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Rapid is stabil, Junge!

Hier gibts die Antworten : http://www.abseits.a...e-unterschatzt/

Bereits vor den brisanten Ereignissen und zum Teil ernĂŒchternden Ergebnissen der letzten Wochen sprachen wir mit der „Stimme Rapids“ Andy Marek, der uns in einem langen Interview (mit Fan-Fragen, “Das ASB trifft“) einen tiefen Einblick in die Fanszene, Marketing- und Merchandising-Arbeit aber auch in sein eigenes Leben gab. In dieser dreiteiligen Interview-Serie möchten wir euch die sympathischen Antworten des Andy Marek prĂ€sentieren. Im ersten Teil geht es um die Fans und im Speziellen um das „PAOK-Fiasko“.

Stowasser: „Interessant zu wissen wĂ€re, ob Andy die Situation in Saloniki unterschĂ€tzt hat und ob er oder ganz Rapid im RĂŒckblick vor dem Spiel mehr hĂ€tte tun können um unseren Chaoten den Ernst der Lage bewusst zu machen.“

Andy Marek: „Ich glaube nicht, dass wir oder ich es auch nur im Ansatz irgendwie unterschĂ€tzt haben. Womit ich aber nicht gerechnet habe, war die Pyrotechnik. Es mag sein, dass ich da etwas naiv oder blauĂ€ugig bin, oder jemand möge sagen, dass ich es dann sehr wohl unterschĂ€tzt habe – aber ich wusste um die SensibilitĂ€t des Spiels und als das Los PAOK kam wusste ich sofort, dass das genau das ist, was wir ĂŒberhaupt nicht brauchen. Ich habe noch am Tag der Auslosung mit zig Leuten gesprochen, von denen alle gesagt haben: Super. Aber nicht wissend, worum es hier in der Fanszene geht. Das waren zunĂ€chst immer nur sportliche Antworten. <Die könnt’s schlagen, da könnt’s aufsteigen, die sind wesentlich schwĂ€cher als Aston Villa> Eh! Aber aus der Fanszene haben wir natĂŒrlich gewusst, dass das ein hochsensibles Spiel ist. Auch PAOK hat das gewusst, wegen der Freundschaft vieler unserer Fans zu Panathinaikos und noch aus vielen anderen GrĂŒnden. Ich habe natĂŒrlich schon daran gedacht, dass etwas passieren kann – aber dass es mit den Leuchtstiften so massive Probleme geben wird, daran habe ich vor dem Spiel nie gedacht.

Daniel Mandl: „Wie war die Zusammenarbeit mit PAOK?“

Andy Marek: „Sehr gut. Die Leute bei PAOK waren unglaublich kooperativ, wollten, dass alles gut ĂŒber die BĂŒhne geht und haben diese SensibilitĂ€t auch genauso verspĂŒrt wie wir. Es war auch nicht der Fall, dass sie nach dem Spiel zu uns kamen und sich beschwert hĂ€tten. Sie haben auf ihrer Seite viele, viele schwierige Fans, mit denen sie auch selbst Probleme haben. Und ein Punkt, der noch dazu kam, war, dass sie das Thema AuswĂ€rtsfans nicht kennen, weil sie im Toumba-Stadion praktisch nie AuswĂ€rtsfans haben. Maximal in der Europa League, was zum Beispiel bei Tottenham recht leicht zu handeln war. Ansonsten kannten sie grundsĂ€tzlich keine Situationen, in denen sie Probleme mit AuswĂ€rtsfans bekamen.“

Stiffl0r: „Bist du auch der Meinung, wie es auf der Offiziellen steht, dass wir alleine dran Schuld sind (im Stadion) bzw. diese Situation provoziert haben?“

Andy Marek: „Auf der Straße waren KriegszustĂ€nde. Unsere Fans wurden mit Molotov-Cocktails und anderen Geschossen beworfen. Und im Stadion waren natĂŒrlich auch unsere Leute beteiligt, keine Frage. Auf unserer Homepage wurde zudem niemals behauptet, dass wir alleine an den Ausschreitungen Schuld gewesen wĂ€ren. Es stand lediglich eine Schilderung der Ereignisse, wie sie im Stadion wahrnehmbar waren, auf unserer Website.“

K3nny: „Findest du es in Zukunft sinnvoller auswĂ€rts in Griechenland ohne Rapid-Fans anzureisen, um keine Menschenleben zu gefĂ€hrden?“

Andy Marek: „Nein, gar nicht. Es war eine unglaublich gefĂ€hrliche Situation, die ich keine Sekunde schönreden will. Aber wenn wir das tĂ€ten, wĂŒrden wir total an dem vorbeigehen, was Fußball eigentlich ist und was wir vom Fußball wollen. Wir wollen doch Fans, wir predigen doch jeden Tag: „Wir fahren nach XY und besorgen euch auch noch die Karten“. Also das wĂ€re ganz sicher der falsche Weg, aber wir mĂŒssen natĂŒrlich versuchen aus den Fehlern, die passiert sind, hundertprozentig zu lernen und denjenigen, die dort mitverantwortlich fĂŒr die Probleme waren, die Augen öffnen.“

Biff Tannen: „Herr Marek, ich wĂŒrde gerne von Ihnen wissen, ob Sie Ihre bewussten Falschaussagen im Bezug auf diverse Verfehlungen der Fanszene des SK Rapid Wien aus heutiger Sicht anders bewerten wĂŒrden. Man kann aus der Distanz durchaus das GefĂŒhl haben, dass Sie durch bewusste Falschaussagen/LĂŒgen gegenĂŒber der Medien und der Bundesliga das wahre Problem unter den Teppich gekehrt haben und somit eine Situation wie sie in Kapfenberg / am Westbahnhof / in Saloniki passiert ist, billigend in Kauf genommen haben.“

Andy Marek: „Ich denke, dass sie am wesentlichen Thema der Fansituation vorbeileben. Ich will nicht lĂŒgen, ich will nichts unter einen Teppich kehren und manche Dinge werden oft anders dargestellt, als man sie wahrnimmt. Aber es geht hier schon wieder in Richtung: ‚Das ist ein Rapid-hausgemachtes Problem‘. Nein, das ist es nicht, man muss nur ĂŒber Österreichs Grenzen hinausschauen. Und wenn Sie mir unterstellen, dass ich in einer Aussage gelogen habe, heißt das nicht, dass ich es getan habe, sondern, dass dies Ihnen so erscheint. Ich weiß jetzt auch nicht auf was Sie genau anspielen – dass wir Probleme haben ist offensichtlich, aber die haben viele andere Vereine auch.“

Elwood: „Warum waren sowohl in Novi Sad als auch in Thessaloniki unzĂ€hlige Leute in unserem Sektor, die in Österreich stadionverbot haben? Ein “das Stadionverbot gilt nur in Österreich” reicht mir ĂŒbrigens nicht als Antwort.“

Andy Marek: „Dann habe ich keine Antwort.“

Purple Eagle: „Viele Skeptiker und Kritiker sind nach dem Derby auf den Plan getreten, die angekĂŒndigten Maßnahmen wĂ€ren zahnlos oder wĂŒrden bei diversen Problemfans nicht zur Anwendung gebracht werden. PrĂ€sident Edlinger sprach aus der ersten Emotion aus von lebenslangen Stadionverboten, solche Leute wĂ€ren bei Rapid fĂŒr immer unerwĂŒnscht. Nach einem guten Jahr wurden erneut pyrotechnische Artikel in eine Menschenmenge geworfen. Wie erklĂ€ren Sie sich das?“

Andy Marek: „Es ist relativ einfach in der Öffentlichkeit auf andere Vereine hinzuweisen. In dem Fall möchte ich dies aber auch tun: Wieso sollten wir, also Rapid, es besser können als alle anderen? Es wird ein ewiges Thema bleiben. Und ist irgendwann die Pyrotechnik im Griff wird es ein neues Thema geben! Wir werden immer wieder mit Problemen konfrontiert werden und wir mĂŒssen immer wieder schauen, dass wir das Beste herausholen können, damit es zu keinem Platzsturm oder Saloniki mehr kommen kann. Es gibt aber keine Wunderpille die alles regelt, wir können Verbesserungen nur durch intensive Arbeit erreichen. Und wenn jetzt jemand sagt: Maßnahmenkatalog, Stadionverbot und und und – auch das ist nicht das Rezept, wie man ebenfalls an unserem Beispiel sehen kann. Man muss einfach pausenlos schauen, dass man die Dinge verbessert und Verbesserung wird es in Zukunft durch unsere neuen Fanmitarbeiter definitiv geben.“

Admira Fan: „Kam der RĂŒcktritt aus der Fanarbeit freiwillig oder wurde er von “oben befohlen”?“

Andy Marek: „Freiwillig.“ Aber es betrifft nicht die ganze Fanarbeit, sondern lediglich die mit deraktiven Fanszene!

Daniel Mandl: „Wie ist dieser RĂŒcktritt abgelaufen?“

Andy Marek: „Vorweg: Das war kein Saloniki-Thema. Saloniki war dann nur der Auslöser es jetzt schon bekannt zu geben. Ich habe in der Zeit nach dem Platzsturm gemerkt, dass es nicht mehr alleine in der Fanarbeit geht. In meiner TĂ€tigkeit als Klubservice-Leiter wurde der Aufgabenbereich immer grĂ¶ĂŸer und durch die VerĂ€nderung auch in der Fanszene , war es notwendig den Bereich „Arbeit mit der aktiven Fanszene“ auf neue Beine zu stellen. Ich hatte schon daran gearbeitet, dann kam Saloniki und ich gab die Entscheidung bekannt, obwohl die Weichen noch gar nicht gestellt waren. Also habe ich dem PrĂ€sidenten dargelegt, was allgemein Sache ist und wir haben dies auch so nach außen kommuniziert. Bis Weihnachten, oder spĂ€testens zu Saisonbeginn im Februar, werden wir dieses Projekt vorgestellt haben und es wird meiner Meinung nach eine gute Sache werden.

MoBaY1: „Wenn du auf deine bisherige Zeit der Fanbetreuung zurĂŒckblickst – wo siehst dudeine grĂ¶ĂŸten Fehler, die du in diesem Bezug gemacht hast?“

Andy Marek: „Wahrscheinlich, dass ich in allen Dingen einmal vorweg das Gute sehe und glaube. Es hĂ€tte womöglich Menschen gegeben, die in meiner Position und Situation wesentlich hĂ€ufiger gesagt hĂ€tten: „Nein, so sicher nicht.“ Ich bin auch der, der Menschen eine zweite Chance gibt. Ich bin ein immer dialogorientierter Mensch und manchmal gibt es dann im Nachhinein Situationen, wo du dir denkst, dass man es jetzt nicht nochmal auf diese Art versuchen hĂ€tte sollen. Das ist sicher ein großer Fehler von mir gewesen.“

Gold_Roger: „FĂŒr Leute, die nicht aus der Szene kommen, ist es etwas schwer die Stellungnahme zu den ausgeschlossenen Fanklubs zu interpretieren. Wurden tatsĂ€chlich alle Mitglieder der beiden Gruppierungen ausgeschlossen, auch wenn sich manche davon eventuell nichts zu Schulden kommen ließen, oder war es unglĂŒcklich ausgedrĂŒckt und es wurden nur die Leute sanktioniert gegen die man handfeste Beweise hatte?“

Andy Marek: „Niemand, der nichts gemacht hat wird ausgeschlossen. Sicher unglĂŒcklich formuliert. Das Wort Sippenhaftung hat absolut keinen Platz bei uns. Diejenigen, die dem Verein geschadet haben, wurden und werden zur Verantwortung gezogen.“

Rapidforever: „Können Sie uns vielleicht eine kurze Schilderung der Berufungsverhandlung in Nyon geben? Welche Argumente wurden von Rapid ins Feld gefĂŒhrt, wie wurde von Seiten der UEFA argumentiert? Speziell: Wurde der Vorfall mit Besiktas im Happel-Stadion ins Feld gefĂŒhrt, wo das Fehlverhalten auf Seiten von Besiktas ja durchaus mit dem von Rapid zu vergleichen war (oder sehen Sie das anders?), die Strafe jedoch deutlich (!) niedriger ausfiel – nĂ€mlich nur 50.000 Euro Strafe, jedoch keine Rede von Geisterspiel oder Ausschluss auf BewĂ€hrung? Mit welcher BegrĂŒndung kann die UEFA auch nach der Berufung Rapid eine dermaßen höhere Strafe auferlegen?“

Andy Marek: „Ja, wir haben den Besiktas-Vorfall angesprochen. Die UEFA musste dieses Thema aber nicht begrĂŒnden. Wir bringen das Thema ein und die Richter hören es sich an und das Thema ist kein Gegenstand der Verhandlung. Sie haben keine Antwort gegeben, wieso sie damals so gehandelt haben, sondern sie haben es zur Kenntnis genommen, dass es diesen Vorfall gab. In der Situation, in der wir in Nyon waren, bringt es nichts aufzuzeigen, wo etwas in der Vergangenheit nicht funktioniert hat, etwa beim Thema „SicherheitsgewĂ€hrleistung des Gastgebers“. Die UEFA will nur wissen, wieso es bei DEINEN Fans so passierte. Bei Besiktas kommt noch etwas anderes dazu: Besiktas distanziert sich im Europacup von seinen Fans. Das soll nicht heißen, dass sie sagen, dass sie die Fans nicht wollen, aber sie greifen auf die Kartenkontingente nicht zu. Überall wo Besiktas spielt haben sie tausende Fans und die Verantwortlichen bei Besiktas können gar nicht richtig fĂŒr diese Fans verantwortlich sein, weil sie die meisten noch nie gesehen haben. Der Zugang der UEFA zum Thema Besiktas ist demnach wahrscheinlich ein anderer, weil die gar keine Karten haben wollen und demnach nur schwer als Verein zu strafen sind. Wir aber holen uns knapp 4.000 Karten fĂŒr Leverkusen und sind somit verantwortlich fĂŒr unsere Fans.

Flanders: „Kannst du uns kurz erklĂ€ren wie viel Arbeit es fĂŒr einen Verein ist Flugzeuge zu chartern und das Rundherum zu organisieren, damit Fans mit ins Ausland fliegen können?“

Andy Marek: „Es wurde ein bisschen zur Routine, weil wir da auch mit einem sehr guten Partner zusammenarbeiten (Intertravel), bei dem die beiden Verantwortlichen Rapid-Fans sind und das auch immer sehr gerne machen. Es funktioniert also insgesamt sehr gut, aber manchmal stĂ¶ĂŸt man schon an seine Grenzen, weil es zum Beispiel nicht immer einfach ist, im Hochsommer Maschinen zu bekommen. Jedes Flugunternehmen, das dir im Hochsommer Maschinen am Flughafen stehen lassen kann, ist entweder ein schlechtes Unternehmen, die Flieger sind hin oder wir sind tĂŒchtige Verhandler. Der Preis, den der Fan im Reisepackage bekommt ist schließlich auch immer in Ordnung. Am Anfang war das Ganze eine große Herausforderung, aber mittlerweile wurde es zur Routine, es macht aber immer Spaß und an dieser Stelle geht auch mein Dank an unseren Partner Intertravel!“

Daniel Mandl, abseits.at

EDITED BY DANNYO:

Und hier die weiteren Teile:

K3nny: „Wie schaffst du es, trotz all der Probleme, die hie und da aufgetreten sind und der damit verbundenen schlechten medialen Berichterstattung ĂŒber dich und den Verein, doch immer ein so menschennaher, positiver Typ zu bleiben.“

Andy Marek: „Ich bin einfach mit dem Virus infiziert. Und wenn man das ist, hat man eine höhere Schmerzgrenze. Man kann immer davonlaufen oder alles hinschmeißen, wenn wieder etwas Unangenehmes passiert. Aber wenn du Rapid so lebst wie ich, bist du wie gefangen. Und es lĂ€sst dich nicht los. Ich bin nicht immer positiv, aber ich denke, dass es nicht nötig ist, sich auf dasselbe Niveau zu begeben wie die ohnehin vielen negativen Menschen, Raunzer und Grantler in diesem Land . Ich denke, dass etwas Schlechtes immer etwas Gutes mit sich bringt. Nehmen wir den Derby-Platzsturm oder Saloniki. Das Schlechte wĂ€re zwar entbehrlich, man braucht’s nicht unbedingt, aber man kann sich’s nicht aussuchen. Mich haben diese letzten 1 œ Jahre so viel an Substanz gekostet, aber gleichzeitig habe ich auch so vieles gelernt. So lange ich bei Rapid bin werde ich alles fĂŒr diesen Verein geben und von Leuten ohne Verantwortung, die in der „fĂŒnften Reihe“ stehen und immer nur kritisieren, werde ich mich nicht aufhalten lassen, solange ich bei diesem Verein arbeiten darf. Meine Einstellung ist die, dass mit Negativstimmung nichts zu erreichen ist.“

Admirana111: „War es schon immer dein Wunsch fĂŒr Rapid zu arbeiten?“

Andy Marek: „Nein. Ich hatte das ganz klare Ziel die Firma meiner Eltern zu ĂŒbernehmen. Ich war zu diesem Zeitpunkt ein Rapid-Fan, der aufgrund der Distanz Waldviertel-Wien nicht jede Meisterschaftspartie gesehen hat. Im Jahr habe ich im Schnitt 10 – 12 Heimspiele besucht, auswĂ€rts war ich hie und da auch dabei. Seit meiner Kindheit war ich Rapid-Fan, aber mein Ziel war es, die Firma meiner Eltern zu ĂŒbernehmen und zu fĂŒhren, was ich dann auch 17 Jahre lang gemacht habe. Nach diesen 17 Jahren habe ich gedacht, dass es Zeit fĂŒr eine VerĂ€nderung wĂ€re und hatte die Möglichkeit die Firma weiterzugeben. Dann hat es eben den Weg genommen, dass ich hier mitarbeiten und etwas auf die Beine stellen durfte, aber es war nicht mein jugendliches Ziel fĂŒr Rapid zu arbeiten.

Wurb: „Warum versprichst du immer wieder etwas obwohl er es dann nicht einhĂ€lt? (Stichwort: verstorbener Freund dessen Frau das Abo (West) von Ihm auf ebay verkaufen möchte) Bin mir sicher das er es noch weiß was ich meine.“

Andy Marek: „Ich kann mich an die Geschichte erinnern, weiß aber nicht mehr genau den Inhalt. Ich biete hier sofort an, dass ich es wiedergutmachen werde, sollte ich etwas vergessen haben. Bitte melde dich noch einmal bei mir und wir werden die Sache so lösen, wie es richtig und gut ist!“

Zahi: „Welche Aufgaben im Verein wĂŒrden sie noch interessieren/reizen und wie sehen sie ihre Perspektiven beim Verein?“

Andy Marek: „Ganz banal: Mich reizt alles, was dem Verein hilft und wo wir eine Vorreiterrolle anstreben können bzw. national und ĂŒber die Grenzen hinaus zeigen können, dass wir etwas Innovatives und Gutes machen. Mich reizt zum Beispiel auch das Stadionprojekt, in dem ich auch involviert bin und das etwas Neues fĂŒr mich ist. Gemacht habe ich hier jedenfalls schon viel, ich kenne schon eine Menge Stationen ;) „

Pfarrwiesler: „Retrospektive Kritik: Meiner Meinung nach hat man gewisse Fan-Kreise zu lange hofiert, gewisse Privilegien eingerĂ€umt - und damit ungewollt auch zahlreichen "Erlebnisorientierten" (...) Oberwasser gewĂ€hrt. Nicht, dass man das gefördert hĂ€tte - aber man hat das doch sicherlich gewusst - und aufgrund positiver fantechnischer AuslandseinsĂ€tze (siehe u.a. Birmingham) vielleicht auch stillschweigend toleriert!

Die Idee, Leibchen mit dem Aufdruck "Wir sind Rapid - und wer seid ihr" zu produzieren, war sicher genial - andererseits glaube ich, dass sich so mancher T-Shirt-TrĂ€ger als alleiniger Rapid-ReprĂ€sentant fĂŒhlt/e - und das auch gegenĂŒber anderen Rapid-Fans ohne ein solches... => ĂŒbersteigertes Sendungsbewusstsein!

Ich kann mich noch gut erinnern, dass du mich in der letzten Europa-League-Saison extra angerufen (!!!) hast - anstatt irgendeine lapidare E-Mail Antwort zu senden - um auf diesem Weg eine Problemlösung zu finden. Das hĂ€tte ich damals eigentlich nicht wirklich erwartet und war um so mehr positiv angetan! (Zwischendurch hast du auch irrtĂŒmlich meinen mittlerweilen fast 92-jĂ€hrigen Vater angerufen, der mir heute noch davon erzĂ€hlt, dass ihn "ein Hr. Marek von Rapid" angerufen hĂ€tte... - SUUUPER!!!)

Einige Fragen, die auch ich Ă€hnlich stellen wollte, sind bereits gepostet - darum nur diese: Wer ist letztendlich seitens des SK Rapid fĂŒr den Karten-Vorverkauf via WWW (wien-ticket.at) zustĂ€ndig/verantwortlich? Es gab und gibt etliche "Bugs" in diesem System - abgesehen von Auslastungsproblemen: Es mĂŒsste doch ohne grĂ¶ĂŸeren Aufwand möglich sein, sich im geschĂŒtzten Vorverkauf als Mitglied und/oder Abonnent EINMAL einzuloggen (wenn ich z.B. fĂŒr meine 15-köpfige Freundesrunde Tickets nebeneinander/in einem Block erwerben möchte) - die gewĂŒnschte Ticketanzahl bzw. Saalplatzbuchung zu machen - UND DANN ERST - die benötigten Daten (Mitgliedsnummer, Abonummer) einzugeben


Absolut schlechter Witz: Das Verlangen einer "SystemgebĂŒhr" plus Verrechnung von exorbitanten Versandkosten PRO (Einzel-)Bestellung. Klar, dass wien-ticket.at nicht gratis arbeitet - aber der SK Rapid erspart sich (theoretisch) "Manpower" an den Kassen – Warum also diese (unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hohen) GebĂŒhren bei gleichzeitig mieser Abwicklung?“

Andy Marek: „Pauschale Antwort: Wir wissen sehr wohl, dass unser System sehr, sehr mangelhaft ist und bei weitem nicht dem Zeitgeist entspricht. Wir haben nach der Europa-League-Saison 2010 fĂŒr uns beschlossen, dass es so nicht mehr geht und, dass wir eine komplett neue Klubsoftware brauchen. Also nicht nur fĂŒrs Ticketing, sondern auch CRM und alle anderen Bereiche. Wir haben halb Europa zu uns eingeladen, um PrĂ€sentationen von denjenigen zu bekommen, die auf diesem Gebiet Ahnung haben. Mitte 2011 haben wir uns schließlich fĂŒr ein sensationelles System entschieden. Wir haben damals mit dem anbietenden Unternehmen einen Vertrag unterschrieben und wĂ€ren jetzt auf einem Topstatus! All diese Dinge wie Nichtbuchung, pro Mitglied nur eine Karte etc. wĂŒrde es nicht mehr geben. Aber die Firma, die mit uns bereits diesen Vertrag hatte, wurde kurz danach verkauft und unser Ansprechpartner, der auch diese Software geschrieben hat, wurde von der Firma gegangen. Er hat uns zu dieser Zeit in einer klaren Ansage vermittelt, dass wir jederzeit aus dem Vertrag aussteigen können, weil es sich nun um eine neue Firma handelt. Und er riet uns von einer weiteren Zusammenarbeit ab, weil die neuen EigentĂŒmer keinen Wert auf dieses System legen wĂŒrden. Und plötzlich standen wir wieder mit unserer alten Software da und haben ein halbes Jahr vergeudet. Jetzt haben wir wieder eine neue Situation: In etwa einem halben Jahr werden wir diese Problematik auf solche Beine gestellt haben, sodass alle Leute zufrieden sind – und ich möchte hier keinem Wort deiner Frage bzw. Kritik widersprechen. Wir wussten, dass die Ticket-Software teilweise an Grenzen stĂ¶ĂŸt und nicht mehr dem Zeitgeist entspricht, aber spĂ€testens ab dem Abo-Verkauf 2013/14 wird es hier eine hundertprozentig sensationelle Lösung geben! Und dazu wird nicht nur das Thema Ticketing gehören, sondern auch wesentliche Verbesserungen der Datenbank, Vorteile im Merchandising uvm.

Buxi40: „Könntet ihr nicht einmal ein Trainingslager auch im schönen LĂ€ndle veranstalten den hier habt ihr auch genug Fans die sich ĂŒber so eines sicher freuen wĂŒrden!“

Andy Marek: „Diese Anfrage ist natĂŒrlich eine Berechtigte, aber ich muss den Ball zurĂŒckschießen und sagen, dass der Tourismusverband im LĂ€ndle kein großes Interesse an uns hat. Bei den Trainingslagern die wir abhalten, egal ob in Windischgarsten, Bad Tatzmannsdorf oder sonstwo, ist es schon so, dass die jeweiligen TourismusverbĂ€nde auf uns zukommen und sagen: „Wir wollen, dass ihr auf diesem oder jenem Weg Werbung fĂŒr die Region macht!“ Und dann kommt es meistens zu einem guten Deal und alles funktioniert. Es kommt auch immer aufs Angebot der jeweiligen Region an und wenn man den einen oder anderen Ort schon kennt (zum Beispiel Windischgarsten, wo wir in den letzten fĂŒnf Jahren zweimal auf Trainingslager waren) und wieder hinfĂ€hrt, hat das immer einen Grund. Die kommen mit einem fertigen Konzept, sagen was sie alles brauchen (Fotoshootings etc.), dafĂŒr gibt’s fĂŒr uns wieder dieses und jenes. Unterm Strich kann man also sagen, dass alles zusammenpassen muss. Wir kommen natĂŒrlich auch sehr gerne ins LĂ€ndle und dass wir das bisher nicht taten hat nichts damit zu tun, dass wir zu faul sind eine 1000-Kilometer-Strecke zu fahren, aber es geht auch ums Angebot der Region.“

John McClane: „Die Mehrheit der Shirts haben noch immer einen außerordentlich kurzen Schnitt. Hat man Einfluss auf den Schnitt? Wer legt das Design der einzelnen Produkte fest?“

Andy Marek: „Das Design kommt in einem Brainstorming zustande, das wir gemeinsam abhalten und wo auch immer zwei, drei Damen und zwei, drei Herren dabei sind, die aus der Fanszene kommen. Der Schnitt an sich ist eher eine Sache, wo wir vom Produzenten abhĂ€ngig sind. Wir bestellen’s also nicht kĂŒrzer geschnitten, sondern das passiert leider manchmal. Bei der Layout- und Designfindung sind wir ein Team von sieben, acht Leuten.“

John McClane: „WĂ€re es möglich in Zukunft im Fanshop eine eigene Designlinie zu haben? Das (Kleidungs-)Angebot besteht eigentlich aus den Sportsachen und aus Shirts und Westen die nicht gerade unauffĂ€llig sind. Eine eigene Kategorie mit Understatement die nicht nur aus zwei Hemden, einer Krawatte und zwei Polos besteht wĂ€re da eine feine Sache.“

Andy Marek: „Ich wĂ€re da ganz auf deiner Welle. Ich wĂŒrde Understatement machen, wo es geht, auch weil ich mich selbst so kleide. Aber ehrlicherweise muss man sagen, dass die Produkte am Besten verkauft werden, mit denen du dich klar zu Rapid definierst, wo du klar das Rapidwappen oder SCR Symbol zeigst. Aber jetzt in der neuen Kollektion haben wir das Thema Understatement schon forciert.

Gold_Roger: „Könnte man in Zukunft bei den Fanartikeln, vor allem den T-Shirts, nicht enger mit Adidas kooperieren? Meiner Meinung nach haben die Momentanen alle einen etwas komischen Schnitt bzw. sind sie ziemlich schnell ausgeleiert.“

Andy Marek: „Wir haben zum Beispiel in der neuen Kollektion einige Adidas Sportswearteile dabei. Das Problem an dieser Sache ist einfach, dass es eine Preisfrage ist. Adidas ist grundsĂ€tzlich preislich höher angesetzt und wenn du mit den Artikeln auch noch etwas fĂŒr den Verein verdienen möchtest, dann kommst du insgesamt in ein Preissegment, das etwas zu hoch ist. Daher sind wir diesen Weg bisher nicht intensiv gegangen. Klar ist aber auch, dass wir an der QualitĂ€t arbeiten mĂŒssen, wenn diese nicht gut ist und daher ist Kritik wichtig.“

John McClane: „Adidas besitzt ja jĂ€hrlich sowas wie Standarddesigns fĂŒr Trikots. Es gab ja bereits in der Vergangenheit den Vorschlag eine Abstimmung zu machen. Eigene Designs sind ja laut Adidas nicht möglich aber könnte Rapid nicht einfach eine Vorauswahl machen (aus dem Adidas Angebot) und dann die Fans entscheiden lassen welches das neue werden soll?“

Andy Marek: „Da muss man aufpassen. Wir leben in einem Kommunikationszeitalter. Wenn du etwas schon tötest, bevor es erscheint, wird es beim Erscheinen nicht mehr gut. Wenn du im Internet drei mögliche Trikots postest und die Fans sind der Meinung, dass alle drei mies sind, schießen wir das Trikot schon ab, bevor wir es ĂŒberhaupt prĂ€sentiert haben. Wir haben gewisse Vorgaben, gegen die wir nicht wirken können. Mitbestimmt wird immer von Vertretern aus der Fanszene bzw. vom Ältestenrat und solche Dinge werden nicht am Tisch des Herrn Marek oder am Tisch des Herrn Edlinger beschlossen. Es gibt einen Partner, also unseren AusrĂŒster, der uns so weit wie möglich entgegenkommt. Aber wir können nur das machen, wo uns Adidas produktmĂ€ĂŸig hinfĂŒhrt.“

Flanders: „Gibt es Momente deiner Rapid Laufbahn an die du dich besonders gern zurĂŒckerinnerst? Irgendwelche Schmankerln auf Lager?“

Andy Marek: „Schmankerl
 Typisches Beispiel: Rapid wird österreichischer Meister 1996. Groß-Siegharts, meine Heimat, wird Meister 1996. Ich gehe danach zum Ernst Dokupil und frage ihn, ob wir nicht ein Testspiel Groß-Siegharts gegen Rapid machen können. Dokupil meinte „Ja, aber das kostet sehr viel Geld“ – meine Antwort darauf war, dass Groß-Siegharts das schon reinbringen wird, weil sehr viele Leute kommen werden. Im Endeffekt waren ĂŒber 3.000 Zuschauer vor Ort, es war eine Supergeschichte. Und am Tag des Spiels sagt Dokupil, dass der komplette Kader mitgenommen wird, aber jeder Spieler kann mit seinem Privat-PKW fahren. Die Strecke von Wien nach Groß-Siegharts betrĂ€gt, je nachdem wie man fĂ€hrt, zwischen 120 und 150 Kilometer. Und der Herr Tifon Ivanov ist mit seinem Ferrari gefahren – und wurde sechsmal von der Polizei aufgehalten! Als er angekommen war, kam er zu mir und sagte: „Bist deppert, sechsmal gezahlt“ und ich meinte nur „naja, dann fahr‘ halt langsamer“. Aber Trifon hat die Strafen immer gleich gezahlt.

Eines der schönsten und emotionalsten Erlebnisse fĂŒr mich war gar nicht unbedingt ein Meistertitel oder irgendein Europacuperlebnis, sondern das Zustandekommen, Umsetzen, Genießen und nach dem Schlusspfiff nach Hause gehen von Rapid gegen Liverpool. Wir hatten zum 110 Jahre JubilĂ€um bereits einen Vertrag mit Schalke abgeschlossen, obwohl wir eigentlich lieber gegen Liverpool gespielt hĂ€tten. Aber es war recht schnell klar: Liverpool wird nichts, das können wir finanziell nicht erstemmen, da haben wir keine Chance. Wir sind glĂŒcklich ĂŒber Schalke, planen bereits und plötzlich steht Liverpool da und die Verantwortlichen sagten uns, dass sie sich vorstellen könnten im „Vorbeifliegen“, bevor es zur Asientournee geht, gegen uns zu spielen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mit dem Agenturverantwortlichen zusammensitze und verhandle und ich dachte mir: „Der glaubt jetzt, dass er das Mörderg‘schĂ€ft machen wird“. Und im Hintergrund wusste ich aber, dass wir ins Happelstadion gehen werden, weil ich hundertprozentig sicher war, dass wir das Stadion voll machen. Das war eine Kamikaze-Aktion, das war im Juli und wir reden ĂŒber 50.000 PlĂ€tze, die du voll kriegen musst. Und als ich dann den Vertrag unterschrieb, wusste ich ganz genau, dass das eine Supergeschichte fĂŒr Rapid wird. Wir unterschreiben also und eine knappe Woche spĂ€ter sehe ich den Herren von der Agentur, er war Schweizer, wieder und er deutet auf den Vertrag und meint: „Sie haben mir da Ernst-Happel-Stadion hineingeschrieben“ – darauf ich: „Ja, dort spielen wir“ und er: „Ich habe geglaubt in HĂŒtteldorf! Wie viele Zuschauer gehen da rein?“ – „50.000“ – und dann kam ein unglĂ€ubiger und ĂŒberraschter Blick des Herrn von der Agentur. Das war also die erste HĂŒrde und dann ging’s weiter. Es war toll mit anzusehen, dass die Karten tatsĂ€chlich alle weggehen, dann haben wir einen tollen Spieltag, an dem alles passte: Wir gewinnen, es war ein schöner Tag, die Legenden fahren in Cabrios auf der Laufbahn im Kreis
 das war also wirklich eines der allertollsten Erlebnisse fĂŒr mich. Und vor allem wusste man danach unterm Strich, dass diese Sache fĂŒr den Verein einen so großen Imagemehrwert und finanziellen Mehrwert hatte – an dem Tag war einfach alles leiwand!“

John McClane: „Gibt es fĂŒr dich eine Deadline in Sachen Stadionsprecher? (z.B. ab 60 möchte ich aufhören) - Oder möchtest du einfach den Job solange machen bis es dir keinen Spaß mehr macht?“

Andy Marek: „Ich habe mir darĂŒber noch nicht den Kopf zerbrochen. Es macht mir unglaublich viel Spaß und ich möchte einfach, dass es bei den Leuten gut ankommt. So lange es gut ankommt und ich gesund bin, möchte ich es machen. Ich bin dabei auch immer sehr demĂŒtig – es ist etwas Besonderes bei Rapid diese Funktion ausĂŒben zu dĂŒrfen.

John McClane: „Andy Marek hat ja angeblich auch noch etwas Freizeit. Was macht er denn so gerne in dieser Freizeit? Gibt es etwas das du gerne machst um mal abzuschalten?“

Andy Marek: „Das letzte Wort ist das Entscheidende: Abschalten. Meine Frau sagt schon immer zu mir, dass ich ein Workaholic bin und nicht wirklich abschalten will. Aber was mich unglaublich ausgleicht, zu dem was ich bei Rapid viele Stunden mache, sind meine Moderationen. Das ist fĂŒr mich sehr wichtig. Ich habe sehr viele Moderatoren kennengelernt, die das Mikro einschalten und in ihren Augen laufen die Euro-Zeichen durch, bis sie das Mikro wieder ausschalten. NatĂŒrlich möchte ich auch was verdienen, ohne Geld können wir alle nicht leben, ABER: Ich hab‘ so viel Spaß am Moderieren – das ist eigentlich das, was ich als meinen Ausgleich bezeichne. Und sonst nĂŒtze ich natĂŒrlich jede Minute um mit meiner Familie zusammen zu sein. Man wird mich also ganz, ganz selten in einem Lokal antreffen, etwas trinken, mit Leuten unterwegs sein – eigentlich gar nicht. Außer ich moderiere dort und es ist mein Job! J

Zahi: „Haben sie die SommergesprĂ€che im ORF gesehen und wenn ja, welcher Politiker hat ihnen im Rahmen dieser Serie am besten und welcher am wenigsten zugesagt?“

Andy Marek: „Ja, habe ich gesehen. Am Besten hat mir der Herr Wolf gefallen.“

Zahi: „FĂŒr welche Randsportarten (Kegeln, Billard, Darts, Bowling, ...) können sie sich im TV begeistern, bzw. ĂŒben sie selbst aus?“

Andy Marek: „Ich bin grundsĂ€tzlich nicht der große Fernsehkonsument. Ich schau schon Fußball, aber nicht ĂŒbertrieben. Mit den Randsportarten ist es so, dass ich beim Moderieren des „ Tag des Sports“ immer ĂŒberrascht bin, welch unglaubliche Sportler und Sportlerinnen unser Land hat.In vielen Randsportarten sind wir Weltmeister. Ich selbst spiele ein bisschen Tennis, fahre ein bisschen Ski.“

MoBaY1: „Was waren deine bisher schönsten Rapid-Momente? Damit meine ich jetzt nicht nur Spiele, sondern auch positive Fanerfahrungen.“

Andy Marek: „FĂŒr viele Menschen werde ich immer der Stadionsprecher sein und fĂŒr viele Menschen immer der Fanbetreuer. Ich kann nur als Gesamtes sagen, was das Schönste war: Das Schönste war, dass ich dabei sein konnte – vielleicht auch als treibendes RĂ€dchen – dass wir aus leeren Stadien volle gemacht haben. Und dass wir aus 600, 700 Mitgliedern 7.000 gemacht haben und aus 1.000 Abonnenten mehr als 10.000. Das Schönste ist also sicher, dass ich zu dieser Entwicklung meinen Teil leisten konnte. Hamburg, Aston Villa – klar, war alles schön. Aber ich sehe das Gesamte als positivste Erfahrung und stehe dem auch demĂŒtig gegenĂŒber, weil ich genau weiß, wie schnell es wieder vorbei sein kann.“

Pat the Rat: „Ich habe nur eine Frage bez. des Nationalteams die mir wirklich am Herzen liegt: Leider Gottes wird das Fair Play bei gegnerischen Nationalhymnen in Wien mit den FĂŒĂŸen getreten. Wieso mahnen sie nicht provisorisch den Respekt ein? Durch das Zuwarten werden die Hymnen doppelt gestört: Zum einen durch das Pfeifkonzert, zum andern durch ihre Mahnung. Könnte man diese Problematik nicht offensiv angehen, auch um zu zeigen, dass man von offizieller Seite ein guter Gastgeber ist?“

Andy Marek: „Das ist eine sehr gute Frage. In diesen 19 Jahren und fast 100 LĂ€nderspielen habe ich alles miterlebt. Wir haben in Irland gespielt und wurden dort mit Applaus empfangen. Die Medien haben das aufgenommen und die Iren dafĂŒr gelobt, dass sie bei unserer Ankunft und nach der Hymne klatschten. Und diese Symbolik habe ich sofort in meine Moderation aufgenommen und es funktionierte. Aber es kann auch in die andere Richtung gehen. Wenn ich mich an der Outlinie vor der Partie „wichtig mache“ und Fairplay von den Fans einfordere – und da ist es dann egal, ob da unten der Marek, der Huber oder der Schmidt steht – kann dieser Versuch ein Thema zu sensibilisieren den Gegeneffekt zur Folge haben. Klassisches Beispiel, wenn dir deine Eltern als junger Bub sagen, du sollst etwas nicht machen – du wirst es wahrscheinlich machen, um zu entdecken, warum du etwas nicht machen solltest. Mir wĂ€re es natĂŒrlich am allerliebsten, wenn das Thema kein Problem wĂ€re, ganz ohne meinen Beitrag. Aber gerade gegen Deutschland ist sowas natĂŒrlich ein Wandern auf der Rasierklinge, weil Deutschland eben sehr polarisiert. Ich kann natĂŒrlich vor dem Deutschland-Spiel sagen: „Meine Damen und Herren, begrĂŒĂŸen wir unsere GĂ€ste, die jetzt zum AufwĂ€rmen kommen“
 aber da ist es wahrscheinlich besser, wenn ich gar nichts sage. Es kommt hier immer auf den Gegner an. Es wird (oder wĂŒrde) hie und da im Vorfeld gelingen das abzustellen, aber gerade bei den vermeintlich unbeliebten oder polarisierenden Gegnern hast du keine Chance.“

GRENDEL: „Strebt dein Sohn eine Karriere bei Rapid an oder schnuppert er nur bzw. macht er beim Verein ein Praktikum?“

Andy Marek: „Ich habe ihn in den Ferien eingeladen, dass er ohne Bezahlung mithilft. Das war jetzt mal sowas wie seine Taufe. Jetzt darf er am Spieltag mithelfen und ich möchte betonen, dass er das ehrenamtlich macht. Er wĂŒrde auch barfuß die 140 Kilometer von Groß-Siegharts nach Wien gehen, um dabei sein zu dĂŒrfen. Er strebt schon eine Karriere bei Rapid an, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg, denn er ist erst 15 Jahre alt, hat noch drei Jahre Gymnasium vor sich, danach Bundesheer (oder was auch immer es dann geben wird). Es ist also noch ein weiter Weg, aber es ist unglaublich, wie er Rapid lebt und er ist ein guter, fleißiger Bursch. Wenn er mit mir unterwegs ist, hört er natĂŒrlich ĂŒber viele hundert Kilometer meine Telefonate mit allen Emotionen und kennt sich daher auch besser aus, als viele vermuten. Er hört wenn ich mit Fans telefoniere, wenn ich mit dem PrĂ€sidenten telefoniere oder mit jemand anderem. Und manchmal weist er mich dann schon darauf hin: ‚Papa, das hast du das letzte Mal so und so gesagt, das musst du jetzt schon auch wieder so machen‘. Er ist also wirklich komplett vom Rapid-Virus infiziert, aber jetzt muss er mal schauen, dass er das Gymnasium fertig macht und dann schauen wir weiter.“

Word-Rap von valderama:

Um ein bisserl Niveau in die Fragerunde zu bringen, stell ich dem hochgeschÀtzten Andy Marek jetzt die wirklich wichtigen Fragen:

Ambros oder Fendrich? Fendrich

Schnitzerl oder Tafelspitz? Schnitzerl

Wien oder Waldviertel? Jetzt hau‘ ich so viel zam: Waldviertel J

Stadionsprecher oder Schlagerstar? Stadionmoderator

1996-er oder 2008-er Rapid? 2008, weil viel mehr Verantwortung

Deutschland oder Italien (Nationalteamfußball)? Bist deppert! Und jetzt hĂ€ngen’s mich auf: Deutschland! J

Bier oder Achterl? Gar nichts.

Barcelona oder Real? Barcelona

Champions-League-Gruppenphase oder Europa-League-Viertelfinale fĂŒr Rapid (rein sportlich, nicht monetĂ€r)? Europa-League-Viertelfinale

Tramperurlaub oder alles inklusive? Jetzt oute ich mich ganz. Eigentlich habe ich die Zeit fĂŒr einen Tramperurlaub nicht. Deshalb buche ich immer ganz schnell All-Inclusive, aber ich hĂ€tte lieber einen Tramperurlaub. Also Tramperurlaub!

Vorstadtbeisl oder Innenstadtcocktailbar? Vorstadtbeisl.

Mundl oder amerikanische Sitcom? Ganz klar Mundl.

bearbeitet von GRENDEL

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Die Hilfe fĂŒr den ASB-Alltag
]Elwood:[/b] „Warum waren sowohl in Novi Sad als auch in Thessaloniki unzĂ€hlige Leute in unserem Sektor, die in Österreich stadionverbot haben? Ein “das Stadionverbot gilt nur in Österreich” reicht mir ĂŒbrigens nicht als Antwort.“

Andy Marek: „Dann habe ich keine Antwort.“

haha... sau leiwand

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Im ASB-Olymp

Interessantes Interview, aber die Folgende Antwort fand ich ziemlich oarg, um nicht zu sagen eine Frechheit. Ich meine, es kann doch nicht im Interesse des Vereins sein solche Leute mitzunehmen, ihnen Tickets zu verkaufen und eventuell sogar die Reise zu organisieren. Wenn das wirklich die Meinung vom Hr. Marek ist, dann muss ich sagen, dass es echt an der Zeit war, dass er die Fanarbeit abgibt, so traurig das auf Grund seiner Verdienste auch ist. :kopfwand:

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Elwood: „Warum waren sowohl in Novi Sad als auch in Thessaloniki unzĂ€hlige Leute in unserem Sektor, die in Österreich stadionverbot haben? Ein “das Stadionverbot gilt nur in Österreich” reicht mir ĂŒbrigens nicht als Antwort."

Andy Marek: „Dann habe ich keine Antwort.“

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bearbeitet von zahi

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ÂŻ\_( ͥ° ͜ʖ ͥ°)_/ÂŻ

Da sind aber schon sehr viele "ist halt so, ist bei anderen auch so, können wir nicht Àndern" Antworten dabei.

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ASB-Halbgott

Ich finde die Antwort auch etwas heftig. Auf der anderen Seite: Was soll er denn großartig sagen? "Bla bla es gibt keine rechtliche Handhabe, Stadionverbote im Ausland nicht exekutierbar, die griechische Polizei interessiert das nicht, wir bemĂŒhen uns eh aber können nichts dagegen machen, wenn die "unten ihre Karten kaufen" ... bla bla".

Hier mĂŒsste die UEFA federfĂŒhrend agieren und "internationale Stadionverbote" oder Ă€hnliches einfĂŒhren. Das kann man nicht von Rapid erwarten...

Da sind aber schon sehr viele "ist halt so, ist bei anderen auch so, können wir nicht Àndern" Antworten dabei.

Sehe ich auch so. Wirkt insgesamt etwas resignierend. Wir bemĂŒhen uns eh aber mehr geht halt net und bei de anderen i a net vĂŒ besser...

Einzig die Passage mit Besiktas fand ich interessant. Es wĂ€re durchaus ĂŒberlegenswert Ă€hnlich zu agieren, bei Hochrisikospielen, wie gegen PAOK, wo man ja schon im Vorfeld ob der Probleme Bescheid wusste...

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My rule is never to look at anything on the Internet.

Ich finde die Antwort auch etwas heftig. Auf der anderen Seite: Was soll er denn großartig sagen? "Bla bla es gibt keine rechtliche Handhabe, Stadionverbote im Ausland nicht exekutierbar, die griechische Polizei interessiert das nicht, wir bemĂŒhen uns eh aber können nichts dagegen machen, wenn die "unten ihre Karten kaufen" ... bla bla".

Hier mĂŒsste die UEFA federfĂŒhrend agieren und "internationale Stadionverbote" oder Ă€hnliches einfĂŒhren. Das kann man nicht von Rapid erwarten...

Rapid kann ĂŒber sein Kontigent ja komplett verfĂŒgen, wenn sie die nicht an die Stadionverbotler, die ja die meisten deshalb Stadionverbote haben, weil sie Rapid geschadet haben (also Blödsinn gemacht haben im Umfeld von Rapid), verkaufen und die dann unten sich in den neutralen Sektor setzen ist das wohl nicht im Bereich von Rapid. Verkauf ich ihnen aber die Karte, dann versteh ich nicht, wieso ich ĂŒberhaupt bei der Bundesliga ein SV beantragt habe.

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#27 Branko Boskovic

Der Marek oder sonst wer kann keinen außerhalb von Rapid Hausverbot erteilen. Das Stadionverbot gilt rein nur fĂŒr Österreich, ich seh da keinerlei Probleme ehrlich gesagt. Ich wĂŒsst auch nicht was der Marek da machen sollt, daher auch seine Antwort. Er kann ja nicht hergehen und einfach irgendwas entscheiden ohne Grundlage. Selbst wenn er hergehen wĂŒrde und sagt er verkauft keine Karten an gewisse Personen, die Karten sind nicht personalisiert und somit kommst leicht ran. Kaufts halt die heilige Maria und teilts dann aus.

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Im ASB-Olymp

Rapid kann ĂŒber sein Kontigent ja komplett verfĂŒgen, wenn sie die nicht an die Stadionverbotler, die ja die meisten deshalb Stadionverbote haben, weil sie Rapid geschadet haben (also Blödsinn gemacht haben im Umfeld von Rapid), verkaufen und die dann unten sich in den neutralen Sektor setzen ist das wohl nicht im Bereich von Rapid. Verkauf ich ihnen aber die Karte, dann versteh ich nicht, wieso ich ĂŒberhaupt bei der Bundesliga ein SV beantragt habe.

Stimmt genau. Ich könnt in die Luft gehen, wenn ich lese, dass Rapid solchen Leuten mit Stadionverbot Karten verkauft, noch dazu fĂŒr ein Spiel wo lt. eigener Aussage vom Andy Marek alle gewusst haben, dass das fantechnisch ein extrem kritisches ist. Das kann es bitte doch nicht sein. Und dann nicht mal den Fehler eingestehen sondern auf die Frage von Elwood mit so einer Antwort zu kommen macht mich echt grantig! :mad::fluchen:

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Der Marek oder sonst wer kann keinen außerhalb von Rapid Hausverbot erteilen. Das Stadionverbot gilt rein nur fĂŒr Österreich, ich seh da keinerlei Probleme ehrlich gesagt. Ich wĂŒsst auch nicht was der Marek da machen sollt, daher auch seine Antwort. Er kann ja nicht hergehen und einfach irgendwas entscheiden ohne Grundlage. Selbst wenn er hergehen wĂŒrde und sagt er verkauft keine Karten an gewisse Personen, die Karten sind nicht personalisiert und somit kommst leicht ran. Kaufts halt die heilige Maria und teilts dann aus.

Dann kann er ja noch immer sagen, dass sie an solche Leute nicht verkauft werden, aber man natĂŒrlich keinen Einfluss darauf hat, wenn einer sie sich ĂŒber einen Bekannten besorgt. So wirkt es zumindest, als er trotz des Wissen, dass einer SV hat, ihm eine Karte fĂŒr Spiele im Ausland verkauft. Hat halt einen komischen Beigeschmack.

Und ja, natĂŒrlich hat Rapid die Möglichkeit den Leuten zumindest nicht die Karte direkt zu verkaufen. Die Grundlage ist, dass Leute mit SV eben schon irgendwas ausgefressen haben. Mehr braucht es ja eh nicht.

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Im ASB-Olymp

Der Marek oder sonst wer kann keinen außerhalb von Rapid Hausverbot erteilen. Das Stadionverbot gilt rein nur fĂŒr Österreich, ich seh da keinerlei Probleme ehrlich gesagt. Ich wĂŒsst auch nicht was der Marek da machen sollt, daher auch seine Antwort. Er kann ja nicht hergehen und einfach irgendwas entscheiden ohne Grundlage. Selbst wenn er hergehen wĂŒrde und sagt er verkauft keine Karten an gewisse Personen, die Karten sind nicht personalisiert und somit kommst leicht ran. Kaufts halt die heilige Maria und teilts dann aus.

Du willst mir aber nicht wirklich erklĂ€ren, dass der Verein das nicht verhindern kann, denn er es verhindern will. DafĂŒr gibts Mittel und Wege!

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