Mein erster Besuch am Sportclub-Platz.
Das neue Stadion macht durchaus etwas her, wirkt modern und sogar für die 2. Liga ausreichend. Mit € 14.- Eintritt finde ich den Besuch auch nicht überteuert und € 4,90 für das große Bier hielt sich auch im Rahmen. Gewundert habe ich mich über die Zahl „1883“ auf der Hintertor-Tribüne (die übrigens nicht geöffnet war – warum?). Was soll das bedeuten? Das Gründungsjahr kanns ja wohl nicht sein, rühmt sich doch die Vienna mit Jahrgang 1894 der älteste Fußballverein Österreichs zu sein. Vielleicht kann mich ja ein WSC-Insider aufklären…
Die Ausgangslage dieses Matches war klar: Während der NSC bereits so gut wie abgestiegen ist, könnte es für den WSC noch eng werden. Einerseits, weil die hinter ihnen liegenden SU Mauer und der FavAC noch Chancen haben sich zu retten, andererseits weil die Causa „Stripfing“ glaube ich noch nicht ganz beendet ist. Wenn die ein Budget und eine Mannschaft zusammenbekommen (was derzeit glaube ich zwar eher unwahrscheinlich ist, man es aber natürlich nicht wissen kann), dann könnte es einen fünften Absteiger geben.
Und so gingen die Schwarzweißen schon ab Beginn ambitioniert zur Sache und spielten beherzt nach vorne – ganz wie es die meisten im Publikum (etwa 20-30 NSCler waren aus dem Burgenland angereist) auch sehen wollten. Zwei vielversprechende Chancen gab es bereits in den ersten 10 Minuten für den WSC, doch auch der NSC spielte zu Beginn nach vorn und hatte zumindest zwei Halbchancen.
In der 16. Minuten klingelte es aber für den WSC, und das auch noch vor der Friedhofstribüne: Der Ball kam über links nach vorne, ein Pass in den Strafraum wurde uneigennützig zu Nicholas Wunsch verlängert, der den Ball nur mehr am NSC-Goalie vorbei ins Tor schieben musste. Freudiges Feiern auf der Tribüne folgte. Am Spielcharakter änderte das wenig, schon zwanzig Minuten später erhöhte der Ex-internationale Konstantin Kerschbaumer (warum weiß das am Platz keiner? Allen, mit denen ich geredet habe, musste ich das sagen: Brentford, Bielefeld, Ingolstadt,…) auf 2:0. Und nur drei Minuten später gelang Dario Pecirep aus einer sehenswerten Aktion das 3:0. Mit dieser komfortablen Führung ging es in die Halbzeitpause.
In der zweiten Hälfte ließen die Hausherren nichts mehr anbrennen und hielten die NSCler gut von ihrem Strafraum fern. Bis auf eine ganz gute Chance auf den Anschlusstreffer gelang den Neusiedlern wenig, sie mussten kurz vor Schluss sogar noch das 4:0 durch Nicholas Wunsch hinnehmen.
Grundsätzlich hatte die Partie ein passables RLO-Niveau. Auch wenn die meisten Aktionen in eher gemächlichem Tempo gespielt wurden, so wirkten beide Mannschaften passsicher, technisch jedoch nicht immer sauber. Klar, in der 2. Halbzeit war die Partie eigentlich schon entschieden und die Luft ein wenig heraussen, doch die 1. Hälfte hat mich gut unterhalten. Prägender Mann des Spiels war die 20 des WSC (Rocco Sutterlüty), der wirkte um eine Klasse besser als alle anderen Spieler am Platz. Ihm fehlten lediglich die entsprechenden Mitspieler und so versandten manche seiner an sich guten Ideen. Konstantin Kerschbaumer (#7) solide und bis auf das Tor unauffällig, hielt im defensiven Mittelfeld den WSV-Laden zusammen und ließ nicht viel zu. Für einen Defensivmann ist das Prädikat „unauffällig“ ein gutes - auffällig werden die meist eben durch Fehler, die ihm an diesem Tag jedoch keine passierten. Ansonsten sah man eine gefällige WSC-Mannschaft und eine des NSC, die eigentlich schon zu Beginn den Schlusspfiff herbeisehnte und sich bis auf wenige Aktionen auf das Nötigste beschränkte.
Mein Wett-Tipp 1 in Kombi mit Over 2,5 (wusste gar nicht, dass man das innerhalb eines einzigen Matches kombinieren kann – muss neu sein) ging auf. In der 1. Hälfte habe ich auch ein recht munteres Match gesehen und bin zufrieden nach Hause gegangen. Mit etwas über 3000 Zuseher habe ich sogar „richtige“ Stadionatmosphäre verspürt.