um wieder konstruktiver zu werden:
eine theorie zur kaderzusammenstellung hat sich bei mir zuletzt mehr und mehr festgesetzt.
der kader ist- entkoppelt man ein wenig das fehlen von den in den letzten jahren üblichen "klassespielern"- danach ausgerichtet, einen Austria-stil zu entfalten, den Daxbacher seit seiner zweiten saison bei uns (wieder)aufgebaut hat.
also personalbezogen spielerisches vermögen über athletische fähigkeiten oder auch zweikampfstärke, um eben ein "effektives" kombinationsspiel betreiben zu können.
dummerweise fehlen jetzt aber durchaus unbestritten die spielerpersönlichkeiten, die aus ballbesitz kapital schlagen können, bzw. den gegner ausreichend ins schwitzen bringen, wenn wir unser spiel aufziehen.
so kann man vielleicht auch ganz gut erklären, warum die heimspiele im frühjahr großteils nicht so schlecht waren, bzw. tatsächlich außer Kapfenberg(bis zum ausschluss) alle gegner erhebliche probleme hatten, im Horrstadion gut auszusehen.
die erklärung wäre die, dass die kollektive spielstärke daheim ausreicht, in kombination mit der größeren wertschätzung auf das defensive verschieben, die gegner vor eine nur schwer zu lösende aufgabe zu stellen.
dass uns dennoch (individuelle) qualitäten in der defensive fehlen, war auch offensichtlich.
Sturm, Salzburg ausgleich, Alar alleingang kurz vor schluss.
auswärts summieren sich die probleme.
Vastic kann keine klare linie, kein system reinbringen, hat aber auch nicht die spieler, die das vereinfachen würden (eher im gegenteil).
individuelle schwächen im defensivverhalten sind offensichtlich(Klein, Suttner, Mader und sogar Ortlechner sind keine spezialisten in der rohen defensivarbeit. Liendl, Gorgon und Stankovic eher reine offensivspieler, Linz ein abstauber der (ganz!) alten schule.).
dazu kommt noch das problem der passenden spielanlage, nach der trainer wie spieler offensichtlich vergeblich suchen.
viele unserer spieler tendieren- teils aus gewohnheit, teils aus ihrer natürlichen spielanlage heraus, dazu, das spiel kontrollieren zu wollen, über kurze querpässe und verzögerte abspiele, die den ballbesitz sichern sollen.
uns fehlt aber gleichermaßen die qualität, dieses kombinationsspiel gegen starke gegenwehr in verwertbarer qualität durchzuziehen, als auch die qualität, dann gegen einen gut geordneten gegner etwas aus dem ballbesitz zu machen (wir hatten diese probleme auch regelmäßig mit Junuzovic und Barazite; wie sie auch der FC Barcelona ab und an bekommt, wenn ein ausreichend starker gegner den strafraum zumauert. Barcelona erwähne ich hier nur, weil man Daxbacher das defizit stets persönlich angerechnet hat, aus überlegenheit oft nichts zählbares herauszuholen, ignorierend, dass sich ein hoher ballbesitz und freie räume widersprechen. kurioserweise hat eine ähnliche diskussion jetzt tatsächlich auch die Katalanen -sagen wir- gestreift. weniger dominant spielen, dafür (vielleicht, oder auch nicht) erfolgreicher?).
verkürzt in etwa:
man hat einen nunmehr geschwächten(aber nicht schlechten!) kader eines "konzepttrainers" einem anderen trainer überlassen, dessen umgestaltungswillen sich bisher nur darin geäußert hat, seiner kombinationsmannschaft mit defensiven
problemfällen eine tiefere staffelung zu verordnen.
hat in heimspielen in ansätzen funktioniert, auswärts war man gegen Kapfenberg, Mattersburg, Rapid, Ried und Wr. Neustadt dafür dermaßen abgemeldet, dass man praktisch von einem kompletten versagen sprechen muss, was diese auftritte betrifft.
stellt sich die frage, soll man nun den halben kader austauschen, um wieder ein brauchbares konzept aufzubauen, oder hält man doch nach einem trainer ausschau, der die "alte" spielphilosophie wiederbeleben kann, im idealfall erleichtert durch die eine oder andere echte qualitative verstärkung.
leicht zu beantworten, (natürlich) schwierig in der umsetzung.
Dieser Beitrag wurde von pimpifax bearbeitet: 03. Mai 2012 - 11:20