Diese Selbstaufgabe und das Sich-ins-Debakel-fügen ist einer meiner Ansatzpunkte für die Kritik an Tatar. Ich habe noch keinen Trainer erlebt, unter dessen Ägide wir so oft so hoch verloren haben, nicht einmal in der Abstiegssaison 2001. Von der Häufigkeit dieser Ergebnisse her erfüllen wir bald das Pensum der letzten Herbstsaison, von der wir uns dieses Jahr ja klar distanzieren wollten. Die weitestgehende Stabilität des Frühjahrs: futsch.
Leider zeigt dieser Umstand, dass Tatar, sobald wir auswärts in Rückstand geraten, oft kein Vertrauen mehr darin hat, mit geordnetem Spiel und System zum Torefolg zu kommen. Durchaus zu Recht, wahrscheinlich. Der Doppeltausch gestern zur Pause hat das ebenso gezeigt wie die legendären Stürmereinsätze von Dospel und Lackner. Das schaut dann auf dem Papier wahnsinnig angagiert und spektakulär aus, zeigt aber nur die Ratlosigkeit des Trainers. Andererseits hat er in Partien wie jener in Hartberg nicht mal mehr versucht, durch mögliche Wechsel Impulse zu bringen und sich mit der Schadensbegrenzung zufriedengegeben. Mir fehlt da die sichtbare ordnende Hand, die Linie.
Wobei es durchaus auch positive Beispiele gibt, wie die Partie in Wolfsberg. Das war über 90 Minuten diszipliniert gespielt von unserer Seite und wurde mit dem Punkt belohnt. Ist halt schon lange her, vielleicht war Tatar da noch etwas gelassener.
Durch den Ausfall von Rotter verlieren wir jetzt leider den einzigen Spieler, der in der letzten Zeit vor dem Tor gefährlich werden konnte. In den letzten sechs Spiele haben wir genau drei Tore geschossen (fast vier mal so viele bekommen), zwei davon er. Ganz ehrlich, was soll man sich da erwarten? Genieblitze von Markovic und eine hoffentlich schnelle Rückkehr zur Form von Djokic. Ansonsten seh ich schwarz, weil wir den Ball nicht ins Tor bekommen und, sobald wir in Rückstand geraten, auch gleich einmal die Abwehr entblößen müssen und in ein Debakel schlittern.
Dieser Beitrag wurde von Istvan Who bearbeitet: 01. Oktober 2011 - 12:14



Nach oben
















