Eine leicht humoristische These: Kann die TSG Hoffenheim Champions League?
Die TSG Hoffenheim kann sich tatsächlich für die Champions League qualifizieren – wenn sie weiterhin spielt, als hätte jemand im Trainingszentrum heimlich Energy Drinks ins Leitungswasser gemischt.
Hoffenheim ist derzeit so etwas wie der gut gelaunte Überraschungsgast auf der Bundesliga-Party. Niemand hat sie ganz oben auf der Gästeliste erwartet, aber plötzlich steht sie mitten im Wohnzimmer, spielt gute Musik und alle denken sich: „Moment mal – die können ja richtig was.“ Betrachtet man das aktuelle Spiel der Mannschaft, wirkt die Frage nach einer Qualifikation für die UEFA Champions League nicht mehr wie Fußballromantik nach dem dritten Bier, sondern wie eine ernstzunehmende Möglichkeit.
Sportlich spricht einiges dafür. Hoffenheim tritt aktuell mit einer Mischung aus taktischer Disziplin und spielerischer Frechheit auf, die man sonst eher von Teams kennt, die am Saisonende silberne Schalen oder zumindest sehr große Schecks in die Kamera halten dürfen. Das Pressing sitzt, das Umschaltspiel ist schnell, und selbst defensive Stabilität scheint kein Fremdwort mehr zu sein – was in Hoffenheim ja auch schon mal als exotisches Konzept galt. Besonders auffällig: Die Mannschaft wirkt mental gefestigt. Rückstände führen nicht mehr zu panischem Gebolze, sondern zu einem Schulterzucken und der stillen Übereinkunft: „Gut, dann machen wir halt zwei Tore.“
Ein weiterer Pluspunkt ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Hoffenheim lebt nicht von einem einzelnen Superhelden (ok, vielleicht Kramaric und Asllani, aber sonst?), sondern von einem Kollektiv, das funktioniert wie ein gut eingespieltes Orchester – nur mit weniger Geigen und mehr Grätschen. Wenn ein Spieler schwächelt, springt der nächste ein. Wenn der Plan A nicht funktioniert, gibt es tatsächlich einen Plan B, und nicht nur wildes Hoffen auf Standards in der Nachspielzeit.
Natürlich wäre es naiv zu glauben, der Weg der Ilzer-Elf in die Champions League sei ein Selbstläufer. Die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht – sie döst höchstens kurz, wacht aber pünktlich zum Saisonendspurt wieder auf oder heißt einfach nur FC Bayern München und gewinnt mal so nebenbei 5:1 gegen die TSG. Aber, die Konstanz ist der entscheidende Faktor. Hoffenheim muss beweisen, dass die aktuellen Leistungen kein saisonales Hoch sind, sondern Ausdruck einer nachhaltigen Entwicklung. Anders gesagt: Es reicht nicht, ein paar Monate gut zu spielen. Man muss es auch dann tun, wenn es draußen wieder wärmer wird, die Plätze nicht mehr so holprig sind und plötzlich jeder Gegner gegen einen „Champions-League-Kandidaten“ über sich hinauswächst.
Trotzdem: Die Voraussetzungen sind da. Wenn Hoffenheim seinen mutigen Stil beibehält und man sich nicht selbst mit zu viel Euphorie ein Bein stellt, dann ist die Champions-League-Qualifikation absolut realistisch. Natürlich nicht als Titelanwärter, aber als sympathischer Herausforderer mit breitem Grinsen.
Kurzum: Hoffenheim darf träumen – und diesmal ist es kein unrealistischer Traum. Eher so einer, bei dem man morgens aufwacht und denkt: „Moment… das könnte wirklich passieren.“