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Von Harald Bartl
Ja, ja – Elf Freunde sollt ihr sein – und die Vereinsfarben im Herzen tragen. Sozialromantik schön und gut – sie steht aber im Widerspruch zur „Millionenshow Profifußball.“
Ich kann es nachvollziehen, dass der Tiroler Florian Mader Oberösterreich verlässt, wenn er in Wien das Doppelte verdienen kann, und mit 29 Jahren längst in Hälfte zwei der Karriere steht.
Ich kann es nachvollziehen, dass der Steirer Daniel Royer nicht zwei Mal überlegt, wenn er ein Angebot aus der deutschen Bundesliga erhält. Beide sind nicht nach Ried gekommen, weil das Innviertel das schönste Fleckerl Österreichs ist.
Sie wollten gut Fußball spielen, und haben damit dem Klub, vor allem aber sich selbst geholfen.
Und um keine Illusionen zu wecken: Würde Ried keine Spieler verkaufen, und dennoch jedes Jahr Punkte- und Erfolgsprämien für Platz 1, 2 oder 3 auszahlen – der Gang zum Konkursrichter wäre nur eine Frage der Zeit. Wer es ändern will: Vortreten, und Brieftasche zücken. Ein, zwei Millionen Euro pro Jahr sollten reichen.
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Von Christoph Zöpfl
Eines vorweg: Daniel Royer darf man keinen Vorwurf machen, dass er dem Lockruf der deutschen Liga (und damit des großen Geldes) gefolgt ist. Auch für den Verein mag der Deal ein sehr gutes Geschäft sein. Abgesehen davon gab es rechtlich auch keine Möglichkeit, den Absprung Royers nach Hannover zu blockieren.
Dass sich die SV Ried als Ausbildungsklub definiert, ist nachvollziehbar. Aber derzeit steht der Verein eher als „Komm & Kauf“-Schnäppchenmarkt da – und das ist gefährlich. Die damit verknüpfte Botschaft, dass sportliche Perspektiven zweitrangig sind, ist für jeden Fan schwer verdaulich. Ried ist ÖFB-Cupsieger, war schon Vizemeister und hatte auch in der Vorsaison eine Titelchance – da wäre es doch legitim, einmal das sportliche Ziel höher zu justieren, als nur einen Platz im Mittelfeld der Liga anzustreben. Ried darf sich nicht damit zufriedengeben, nur als Karriere-Sprungbrett für junge Fußballer zu funktionieren. Die Innviertler könnten sich ruhig einmal den Luxus neuer sportlicher Visionen leisten.




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