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- in welcher liga/bei welchem verein wĂŒrdest du gerne einmal spielen ?

Da gibt es einige, sowohl als auch, die fĂŒr einen jungen Fußballer interessant sind und wo man nicht „Nein“ sagen darf, wenn man einmal die Chance bekommt, sich auch dort zu beweisen. Aber dass mein Ziel die Premier League mit Manchester United wĂ€re, ist kein Geheimnis mehr.

- hat dich die "humoristische vermarktung" deiner familie auf ö3 wÀhrend/seit der u20 wm gestört ?

Ich war ja in Kanada und habe den ganzen Medienrummel nicht so mitbekommen. Meine Familie hat mir spĂ€ter erzĂ€hlt, dass es teilweise schon sehr ĂŒbertrieben wurde und teilweise auch sehr billig gemacht von den diversen Medien. Wir haben daraus unsere Lehren gezogen: Schon seit lĂ€ngerem halte ich meine Familie aus der Öffentlichkeit heraus und schĂŒtze sie. Auch, wenn es immer wieder Anfragen fĂŒr meine Oma oder Geschwister gibt – keine Chance.

Bei Rapid hast du einen Sturmpartner der vom körperlichen, fußballerischen und auch von der Persönlichkeit her das exakte Gegenteil von dir ist. Trotzdem habt ihr gemeinsam die Gegner praktisch in Grund und Boden geschossen.

Warum harmoniert ihr auf dem Platz trotz dieser Unterschiede zusammen bzw ist vielleicht gerade das der Grund warum es letzte Saison so gut funktioniert hat?

Wie ist dein persönliches VerhÀltnis zu Stefan Maierhofer? BeschrÀnkt es sich auf ein professionelles ArbeisverhÀltnis oder trifft man sich auch mal privat?

lg

koarl

Wir haben ein gutes VerhĂ€ltnis, sowohl auf dem Platz, als auch privat. Da unternimmt man dann auch schon mal was gemeinsam. Ja, ich glaube, dass es sowohl diese körperlichen GegensĂ€tze sind, die uns so zusammenschweißen und fĂŒr die Gegner gefĂ€hrlich machen – und natĂŒrlich, dass wir uns auch so sehr gut verstehen.

wie ist dein standing allgemein in der mannschaft? fĂŒhlst du dich noch eher als "junger spieler" und trittst dementsprechend eher im hintergrund auf oder bist du schon, wie es deine spielstĂ€rke ja nahe legen wĂŒrde, der leadertyp zu dem die aufgerĂŒckten amateure gerne kommen um sich einen rat zu holen?

Auch wenn ich noch jĂŒnger bin – ich habe mit Rapid und beim Verein schon viel erlebt, einige tolle Spiele absolviert und schon so manches erreicht. Damit „wĂ€chst“ man auch als Mensch und kann dieses Wissen an andere weitergeben. Das war am Anfang natĂŒrlich etwas ungewohnt fĂŒr mich, weil plötzlich auch alle Medien auf mich aufmerksam geworden sind. Aber wie gesagt, das ist das FußballgeschĂ€ft und so entwickelt man sich weiter. Wenn jemand einen Rat von mir möchte, ehrt mich das natĂŒrlich und ich werde versuchen, ihm weiterzuhelfen.

Haben sie im Urlaub einmal einen Tagtraum gehabt, in dem sie sich an eines der unzĂ€hligen Tore in der letzten Saison im Hanappi zurĂŒckgedacht haben? Wenn ja, welches war das? Und lĂ€uft ihnen dann eine GĂ€nsehaut den RĂŒcken runter, wenn sie an ein volles Hanappi und den Roar bei einem Tor zurĂŒckdenken?

Die drei Tore im letzten Spiel gegen RB Salzburg in der vergangenen Saison waren natĂŒrlich fĂŒr mich ein Wahnsinn. Sowas verfolgt dich dann noch lange
daran denke ich noch sehr gerne zurĂŒck.

Du gehst ja gerne fischen: Worauf fischst du, mit welchem Köder und was war dein grĂ¶ĂŸter Fang?

Ich fische hauptsĂ€chlich auf Karpfen, aber auch Hecht und Zander und verwende hauptsĂ€chlich Boilies als Köder. Mein grĂ¶ĂŸter Fang war ein Stör mit 1,53 m und 26,6 kg, ein ganz schöner Brocken.

Bist du mit deiner Nummer 21 zufrieden, ist es dir egal oder wĂŒrdest du lieber eine typische StĂŒrmernummer ala 9 haben?

Als ich zu Rapid gekommen bin, habe ich die Nummer 11 bekommen (Anmerkung: Steffen Hofmann war zu dieser Zeit bei 1860 MĂŒnchen). Als ich dann bei der U19-EM in Polen den Anruf von Rapid bekommen habe, dass Steffen zurĂŒckkehrt, war es klar, dass ich gerne auf diese Nummer verzichte und sie zurĂŒck gebe. Ich habe mich dann fĂŒr die Nummer 21 entschieden und fahre bisher ganz gut damit.

Bist du deinen Spitznamen Jimmy schon so gewohnt, dass Erwin fĂŒr dich ungewohnt klingt, oder wĂŒrdest du doch lieber mit deinem Taufnamen gerufen werden?

Nein, „Jimmy“ ist voll in Ordnung. So nennen mich meine Mitspieler und die Fans. Meine Familie und Freunde bleiben bei Erwin. Ungewohnt ist da schon lange nichts mehr.

Zu Beginn deiner Rapid Zeit musstest du dich öfters mit kleinen Krankheiten herumschlagen - Peter Pacult meinte in einem Interview sogar du wÀrst zu anfÀllig - hast du etwas an dir bzw. an deiner Art zu leben geÀndert (Essen, Trinken) oder ist es reiner Zufall das du kaum noch krank warst in letzter Zeit?

Ich habe viel an meinem Muskelaufbau, meiner Kondition gearbeitet. Das war ein hartes StĂŒck Arbeit. Man muss lernen, mit dem ganzen Tempo, dem Druck usw. umzugehen und auch regelmĂ€ĂŸig die Leistungen zu bringen und nicht nur durch KurzeinsĂ€tze oder alle paar Wochen. Ich klopfe aufs Holz und bin froh, dass mich das Verletzungspech in der letzten Zeit sehr verschont hat.

Eine Frage Betreff der Stimmung in der Rapid Mannschaft - Wer sind die Stimmungskanonen im Team?

Die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen: Payer, Dober, Kulovits, Maierhofer usw. Kommt natĂŒrlich ganz auf die Ereignisse davor oder danach an – wenn wir etwa verloren haben, herrscht auch keine Hochstimmung bei uns.

Nervt es dich manchmal das du als bekannter Profifussballer desöfteren in deinem Privatleben angesprochen wirst oder sagst du dir "thats business"?

Nein, das ist eben Teil des GeschĂ€fts. Damit muss man umgehen lernen. NatĂŒrlich gibt es auch bei mir Situationen, wo ich meine Ruhe möchte. Aber dann gehe ich eben Fischen und so finde ich die Kraft fĂŒr die weiteren Aufgaben.

Wieviel Anteil hat deine Jugendausbildung bei Admira an deinem Erfolg?

In Zahlen und Wörtern ist das sehr schwer zu definieren. Dass die SĂŒdstadt eine sehr gute Ausbildung bietet, ist allgemein bekannt. Ich bin den Verantwortlichen sehr dankbar, dass ich so gefördert wurde und eine solche Ausbildung bekommen habe. Aber ohne den weiteren Schritten, die bei Rapid gesetzt wurden, wĂ€re meine Karriere vielleicht anders verlaufen. Peter Pacult und sein Trainerteam, inklusive Fitness-Trainer Christian Canestrini haben mir die Chancen gegeben, ich habe sie fĂŒr den Feinschliff genĂŒtzt. Meine Entwicklung an nur einer Person aufzuhĂ€ngen, wĂ€re vermessen und auch undankbar.

In einem Interview hat SM erwĂ€hnt, dass er eine Wette mit dir um den internen SchĂŒtzenkönig am laufen hat. Worum gings da? :augenbrauen:

Die Wette lÀuft noch und bleibt deswegen auch intern.

Mich wĂŒrde interessieren, ob du (beziehungsweise die gesamte Mannschaft) "Ticks", "GlĂŒcksbringer" oder Rituale vor dem Match hast, die auf keinen Fall fehlen dĂŒrfen (Ă  la "immer den linken Schuh zuerst schnĂŒren", etc.)? Wie laufen die letzten Sekunden in der Kabine ab, bevor du/ihr in St. Hanappi auf's Feld kommst? Gibt's nochmal Motivationsmusik oder Ă€hnliches?

GlĂŒcksbringer haben fast alle, Ticks der ein oder andere: Vom Schokoriegel bis hin zum Ablauf, wer als letzter aufs Feld geht. Allzu sehr ins Detail gehen will ich aber nicht mehr, weil da bin ich ein bisschen aberglĂ€ubisch. ;) In den letzten Minuten in der Kabine pushen wir uns gegenseitig, schwören einander aufs Spiel ein und bauen uns auf. Motivationsmusik? Die kommt von unseren Fans. :)

In letzter Zeit hört man immer wieder, wenn Österreichische Spieler ins Ausland gehen, dass sie bestimmte Familienangehörige mitnehmen (Korkmaz u.a.). Und wie man hört sind ja auch dir familiĂ€re Bande sehr wichtig. Solltest du irgendwann in einer anderen Liga landen: Wen wĂŒrdest du mitnehmen? Wer wĂŒrde mitgehen?

FamiliĂ€re Bindung ist glaube ich fĂŒr jeden Spieler wichtig. Ich denke aber, dass ist von Spieler zu Spieler unterschiedlich und jeder muss fĂŒr sich selbst entscheiden, ob er jemanden mitnimmt, oder den Sprung allein wagt. Sollte es mich einmal eventuell nach England verschlagen, habe ich etwa Österreichische Verwandte, die dort leben. Ansonsten glaube ich, dass ich mich allein behaupten werde. Ich kann nicht verlangen, dass etwa ein Bruder mitkommt, der hier aber in Österreich plötzlich allen liegen lassen mĂŒsste – die jeweiligen Verwandten haben ja ihr eigenes Leben, das sie sich aufbauen mĂŒssen.

Wenn du ĂŒber Transfersummen wie 90 Millionen fĂŒr CR und JahresgehĂ€lter von 12 Millionen liest, bist du manchmal neidig auf solche Spieler oder bist du froh, ein gut verdienender, normaler Fußballer zu sein? - Kurz: Findest du solche Tranfers moralisch okay oder gibt es fĂŒr dich eine gewisse Grenze?

Neidisch, niemals. Warum auch? Ronaldo verdient mehr Geld, als er ausgeben kann, und muss dafĂŒr auf der ganzen Welt auf seine PrivatsphĂ€re verzichten. Vielleicht ist das fĂŒr ihn voll in Ordnung, fĂŒr mich wĂ€re es aber nichts. Ich glaube auch, dass bei solchen Summen mehrere Faktoren zu berĂŒcksichtigen sind – wenn Real etwa so viel Geld ausgibt, muss es sich auch eine Menge Kritik gefallen lassen. Und das wohl zurecht. DafĂŒr spielt einer der besten Fußballer, die es momentan gibt, beim Verein.

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Schefoasch

Das war's mit Diskussionsrunde vier hier im Rapid-Channel. Ich denke, dass es wiedermal ein paar interessante Antworten gab und bedanke mich natĂŒrlich herzlich bei Jimmy, dass er sich fĂŒr uns Zeit genommen hat.

Am 1.August startet die nÀchste Runde, wohl wieder mit einem weiteren Leckerbissen und im September werdet dann voraussichtlich ihr entscheiden können, mit wem ihr "chatten" wollt :)

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My rule is never to look at anything on the Internet.

So wie man es sich vorstellt bei ihm. Ganz nazĂŒtliche und ehrliche Antworten.. :clap:

Und nochmal ein großes Lob an die Organisatoren fĂŒr die interessanten GesprĂ€chspartner.. :super:

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Waren wirklich tolle, ehrliche Antworten. Hoffe, dass Jimmy uns lange erhalten bleiben wird, obwohl ich gerade ihm auch eine erfolgreiche Karriere im Ausland vergönnen wĂŒrde.

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Jahrhunderttalent

interessantes Interview.

Es ist schon immer wieder interessant, auch fĂŒr nicht Rapid-AnhĂ€nger, wie das Umfeld bzw. Umgang der Spieler innerhalb eines Teams aussieht, da man da doch wenig Einblick als Aussenstehender hat.

Wenn er nicht gerade bei Rapid spielen wĂŒrde, könnte er doch fast sympathisch sein :augenbrauen::=

Danke fĂŒr dieses Interview

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