Malefiz

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  1. Zum Schauen des deutschen Cupfinales habe ich es mir in einem Irish Pub gemütlich gemacht. Dort hat man das Match per Video-Beamer auf einer relativ großen Leinwand gezeigt, was aber kaum jemanden interessiert hat. Die meisten Gäste plauderten und ließen das Match nebenbei laufen. Da ich mich auf dem Weg dorthin im neunten Bezirk verlaufen habe, habe ich die ersten 20 Minuten gleich mal verpasst. Versäumt habe ich denke ich jedoch nichts, ich sah eine stark taktisch geprägte erste Halbzeit, in der echte Torchancen Mangelware waren. Die Bayern-Taktik (den Gegner vom eigenen Strafraum fernhalten und vorne Kane in Abschlussposition zu bringen) ging ebenso nur teilweise auf wie die des VfB (entschlossen dagegenhalten und auf das Momentum hoffen). Trotzdem war das Match auf hohem Niveau, technisch wie taktisch wie läuferisch. Auch wenn die Offensivaktionen beider Mannschaften vom Gegner gut unterbunden wurden, so hatte man in eigentlich jeder Phase das Gefühl, das ständig etwas passieren kann. Kurz vor der Pause dann eine Halbchance: Stanisic läuft Richtung Strafraum, wird ungenügend attackiert, nimmt Maß und knallt der Ball auf das Stuttgart-Tor. Der Gewaltschuss (gemessen wurden über 150 km/h) war jedoch zu zentral und der bis dahin kaum beschäftigte Torhüter Nübel konnte abwehren. In der zweiten Halbzeit kam es dann zu Kane-Festspielen. In Minute 55 wird ein eigentlich harmloser Outeinwurf von Olise angenommen, der überläuft den überfordert wirkenden Leweling, flankt in den Stuttgarter Strafraum, wo der in der Mitte freistehende (!) Kane mit einem Hechtkopfball vollstreckt. Nübel hatte keine Möglichkeit mehr einzugreifen. Stuttgart zeigte sich von dem Treffer nur wenig beeindruckt und mühte sich fortan um den Ausgleich, fand jedoch gegen die kompakt stehenden Bayern kaum Mittel und Wege. In der 60. Minute hatte Konrad Laimer die Chance auf das 2:0, vergab aber aus guter Position vor dem halbleeren Tor. Da sah man, warum Kane vorne steht und nicht er. Laimers Stärke (er kann den Ball aus der eigenen Verteidigung weit in die Hälfte des Gegners tragen) ist eben nicht das Einnetzen. Entschieden wurde die Partie schließlich in der 80. Minute: Kane läuft mit dem Ball Richtung Strafraum, sein gut angetragener Schuss knallt ans Lattenkreuz, Diaz schnappt sich den Abpraller und spielt den Ball in die Mitte des Strafraums auf den inzwischen hineingelaufenen Kane. Der dreht sich um Chabot und netzt mit einem platzierten Schuss in die rechte Ecke. Nübel wieder ohne Chance auf Abwehr. Später gab es noch das 3:0 aus einem Elfer, den ebenfalls Kane verwandelte. Wieder flankte Olise scharf zur Mitte des Strafraums, dort sprang der Ball Stiller unglücklich an die Hand, worauf Schiedsrichter Jablonski richtigerweise auf den Punkt zeigte. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich das Handspiel erst in der Zeitlupe gesehen habe, davor habe ich an eine Fehlentscheidung geglaubt. Jablonski hat es denke ich aber auch nicht gesehen, der Pfiff erfolgte erst nachdem er von seinem Knopf im Ohr davon informiert worden war. Alles in allem sah ich ein hochklassiges Spiel, in dem die bessere Mannschaft verdient gewonnen hat. Mein Wett-Tipp „Mehr Tore in der 2. Halbzeit“ ging auf und ich wurde gut unterhalten. Das Bier war gut, aber mit € 5,90 etwas teurer als gestern am Sportclub-Platz. Das Ambiente hat mich dafür aber mehr als entschädigt.
  2. Mein erster Besuch am Sportclub-Platz. Das neue Stadion macht durchaus etwas her, wirkt modern und sogar für die 2. Liga ausreichend. Mit € 14.- Eintritt finde ich den Besuch auch nicht überteuert und € 4,90 für das große Bier hielt sich auch im Rahmen. Gewundert habe ich mich über die Zahl „1883“ auf der Hintertor-Tribüne (die übrigens nicht geöffnet war – warum?). Was soll das bedeuten? Das Gründungsjahr kanns ja wohl nicht sein, rühmt sich doch die Vienna mit Jahrgang 1894 der älteste Fußballverein Österreichs zu sein. Vielleicht kann mich ja ein WSC-Insider aufklären… Die Ausgangslage dieses Matches war klar: Während der NSC bereits so gut wie abgestiegen ist, könnte es für den WSC noch eng werden. Einerseits, weil die hinter ihnen liegenden SU Mauer und der FavAC noch Chancen haben sich zu retten, andererseits weil die Causa „Stripfing“ glaube ich noch nicht ganz beendet ist. Wenn die ein Budget und eine Mannschaft zusammenbekommen (was derzeit glaube ich zwar eher unwahrscheinlich ist, man es aber natürlich nicht wissen kann), dann könnte es einen fünften Absteiger geben. Und so gingen die Schwarzweißen schon ab Beginn ambitioniert zur Sache und spielten beherzt nach vorne – ganz wie es die meisten im Publikum (etwa 20-30 NSCler waren aus dem Burgenland angereist) auch sehen wollten. Zwei vielversprechende Chancen gab es bereits in den ersten 10 Minuten für den WSC, doch auch der NSC spielte zu Beginn nach vorn und hatte zumindest zwei Halbchancen. In der 16. Minuten klingelte es aber für den WSC, und das auch noch vor der Friedhofstribüne: Der Ball kam über links nach vorne, ein Pass in den Strafraum wurde uneigennützig zu Nicholas Wunsch verlängert, der den Ball nur mehr am NSC-Goalie vorbei ins Tor schieben musste. Freudiges Feiern auf der Tribüne folgte. Am Spielcharakter änderte das wenig, schon zwanzig Minuten später erhöhte der Ex-internationale Konstantin Kerschbaumer (warum weiß das am Platz keiner? Allen, mit denen ich geredet habe, musste ich das sagen: Brentford, Bielefeld, Ingolstadt,…) auf 2:0. Und nur drei Minuten später gelang Dario Pecirep aus einer sehenswerten Aktion das 3:0. Mit dieser komfortablen Führung ging es in die Halbzeitpause. In der zweiten Hälfte ließen die Hausherren nichts mehr anbrennen und hielten die NSCler gut von ihrem Strafraum fern. Bis auf eine ganz gute Chance auf den Anschlusstreffer gelang den Neusiedlern wenig, sie mussten kurz vor Schluss sogar noch das 4:0 durch Nicholas Wunsch hinnehmen. Grundsätzlich hatte die Partie ein passables RLO-Niveau. Auch wenn die meisten Aktionen in eher gemächlichem Tempo gespielt wurden, so wirkten beide Mannschaften passsicher, technisch jedoch nicht immer sauber. Klar, in der 2. Halbzeit war die Partie eigentlich schon entschieden und die Luft ein wenig heraussen, doch die 1. Hälfte hat mich gut unterhalten. Prägender Mann des Spiels war die 20 des WSC (Rocco Sutterlüty), der wirkte um eine Klasse besser als alle anderen Spieler am Platz. Ihm fehlten lediglich die entsprechenden Mitspieler und so versandten manche seiner an sich guten Ideen. Konstantin Kerschbaumer (#7) solide und bis auf das Tor unauffällig, hielt im defensiven Mittelfeld den WSV-Laden zusammen und ließ nicht viel zu. Für einen Defensivmann ist das Prädikat „unauffällig“ ein gutes - auffällig werden die meist eben durch Fehler, die ihm an diesem Tag jedoch keine passierten. Ansonsten sah man eine gefällige WSC-Mannschaft und eine des NSC, die eigentlich schon zu Beginn den Schlusspfiff herbeisehnte und sich bis auf wenige Aktionen auf das Nötigste beschränkte. Mein Wett-Tipp 1 in Kombi mit Over 2,5 (wusste gar nicht, dass man das innerhalb eines einzigen Matches kombinieren kann – muss neu sein) ging auf. In der 1. Hälfte habe ich auch ein recht munteres Match gesehen und bin zufrieden nach Hause gegangen. Mit etwas über 3000 Zuseher habe ich sogar „richtige“ Stadionatmosphäre verspürt.