisschicht, die jeglichen austausch zwischen mantel und ozean unterdrückt. etwaige unterwasservulkane können also auch keine nährstoffe oder etwaige treibhausgase in den ozean und die darüberliegende atmosphäre einführen. das wäre nicht nur ein problem für die nährstoffversorgung möglichen lebens (und dessen ursprungs), sondern außerdem auch für das klima des planeten, da es keinen funktionierenden kohlenstoffzyklus geben könnte. und das ist ein großes problem für jede ozeanwelt. die klimatischen bedingungen können dadurch nämlich nicht über jahrmilliarden einigermaßen "stabil" bleiben, wie es auf der erde der fall war (und klimatische katastrophen wie die snowball earth-episoden könnten dadurch auch nicht ausgeglichen und umgekehrt werden). da es aufgrund der hohen strahlung des heimatsterns auch zu atmosphärenverlusten kommen muss, bleibt die zusammensetzung der atmosphäre auch nicht stabil. auch wenn es dort also einen ozean gäbe, und die bedingungen tatsächlich moderate temperaturen zu einem frühen zeitpunkt erlaubt hätten, hätte sich das im laufe der zeit mit sicherheit geändert und das klima wäre gekippt.
     
    ich bin aber nichtsdestotrotz auf die ergebnisse von jwst gespannt. doch selbst wenn dms bestätigt werden würde (und darauf wetten würde ich nicht), wäre das kein beweis für leben! verkaufen lässt es sich so aber natürlich wesentlich besser. studien, die zu gegensätzlichen schlüssen kommen, finden auch selten den weg in die medien.
    --
    (ps: das ganze zu schreiben war jetzt immerhin eine nette ablenkung für das verdammte spiel heute abend, das ich depp leider nicht live beiwohnen kann. noch irgendwelche weiteren fragen? )
    (pps: ich sollte vielleicht echt endlich einen scienceblog oder ähnliches starten; allein schon, um übermotivierte medienartikel, etc., kritisch aufzugreifen... )