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Fritz Muliar 89-jährig gestorben

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Fritz Muliar 89-jährig gestorben

Fritz Muliar ist heute im Alter von 89 Jahren im Wiener AKH verstorben. Als Volks- und Charakterschauspieler war er im gesamten deutschen Sprachraum bekannt.

Tag zuvor noch auf der Bühne der Josefstadt

"Ich bin todtraurig. Fritz Muliar war jemand ganz Besonderer", hieß es in einer ersten Reaktion von Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger, "Ich habe ihn als Freund gewonnen und sehr sehr gern gehabt. Wir haben noch viele Pläne gehabt gemeinsam für die Josefstadt." Am 12. Dezember hätte Fritz Muliar seinen 90. Geburtstag gefeiert.

Sonntagnachmittag stand er noch in "Die Wirtin" auf der Bühne der Josefstadt. Am Abend soll er zusammengebrochen und in das Wiener AKH eingeliefert worden sein.

"Ich bin ein Darsteller des kleinen Mannes"

Über die Liebe zum Theater sagte Muliar: "Nachdem ich mein erstes Lateinbuch gelesen hab', wollte ich Pfarrer werden, nach der ersten Zeitung Anwalt, und als ich gemerkt hab', dass man da sehr viel lernen kann, hab' ich mich dem Theater zugewandt in der Annahme, nichts mehr lernen zu müssen - war leider falsch."

Die Bereitschaft zum Lernen verlieh dem echten Wiener einen facettenreichen Schliff: Er war Kammerschauspieler, Kabarettist, Conferencier, Buchautor, Regisseur und Entertainer, der auch in ernsten Rollen überzeugte.

Muliar selbst sah sich als "Darsteller des kleinen Mannes - ein jüdischer Bankier, das ist noch drinnen, den Othello muss ich nicht unbedingt spielen".

Debüt im Kabarett

Die legendäre Grande Dame der Kleinkunst, Stella Kadmon, entdeckte den 1919 am Brilliantengrund in Neubau geborenen Muliar und verhalf ihm bereits im Alter von 17 Jahren zu einem Debüt im Kabarett "Der liebe Augustin".

Danach folgte eine kurze Zeit als Operettenbuffo am Innsbrucker Landestheater, ehe Muliar zu Karl Farkas ins Simpl kam.

"Als Schauspieler gehörst du dem Volk"

Als Adoptivsohn eines strenggläubigen Juden entdeckte er bald seine Vorliebe fürs Jiddische, die Toleranz des Vaters wurde ihm zum Vorbild und im Krieg zum Verhängnis. Fünf Jahre Haft und Kriegsgefangenschaft prägten den damals jungen Mann, der sich zwar als politischen Menschen, aber nicht als politischen Schauspieler bezeichnete.

Muliar: "Man hat mir immer gesagt: Als Schauspieler gehörst du dem Volk. Ja, aber als Mensch nicht. Ich hab' immer versucht, mich für das einzusetzen, was mir als das Bessere erschien. Ich weiß nicht, ob das immer richtig war, aber ich würd’s wieder tun. Als Schauspieler ist man in einer Position, in der Menschen auf einen hören. Das soll man ausnützen: Geht hinaus und sagt, was ihr euch denkt - aber nur, was ihr auch vertreten könnt." Muliar unterstützte regelmäßig Wahlkampagnen der SPÖ.

Von "Schwejk" bis "Sibirien"

Nach Kriegsdienst und englischer Gefangenschaft spielte Muliar drei Jahre lang in Graz. Von 1951 bis 1963 war er am Wiener Volkstheater engagiert und spielte daneben 13 Jahre lang im Kabarett Simpl, von 1964 bis 1977 wirkte er am Theater in der Josefstadt.

1974 wurde er Mitglied des Burgtheaters, dem er 20 Jahre lang angehörte. Hier war er unter anderen der Peachum in Brechts "Dreigroschenoper", der Pompejus in Shakespeares "Maß für Maß", der Welzelslaus in Lenz' "Der Hofmeister" und der Melchior in Nestroys "Jux". Einen seiner größten Erfolge feierte Muliar in einer tragischen Rolle in Felix Mitterers "Sibirien".

Muliar wirkte auch in einer Vielzahl von Kinofilmen mit, darunter "Wien, du Stadt meiner Träume" und der "Veruntreute Himmel". Das Fernsehpublikum begeisterte Muliar mit Auftritten in Serien und Literaturverfilmungen, von Jaroslaw Haseks "braven Soldaten Schwejk" bis zu Gastrollen im "Trautmann" und "Kommissar Rex".

Lebenstraum ging in Erfüllung

Viel gelesen wurden seine heiteren, zum Teil autobiografischen Bücher: "Das Beste aus meiner Jüdischen Witze- und Anekdotensammlung", "Wenn Sie mich fragen" und "War's wirklich so schlimm". Deren trefflichster Vortragender war Muliar persönlich, der auch in seinen Büchern mit kritischen Kommentaren zur politischen Entwicklung in Österreich nicht hinterm Berg hielt.

Wie er in einem Fragebogen des "Kurier" angab, sei sein Lebenstraum aber längst in Erfüllung gegangen: "ein freies Österreich".

Dank Muliar die Vielfalt Österreichs erlebt

Seinen 85. Geburtstag verbrachte der Volksschauspieler dort, wo er seit mehr als 60 Jahren zu Hause war: auf der Bühne.

Geehrt wurde Muliar vielfach, unter anderen mit dem Professorentitel, Ehrenmitgliedschaften von Burgtheater und Josefstadt und dem Nestroy-Ring.

Anlässlich der Verleihung des großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik in Silber hielt der damalige mittlerweile ebenfalls verstorbene Bundespräsident Thomas Klestil in seiner Laudatio fest: "Dank Deiner Kunst haben wir die Vielfalt des Österreichischen erlebt - und uns darin oft auch wiedererkannt."

Quelle: http://oesterreich.orf.at/wien/stories/210491/

:heul:

Schade, er war immer einer der sympathischsten Schauspieler Österreichs! Ruhe in Frieden Fritz! :(

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bobschi, seh ich genauso

Na schau, zur Abwechslung mal wieder einer Meinung. Außerhalb des Politischen geht´s ja. :)

darf man fragen warum?

Man darf. Ist halt meine persönliche Meinung und gründet sich auf diverse Interviews die ich gelesen oder gesehen habe. Da ist er meist sehr präpotent und arrogant rüber gekommen. Ändert aber nix daran, dass ich ihn für einen großartigen Schauspieler halte.

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Man darf. Ist halt meine persönliche Meinung und gründet sich auf diverse Interviews die ich gelesen oder gesehen habe. Da ist er meist sehr präpotent und arrogant rüber gekommen. Ändert aber nix daran, dass ich ihn für einen großartigen Schauspieler halte.

Er hatte wohl eine gewisse selbstverliebte Ader; in gewissem Maße an Fritz Eckhardt erinnernd, der meines Wissens nach der einzige Gast im Wurlitzer war, der sich von sich etwas gewünscht hat. :feier:

Was nicht heisst, dass ich nicht beide für gute österreichische Schauspieler halte und ihnen herzliche Lacher verdanke.

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