Nachdem die Gruppenphase nun beendet ist, wage ich ein subjektives Resumee über die positiven und negativen Erscheinungen der ersten 48 Partien zu ziehen:
Positiv:
+ Amerikanische Teams: Die Teams aus der westlichen Hemisphäre schafften mit Ausnahme von Honduras alle den Achtelfinaleinzug, 5 von 7 außerdem als Gruppensieger trotz Gegnern wie England (USA), Italien (Paraguay) oder Frankreich (Uruguay+Mexico). Hervorzustreichen sind vor allem die Mannschaften aus Südamerika, die es bis zum 47. Gruppenspiel schafften, ungeschlagen zu bleiben, ehe Chile gegen Europameister Spanien die erste - aber bedeutungslose - Niederlage kassierte!
Von allen Kontinentalverbänden überzeugten die CONMEBOL- und CONCACAF-Teams am meisten, spielerisch, taktisch als auch konditionell.
+

: "Besser hinten gut stehen und vorne nur die nötigen Tore schießen, als Hollywood spielen." Diese Vorgabe erfüllten die Holländer sehr gut, was sich daran erkennen lässt, dass die 9 Punkte auch so recht souverän eingefahren wurden.
+

: Technisch und läuferisch Top. Zeigten gegen Dänemark ihre Stärke bei ruhenden Bällen. IMO nicht überraschend, da in der J-League sehr oft aus großen Distanzen geschossen wird und der Stamm hauptsächlich aus heimischen Spielern besteht.
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: Wer hätte das gedacht?! Der wohl krasseste Außenseiter bei dieser WM könnte nach dem Finale am 11.Juli sogar als einzige Mannschaft ohne Niederlage bei der Endrunde dastehen. Trotzdem fahren die All Whites nach der Gruppenphase heim. Wenngleich technisch vieles gefehlt hat, so haben die Kiwis brav mitgespielt und sich defensiv von ihrer besten Seite gezeigt. Deswegen für mich eine der positiven Erscheinungen in Südafrika. (Die Ellbogenchecks von Fallon & Co. seinen den rugbyverrückten Neuseeländern verziehen!)
Negativ:
- Afrikanische Teams: Ohne Zweifel muss festgestellt werden, dass gerade die erste WM auf afrikanischem Boden dem hiesigen Fußball ein vernichtendes Debakel brachte. Außer den Black Stars aus Ghana sind alle anderen Teilnehmer vom schwarzen Kontinent bereits ausgeschieden, zum Teil schon nach dem zweiten Spieltag.
Sehr schade ist es auch, dass gerade der afrikanische Fußball große Teile seiner Identität in den letzten Jahren verloren hat und immer mehr internationalisiert wurde, teils durch ausländische Teamchefs, aber auch durch die vielen Stars, die in europäischen Ligen spielen. Dass diese Umstellung den Afrikanern nicht gut getan hat, ist offensichtlich - Bilanz nach 18 Spielen: nur 3 Siege (davon 2 bedeutungslose am letzten Spieltag!) bei 4 Remis und 11 Pleiten. Algerien, Kamerun und Nigeria zusammen holten nichteinmal mehr Punkte wie die desaströsen Franzosen alleine, und das soll was heißen!
-

und

: Der Weltmeister und sein Vize. Brachten zusammen keinen einzigen Sieg zustande, nicht einmal gegen Fußballgroßmächte wie Neuseeland oder Südafrika. Um von der sportlichen Misere abzulenken, blamierten sich die Franzosen abseits des Platzes zudem noch mehr.
- Nordkorea und

: Den beiden krassen Außenseitern merkte man zu sehr an, dass sie einfach nicht zu einer WM gehören. Die Honduraner holten zwar einen Punkt, was aber nur an deren Effizienz vor dem offenen schweizer Scheunentor gelegen hat, denn sogar Nordkorea hätte der Nati gestern ein Türl gemacht. Über Kim Jongs Nationalelf braucht man aber ohnehin nichts sagen. Die Ergebnisse sprechen Bände.
Der Rest war in etwa erwartungstreu. Bemerkenswert ist, dass von 13 Europäern schon 7 nach der Vorrunde ausgeschieden sind. Eine derartige Quote dürfte es länger nicht gegeben haben...