@MarkoBB8 @lengmandx
Dank euch für eure ausführlichen Antworten auf meinen Beitrag und die differenzierten Perspektiven.
Ich find so eine differenzierte Betrachtung auch wirklich wichtig, weil es fatal wäre, organisierte Fanszenen pauschal mit Gewaltbereitschaft gleichzusetzen.
Mir ist auch klar, dass diese Identitätsbildung innerhalb der Gruppen emotionale Bindung, Solidarität und soziale Integration fördert und damit sehr, sehr viele positive Aspekte hat.
Gleichzeitig verstärkt diese Identität aber auch die Abgrenzung gegenüber rivalisierenden Gruppen. Und genau dort entsteht dann doch häufig Gewalt, oder? Nämlich dann, wenn Rivalität in Feindbilder umschlägt und die gegnerischen Gruppen entmenschlicht oder zumindest symbolisch (faktisch?) als Bedrohung wahrgenommen werden. Ein nicht mehr zeitgemäßes Männlichkeits- und Ehrverständnis tut da vermutlich sein Übriges.Und das macht m.E. schon was mit den Köpfen vor allem junger Menschen...
Solange Gewalt innerhalb bestimmter Gruppen als Ausdruck von Loyalität, Stärke oder „Ehre“ gilt, bleibt sie sozial anschlussfähig - innerhalb und ws. auch außerhalb der Gruppen ("Weil die haben ja angefangen!"). Nachhaltige Veränderungen entstehen daher wahrscheinlich erst dann, wenn andere Werte innerhalb der Szene an Bedeutung gewinnen. Gerade da würd ich in meiner naiven Vorstellung die Gruppen in der Verantwortung für ihre v.a. jungen Mitglieder sehen.