Wenn Geld allein nicht glücklich macht

Von Christian Adam
SCRA-Präsident Karlheinz Kopf (r.) mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Pfanner (l.) und Christoph Längle. VN-Stiplovsek

SCRA-Präsident Karlheinz Kopf (r.) mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Pfanner (l.) und Christoph Längle. VN-STIPLOVSEK

Rekordbudget und sportliche Tristesse bei Hauptversammlung.

ALTACH Es waren deutliche Worte, mit denen SCRA-Präsident Karlheinz Kopf die Jahreshauptversammlung eröffnete. Nicht, weil der 61-Jährige seinen Abschied auf Raten erneut bestätigte, sondern vielmehr, weil die prekäre sportliche Situation die Rekordzahlen des Geschäftsjahres 2017/18 mehr als trübte. „Wir sind uns alle bewusst, dass uns ein Abstieg um Jahre zurückwerfen würde“, rief er allen die infrastrukturelle Aufbruchstimmung im Klub in Erinnerung. Eine sportliche Krise, so Kopf weiter, könne einem kleinen Klub wie es der Cashpoint SCR Altach ist, immer passieren, als Ausrede wollte er das aber nicht stehen lassen. Vielmehr sei es die Pflicht, mit Ende der Herbstsaison die Situation nüchtern zu analysieren, zu bewerten und schließlich in aller Ruhe, aber entschlossen zu handeln. „Wir werden alles Machbare tun, um einen Abstieg zu verhindern“, sagte er den anwesenden Funktionären, Mitgliedern und Spielern sowie Trainern. An Letzteren jedenfalls wolle er die Misere nicht festmachen.

 

„Ein Abstieg würde uns um Jahre zurückwerfen, dessen sind wir uns bewusst.“

 

Weit erfreulicher durfte Finanzchef Christoph Begle bilanzieren. Erstmals wurde die Zehnmillionen-Euro-Budgetgrenze überschritten, ein Jahresüberschuss – nach Steuerabzug – von 1,2 Millionen Euro und das Eigenkapital mehr als verdreifacht. Betrug das Budget des SCR Altach im ersten Bundesligajahr 1992 noch 295.000 Euro, bei einem Mitarbeiter, so mussten im abgelaufenen Geschäftsjahr allein an Steuern 3,5 Millionen an die Gebietskrankenkasse, das Finanzamt, die Gemeinde oder an Lohnabrechnung gezahlt werden.

Jede Krise ist zugleich eine Chance

Die Wiederwahl von Karlheinz Kopf, bis zu seinem Abgang im März 2019 war ebenso Formsache wie die Statutenänderung, die ebenfalls mit der Neubestellung des Präsidenten zum Tragen kommen wird. Als Favorit gilt Peter Pfanner („Jede Krise ist zugleich eine Chance“), auch wenn der 52-jährige Geschäftsmann, der dem Wahlausschuss vorsteht, noch nichts davon wissen will. Die gute Nachricht hatte Geschäftsführer Christoph Längle (48) an die Versammlung, der vom Stadion als „Basis für alles“ sprach. Demnach wird im Frühjahr der Bau der Nordtribüne vergeben.

Cashpoint SCR Altach

Aufsichtsrat

Mag. Peter Pfanner (Vorsitzender), Mag. Dieter Tschemernjak, Roland Egle, Markus Borg, Hanno Egger, Franz Kopf, Thomas Lorünser

Vorstand

Karlheinz Kopf (Präsident), Markus Brändle (Vizepräsident), Mag. Harald Oberdorfer (Vizepräsident), Christoph Längle (Geschäftsführer), Christoph Begle (Finanzen), Rudi Gussnig (Vorstand Sport), Eva Giesinger (Organisation/Mitglieder)

Ausschuss

Josef Lässer, Udo Loacker, Kurt Müller, Werner Nachbaur, Thomas Giesinger (neu), Josef Reiner, Franz Stiegler, Helmut Thaler, Julian Sandholzer, Harald Zach

Rechnungsprüfer

Mathias Bachstein, Daniel Rotter

 

Gewinn- und Verlustrechnung des Vereinsjahres 2017/18 (1. Juli 2017 bis 30. Juni 2019)

Einnahmen (in Euro)

Eintrittsgelder: 663.887,50 (plus sonstige Erlöse)

Sponsoring/Werbung: 3,175.424,72

TV-Übertragungsrechte: 1,930.349,83

Sonstige Erträge: 5,220.913,70

Summe Erträge: 10,990.575,76

Aufwendungen (in Euro)

Material- und bez. Leistungen: 892.716,15

Personalaufwand: 5,187.723,15

Aufwand Spielbetrieb: 736.653,35

Stadionnutzung: 354.045,56

Übr. betrieblicher Aufwand: 2,175.966,67

Summe Aufwendungen: 9,338.104,88

Ergebnis Saison 2017/18

Operatives Ergebnis: 1,652.470,88

Abschreibungen: - 219.907,12

Ergebnis vor Steuern: 1,432.563,76

Körperschaftssteuer: - 249.150,50

Jahresüberschuss: 1,183.413,26

Bilanzgewinn/Eigenkapital: 1,772.621,32