Richie_106

Kann ich nicht trauern?

14 Beiträge in diesem Thema

Hallo!

Zu allererst, ich mein das hier jetzt durchaus ernst, und will hier niemanden verarschen. Ich will hier auch keineswegs Beileidsbekundungen abstauben..... Es is immerhin eine (für mich) wichtige Frage:

Bin ich irgendwie meier im Hirn?

Geht konkret darum, dass in meiner Familie in letzter Zeit 3 Leute draufgegangen sind. Vor ein paar Monaten mein Opa, vor ein paar Wochen meine Oma und heute mein Cousin. (Wird eh ev. in den Nachrichten kommen.... wurde von nem Zug überrollt)

Alle sind da jetzt immer so tief betroffen, weinen und trauern. Mich kratzt das alles irgendwie nicht sonderlich. Heute wars echt schlimm als ich vom Tod meines Cousins erfahren habe, war mein erster Gedanke:"Fuck, schon wieder so n langweiliges Begräbnis!"

Ich bin nichtmal 5 Minuten für mich allein gewesen, um über besagte Person nachzudenken..... nichts.....

Ich mein, diese Leute sind ja nicht irgendwelche Menschen. Sind Personen die ich kannte, mit denen ich div. konkrete Erlebnisse verbinde usw.

Total krank, oder?

bearbeitet von Richie_106

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erstmal: mein beileid!

klar ist, dass jeder mensch anders trauert. der eine mehr, der andere weniger. vl is es bei dir auch einfach nur ein schockzustand, man muss ja nicht gleich in tränen ausbrechen. weinen is halt die erste reaktion, heißt aber nicht, dass das bei jedem so sein muss.

zeigst du sonst gefühle? wenn du mit freunden unterwegs bist, bist du eher extrovertiert oder introvertiert? lachst du oft? würdest du dich selbst als humorvoll beschreiben?

als beispiel mein um 2 jahre älterer cousin:

mein cousin kann zb überhaupt keine gefühle zeigen, früher hat er vl 5 mal im jahr gelacht, wenn überhaupt. mittlerweile is es aber besser geworden, weil er lebensfroher geworden is (ca seit 4-5 jahren). er lacht öfter, schmunzelt öfter, erzählt selbst von sich aus mehr usw..

hat auch schon mit 15 ganz allein in wien gewohnt.

er konnte zb auch nie weinen. er wollte nie zugeben, dass er müde ist. alle gehen schlafen, er versucht krampfhaft aufzubleiben, uns etwas zu beweisen. wenn man ihn dann doch erwischt hat, wie er die augen geschlossen gehabt hat, hat ers trotzdem vehement abgestritten!

ws weiß er, dass seine eltern sich nicht wirklich um ihn gekümmert haben und sein größerer bruder viel mehr aufmerksamkeit bekommen hat. hat sogar dazugeführt, dass er mit 8 jahren (!) im urlaub einfach abgehaut ist und wir (die ganze familie) ihn suchen hat müssen. wir haben mit der polizei kontakt gehabt. nach 5-6 stunden hat ihn die polizei dann gebracht... er is einfach am strand entlang gegangen, bis er nimmer wollte. wollte damit ws ein zeichen an seine eltern setzen "schauts her, mich gibts auch noch"

ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen, aber vl hast du auch das gefühl, dass dir deine eltern nicht die aufmerksamkeit geschenkt haben, wie du es dir erhofft hast bzw die du brauchst. vl hast du dadurch nie die möglichkeit gehabt empathie zu entwickeln.

ich weiß ja nicht wie alt du bist bzw ob du auch ältere geschwister hast und kann dich auch so übers internet schwer einschätzen, jedenfalls gibts eine menge gründe dafür.. das heißt aber nicht, dass du ein schlechter mensch bist, vl bricht die ganze trauer iwann mal aus dir raus.

wenns dich beunruhigt: geh zu einem psychologen. es is keine schande, wenn man hilfe von anderen braucht. finds auch mutig, dass du dich schon mal getraut hast hier zu schreiben, vermittelt mir auch iwie den eindruck, dass du was verändern willst.

kopf hoch ;)

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Also eig. würd ich mich als recht fröhlichen Menschen bezeichnen. Auch während der Arbeit usw. versuch ich immer, dass der Schmäh rennt und bin so eig. relativ offen usw. Ich lache gerne und oft, bin auch keineswegs ein "Kellerkind", dass sich vor andren versteckt. ;)

Ich merks auch zB bei meiner Freundin.... die fängt halt eher leichter an zu heulen und schüttet (zB beim Tod eines Bekannten) ihr Herz aus usw. Da gehen meine Reaktionen dann von -Ich kann sie nicht verstehen- bis -Okay, ich verstehs, hab aber keine Ahnung wie ich darauf jetzt reagieren soll-

Da kann ichs jetzt eig. gut vergleichen:

Ihre Oma ist gestorben - "Oh mein Gott, ich bin ja so arm, hab keine Oma mehr,...... meine arme Oma......!"

Meine Oma ist gestorben -"Okay, was solls. Sie hatte ein schönes Leben, irgendwann müssen wir alle abtreten!"

Mich wurmt das ja selber, warum das bei mir so is. Irgendwie total gefühlskalt... Ich kann irgendwie mit so Gefühlsduselei net sonderlich viel anfangen. Als Kind (jetzt bin ich zarte 24) war ich da, laut meinen Eltern, um einiges sensibler^^

bearbeitet von Richie_106

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Mach dir keine Sorgen, muss nicht immer was schwer psychologisches sein, kann einfach sein dass du starke Nerven hast und du das leichter weg steckst.

Mir gehts bei solchen Sachen nämlich sehr ähnlich wie dir und ich glaub ich kann mich sehr wohl als lustigen Menschen bezeichnen ;)

Jeder steckt sowas einfach anders weg und egal wie mans wegsteckt, keine Art ist besser oder schlechter.

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ich würde gleich mal ins internet einsteigen und am besten in einem fußballforum meine psychischen probleme breit treten. irgend ein hobbypsychologe wird schon dabei sein, der sich dein leid über langweilige begräbnisse anhört. was man in der zeit schon alles machen könnte. auto waschen, fußball schauen, internetsurfen.....

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ich würde gleich mal ins internet einsteigen und am besten in einem fußballforum meine psychischen probleme breit treten. irgend ein hobbypsychologe wird schon dabei sein, der sich dein leid über langweilige begräbnisse anhört. was man in der zeit schon alles machen könnte. auto waschen, fußball schauen, internetsurfen.....

Pompfi :facepalm:

ASB más que un foro

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Vielleicht gehen dir ganz banal gesehen die Menschen einfach zu wenig ab, um dieses egoistische Gefühl "ich hab was wichtiges verloren" aufbauen zu können. Ich glaub viele trauern nicht, weil sie mitleid mit dem/den Verstorbenen haben, sondern weil sie selbst was wichtiges im Leben verloren haben. Siehe Trennungen. Da "trauert" man ja auch nicht, weil die Ex jetzt einen neuen hat und glücklicher ist als vorher, sondern weil man selbst was glücklich machendes verloren hat.

ich würde gleich mal ins internet einsteigen und am besten in einem fußballforum meine psychischen probleme breit treten. irgend ein hobbypsychologe wird schon dabei sein, der sich dein leid über langweilige begräbnisse anhört. was man in der zeit schon alles machen könnte. auto waschen, fußball schauen, internetsurfen.....

Ist man sowas auch, wenn man Psychologie studiert? Oder nur, wenn man so wie ich einfach mal wieder was daher labert? :feier:

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Kommt vor allem drauf an, wie sehr du diesen Personen nahgestanden bist, als in dem Jahr mein Großvater Väterlicherseits gestorben ist war ich auch ned sonderlich betroffen, eben weil ich ihn grad einmal höchstens 2 mal im jahr gesehen hab und ich nicht gerade eine enge Bindung mit ihm hatte...

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Trauerst du, wenn dich deine Freundin verlässt? (damit meine ich nicht, dass sie stirbt)

Ich denke einfach, dass dir die Personen nicht nah genug standen, damit du lange Trauerarbeit benötigst, um das zu verarbeiten. Es wird halt eine Kombination von eher emotionslosem Menschen gepaart mit einem zu wenig nahem Verhältnis zu den Verstorbenen sein ...

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Bei meinem Cousin wars vor einigen Jahren (1999) auch so. Hat innerhalb 4 Monaten Schwester und Vater verloren. Nach aussen hin machte es den Anschein, als interessierte es ihn null. War wie immer super drauf, riss schmähs usw. usw.

Zwei jahre später fiel er in ein tiefes Loch, woraus er jetzt noch ned ganz rausgekrabbelt is - schiach sowas

Mein Beileid, Richie

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