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Schwergängiges Match der Nations League. Zur Sichtung habe ich mich mit zwei Kumpels in unserem Lieblings-Irish-Pub eingefunden, wo wir uns den Vergleichskampf zu Gemüte führen wollten. Interessanter Weise schienen wir dort die drei einzigen zu sein, die sich dafür begeistern konnten, die anderen Besucher saßen im Freien und ließen die Ö-Nationalmannschaft links liegen. Gerade mal der Kellner riskierte im Vorbeigehen den einen oder anderen Blick auf den Bildschirm. Was gleich zu Beginn auffiel, war der schlechte Rasen, auch Rangnick hatte im Vorfeld von einem „Krautacker“ gesprochen. Warum man auf derart schlechtem Untergrund spielte, erschloss sich uns nicht, zumal wir nicht annahmen, dass es im ganzen Kosovo keinen besseren Rasen gibt. Wenn man hinterfotzig denkt, dann könnte man ja annehmen, dass der holprige Rasen einer technisch nicht allzu beschlagenen Mannschaft gegen spielerisch überlegene Teams ja durchaus entgegenkommt. So gesehen könnte die Wahl ja keine zufällige gewesen sein. Ein Schelm, der Böses dabei denkt… Entsprechend dem schlechten Boden entwickelte sich ein schwergängiges Match, das das Auge nicht erfreuen konnte. Zwar wurde der Taktikfuchs in mir gut bedient, wirklich gute Aktionen gab es jedoch nur wenige zu sehen – zu viel Kampf und Krampf erstickte das Spiel. Einziger Aufreger war ein Ausrutscher von Danso (den ich auch dem Boden zuschreibe), wodurch plötzlich ein Kosovare allein vor Schlager auftauchte. Dieser nahm dem Angreifer aber gekonnte den Ball vom Fuß und rechtfertigte seine Aufstellung. Ich gebe ja zu, dass ich persönlich lieber Zawieschitzky zwischen den Pfosten gesehen hätte, doch hier war ich froh, dass Schlager mit seiner Routine im Tor stand. Mit einem 0:0 ging es schließlich in die Pause. Nach Seitenwechsel kamen die Gastgeber besser aus der Kabine und erarbeiteten sich eine Reihe guter Möglichkeiten. Die Abwehr der Österreicher wirkte unentschlossen und nachlässig. Vor allem der gut agierende Zhegrova stellte die Verteidigung vor schwierige Aufgaben und bereitete in der 70. Minute schließlich das 1:0 durch Asllani vor. Ein Treffer, der sich abgezeichnet hatte. Das Ö-Team fing sich aber gleich wieder und spielte mit dem Mut der Verzweiflung nach vorne. Zunächst konnte man gegen die mit Mann und Maus verteidigenden Kosovaren nicht viel ausrichten, bis eine Linzer Kooperation doch noch den Erfolg brachte. Kalajdzic verlängerte einen weiten Danso-Einwurf in die Mitte des Strafraums, wo Lang goldrichtig stand und aus etwa 11 Metern per Kopf zum Ausgleich traf (85.). Danach versuchte die Ö-Mannschaft noch zum Siegtreffer zu kommen, scheiterte mit den Bemühungen aber. Nach vier Überspielminuten pfiff Schiedsrichter Nobre schließlich zum leistungsgerechten Unentschieden ab. Die Österreichische Mannschaft hatte meiner Ansicht nach wieder einmal mit der Kaderbreite punkten können. Wie auch gegen Irland hatte man von der Bank qualitativ zulegen können, während die Wechsel sowohl die irische, als auch die kosovarische Mannschaft geschwächt hatten. Das Konzept „Kein Superstar, dafür viele gute Spieler, die als Team funktionieren“ war wieder einmal aufgegangen. Schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hatte, trotzdem kann man mit dem Punkt durchaus zufrieden sein, vor allem, wenn man sich die Liste der Ausfälle vor Augen hält. Trotzdem war ich mit dem Gebotenen nicht unzufrieden, da man gesehen hatte, dass es nach den doch hochkarätigen Abgängen bzw. Ausfällen (Arnautovic, Alaba, Sabitzer, Baumgartner) viele andere Spieler gibt, die es richten können. So gesehen muss man das Akademie-System in Österreich als Erfolgsmodell betrachten, das doch viele gute Kicker hervorgebracht hat. War Ö zuvor ein zweit- bis drittklassiges Fußballland, so pendelt man heutzutage zwischen erster und zweiter Klasse. Ich denke, dass der Aufstieg in die A-Liga gelingen kann. Bin auch schon auf die EM-Quali gespannt und wie sich das Ö-Team da so schlägt (sind ja in Topf 2, einen „Kracher“ werden wir schon in der Gruppe haben). Aber zunächst wartet mit Irland ja noch ein starker Gegner daheim. Naja, vielleicht schaffe ich es ja nach Linz.
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Unterhaltsames Ländermatch in der Nations League. Schade, dass mein Tag gestern so eng getaktet war und ich es nicht ins Stadion geschafft habe. Gerne hätte ich mir die „neue“ Elf der Österreicher angeschaut, bei der es einige Debutanten zu sehen gab. Viele arrivierte Spieler fehlten verletzt und so konnte die junge Garde zeigen, was sie kann. Ich stieg so ab Minute 15 ins Match ein, davor hatte mich der Weinwandertag in die Döblinger Hausberge gelockt. Gut, dass es am späteren Nachmittag schon kühler wurde, sonst hätte ich die Freundin gar nicht nach Hause gebracht und das Match vollends versäumt. Ich sah eine österreichische Mannschaft, die ihren Gegner jederzeit im Griff hatte und sich einige gute Möglichkeiten erspielte. Die Mannschaft des Kosovo wirkte schwächer als die Israelis, vor allem defensiv ließen sie einige Räume offen und auch im 1:1 waren sie den heimischen Kickern oftmals unterlagen. Das 1:0 durch Affengruber resultierte aus einem gut geschossenen Freistoß von Romano Schmid, der den in Zentrum postierten Abwehrspieler suchte und fand. Fast unbedrängt konnte der ins lange Eck einköpfen, Tormann Muric fand keine Abwehrmöglichkeit vor. Danach entwickelte sich ein munteres Match, bei dem die Österreicher weiterhin in de facto allen Belangen überlegen waren. Selten konnten sich die Kosovaren in die gegnerische Hälfte spielen und wenn, dann ließ die gut postierte Abwehr kaum Chancen zu. Die wenigen Bälle aufs Tor hielt Goalie Zawieschitzky sicher und wirkte damit als besserer Rückhalt als der immer wieder unsicher wirkende Schlager. Danso und Affengruber machten in der Innenverteidigung eine gute Figur und auch Wöber und Veratschnig hatten ihre Momente. Wobei letzterer auch offensiv auftrat und da immer wieder Impulse setzte. Der beste Mann am Platz war für mich aber Xaver Schlager, der eine enorme Offensivpower aufbrachte und mit einem solchen Energieanfall auch das 2:0 einleitete. Er trug den Ball durch das Mittelfeld und spielte einen herrlichen Pass auf Wimmer, der seinen Bewachern enteilte und auf Adamu ablegte, der dann seinerseits nur mehr zu vollstrecken brauchte. Das hatte schon etwas von der großen Fußball-Bühne. Mit dieser komfortablen Führung ging es dann in die Pause. Meine Sorge, dass die Österreicher im zweiten Durchgang lediglich den Vorsprung nach Hause verwalten wollten, erwies sich als unbegründet – man machte dort weiter, wo man beim Pausenpfiff aufgehört hatte und setzte die Gastmannschaft weiter unter Druck. Dabei ergaben sich auch ein paar ganz gute Möglichkeiten, aus denen der kurz zuvor eingewechselte Chukwueneka eine zum 3:0 nützte. Ein gut angenommener Pass in den Strafraum wurde per Drehung zu einer guten Einschussposition gewandelt, die nicht einmal durch gekonntes Leiberlziehen des Gegenspielers vereitelt werden konnte. Im Fallen bugsierte er das Leder ins Tor. Damit war die Partie im Wesentlichen entschieden, trotzdem wollten beide Mannschaften noch ein wenig Fußball spielen. Affengruber verursachte mit dem so ziemlich einzigen Fehler dieses Abends einen Elfer für die Gäste und sah dafür auch gelb, was Zhegrova zum Anschlusstreffer nützte. Danach passierte nicht mehr viel und die drei Punkte wurden sicher nach Hause gespielt. Summa summarium war das Match erfreulich, zeigte es doch, dass in der nächsten Generation nach Arnautovic, Alaba & Co viel Potential schlummert. Klar, Spanien und Argentinien schlägt diese Mannschaft auch nicht, aber ich denke, dass mit diesen Spielern ein Daueraufenthalt in der A-Liga der Nations League möglich ist. So gesehen bin ich schon gespannt auf die EM-Quali und würde mir aus Topf A Deutschland wünschen.
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Schwergängiges Match mit gutem Ausgang. Anfangs hatte ich mich ja geärgert, dass Herr Rangnick das Spiel unbedingt in Linz austragen lassen wollte. Was der an diesem Stadion findet, weiß ich nicht, jedenfalls hat es mich daran gehindert, das Ding live zu sehen. Abgesehen von der Reise (Linz liegt jetzt nicht aus der Welt, aber umständlich mit der Bahn ist es doch) macht es das relativ kleine Stadion für mich fast unmöglich, an Karten zu kommen (kann aus beruflichen Gründen leider nur kurzfristig). Letzten Endes war es aber ohnehin nur Makulatur, denn mein Arbeitgeber hatte mich nach Leoben geschickt, somit hätte ich unserem Nationalteam so oder so nur via TV auf die Beine schauen können. Und so verfolgte ich das Spiel im ORF per Kabelempfang (gute Übertragungsqualität) zusammen mit ein paar anderen Reisenden in einer steirischen Hotellobby. Die Mitschauer waren nur wenig optimistisch, deren Bandbreite der Vorhersagen reichte von knappen Siegen über Unentschieden bis zu einigen Stimmen, die gar eine Niederlage prognostizierten. Ohne Laimer (verletzt), Sabitzer (Teampause), Arnautovic (Teamkarriere-Ende) und Alaba (nicht fit) räumte man der heimischen Auswahl nur geringe Chancen ein. Mein Argument, dass der Ö-Kader über viele gute Spieler verfügt, fand nur wenig Gehör. Wie man gute zwei Stunden später sah, hatten die Pessimisten nur zum Teil Recht behalten. Nach einer zähen ersten Halbzeit, in der das Ö-Nationalteam in einigen wesentlichen Statistiken hinten lag, reichte es zu einer für mich glücklichen Halbzeitführung durch einen gut geschossenen Elfer durch Romano Schmid. Glücklich deswegen, weil diesen Elfer meiner Ansicht nach nicht viele Schiris gepfiffen hätten. Obwohl er in der Zeitlupe klar war, war die Entstehung glücklich, da Kalajdzic so oder so nicht zum Abschluss gekommen wäre und das wäre für manche Schiris eben ein Grund gewesen nicht zu pfeifen. Doch so führte man zu Beginn der zweiten Hälfte knapp. Und diese begann gleich mit einem Knalleffekt. Die erste wirkliche Torchance nützten die Israelis zum Ausgleich. Danach folgte ein eher dümmlicher Torjubel, der für den Schützen dann gleich die gelbrote Karte nach sich zog. Der Spielstand war nun ausgeglichen, numerisch waren die Heimischen plötzlich im Vorteil. Es folgten Belagerungszustände des israelischen Tors, die den Ball nur selten aus der eigenen Spielhälfte herausbrachten. Zwingend wurden die Österreicher leider nur selten und da war oft Tormann Peretz zur Stelle. Auch die zahlreichen Flanken auf Kalajdzic wurden zumeist wegverteidigt und durch die Mitte gab es erst recht kein Durchkommen. ORF-Experte Peter Stöger prophezeite früher oder später das erlösende 2:1, doch es sollte bis zur 90. Minute dauern, bis Phillip Mwene per Knie zur abermaligen Führung traf. Die Gäste versuchten in der Nachspielzeit noch alles nach vorne zu werfen um per Tausend-Gulden-Schuss doch noch einen Punkt mitzunehmen, wirklich gefährlich wurden sie jedoch nicht mehr. Im Gegenteil fiel eine Minute vor dem Abpfiff aus einem Konter noch das 3:1. Klappe zu und aus. Nach dem Ende wurde in der Lobby noch heiß diskutiert, ob der Sieg nun verdient oder glücklich zustande gekommen war - für mich war es eine Mischung aus beidem. Glücklich war die dumme Aktion des Torschützen, ohne die das Ö-Team vermutlich nicht gewonnen hätte und wenn doch, dann nicht in dieser Höhe. Verdient deswegen, weil man die Tore am Ende eben doch geschossen hatte. Gut, dass das nächste Spiel in Wien stattfindet, das werde ich sicherlich live miterleben können. Auch wenn das Praterstadion jetzt keine Offenbarung für Zuseher darstellt (flache Tribünen und eine Laufbahn zwischen Zuseher-Raum und Spielfeld), so gibt es mir mit vielen Sitzplätzen und der räumlichen Nähe doch die Möglichkeit, vor Ort dabei zu sein.
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Flottes Landesliga-Match mit allen Einlagen, die zum Fußball dazugehören. Gestern stand am Red Star Penzing-Platz ein Spitzenspiel der Wiener Liga auf dem Programm. Der mit vier Siegen aus ebenso vielen Runden bestens in die Saison gestartete Red Star empfing mit dem LAC-Inter den Drittplatzierten der Liga, der lediglich eine einzige Niederlage hinnehmen musste. Ansonsten hatten die Landstraßer alles gewonnen. Der Platz verströmt mit seinen Profanbauten aus blankem Beton einen rauen Ostblock-Charme. Auch angelegt ist er nicht allzu günstig, da sich die eintretenden Zuseher den Zugang mit der Auffahrt der Autos teilen müssen. Als ein Funktionär/VIP(?) mit seinem schweren amerikanischen Wagen ankam (der war nur konsequent, leitete sich der Name des Vereins schließlich vom Firmenemblem einer amerikanischen Fluglinie ab), mussten erst einige Besucher von der „Fahrbahn“ gescheucht werden, damit die Zufahrt möglich war. Sicherheitstechnisch war das etwas bedenklich, da dort auch Kinder herumliefen. Ansonsten gibt es dort noch einen eher schmucklos gehaltenen Kabinentrakt, in dem auch die Toiletten (in die Jahre gekommen, aber immerhin sauber) untergebracht waren. Den Mannschaften stehen zwei Kunstrasen-Plätze und ein Rasenplatz zur Verfügung. Letzterer wurde gestern für das Match genutzt und war in tadellosem Zustand. Dichter, gut gemähter Bewuchs bildete eine gute Grundlage für ein hochwertiges Spiel. Einzig zu bemängeln war eine Bodenerhebung an der Mittelauflage, die an einen Wurfhügel beim Baseball erinnert. Mit € 12.- Eintritt und € 4,50 fürs Bier liegt man am oberen Ende der für diese Liga üblichen Preisgestaltung, trotzdem sollte ein Besuch für jeden erschwinglich sein. Ausgeschenkt wird übrigens Mohrenbräu, ein Unikum an den Wiener Plätzen. Außer mir hatten sich noch etwa dreihundert andere Menschen hier eingefunden und die Stimmung war sehr gut. Ein mit sympathischem Schmäh ausgestatteter Stadionsprecher stellte für den Fall des fünften Sieges seine Haarpracht für eine Schur zur Disposition, was vom Publikum ebenso launig aufgenommen wurde („Bei den langen Federn ist es eh schon Zeit“). Pünktlich um 18:00 pfiff Schiedsrichter Mimra die Partie an, danach entwickelte sich umgehend ein unterhaltsames Match mit hoher Intensität. Auch wenn nicht alle Aktionen gelangen, so machte das Zusehen durchaus Spaß. Zudem fielen in den Minuten 13 und 29 zwei schön herausgespielte Tore für Red Star, die vom Publikum auch entsprechend gefeiert und beklatscht wurden. Der Support bestand aus aufmunternden Rufen und Applaus bei gelungenen Aktionen. Schön, dass auf Beschimpfungen der Gegner völlig verzichtet wurde. Mit diesem Vorsprung ging es dann in die Kabinen zur Halbzeitanalyse. In der Pause hatte ich Zeit, den Zuschauerraum näher in Augenschein zu nehmen. Der besteht aus einer flachen Tribüne mit vier Sitzreihen, von wo man einen eingeschränkten, aber halbwegs passablen Blick auf das Spielfeld hat. Besser wäre das Stehen ganz hinten gewesen, gestern siegte bei mir jedoch die Bequemlichkeit. Hinter den Sitzreihen dient eine Holzbaracke als Ausschank, daneben wurden auf einem Gasgrill Würste und Käsekrainer gebraten. Ich entschied mich nach kurzer Überlegung jedoch für eine Fleischlaberl-Semmel. Neben der Baracke gibt es eine mit einer Pergola überdachte Terrasse, die mit einigen Heurigengarnituren bestückt ist. Diese ist aber wohl nur bei den Nachmittagsspielen in Betrieb, gestern Abend war sie nicht beleuchtet und lud daher auch nicht zum Verweilen ein. Die zweite Hälfte begann wie die erste geendet hatte – ein intensives Spiel auf beiden Seiten mit Chancenüberhang bei Red Star. Als knapp nach Wiederbeginn das 3:0 fiel, schien die Sache klar. LAC steckte jedoch nicht auf und erzielte eine Viertelstunde vor Schluss den Anschlusstreffer. Das Spiel drohte für RSP zu kippen, nun waren die Gäste am Drücker. Aus einem Entlastungsangriff fiel schließlich das 4:1 durch einen überlegten Schuss ins lange Eck. Danach überschlugen sich die Ereignisse. Ein Foul im Strafraum von Red Star pfiff Mimra zum Elfer, ein Spieler von RSP erhielt die gelb/rote Karte. Was genau vorgefallen war, hatte ich von meinem Sitzplatz aus nicht sehen können, die Empörung bei Red Star hielt sich aber in Grenzen. Kurz vor Schluss gab es dann auch noch einen Elfer für die Hausherren – warum, konnte ich aus meiner Position wieder nicht genau sehen. Auch hier protestierten die Spieler des LAC nicht viel, der Strafstoß wurde wie der davor sicher zum Endstand von 5:2 versenkt. Kunz danach beendete Mimra die Partie auch schon, und das Feiern konnte beginnen. Auch beim Publikum herrschte Zufriedenheit und diese hob die Stimmung merkbar. Alles in allem hatte ich ein sehr gutes und hochklassiges Match gesehen, bei dem zwei engagierte und technisch beschlagene Mannschaften aufeinandergetroffen waren und durchaus Werbung für die Wiener Liga gemacht hatten. Mit 7 Toren, einer gelb/roten Karte und zwei Elfern hat dieses Match alles geboten, was der Fußball leisten kann. Eigentlich hätten nur noch Platzsturm und Bierdusche gefehlt (Spaßerl). Ich persönlich könnte mir Red Star durchaus in der Regionalliga vorstellen – ob der Platz dafür ausreicht, kann ich nicht sagen, vorstellbar wäre es aber. Zumindest der Heimstätte des SV Donau steht er meiner Ansicht nach um nichts nach, so gesehen wäre ein Aufstieg durchaus im realistischen Bereich. Übrigens: Die fröhliche Schur des Platzsprechers habe ich dann nicht mehr miterlebt…
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Flottes Rasenschach mit erfolgreichem Ausgang. Auch wenn ich jetzt nicht der RB-Ultra bin, so verfolge ich die Entwicklung des Vereins und dessen Auswirkungen auf den österreichischen (Klub-)Fußball mit großem Interesse. Nach ein paar Jahren der Rezession scheint sich der Verein jetzt wieder langsam in einer Aufwärts-Spirale zu befinden, jedenfalls legen dies die letzten Spiele nahe. Dabei dürfte es weniger an den handelnden Sportlern und Betreuern, sondern eher an der Personalpolitik gelegen haben. Nun habe ich wieder das Gefühl, dass der Verein wieder zu seiner Ur-DANN zurückgefunden hat, nämlich dem Scouten und Entwickeln junger Talente. Die Mannschaft scheint aus bislang unbekannten, jedoch engagierten und talentierten Spielern zu bestehen, die gestern gut abgeliefert haben. Dabei schien die Sache selbst schon Beginn weg auf Messers Schneide zu stehen, hatte Levski doch ähnliche Spielanlagen wie die Salzburger, nämlich einen auf Ballbesitz und frühem Attackieren basierenden Spielstil, mit dem sie in der Saison 25/26 auch Meister wurden. Damit wurden sie zu einem starken Gegner auf Augenhöhe, der mit seinem Spiel den Salzburgern das Leben einerseits schwer machte, andererseits entgegenkam, da sie sich eben nicht (wie viele Mannschaften in Ö) hinten reinstellten, sondern das Spiel aktiv mitgestalten wollten. Und so entwickelte sich ab dem Anpfiff ein sehr taktisch geprägtes, aber immerhin intensives Spiel, das das Anschauen durchaus lohnte. Das Stadion war alt und abgespielt, trotzdem machten die knapp 30.000 Zuseher, davon etwa 30 Salzburger Fans, ordentlich Stimmung. Die flachen Tribünen und die Abtrennung durch die Laufbahn minderten die Phonzahl nicht, der Support bestand aus einer gepflegten Mischung aus italienischem (Dauergesang) und englischem (situativem Hineinrufen). Trotz der wenigen echten Torchancen war das Spiel nicht uninteressant, da ich ständig das Gefühl hatte, dass jederzeit etwas passieren konnte. Ein guter, in die Tiefe gespielter Pass oder eine geglückte Einzelaktion sollten reichen, von der Qualität vermittelten die Mannschaften, dass sie nicht viele Chancen brauchten um zum Erfolg zu kommen. Und so kam es dann auch. Matchwinner war mit Tabakovic ausgerechnet einer, der nicht in die sonstige RB-Genetik fiel (etwas älter und abgeklärt). Womöglich war er genau der Spieler, der dem RB-Spiel in den letzten Jahren gefehlt hatte. Nichts gegen Vertessen & Co, doch die brauchen halt zu viele Chancen um Matches entscheiden zu können. Tabakovic benötige genau 2 Anläufe, dann klingelte es. Zwar war das Tor von der Entstehung her glücklich, letztendlich war es aber das Glück des Tüchtigen. Levski reagierte mit wütenden Angriffen, RB blieb jedoch immer Herr der Lage und ließ über die gesamte Spielzeit keinen einzigen (!) Torschuss der Bulgaren auf das eigene Tor zu. So gesehen muss man die taktische (Abwehr-)Leistung schon deutlich mehr hervorheben als das Angriffsspiel, was jedoch lediglich eine Frage für ausgemachte Fußball-Philosophen darstellt. Am Ende standen drei Punkte fürs Weiterkommen und die UEFA-5-Jahreswertung zu Buche und gut wars. Und auch zum Zuschauen war die Begegnung zumindest aus österreichischer bzw. salzburger Sicht toll, allein schon der Taktik-Fuchs in mir wurde gut bedient. Anders als etwa Bayer Leverkusen gestern wirkten die Mannschaften technisch hochwertig und gut eingestellt, lieferten hervorragend ab und boten ansprechende Fußball-Unterhaltung. War jedenfalls Werbung für den österreichischen Klubfußball und für RBS wie ich meine ein Schritt in die richtige Richtung. Milan kann kommen…
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Bayer Leverkusen - NK Celje 2:0 Enttäuschender erster Auftritt Leverkusens in der Europa League 26/27. Als Lothar Matthäus im RTL-Vorbericht von einer „Findungsphase“ sprach, in der sich Bayer Leverkusen derzeit befindet, schwante mir schon Übles. Solche Formulierungen hört man normalerweise dann, wenn es in einer Mannschaft nicht läuft und diese unter ihrem nominellen Leistungsniveau abliefert. Der Ligastart war jedenfalls nicht berauschend, 4 Punkte aus drei Partien gegen jetzt nicht allzu starke Gegner sind nicht der Anspruch von Leverkusen. Aber gut, vielleicht wird es ja noch - und Celje hatte heuer bisher ja auch nicht so übermäßig erfolgreich performt. Für die Sichtung hatte ich es mir im Wohnzimmer vor dem RTL-Livestream gemütlich gemacht. Die Freundin, die diesen Platz normalerweise okkupiert und etwas anderes schaut, wenn Fußball im Fernsehen läuft, ist derzeit erkrankt und lag im Schlafzimmer. Nachdem ich die Gute mit Kräutertee, Honig und Taschentüchern gut versorgt wusste, konnte es dann auch schon losgehen mit dem Vergnügen. Wie erwartet begann Bayer druckvoll und mit deutlich mehr Ballbesitz, konnte daraus aber zunächst kein Kapital schlagen. Viele Sicherheitspässe (Angst vor Ballverlusten) hemmten den Vorwärtsdrang und auch die nicht schlecht stehende gegnerische Mannschaft machte den Deutschen das Leben schwer. Erst ein unglücklich verlängerter Freistoß eines Slowenen bedeutete das 1:0, von sich heraus war Leverkusen nicht zwingend gewesen. Danach besserte sich das Spiel der Deutschen ein wenig, die ein paar gute Chancen herausarbeiten konnten. Diese wurden jedoch allesamt vom hervorragenden Goalie Leban zunichte gemacht, der seiner Mannschaft mit ein paar wirklich guten Paraden einen größeren Rückstand vermied. Ein paar Abschlüsse gingen auch daneben und oftmals kam der letzte Pass nicht an. Nach einer halben Stunde war es jedoch weitgehend vorbei mit der Herrlichkeit. Leverkusen verzichtete auf Pressing und ließ die Gegner spielen, was zu zwei wirklich guten Ausgleichsmöglichkeiten führte. Diesmal konnte sich Goalie Flekken auf der anderen Seite beweisen und seiner Mannschaft die knappe Führung sichern. Mit dem 1:0 ging es dann in die Pause. In der zweiten Hälfte wurde weitgehend Schafwagen-Fußball geboten. Leverkusen hatte mehr Ballbesitz, konnte jedoch mit einem behäbigen Spielaufbau und einem statischen Mittelfeld, das keinerlei Anspielstationen bot, kaum Gefahr ausstrahlen. Wohl verteidigte man die Angriffe Celjes ganz gut weg, konnte aber kaum Offensivakzente setzen. Mit quälender Langeweile vergingen die Minuten, Quer- und Rückpässe bestimmten die Begegnung. Das Feuer war draußen – Leverkusen war zufrieden mit der Führung und Celje mit dem Umstand, dass diese relativ knapp ausfiel. Das 2:0 resultierte aus einem glücklichen Abschuss nach einem Eckball. Medina nahm die Flanke direkt, der Ball fand irgendwie seinen Weg durch die Abwehrreihen und landete dann irgendwie im Tor. Goalie Leban hatte den Ball nicht gesehen, ein auf der Linie postierter Abwehrspieler ebenso wenig, beide konnten den Einschlag nicht verhindern. Danach ging es im Zeitlupen-Tempo Richtung Schlusspfiff, der mich aus der trostlosen Partie errettete. Gut, dass ich für dieses Match keine Karte gekauft hatte, sonst würde mich der Eintrittspreis reuen. Eine derart fade und lustlose Partie ist einem internationalen Match eigentlich nicht würdig, da habe ich in der Wiener Liga schon deutlich bessere Matches gesehen. Letzten Endes musste ich mich mit dem Gebotenen wohl oder übel zufriedengeben – auch wenn die Sache lahm und traurig daherkam, so entschädigte wenigstens der Umstand, dass ich die Partie im Free-TV gesehen hatte und zumindest kein Geld dafür lockermachen hatte müssen. Jeder Euro wäre die diese matte Sache zu viel gewesen, die Leverkusen-Fans sind derzeit nicht zu beneiden.
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Das „kleine El Classico“ vor bescheidener Kulisse. Zugegeben, der mit etwa zu einem Drittel gefüllte Campo de Futbol de Vallecas verströmt in keiner Weise den Flair etwa eines Bernabeo-Stadions. Warum sich trotz des Gegners nicht mehr Besucher hierher verirrt hatten, erschloss sich mir nicht. Vielleicht war es ja der ungünstige Termin unter der Woche, oder das Interesse ist generell nicht so groß für diese Vereine. Gut, dass DAZN sich der Begegnung erbarmt hatte und live übertrug, so kam ich in den Genuss spanischer Fußballkunst. Beide Vereine kann man mit Fug und Recht als spanische Traditionsvereine benennen, es gibt sie schon seit teils über 100 Jahren (Rayo Gründungsjahr 1929, Espanyol 1900). Auch wenn sie nicht immer der ersten Liga angehörten, so hatten sie in der Vergangenheit durchaus ihre Erfolge zu verzeichnen gehabt – Rayo mit dem Finale der European Conference League 2026 (1:0-Niederlage gegen Crystal Palace) und Espanyol 2007 mit dem Finale der Europa League (3:1-Niederlage im Elferschießen gegen Sevilla). Beide Vereine stehen auf wirtschaftlich gesunden Beinen und agieren im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch erfolgreich – gute Voraussetzungen für zufriedene Fans also. Doch zurück zum Spiel: Dass die Primera Division nicht nur aus qualitativem Fußball a´la Barca und Real besteht war mir schon klar, trotzdem verwunderten mich die technischen und taktischen Fehler etwas. Ja, das Spiel war generell schon schneller als hierzulande, doch verstecken brauchen sich unsere Topclubs hinter diesen beiden Mannschaften nicht. Warum man in Österreich die heimische Liga manchmal so schlechtredet, verstehe ich nicht. Zuallererst verwunderte mich der schlechte Zustand des Rasens. Anfänglich sah das Geläuf im TV ja noch ganz gut aus, doch schon nach den ersten Ballwechseln merkte man den wahren Untergrund. Der bestand vielerorts aus Sand, der bei jedem Aufkommen des Balles wegspritzte und viel Geschwindigkeit aus den Pässen nahm. Und auch die Spieler hatten so ihre Probleme mit dem Boden, rutschen oft weg und bekamen den sich verspringenden Ball manchmal nicht unter Kontrolle. Doch viel Zeit dies zu bemängeln blieb mir nicht, bereits beim ersten Angriff von Rayo klingelte es. Nach einem scharf in den Strafraum gespielten Pass konnte der Schuss des Angreifers zwar geblockt werden, doch der Ball wurde nicht geklärt und kullerte von den Kontrahenten weg. Garcia schaltete am Schnellsten und hämmerte die Kugel unhaltbar aus etwa fünf Metern in die Maschen. Der Treffer zeigte Wirkung, Espanyol wirkte geschockt und verunsichert. Rayo nutzte dies zu ein paar weiteren gut angetragenen Angriffen und sah gegen die etwas konfus wirkende Abwehr dabei auch ganz gut aus. Etwa zwanzig Minuten später wackelte das Netz erneut, Pedrosa netzte aus spitzem Winkel nach einem flotten Doppelpass mit Garcia. Da sahen die Abwehr und auch Goalie Dmitrovic nicht gut aus. Flott und munter ging es weiter, Rayo hatte seinen Spaß an der Partie und hätte sowohl zur Trink- als auch zur Halbzeitpause schon deutlich höher führen können, scheiterte aber an der Ungenauigkeit der Verwertung und einmal an der Querlatte. Allein Tsitaisvili hatte drei gute Möglichkeiten, verzog aber jedes Mal. Espanyols Trainer Gonzales wechselte drei Mann zur Pause und stellte die Taktik um, was in der 54. Minute zum Anschlusstreffer führte. Damit war die Partie wieder offen und ein munteres Hin und Her begann. Espanyol hatte mehr Spielanteile und auch ein deutliches Chancenplus, Rayo fuhr ein paar durchaus passable Konter und war aus der Entlastung heraus immer wieder nah am 3:1. Tor sollte trotz ein paar guter Chancen aber keines mehr fallen, womit es beim knappen Heimsieg von Rayo blieb, die sich im Kampf gegen die Abstiegsplätze damit etwas Luft verschaffen konnten. Alles in allem hatte ich bei Abpfiff kein hochklassiges, aber immerhin herzeigbares Match gesehen, das zwar einigen Unterhaltungswert geboten, von den spielerischen Belangen aber noch Luft nach oben hatte. Womöglich ist man von Champions League und anderen internationalen Bewerben ein wenig überanspruchsvoll – aber wenn ich mir die heimische Bundesliga so ansehe, dann war da nicht viel Unterschied zu diesen beiden Mannschaften.
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Barcelona - Feyenoord 5:1 Einseitiges, aber stets unterhaltsames Champions-League-Match. Barcelona lag bei den Buchmachern weit vorne, ein Sieg der Katalanen schien für die Wettanbieter bereits vor Anpfiff beschlossene Sache zu sein. Feyenoord wurde für einen Punktegewinn lediglich eine minimale Chance eingeräumt und entsprechende Quoten wurden auch angeboten. Auch dass viele Tore fallen würden, dessen schien man sich im Kreise der Bookies so gut wie sicher zu sein. Diesmal habe ich es zur Einladung des Kumpels geschafft, zu dritt saßen wir vor dessen Sky-Abo und schauten die Begegnung. Die anderen beiden – eigenen Angaben zufolge Groundhopper und keiner Mannschaft anhängig, im Grunde ihrer Herzen verorte ich sie jedoch am Verteilerkreis – haben wie auch ich ein Faible für die Underdogs und so drückten wir Feyenoord die Daumen. Viel zu lachen hatten wir das ganze Match über nicht, denn die Buchmacher behielten Recht und die Chance des Außenseiters auf eine Sensation war bereits nach wenigen Minuten dahin. Raphinha hatte in Minute drei mit einem sehenswerten Solo drei Verteidiger aussteigen lassen und auf 1:0 gestellt, etwa zwanzig Minuten danach netzte Adeyemi mit einem sehenswerten Schuss ins Kreuzeck. Tormann Ernst hatte in beiden Situationen keine Abwehrmöglichkeit. Bei strömendem Regen verging die restliche erste Hälfte zwar torlos, aber sehenswert. Barcelona kombinierte flüssig und schnell, Feyenoord hatte beim Ballbesitz gefühlt einen einstelligen Prozentsatz. Ein paar Chancen der Niederländer scheiterten an der gut stehenden Abwehr der Gastgeber, oder am zu langsamen Umschaltspiel nach Ballgewinnen (ja, die gab es tatsächlich). Mit dem leistungsgerechten 2-Tore-Vorsprung ging es dann in die Kabinen. Nach Seitenwechsel versuchten die Niederländer mit schnellem Kombinationsspiel zum Erfolg zu kommen, doch damit kann man Barcelona nicht beeindrucken, das ist von jeher deren Kernkompetenz. Härteeinlagen getraute man sich wohl nicht, beziehungsweise kam man erst gar nicht in die Zweikämpfe. Lediglich zwei Mal zückte Schiedsrichter Jablonski die gelbe Karte, und das waren beides Textilvergehen. Zwischendurch fiel noch das 3:0 wieder durch Raphinha und dann das 4:0 durch Yamal, der einen Freistoß durch die Mauer in die Maschen haute. Tormann Ernst schüttelte danach zu Recht den Kopf, das sollte in so einem Match nicht passieren. In der 82. Minuten gelang den Gästen der Ehrentreffer durch Steijn, der eine lange Flanke durch den Strafraum verwerten konnte. Sah relativ einfach aus und fiel wohl in die Kategorie „Gegner unterschätzt“. Das 5:1 durch Jesus, der eine Flanke von Yamal per Kopf in die Ecke verlängerte, war dann nur noch Draufgabe, da war das Match schon längst entschieden. Damit endete ein einseitiges, durch technische und taktische Finessen jedoch jederzeit ansehnliches Match in der Champions League. Nach Abpfiff spekulierten wir noch ein wenig, wie der LASK wohl gegen die Katalanen ausgesehen hätte und kamen auf kein gutes Ergebnis. Ich meine, Feyenoord ist jetzt keine schlechte Mannschaft und wohl einem jeden österreichischen Team überlegen – und wenn die dort so untergehen, dann möchte ich nicht wissen, was Barca mit dem österreichischen Vertreter in der CL aufgeführt hätte. Nein, das möchte ich mir jetzt nicht vorstellen…
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Durchwachsenes erstes Kräftemessen des LASK in der Königsklasse. Eigentlich hatte ich es mir schon kurz nach dem sensationellen Einzug der Linzer in die Champions League gedacht: Finanziell ist es für den Verein sicherlich ein warmer Regen und auch für die Spieler eine gute Chance, sich auf höchstem Niveau international zu präsentieren, für die (UEFA-)Punkteausbeute wird diese Liga aber wohl nicht so der Bringer werden. Und dieser Eindruck bestätigte sich gestern nach dem ernüchternden Auftreten gegen einen von der Papierform her nicht unschlagbaren Gegner. Doch der Reihe nach: Für die Sichtung dieses Matches habe ich es mir in einer kleinen Bar in der Wiener Innenstadt gemütlich gemacht. Ich hätte zwar eine Einladung eines Kumpels gehabt, der Sky abonniert hat, doch nach Dienstschluss wäre es sich mit der Fahrt zu ihm wohl nicht mehr ausgegangen und daher habe ich ebendiese Bar angesteuert. Diese hat den Vorteil, nicht überlaufen zu sein und gemütliche Sitzgelegenheiten zu bieten. Wenn ich in der Nähe bin, schaue ich dort immer wieder gerne vorbei. Gestern war das Lokal gut besucht und neben ein paar Touristen hatten sich einige Ö-Fußball-Fans hier eingefunden, die wie auch ich trotz anderer Fanzugehörigkeiten dem LASK die Daumen drückten. Und nachdem das Lokal relativ klein ist, ergaben sich auch ein paar interessante Gespräche. Die erste Hälfte begann erwartungsgemäß mit einem stürmischen Auftreten von AEK, was sogleich zu ein paar Schrecksekunden im LASK-Strafraum führte. Höhepunkt war die etwas unfreiwillige Kopf-Abwehr von Goalie Jungwirth gegen einen Jovic-Schuss nach etwa drei Minuten. Nach der Sturm-und-Drangphase gelang es dem LASK, das Spiel etwas zu beruhigen und auch selber Akzente zu setzen. Just als wir alle dachten, dass das Spiel nun ausgeglichener verlaufen würde, passierte die kalte Dusche in Form eines perfekt geschossenen Freistoßes von der Strafraumgrenze. Marin zirkelte den Ball genau ins Kreuzeck, wo es dann für Jungwirth nichts mehr zu halten gab. Der LASK reagierte mit verstärkten Offensiv-Aktionen, bis auf eine eher zufällig entstandene Ausgleichs-Chance durch Lang, die Goalie Bringnoli abwehren konnte, sah jedoch nichts Zählbares heraus. Trotzdem wirkte der LASK nicht chancenlos, machte sich durch ungenaue Zuspiele die an sich nicht schlecht ausgeführten Aktionen immer wieder selbst kaputt. Mit dem knappen Rückstand ging es dann in die Pause. Die Sky-Kommentatoren sprachen von einer verdienten Führung und das muss man wohl so stehen lassen, denn insgesamt war AEK effizienter, geradliniger und kombinationssicherer gewesen als die Linzer. Es blieb jedoch die Hoffnung auf eine gute zweite Halbzeit. Um es kurz zu machen: Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Nach einem gar nicht mal so schlechten Beginn wurden die Offensiv-Aktionen immer seltener. Der LASK fand gegen die gut stehenden AEK-Kicker kein Mittel. Oft sah man den Ballführenden mehrmals abdrehen, ohne eine Anspielstation gefunden zu haben, was zu vielen Querpässen führte. Lediglich wenn man selber in die Tiefe ging und kurze Kombinationen spielte gewann man Raum, in den Strafraum gelangte man allerdings nur ein einziges Mal. Horvat zögerte jedoch zu lange mit dem Abschluss und so wurde aus der Situation leider nichts. Anders AEK - deren solide vorgetragene Angriffe strahlten durchwegs mehr Gefahr aus und beinahe hätte es zum 2:0 geklingelt, doch der VAR sah (richtigerweise) eine Abseitsstellung des Assist-Gebers. In dieser Weise endete das Spiel dann auch, ohne dass weitere Tore fielen. Resümierend kann man sagen, dass AEK mit mehr und zwingenderen Chancen verdient gewonnen hat und der LASK sein Champions-League-Debut zwar ohne Debakel, aber auch ohne zu glänzen hinter sich gebracht hat. Bleibt nur zu hoffen, dass man daraus seine Lehren zieht und seine Stärken bei den weiteren Partien besser ausspielen kann. Sowohl die Prämien als auch die UEFA-Punkte wären wichtig.
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Spannendes Londoner Derby auf hohem spielerischen Niveau. Während in Österreich heiße Cup-Partien über die Bühne gingen, herrschte auf der Insel Liga-Alltag. Wobei – so alltäglich war die Begegnung gestern nun auch wieder nicht. Das Top-Derby in London sieht man auch nicht alle Tage, das ist selbst für die sensationsverwöhnten Briten etwas Außergewöhnliches. Sowohl Arsenal als auch Chelsea waren mit je zwei Siegen makellos in die Liga gestartet (Arsenal daheim mit einem 3:0 gegen Coventry und auswärts mit einem 1:0 gegen Aston Villa, Chelsea auswärts mit einem 3:2 gegen Fulham und daheim mit einem 4:3 gegen Brighton & Hove Albion), nun wartete auf beide Teams der erste Prüfstein. Für die Sichtung dieses Matches hatte ich es mir wieder in meinem Lieblings-irish-Pub gemütlich gemacht und gedachte mit etwas Cider englischen Spitzenfußball zu schauen (passt ja auch irgendwie). Leider hatte ich mich wegen eines Telefonates um 10 Minuten verspätet und damit auch gleich das 1:0 für Chelsea verpasst. Es wurde später zwar nachgeholt (ein schöner Direktschuss nach einem Eckball, der auch platziert in der Ecke landete – Tormann Raya war zwar da, kam gegen den wuchtigen Schuss allerdings zu spät), aber wie die guten Opus schon richtigerweise anmerkten, ist Life eben nur live. Es machte allerding nicht viel, auch so sah ich ein munteres Spiel, in dem Arsenal nach dem Hoppala zu Beginn auch gleich die Kontrolle übernahm und das Tor der Gäste entsprechend belagerte. Die Zeitungen hatten zwar von einem „Duell auf Augenhöhe“ geschrieben, doch die Buchmacher schienen eher von einer Überlegenheit Arsenals ausgegangen zu sein. Diese Einschätzung schien sich in der ersten Hälfte auch zu bestätigen, die Heimmannschaft war in allen statistischen Belangen vorne. Und sie erspielten sich auch Torchancen in Minutentakt. Ich hatte vor dem Fernseher eigentlich immer das Gefühl, dass der Ausgleich in den nächsten Minuten fallen könnte. Ein vermeintlicher Treffer wurde vom VAR wegen Abseits (richtigerweise) zurückgenommen, in der 25. Minute war es allerdings soweit: Solo-Spitze Kai Havertz zog mit dem Ball von der linken Seite in die Mitte, sein Schuss ging durch die Beine eines Verteidigers, Tormann Martinez sah den Ball relativ spät und flog zu spät in die Ecke um den Ball noch maßgeblich ablenken zu können. Das Match war wieder offen. Nun mühte sich auch Chelsea wieder um die Offensive, das taktische auf Konter spielen ging nun nicht mehr. Ein paar gute Aktionen brachten etwas Torgefahr, ernsthaft schien Tormann Raya jedoch nicht gefordert. Arsenal hatte ebenfalls einige Halbchancen, wirklich Zählbares schaute aber auf beiden Seiten nicht heraus. Mit dem 1:1 ging es dann in die Pause. Nach Seitenwechsel übernahm wieder Arsenal das Kommando und erarbeite sich mit einigen feinen Spielzügen ein paar Tormöglichkeiten. Eine davon nutzte Odegaard in der 50. Minute zum 2:1. Ein in den Strafraum gespielter Pass wurde zu ihm durchgelassen, womit er alleine vor Tormann Martinez an den Ball kam und diesem keine Abwehrchance mehr ließ. Nun war das Spiel auf den Kopf gestellt, Arsenal hatte den Rückstand gedreht. Es folgte ein munteres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, Arsenal hatte jedoch mehr Spielanteile und auch die besseren Möglichkeiten. Sie kombinierten einfach flüssiger und wirkten spielfreudiger als die Gäste und erspielten sich damit auch gewisse Feldvorteile. Aber auch für den neutralen Fan bot das Match mit technischen und taktischen Feinheiten durchaus Erbauliches. Tore sollte jedoch keine mehr fallen (u.a. auch wegen des immer wieder guten Herauslaufens von Tormann Raya), es blieb beim knappen Sieg des Vorjahresmeisters. Alles in allem habe ich ein gutes und erfreuliches Match gesehen, das für den geneigten Fußball-Freund (nicht unbedingt für den Chelsea-Fan) einiges bereithielt. Mein Wett-Tipp „Arsenal siegt nicht zu Null“ ist aufgegangen, womit es sich auch finanziell gelohnt hat. Habe die Zeit jedenfalls nicht bereut.
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Unterhaltsames Landesliga Match mit einigen überraschenden technischen Einlagen. Zum NAC gehe ich gerne. Nicht nur, weil der Platz in Gehweite zu meiner Wohnung liegt, er verströmt mit seiner in den Hang gebauten Enge auch ein heimeliges Flair. Gelegen zwischen dem Gartenbereich des Pfarrwirts und einer Kleingartenanlage beherbergt der Platz ein Kunstrasen-Fußballfeld und einige Tennisplätze. Während des Spiels war immer wieder das Ploppen der Tennisbälle zu hören, wenn sie über das Netz geschlagen wurden. Da das Fußballfeld in einen abschüssigen Hang gegraben wurde (ich glaube, es ist der Ausläufer des Reisenberges), entstand auf der oberen Seite eine Naturarena, wo ein paar Sitzreihen aufgestellt sind, von denen man einen guten Blick auf das Spielfeld hat. Lediglich der Mast eines Flutlichts stört ein wenig, aber den kann man gedanklich ausblenden. Die mittlerweile 110-jährige Anlage (Ersteröffnung 1916) besteht aus einem ausschließlich für Spieler und Funktionäre zugänglichem Kabinengebäude und zwei Stahlcontainern; einem für die Toiletten und einem für die Kantine. Unter-Dach-Bereich gibt es keinen, bei Schlechtwetter muss man selbst für Trockenheit sorgen (etwa einen Schirm mitnehmen, was hier denke ich erlaubt ist). Mit € 9.- Eintritt und € 5.- für das Bier liegt man im durchschnittlichen Landesliga-Bereich, womit die Kosten des Besuchs kein großes Loch ins Budget reißen. Ausgeschenkt wird übrigens Schladminger Bier, womit die Kantine einen „Exoten“ bietet. Normalerweise bekommt man Villacher oder Ottakringer aus dem Fass oder Wieselburger oder Gösser aus der Flasche. Außer mir hatten sich noch etwa 150 andere Menschen hier eingefunden, die meisten waren Freunde und Verwandte der Spieler. Ein paar Spieler des vorher stattgefundenen U23-Spiels waren noch für die Erste geblieben. Interessanter Weise schienen die Heimfans eher zum netten Plausch am Nachmittag vorbeigekommen zu sein, das Spiel selber schien sie lediglich am Rande zu interessieren. Anders die Auswärtsfans, die ihrer Mannschaft deutlich mehr Unterstützung angedeihen ließen. Der Support bestand vor allem aus aufmunternden Rufen und Empörung bei aus ihrer Sicht falschen Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns. Insgesamt war es eine recht fair geführt Partie, Schiri Daniel Mayer kam mit zwei gelben Karten und einigen Ermahnungen aus. Die Mannschaften wirkten in sich geschlossen, Fehler wurden zumeist erzwungen oder resultierten aus dem Überschätzen der eigenen Fähigkeiten. Die Zweikämpfe wurden im Rahmen des Erlaubten geführt, Freistöße gab es nicht viele. Aus einem solchen resultierte das 0:1 für die Gäste. Der gut ausgeführte Schuss landete in der 15. Minute im Netz der Döblinger. Er sah mir nicht unhaltbar aus, ein Michael Konsel in seiner besten Zeit hätte den sicherlich rausgefischt. Munter ging es weiter, die Heimischen drängten auf den Ausgleich, konnten sich aber kaum zwingende Chancen erspielen. Rapid Oberlaa entlastete mit ein paar Angriffen, konnte aber ebenso wenig Gefahr ausstrahlen. Meist scheiterte man am letzten Pass, der entweder ungenau kam oder keinen Abnehmer fand. Trotzdem war es ein unterhaltsames Spiel, da ich eigentlich immer das Gefühl hatte, dass etwas passieren könnte. Mit dem knappen Vorsprung ging es dann in die Trink- und später in die Halbzeitpause. Nach Seitenwechsel fiel auch schon der Ausgleich, der erste zu Ende gespielte Angriff wurde gut abschlossen. Danach besserte sich die Qualität merklich, hüben wie drüben wurde technisch sauberer gespielt, was zu einigen schönen Aktionen und guten Chancen führte. Trotz der spannenden Lage negierten die Heimfans die Aktionen am (Kunst-)Rasen fast völlig und gaben sich eher ihren Gesprächen hin. Eigentlich schade, das Match hätte sich deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Mit dem 1:1 pfiff Schiri Mayer schließlich ab, womit sich beide Mannschaften mit einer leistungsgerechten Punkteteilung abfinden musste. Ein NAC-Spieler meinte bei der Verabschiedung zu einem Zuseher richtigerweise, dass man mit dem Punkt zufrieden sein müsse, da das Spiel so oder so hätte ausgehen können. Alles in allem war es ein angenehmer Besuch mit zwei engagierten Mannschaften und einem durchaus spannenden Match. Mein Wett-Tipp 1 wäre nicht aufgegangen - da es für dieses Match aber keinen Anbieter gab, habe ich nicht gewettet (und gut wars).
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Manchester United FC 2025/26
Malefiz antwortete auf Starostyak's Posting im Forum Fußball auf der Insel
Einseitige, aber trotzdem nicht uninteressante Begegnung. Es war ja nicht so, dass man es nicht hätte ahnen können. Auch wenn der CL-Teilnehmer mit einer Auswärtsniederlage bei Hull denkbar schlecht in die Saison gestartet war, so war ManU im Theater Of Dreams klarer Favorit dieser Begegnung. Ich habe mir das Match in einem Wettbüro auf Sky angesehen, während die Freundin mit zwei Bürokolleginnen im Kino weilte (irgendein Liebesfilm – gähn). Meine erste „echte“ Wahrnehmung von ManU erfolgte durch das CL-Finale von 1999, in dem der FC Bayern lange Zeit führte und dann in der Nachspielzeit durch Sheringham und Solskjaer noch zwei Tore kassierte. Das war eine prägende Sache, zumal ich damals auf die Engländer gewettet hatte. Was für eine Sache! Ich kann mich noch gut an das selbstgefällige Grinsen von Matthäus erinnern, als er in der achtzigsten Minute ausgewechselt wurde. Für Jancker tat es mir später leid – wie er da auf dem Rasen hockte und weinte war schon traurig mitanzusehen. Doch zurück zum gestrigen Spiel: Ipswich Town war krasser Außenseiter, die Spieler schienen aber nicht gewillt, die Punkte so einfach dazulassen. Sie verteidigten beherzt und ließen nichts unversucht um dagegenzuhalten. Trotzdem kam ManU immer wieder zu teils recht guten Chancen, die in der Anfangsphase jedoch noch nicht genutzt werden konnten. Im Gegenteil resultierten aus Nachlässigkeiten in der Abwehr immer wieder Konterchancen für die Gäste, die aus teils recht guten Positionen zum Abschluss kamen. Enciso etwa prüfte Tormann Lammens früh und auch als Emerson alleine auf ihn zumarschierte musste er seine ganze Routine aufbieten um einen Rückstand zu verhindern. In der 29. Minute war es jedoch der Abwehrspieler Davis, der aus kurzer Distanz zur Ispwicher Führung traf. Lammens hatte gegen den wuchtigen Schuss keine Abwehrmöglichkeit. Am Charakter des Spiels änderte das nur wenig, ManU spielte sich mit gefühlten siebzig Prozent Ballbesitz und jederzeit als Herr der Lage Chance um Chance heraus. Noch vor der Pause gelang der Ausgleich durch den gut postierten Fernandez. Mit dem 1:1 ging es dann in die Kabine. Trainer Carrick war mit dem Ergebnis wohl nicht so recht glücklich und hatte in der Pause sicherlich deutliche Worte gefunden, denn in Hälfte zwei agierte ManU defensiv deutlich aufmerksamer. Das 2:1 fiel durch ein unglückliches Eigentor von Graeves, der einen Schuss von Maguire unglücklich ins eigene Tor abfälschte. Der VAR prüfte dann noch auf Handspiel von Maguire - war aber alles ok, der Arm war angelegt gewesen. Für Graeves kam es kurz darauf noch dicker, eine ungeschickte Attacke von hinten gegen Fernandes wertete Schiedsrichter Pawson als Foul und pfiff den Elfer. Fernandes trat an und traf zum 3:1. Damit war die Partie eigentlich schon entschieden. Die weiteren Tore durch Fernandes und Mbeumo waren Draufgabe, entsprangen aber schönen Spielzügen, die das fußballerische Auge erfreuten. Kurz vor Schluss gelang Ipswich aus einer jener Unachtsamkeiten in der Abwehr der Red Devils noch etwas Ergebniskosmetik, am Ende blieb ein torreiches Premier-League-Match mit hohem Unterhaltungsfaktor. ManU lieferte eine nicht rundum überzeugende Leistung ab, vor allem die relativ leicht erzielten Gegentore sollte man abstellen. Das kann in der Champions League böse ins Auge gehen, denn dass man etwa gegen Athletico oder die Bayern einfach mal so fünf Tore schießt halte ich für nicht plausibel. Da dürfte auf Trainer Carrick noch etwas Arbeit zukommen. Trotzdem stimmt die Offensivleistung positiv auf interessante weitere Spiele. -
Gefälliges Spiel mit technischen Unsicherheiten. Schon das zweite Mal in diesem Monat hat es mich in die Donaustadt verschlagen. Nach einer Hitzeschlacht in Kaisermühlen beim SV Donau (RLO) wohnte ich nun der Partie Hellas Kagran gegen den SV Schwechat bei. Der Sohn eines Arbeitskollegen spielt bei den Flughafen-Kickern und der Herr Papa hatte den Besuch angeregt. Mit etwas Verspätung traf ich in Kagran ein, da der Fußweg von der U1 doch länger gedauert hatte als gedacht – beim Hinweg bin ich ein wenig mit der Kirche ums Kreuz gegangen und verlaufen habe ich mich glaube ich auch. Aber egal, der Kollege versicherte mir, dass ich nichts umwerfend Tolles verpasst hatte, lediglich das obligate Abtasten zu Beginn und einige wenige Halbchancen. Die Temperaturen tendierten gegen die 30°C, Trinkpausen gab es aber keine. Mit € 12.- Eintritt und € 4,60 fürs Bier riss der Besuch kein großes Loch in mein Budget – die durchschnittlichen in der Wiener Liga verlangten Preise, wie mir der Kollege versicherte. Ich kam im Auswärts-Sektor zu sitzen, wobei das dort wohl nicht so eng gesehen wird. Die Hellas-Kagran-Fans versammelten sich alle auf der rechten Seite der Tribüne, während wir ungefähr mittig saßen. Außer uns beiden hatten sich noch etwa 150 Besucher auf der Sportanlage eingefunden, die meisten bestanden aus Freunden und Familienangehörigen der Spieler. Und drei Supportern, die auf der anderen Seite standen, gelegentlich etwas Unverständliches in Richtung Spielfeld grölten und dazu auf eine große Trommel hämmerten. Die Spieler blieben vom Support weitgehend unbeeindruckt, ebenso wie die meisten der Zuseher. Technisch und läuferisch bekam man durchschnittliches Wiener-Liga-Niveau serviert. Hellas Kagran versuchte mit Einsatz und Kampfkraft zum Erfolg zu kommen, scheiterte aber zumeist an der Kompaktheit der Schwechater. Diese standen mannschaftlich geschlossen und konnten auch immer wieder offensive Nadelstiche setzen, womit sie insgesamt gefährlicher wirkten als die etwas fahrig vorgetragenen Angriffe der Donaustädter. Technische Fehler gab es auf beiden Seiten, das Tempo war so manchem etwas zu hoch und daraus resultierten mitunter gräuliche Ballverluste. Wirklich Kapital aus den Fehlern der anderen konnte aber keine Mannschaft schlagen, da man selbst auch fehleranfällig war. Mit einem 0:0 ging es dann in die Pause, wobei Hellas Kagran gefühlt mehr Ballbesitz, die besseren Möglichkeiten jedoch die Schwechater gehabt hatten. Wie gesagt ab der 20. Minute, davor habe ich das Match ja nicht gesehen. Nach der Pause ging es in dieser Tonart weiter: Ambitionierte Angriffe, technische Unpässlichkeiten und Ungenauigkeiten hüben wie drüben, dies alles mit leichten Schwechater Vorteilen. Das Match nahm etwas an Härte zu, was in zwei gelben Karten mündete. Insgesamt war es aber eine relativ faire Partie, die Schiedsrichter Sami eigentlich immer gut im Griff hatte. Eine chaotische Situation im Strafraum der Kagraner nach einem Eckball nützte Elbl zum 0:1. Aus kurzer Distanz hämmerte er den Ball in die Maschen, nachdem die Kagraner Abwehr diesen nicht aus dem Gefahrenbereich bugsieren hatte können. Ein Treffer, der sich abgezeichnet hatte, denn mit Fortdauer des Spiels hatten sich bei Hellas immer mehr Fehler eingeschlichen. Es folgten untaugliche Versuche, den Ausgleich zu erzielen, wirkliche zwingende Torchancen konnten die Donaustädter nicht verbuchen. Ein paar Weitschüsse verrieten Ratlosigkeit, da die Abwehr für sie an diesem Tag nicht zu knacken war. Der Sohn des Kollegen werkte unauffällig und solide im defensiven Mittelfeld, was für diese Position ein positives Attribut ist. Das 0:2 in der Schlussphase durch Mohseni war eine der schöneren Aktionen, da diese ohne Fehler durchgespielt worden war und schließlich auch der Lohn dafür folgte. Kurz danach war das Match auch schon vorüber und die Flughafen-Kicker feierten einen verdienten Auswärtssieg. Mein Wett-Tipp 2 wäre aufgegangen – schade, dass es dafür keinen Anbieter gegeben hatte. Trotzdem war ich mit dem Gebotenen nicht unzufrieden. Auch wenn nicht die feinste Fußball-Kost serviert worden war, so hatte zumindest der Einsatz und der Wille bei beiden Mannschaften gepasst. Komme gerne wieder.
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(MOTM:Youssouf SOUKOUNA) FIRST VIENNA FC 1894 - SKU Amstetten (5.Rd. Admiral 2. Bundesliga - Saison 2026/2027) 1:0
Malefiz antwortete auf Fem Fan's Posting im Forum First Vienna FC 1894
Kampfbetontes Spiel auf Augenhöhe. Gestern hatte ich mich wieder auf die Hohe Warte begeben. Dort war der Tabellenmittelständler aus Amstetten zu Gast, was eine enge und spannende Partie versprach. Mit € 16.- Eintritt für die Arenaseite und € 5,40 fürs Bier befanden sich die Preise in normalen Zweitligadurchschnitt. Auch wenn ich jetzt nicht der ausgemachte Blau-Gelbe bin, so komme ich immer wieder gerne her, allein schon die Nähe zu meiner Wohnung ist angenehm und die Stimmung auf und um den Platz sowieso. Mit etwas über 2000 Zusehern gab es auch so etwas wie „richtige“ Stadionatmosphäre. Um es kurz zu machen: Ein schönes Spiel war das nicht, fußballerische Leckerbissen wurden hier keine serviert. In der ersten Hälfte sah ich ein gefälliges Spiel beider Mannschaften, wobei die Vienna die besseren Möglichkeiten hatte. Amstetten mit etwa den gleichen Spielanteilen kam nur selten vors blau-gelbe Tor – aber wenn, dann sah das schon recht gefährlich aus (zumindest von meiner Sitzposition her). Es fehlte zumeist an der Abschlussqualität und ein paar Male kam auch noch Pech hinzu. Bei der Vienna scheiterte es oft am letzten Pass und manchmal agierten die Spieler auch zu eigensinnig. Gut, dass man sich ins 1:1 traute, das zeigt von einer gewissen Selbstbewusstsein, den Ball sollte man dabei jedoch schon auch in der eigenen Mannschaft halten. Besonders die mitunter leichtfertigen Ballverluste hemmten das Spiel der Döblinger und das sah wohl auch Trainer Enengl so, denn er ermahnte seine Spieler dahingehend ein paar Male. Aus einem Gestocher vor dem Amstetten-Tor resultierte kurz vor der Pause das vielumjubelte 1:0 für die Gastgeber (von Gegenüber hört man das sehr gut). Ein wenig Spielglück war schon dabei, der letztendliche Abschluss von Soukouna aus der Drehung war aber gekonnt. Damit belohnte sich die Mannschaft für das beherzte Spiel nach vorne und die ambitionierte Spielweise. Mit der knappen, aber durchaus verdienten Führung ging es dann in die Pause. Ich wechselte dann (illegaler Weise, weil bezahlt hatte ich ja nur für die Arenaseite) auf die Tribüne, da ich Ende der ersten Hälfte ein paar Tropfen gespürt hatte und einen Regenschauer erwartete (der dann aber nicht kam). Von den Ordnern hielt mich aber netterweise keiner auf. In der zweiten Hälfte versuchten die Amstettener logischerweise den Rückstand wettzumachen. Mit englischen Methoden knapp am Rande des Regelwerks (und manchmal auch darüber hinaus, was der Schiedsrichter nicht immer auch so sah) erkämpfte man sich Feldvorteile und brachte die Abwehr der Vienna ein ums andere Mal ins Schwimmen. Dass da der Ausgleich nicht fiel, war glücklich für die Gastgeber und eigentlich nur dem Unvermögen der Gäste gedankt. Nach etwa einer Viertelstunde hatte man auf blau-gelber Seite dann vom Verwaltungs- auf den Kampfmodus umgeschaltet und hielt die Amstettener besser vom eigenen Strafraum weg. Da gabs dann viel Kampf und Krampf im Mittelfeld, Spielzerstörung stand auf der Auftragsliste und wurde auch gut abgearbeitet. Daraus resultierten viele blind gespielte oder nach Kick-and-Rush-Manier nach vorne gedroschene Bälle, viel lief bei beiden Mannschaften nicht mehr zusammen. Schiedsrichter Spurny schien daran aber durchaus seinen Spaß zu haben, denn er verlängerte die Partie um ganze sieben Minuten, was mich dann doch etwas überraschte und den heimischen Anhang nicht so sehr erfreute. Dazwischen gab es noch eine kurze Unterbrechung (Trinkpause?) und um 20:37 war es dann amtlich: Amstetten hatte das Match verloren und die drei Punkte blieben in Döbling. Mein Wett-Tipp "Mehr Tore in der zweiten Hälfte" ging nicht auf, aber was solls. Auf dem Heimweg kehrte ich wieder kurz in das Kaffeehaus in der Heiligenstädterstraße ein, wo sich unter dem blaugelben Anhang – anders als nach dem Match gegen Sturm II – Realismus breit gemacht hatte. Das Wort „Aufstieg“ war jedenfalls nicht mehr zu hören. Trotzdem schienen alle ob der drei Punkte zufrieden und gut wars. Auch wenn es sportlich jetzt keine Offenbarung war, so habe ich den Besuch auf der Hohen Warte wieder genossen (auch weil ich mein Plastikgeld mithatte, was die Organisation der Verpflegung wesentlich erleichterte). -
Einseitiges Playoff-Rückspiel. Nach dem etwas mühevollen Auswärtssieg, der erst durch ein Eigentor gelang, war die Marschrichtung für Trainer Danny Röhl klar: Eine Leistungssteigerung sollte her und auch die Chancenauswertung sollte verbessert werden, vor allem nach Standards. Da hatte die Mannschaft in den vergangenen Spielen doch Defizite gezeigt, die es zu Üben galt. Für die Sichtung des Matches habe ich mich wieder ins Schlafzimmer verzogen und schaute dort per Stream via ServusTV. Dieser funzte deutlich besser als der des ORF vorgestern, lediglich manchmal schien es, als würden sich die Spieler in Zeitlupe bewegen um dann kurz darauf in deutlich höherer Geschwindigkeit agieren (was angesichts des Taktikplans aber nicht weiter auffiel 😉). Gleich zu Beginn versuchten die Schweden, gut ins Spiel zu finden und sich Spielanteile zu erarbeiten. Dies gelang jedoch nur ganz zu Beginn, nach etwa zehn Minuten hatten die Salzburger das Heft in die Hand genommen und belagerten Mjällby in deren eigenen Hälfte. Kurze Ausbrüche der Schweden waren nicht weiter gefährlich und konnten von der gut stehenden Salzburger Abwehr scheinbar mühelos entschärft werden. A propos gut stehen: Mjällby agierte mit einem auf dem Papier offensiven 3-4-3-System, auf dem Platz hatte es RB jedoch mit 3 Abwehrketten zu tun, gegen die es kaum ein Durchkommen gab. Auch der eher behäbig vorgetragene Spielaufbau konnte die drei Ketten kaum aus dem Konzept bringen, Torchancen waren daher Mangelware und wenn es zu Abschlüssen kam, dann schienen diese nur wenig Torgefahr auszustrahlen. Ein paar Weitschüsse gingen allesamt drüber. Mit einem logischen 0:0 ging es dann in die Pause, und der Ruhepuls der Zuseher bewegte sich im eher niedrigen Bereich. Es war das erwartete Geduldsspiel gegen einen fast ausschließlich verteidigenden Gegner, der eigentlich zu keiner Zeit Torgefahr auszustrahlen imstande war. Ein paar Härteeinlagen der Schweden wurde von Schiedsrichter Peljito gleich zu Beginn mit ein paar gelben Karten unterbunden, was ganz im Sinne der Salzburger war. In der zweiten Hälfte hatte sich das Spiel nicht geändert, RB hatte gefühlt andauernden Ballbesitz, konnte daraus zu Beginn aber kaum Kapital schlagen. Der erste grober Schnitzer von Tormann Wallinder führte dann auch gleich zur Salzburger Führung. Ein Weitschuss, der seinen Weg durch die Abwehrreihe fand, wurde nicht festgehalten und prallte zurück in den Strafraum, wo Konate am schnellsten schaltete und ins Eck verwertete. Das Tor war der Dosenöffner, der die Abwehrbemühungen der Schweden ins Wanken brachte. Sie versuchten auf den Ausgleich zu spielen, brachten bis auf ein paar harmlose Angriffe jedoch kaum etwas zustande. Eine schöne Aktion von Baidoo (Lupfer über die Abwehr) und Konate (Kopfball-Lupfer über Wallinder hinweg ins Eck) brachte das 2:0, womit die Partie entschieden war. Das 3:0 von Tabakovic war Draufgabe, da hatten sich die Schweden bereits aufgegeben. Am Ende blieb ein vom Ergebnis her überzeugender Sieg, der den Einzug in die Ligaphase der Europa League brachte. Bleibt nur zu hoffen, dass Salzburg da ein paar interessante und schlagbare Gegner zugelost bekommt, die neben ordentlich Publikumsinteresse auch ein paar UEFA-Punkte auf das österreichische Konto buchen können. Der Gegner gestern war jedenfalls kein Gradmesser, da hatte etwa Pafos die RB-Kicker deutlich mehr gefordert als die mauernden Schweden. Mein Wett-Tipp „Handicap X“ ist nicht aufgegangen, ich hatte erst später mit dem Tor gerechnet. Trotzdem war ich mit der Vorstellung nicht unzufrieden, da ich das Gefühl hatte, dass die Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht hatte, was für den heimischen Fußball nur gut sein kann. Hoffentlich setzt sich dieser Trend fort, ich würde RB Salzburg gerne international wieder weit kommen sehen.
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