Geschrieben 25. Mai 2011 - 07:42
Die Fakten sprechen gegen einen Wettbetrug
Eine Privatperson hat Anzeige wegen Betrugsverdacht im Spiel zwischen Wiener Neustadt und Sturm eingebracht. Laut einem Insider gab es aber keine Manipulationen.
Vielleicht wollte er nach den Sternen greifen. Vielleicht war er mit den Gedanken bei einem Handball-Match. Vielleicht war es einfach nur ein Blackout. Vielleicht war es aber auch mit Absicht. Doch Letzteres bestreitet Edin Salkic nach wie vor vehement. Er wisse nicht, warum er es getan hat, aber es sei keine Manipulation im Spiel, betonte der gebürtige Bosnier.
Dass der Neustadt-Spieler im Match gegen Sturm mit einem äußerst fragwürdigen Handspiel und dem darauf verhängten Elfmeter den Grazern noch den 2:1-Sieg servierte, lässt auf alle Fälle Platz für Spekulationen. Und diese führten nun so weit, dass eine Privatperson bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt Anzeige wegen Betrugsverdacht im erwähnten Liga-Spiel einreichte.
Wie es nun weitergeht? "Es gilt nun für die Staatsanwaltschaft, die rechtliche Einordnung zu prüfen. Dann ist zu entscheiden, ob und welche Erhebungsschritte eingeleitet werden", erklärt Erich Habitzl, Sprecher der Anklagebehörde, den Sachverhalt. Im schlimmsten Fall könnte der österreichische Meistertitel also vor Gericht entschieden werden.
Motivationswette
Laut einem Insider, der mit dem asiatischen Wett-Markt bestens vertraut ist, war definitiv keine Manipulation im Spiel. Dass in dieser Partie das Sechsfache der sonst üblichen Beträge eingegangen ist, ließe sich einfach erklären. "Da viele Ligen bereits beendet sind, wurde vermehrt auf jene Ligen gesetzt, in denen noch gespielt wird. Denn gewettet wird immer, auch sonntags. Zudem war es eine Motivationswette. Das heißt, für Wiener Neustadt ging es um nichts mehr, für Sturm um alles. Also eine klare Ausgangsposition", sagt der Insider, der die Aufregung vor allem aus einem gewichtigen Grund nicht nachvollziehen kann: "Es wurde ja kaum etwas gewonnen. Neben Live-Wetten, wo die Quoten normal verliefen, gibt es in Asien nur Handicap-Wetten." Und da die Partie 2:1 ausgegangen ist, hätten die meisten Wettkunden auch nur ihren Einsatz zurückbekommen. Sturm hätte schon mit zwei Toren Differenz gewinnen müssen, damit größere Wettgewinne fällig gewesen wären.
Dass beide Vereine unter demselben Sponsor einlaufen und das Handspiel unvorteilhaft aussah, werfe natürlich ein schiefes Licht auf die Situation. "Aber es war nicht zu übersehen, dass Wiener Neustadt dicke Chancen hatte und die bessere Mannschaft war. Und will man ein Spiel manipulieren, muss man vier oder fünf Spieler bestechen, und nicht einen", weiß der Insider.
Qelle: Kleine Zeitung
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