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Dannyo

[Spielerinfo] Marcel Ketelaer

21 posts in this topic

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Wie immer: Diese Spielerinfo ist © by austriansoccerboard.at!

Wenn euch diese Spielerinfo gefällt, verlinkt hierher, aber kopiert sie nicht einfach woanders hin, THX! =)

FOTOS: HIER, HIER und HIER

DATEN UND FAKTEN

Name: Marcel Ketelaer

Nationalität: Deutscher

Geburtsdatum: 3.November 1977

Alter: 30

Hauptposition: Linkes Mittelfeld

Nebenpositionen: Linkes offensives Mittelfeld, offensives Mittelfeld

Größe: 173cm

Gewicht: 66kg

Momentaner Verein: SK Rapid Wien

Bisherige Vereine: Austria Kärnten, FC Pasching, LR Ahlen, 1.FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach, Hamburger SV

VOM SUPERTALENT IN ÖSTERREICHS FUSSBALLPROVINZ

"Ich könnte mir links und rechts eine reinhauen - ich könnte heuer mit etwas Glück bei der Weltmeisterschaft dabei sein!" - Das sagte Rapids Neuverpflichtung Marcel Ketelaer noch vor zwei Jahren. Dass er damals nach derart hochgesteckten Zielen strebte, hatte einen Grund. Der heute 30jährige Mittelfeldspieler galt einst neben Sebastian Deisler als DAS deutsche Fußballtalent seines Jahrgangs.

Die Karriere des Marcel Ketelaer begann bereits im Alter von vier Jahren bei Borussia Mönchengladbach. Als Marcel 22 Jahre alt war, spielte er noch immer beim selben Verein - in der Zwischenzeit spielte er nicht nur einige Erstligaspiele für Gladbach. Alles der Reihe nach: Sein Debüt in der ersten Elf von Mönchengladbach gab Ketelaer in der Saison 1995/96 im Alter von 18 Jahren. Eine Saison später kam er zwei weitere Male zum Einsatz. Interessant wurde es jedoch ab der Saison 1997/98, in der sich Ketelaer 19jährig in der Kampfmannschaft der Gladbacher durchsetzte und 25 Ligaspielen absolvierte.

In dieser Saison schaffte es der offensiv ausgerichtete Ketelaer ins U21-Nationalteam Deutschlands. In dieser Juniorenauswahl spielte er zehnmal, erzielte drei Tore. Während er in der "U21" von Deutschland spielte, pfiffen die Spatzen bereits von den Dächern, dass es nicht mehr lange dauern würde bis Marcel in der deutschen Nationalmannschaft Fuß fassen würde.

Doch die Saison 1998/99 veränderte die Karriere Ketelaers erstmals auf drastische Art und Weise. Marcel war im offensiven Mittelfeld Gladbachs weiterhin gesetzt, spielte insgesamt 26 Ligapartien, erzielte dabei einen Treffer. Doch leider stieg Gladbach in die zweite deutsche Bundesliga ab und Ketelaer entschied sich dazu, seinem Verein in die zweite deutsche Liga zu folgen. Mit Ketelaer stiegen in dieser Saison auch Robert Enke, Patrik Andersson, Michael Frontzeck, Sebastian Deisler, Karlheinz Pflipsen, Marcel Witeczek, Jörgen Pettersson, Andrei Voronin und last but not least Toni Polster ab.

Die Saison 1999/2000 brachte für Gladbach einen erzwungenen Neuanfang. Der Wiederaufstieg gelang Gladbach zwar nicht, doch Ketelaer präsentierte sich 22jährig als eine der großen Stützen seines Teams. In 30 Meisterschaftsspielen brachte es Ketelaer auf zehn Treffer. Da der Aufstieg jedoch nicht gelang, wechselte Ketelaer den Verein in Richtung Hamburg. Innerhalb weniger Wochen wechselte Marcel aus der zweiten deutschen Bundesliga in die Champions League.

In seiner ersten Saison beim Hamburger SV bestritt Ketelaer immerhin 24 Plfichtspiele, in denen er zwei Treffer erzielte. Erstmals konnte der Linksfuß ernste internationale Erfahrungen sammeln - gegen La Coruña, Juventus Turin und Panathinaikos zeigte der HSV passable Leistungen, spielte 4:4 gegen Juve und gewann auswärts gegen die Italiener mit 3:1. Bevor Ketelaer den Wechsel zum Hamburger SV klar machte, galt er bereits als Zweitligist als "Quasi-Nationalspieler". Er genoss ungefähr denselben Stellenwert, den der heutige Gladbacher Marin derzeit genießt. Im Laufe der Saison 2000/01 wurde Ketelaer jedoch durchaus auf den Boden der Realität zurückgeholt, was jedoch an Fehlern seinerselbst lag.

Von den angesprochenen 24 Pflichtspielen machte Ketelaer 16 von Beginn an, wurde achtmal eingewechselt und zwölfmal ausgewechselt. Über neunzig Minuten ging es also in dieser Saison nur viermal. Doch das Engagement Ketelaers in Hamburg war allgemein nicht einfach, denn der heute 30jährige "ist Gladbach". Seine gesamte Familie war zu dieser Zeit in Gladbach, die Borussia war sein Herzensklub und so pendelte Ketelaer regelmäßig von Mönchengladbach nach Hamburg und umgekehrt. In der darauffolgenden Saison schlug langsam aber sicher die Stunde der Wahrheit. 2001/02 machte Ketelaer nur 17 Spiele für den Hamburger SV und der damalige HSV-Trainer Kurt Jara wollte das "ewige Talent" aus Mönchengladbach auch gerne behalten, doch aus verschiedenen Gründen - unter anderem der durchaus schwachen Mentalität des Marcel Ketelaer, der zu diesen Zeit scheinbar nicht wirklich wusste, was er will und nicht zielgerichtet genug war, folgte zunächst ein Leihgeschäft mit dem Stammverein Ketelaers.

2002/03 war Ketelaer also wieder zu Hause - 20 Spiele spulte er ab, nur die Hälfte davon von Beginn weg. Ketelaer war bei weitem nicht mehr eine solche Stütze wie zwei Jahre zuvor. Einer der Gründe dafür war weiterhin das ständige Pendeln zwischen Hamburg und Gladbach, das nun umgekehrt weiterging. Eines Tages entkam dem damaligen Gladbach-Coach Hans Meyer die Aussage, dass er Ketelaer nicht brauchen konnte, weil er unter der Woche andauernd pendelt. Donnerstags fährt er nach Hamburg, Freitags kommt er wieder nach Gladbach, Samstag ist Match - so kann man kein Stammspieler sein.

Eine Rückkehr zum Hamburger SV wäre nun dennoch logisch gewesen, denn Gladbach bewegte sich im Niemandsland der Tabelle und der Hamburger SV qualifizierte sich für den UEFA-Cup. Ketelaer hätte sich durchbeissen können, tat es jedoch nicht. Heute sagt er, dass er sich wegen damals noch heute in den Hintern beissen könnte - der HSV erlebte gerade in dieser Zeit wieder den Beginn eines Höhenflugs, doch Ketelaer entschied sich für sein Herz und blieb gleich in Gladbach, wo er auch die Saison 2003/04 verbrachte.

Es sollte seine vorerst letzte Saison in Gladbach werden - hätte man vor fünf Jahren damit spekuliert, was Ketelaer machen würde, wenn in seinem Karriereherbst noch einmal ein Angebot aus Gladbach gekommen wäre, wäre die einzig logische Annahme der Wechsel Ketelaers zu "seinem" Verein gewesen. Doch heute sieht die Welt anders aus und Ketelaer sprach sich in einem Interview sehr negativ über den Verein aus, den er selbst nicht mehr "Verein" nennt. Laut Ketelaer handelt es sich be Gladbach mittlerweile um eine Firma, die vermarktet und verkauft werde, wie eine Kiste Cola im Supermarkt. Gladbach sei stets ein Arbeiterverein gewesen, getragen von den Arbeitern und dem Fleiß der Menschen aus der unmittelbaren geografischen Umgebung. Doch dies habe sich zuletzt geändert, was ein Grund dafür ist, dass Ketelaer in Österreich bleiben möchte. Ein weiterer Grund ist dessen österreichische Freundin.

Eben diese Saison 2003/04 war ein enormer Rückschritt für Ketelaer. Anstatt im Kader des HSV um internationale Einsätze und himmelstrebende Ligapositionen zu kämpfen, machte Marcel nur acht Saisonspiele für Gladbach. Nach mehr als 130 Spielen war die Gladbach-Karriere des 173cm großen Mittelfeldmannes im Sommer 2004 vorerst erledigt.

Ketelaer kiefelte. Er kiefelte an den Fehlern, die er aus mentaler Schwäche und Unentschlossenheit in den letzten Jahren beging. Und so landete er für ein Jahr beim 1.FC Nürnberg. Ein Cup-Spiel in Teningen und vier Einwechslungen in der Bundesliga. Ketelaer war endgültig auf dem harten Boden der Fußballrealität angekommen. Genau vier Jahre zuvor wurde er noch als Supertalent und künftiger Teamspieler gehandelt, doch ebenso wie sein damaliger Jahrgangskollege Sebastian Deisler klatschte er wieder hart auf dem Boden auf.

Wenn man nicht nach oben durchstarten kann, muss man eben einen Schritt zurück machen, um danach drei nach vorne machen zu können. Also entschloss sich Ketelaer nach seinem völlig missglückten Nürnberg-Engagement zu einem Wechsel in die zweite deutsche Bundesliga. Im Herbst 2005 ging Ketelaer, mittlerweile wesentlich defensiver ausgerichtet als fünf Jahre zuvor, als er schon fast als Flügelflitzer durchgehen konnte, für LR Ahlen auf Torjagd. Das Tor traf er zwar nicht, doch dank der 15 Spiele, die er für Ahlen bestritt, kam er wieder ein wenig in den Rythmus. Und schließlich kam der Kontakt nach Österreich zustande...

Kurt Jara hält große Stücke auf den 30jährigen Marcel Ketelaer, wollte ihn prinzipiell im Winter 2005 nach Salzburg holen, doch die Position war bereits mit Patrik Jezek besetzt. Auch ein Kontakt zur Wiener Austria wurde hergestellt - Stepan Vachousek versperrte jedoch den Platz in der Startelf. Dann waren da noch Ried und eben Pasching, wo gerade Andy Heraf am Ruder war. Ebendieser bemühte sich am Intensivsten um den deutschen Mittelfeldspieler und so entschieden sich Ketelaer und seine österreichische Freundin in Richtung Pasching zu ziehen.

In seiner ersten Halbsaison für Pasching hatte Ketelaer sicher noch ein wenig mit fußballerischem Jetlag zu kämpfen - nach den schwachen vorangegangenen zwei Jahren musste er erst wieder Spielpraxis sammeln und sich auch an das anders, härter geführte Spiel in Österreich gewöhnen. Doch bereits in seinen ersten vier Monaten in Pasching stand Marcel 13mal auf dem Platz und erzielte drei Tore. Eines davon war ein vorentscheidendes Tor gegen die Wiener Austria, eines ein Siegestor auswärts gegen Red Bull Salzburg.

Die Saison 2006/07 brachte Ketelaer wieder ins Business - die zweite Saison für Pasching verlief intensiv und mit vielen Spielen über 90 Minuten. In 28 Pflichtspielen erzielte Ketelaer fünf Treffer, gegen Rapid gelang ihm kein Tor. In Ried sah Ketelaer dafür spät aber doch die erste rote Karte seiner Profikarriere, im UEFA-Cup gegen Livorno durfte er kurz wieder europäische Fußballluft schnuppern. Ketelaer wurde zum Stammspieler bei den starken Paschingern und es schien wieder bergauf für den nun 29jährigen zu gehen.

Doch dann fiel Franz Grad ein, dass Fußball eh fad ist - Pasching wurde Kärnten und Ketelaer musste sofort wieder umziehen. Eine Knöchelverletzung warf ihn bereits im Oktober 2007 zurück und Ketelaer spielte für den neuen Verein SK Austria Kärnten nur in den ersten sechs Spielen der Saison 2007/08. Sein letztes Pflichtspiel absolvierte der nach wie vor wegen eines Muskelfaserrisses rekonvaleszente Ketelaer am 11.August 2007 gegen den SV Mattersburg. Drei Tage zuvor spielte Ketelaer durch, als Austria Kärnten im Hanappi-Stadion mit 0:4 unterging.

Ketelaer wurde nun für eine Saison plus Option vom SK Rapid engagiert, woraufhin sich viele Fans fragten, was dieser Transfer bewirken soll. Zwar wurde er nicht so präsentiert, aber es wirkt so, als sei der 30jährige Ketelaer als Ersatz für den 22jährigen Flügelflitzer und Publikumsliebling Ümit Korkmaz geholt werden. Ersetzen kann Ketelaer Korkmaz mit Sicherheit nicht, da er nicht derselbe Spielertyp wie der Neo-Teamspieler ist. Ketelaer ist nicht mehr der Schnellste, dafür technisch im Stand und in Bewegung stark.

Eine der größten Stärken Ketelaers sind seine gut getretenen Standardsituationen, sowohl direkt als auch indirekt, wovon beispielsweise Stefan Maierhofer stark profitieren könnte. Dies war letztes Jahr ohnehin ein kleines Problem Rapids. Eine andere Stärke Ketelaers ist es, dass er sehr kontrolliert Tempo aus einem Spiel nehmen und es auch wieder beschleunigen kann. Dieser Aspekt erinnert ein wenig an die Spielanlage von Branko Boskovic. Andererseits muss allerdings auch erwähnt werden, dass Ketelaer ein Spieler ist, bei dem im Umfeld alles funktionieren muss. Dies zeigt seine gesamte bisherige Karriere, denn in Gladbach ging es erst abwärts, als mit dem Hamburger SV eine zweite Partei an Marcel dran war. Fast drei Millionen Euro Ablösesumme wurde für ihn gezahlt, danach die Sache mit dem Pendeln, Heimweh... richtig gut ging es ihm speziell in seiner zweiten Saison in Pasching, als das zusammengeschweisste Team bereits wie eine Familie zu sein schien. In einem Interview betonte Ketelaer auch, dass er den "Vereinswechsel" zu Austria Kärnten bedauert, da dadurch das familiäre Mannschaftsgefüge auseinandergerissen wurde.

Ich traue Ketelaer durchaus gute Leistungen zu, unter der Voraussetzung, dass er sich in Wien wohl fühlt. Prinzipiell sollte der Deutsche jedoch zweite Wahl hinter Kavlak auf der linken Mittelfeldseite sein. Geht es um späte Einwechslungen bei Rückständen, ist Ketelaer jedoch meines Erachtens genau so wertvoll wie ein guter Angreifer, da er enorm helfen kann, wenn es darum geht hohe Bälle in die Gefahrenzone zu bringen, sei es aus Standardsituationen oder aus dem Spiel.

Bei Kärnten trug Ketelaer die Rückennummer 7, bei Pasching ebenfalls. Bei Nürnberg hatte er die 8, bei Gladbach 22 und 27. Bei Rapid dürfte es wieder eine neue Nummer werden.

© Dannyo / www.austriansoccerboard.at

Hoffe informiert zu haben! :)

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Vielen Dank für die tolle Info, bereits die zweite innerhalb kürzester Zeit! Glaube, dass deine Beschreibung wesentlich dazu beiträgt, dass er von einigen Skeptikern nun doch um einiges positiver gesehen wird.

Das mit der österreichischen Freundin hab ich überhaupt nicht gewußt, wenn er nun in Wien od. Umgebung ein schönes Haus/Wohnung findet, dann sollten die für ihn wichtigen persönlichen Bedingungen gegeben sein. Alles Gute, Marcel!

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@dannyo

unglaublich professionell geschriebener artikel!!!wo nimmst nur die infos her? gratulation

on topic: an ketelaer sieht man sehr gut, wie wenig eigentlich zu einer großen karriere gefehlt hat. ein stückchen bessere einstellung, ein wenig mehr glück und das hätte was werden können.

ich erhoffe mir für ihn und für uns, dass er mit diesem vereinswechsel ausnahmsweise mal glück hat und er doch noch mit stolz auf seinen karriereweg blicken kann. :super:

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Hätte mir jemand vor 8 Jahren gesagt, dass Ketelaer nicht mal Stammspieler in Österreich werden würde, hätte ich ihn gnadenlos ausgelacht...

Weiss nicht, was die damals bei Gladbach im psychologischen Bereich falsch gemacht haben, muss jedoch schlimm gewesen sein...

Letzte Chance Marcel, mögest du diese nutzen!

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dann hoff ich auch mal dass er sich bei uns gut einfügt und zu alter stärke findet.

drauf hat er ja sicher was - ich wünsch ihm viel glück, jedoch soll kavlak auch genug einsatzzeit bekommen, wobei ich mir da nicht solche sorgen mach, weil wir nächste saison eh genug spiele haben werden!

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Hätte mir jemand vor 8 Jahren gesagt, dass Ketelaer nicht mal Stammspieler in Österreich werden würde, hätte ich ihn gnadenlos ausgelacht...

Weiss nicht, was die damals bei Gladbach im psychologischen Bereich falsch gemacht haben, muss jedoch schlimm gewesen sein...

Letzte Chance Marcel, mögest du diese nutzen!

bis zu seiner verletzung war ketelaer stammspieler. ich glaube auch bei den kärntern hätte er sich durchgesetzt wenn er sich nicht verletzt hätte,

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