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hab jetzt meine kleine Ab-Lebensversicherung durch die KI gejagt -> wenn ich sie mir jetzt auszahle und bis 2042 anlege sinds mim msci world vermutlich 20-30k mehr! selbst abzüglich KEST ;)

aber gut, ich war damals 18, der raika typ hat mir das empfohlen, und ich habs damals getan! werde das aber jetzt wohl Aufgrund der Diskussion hier rasch umstellen 

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ASB-Halbgott

Eine fondsgebundene Lebensversicherung kann ja genau so gut zu 100% aus einem MSCI World ETF bestehen. Im Prinzip ist das ja nur eine Produkthülle. Durch die steuerliche Bevorzugung kann das schon Sinn machen, wenn man eine günstige Polizze findet, über einen Honorarberater sollte das schon machbar sein. Aber es bleibt halt die Frage, wer garantiert mir, dass in XY Jahren noch immer die steuerliche Bevorzugung gilt, am Depot ist das Geld, sollte ich es vorzeitig brauchen viel schneller verfügbar und die Versicherungssteuer spare ich mir auch (dafür halt Stand jetzt keine Kapitalertragssteuer). Wenn man sich von der Hausbank oder vom Versicherer irgendwas andrehen lässt, sind die Konditionen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht besonders toll, wenn man es überlegt macht, kann eine fondsgebundene Lebensversicherung schon okay sein, im Prinzip das selbe wie ein ETF Depot (wenn die Fonds in der Versicherung ETFs sind) nur am Ende halt ohne Kest. 

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Anfänger
Pacster schrieb am 24.8.2026 um 10:31 :

Ich habe mich dazu auch schon mal etwas genauer informiert und beraten lassen. War aber schon wieder vor ein paar Jahren.  Ganz pauschal würde ich eine fondsgebundene Lebensversicherung weder ablehnen noch empfehlen. Es kommt meiner Meinung nach sehr stark auf die konkreten Ziele, die gewählten Fonds und die Vertragsbedingungen an. Natürlich auch die Kosten. Gerade bei langen Laufzeiten können die laufenden Kosten einen deutlichen Unterschied machen, weshalb man sich das schon genauer anschauen sollte.
Was ich allerdings interessant finde, ist die Kombination aus langfristigem Vermögensaufbau und Versicherungsschutz. Für jemanden, der ohnehin eine Lebensversicherung möchte und gleichzeitig langfristig investieren will, kann das durchaus eine sinnvolle Lösung sein. Man sollte sie meiner Meinung nach aber nicht einfach abschließen, weil einem gesagt wird, dass man damit fürs Alter vorsorgt, sondern vorher verschiedene Varianten durchrechnen und auch mit einer reinen Fondslösung vergleichen. Dann sieht man recht schnell, ob das konkrete Produkt tatsächlich konkurrenzfähig ist. Es ist halt eine Versicherung mit Vermögensaufbau und geht nicht nur auf den Vermögensaufbau. Es geht im Grunde darum, will ich nur Vermögensaufbau oder brauche/will ich in erster Linie eine Versicherung.

Ah ja, verstehe. Den letzten Punkt finde ich interessant. Welchen Vorteil siehst du denn persönlich darin, Versicherung und Vermögensaufbau in einem Produkt zu kombinieren? Den Versicherungsschutz könnte man ja theoretisch auch separat abschließen und den Rest selbst investieren. Gibt es aus deiner Sicht einen Grund, warum die Kombination trotzdem sinnvoller sein kann?

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Anfänger
duffman schrieb am 25.8.2026 um 16:24 :

Ich beschäftige mich beruflich nahezu ausschließlich mit diesem Thema und bei solchen Aussagen wie „in 9 von 10 Fällen ist ein ETF besser“ gehe ich nicht ganz mit. So einfach ist es dann halt auch wieder nicht.

Keine Frage: Es gibt bei fondsgebundenen Lebensversicherungen genug Nieten am Markt. Hohe Kosten, schlechte Fondsauswahl usw. Aber genauso gibt es sehr gute Produkte mit vernünftigen Kosten und sehr guten Veranlagungsmöglichkeiten. Deshalb muss man sich schon das konkrete Produkt anschauen und nicht einfach pauschal LV mit ETF vergleichen.

Was bei der Diskussion auch gerne vergessen wird, ist die steuerliche Seite. Bei der LV habe ich zwar die 4 % Versicherungssteuer auf die laufenden Prämien, dafür sind die Gewinne KESt-frei. Bei langer Laufzeit kann das ein riesengroßer Vorteil sein.

Dazu kommt das Thema Ableben/Bezugsrecht. Bei einer Lebensversicherung kann ich festlegen, wer im Todesfall das Geld bekommen soll. Die Versicherungsleistung geht dann grundsätzlich direkt an den Bezugsberechtigten und nicht erst über die Verlassenschaft. Bei einem normalen Fonds- oder ETF-Depot schaut das anders aus. So haben Familienmitglieder schnell Geld zur Verfügung, wenn sie es wirklich brauchen.

Auch bei der Veranlagung würde ich nicht pauschal sagen „ETF gut, Fonds schlecht“. Natürlich gibt es genug aktive Fonds, die ihre Kosten nicht hereinspielen und schlechter laufen als der Vergleichsindex. Es gibt aber eben auch sehr gute Fonds bzw. Produkte, die über längere Zeiträume besser als klassische ETFs bzw. ihre Benchmarks gelaufen sind. 

Und was mir bei der ganzen Diskussion sowieso fehlt: Risikostreuung.

Warum muss es eigentlich immer ETF oder Lebensversicherung sein?

Wenn ich langfristig Vermögen aufbaue, finde ich es sogar sinnvoll, nicht alles in einen Topf zu werfen. Ein Teil im Depot, ein Teil in einer fondsgebundenen LV, eventuell noch andere Anlageformen dazu. Unterschiedliche Produkte, unterschiedliche Veranlagungen, unterschiedliche steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen.

Keiner von uns weiß, wie die Welt in 20, 30 oder 40 Jahren ausschaut – weder steuerlich noch wirtschaftlich noch gesetzlich. Da finde ich es persönlich wesentlich vernünftiger, auf mehrere Standbeine zu setzen.

Deshalb: Ja, unbedingt vergleichen. Kosten anschauen, Fonds anschauen, Flexibilität anschauen und sich ausrechnen lassen, was am Ende tatsächlich herauskommen kann.

Oh wow, voll gut für mich hier einen Experten zu haben :D Ich danke dir für diese ausführliche Antwort. Gerade den steuerlichen Aspekt finde ich voll interessant. Auch den Gedanken, nicht zwingend ETF oder LV zu sehen, sondern beides als unterschiedliche Standbeine zu nutzen, finde ich spannend. Du schreibst aber selbst, dass es bei den fondsgebundenen LVs auch genug Nieten gibt.

Woran würdest du ein wirklich gutes Produkt festmachen? Sind es hauptsächlich die Gesamtkosten und die Fondsauswahl oder gibt es bei den Vertragsbedingungen noch Punkte, bei denen man besonders genau hinschauen sollte?

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Anfänger
duffman schrieb am 26.8.2026 um 12:38 :

Nur stimmt das halt nicht. 😄 Natürlich kann ich vorher kündigen bzw. auf das Kapital zugreifen – nur kann das gerade in den ersten Jahren finanziell nachteilig sein.

Und bei gleicher angenommener Performance reden wir in der Rechnung von rund 162.000 € vs. 145.000 € netto. Ob einem dafür die geringere Flexibilität wert ist, kann jeder selbst entscheiden.

Genau deshalb sage ich ja: vergleichen statt pauschalisieren. 😉

Jetzt hab ich dein Rechenbeispiel auch noch gelesen Haha

Ich hätte nach den bisherigen Antworten ehrlich gesagt eher erwartet, dass die höheren Kosten der LV den steuerlichen Vorteil weitgehend auffressen. Dass bei deiner Rechnung trotz gleicher angenommenen Performance am Ende mehr übrig bleibt, finde ich daher schon interessant.

Wie stark hängt dieses Ergebnis vom konkreten Vertrag ab? Kann sich das bei einer etwas teureren LV schon relativ schnell wieder zugunsten des ETF drehen?

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Anfänger
cmburns schrieb am 27.8.2026 um 15:01 :

Denke diversifizieren ist für Otto-Normalo, der sich nichz überragend mit der Materie auskennt, sich einarbeiten kann/will, wie mich oder vuele wohl am"besten". 

Seit Anfang 20 läuft eine LV/Pensionsvorsorge bei der Hausbank. Und dann sind im Laufe der Zeit Bausparer und Wertpapierdepots mt ETF Sparplänen dazugekommen. Je nach steigender Sparverfügbarkeit/Einkommen.

Mit was man anfängt muss man selber entscheiden. Mit Anfang 20 war halt die die Versicherung über die Hausbank der No-Brainer, da waren die Fonds und Aktien noch sowas wie Voodoo.

Nice :) persönliche Erfahrungen hatte ich mir hier auch erhofft! Wie zufrieden bist du denn rückblickend mit der LV/Pensionsvorsorge? Hat sie sich für dich über die Jahre so entwickelt, wie du dir das damals vorgestellt hast?

bearbeitet von BallUndBerg

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Superkicker
duffman schrieb am 27.8.2026 um 14:20 :

Genau deshalb sehe ich die fondsgebundene LV primär als langfristigen Vermögensaufbau im Versicherungsmantel. Der Mehrwert liegt nicht nur in einer Todesfallsumme, sondern auch in Dingen wie Bezugsrecht und steuerlicher Behandlung.

Ich würde mich da beraten lassen und mir alles anhören. heißt dann ja nicht, dass man das sofort abschließen muss. Würde mir das anhören und dann alles in Ruhe prüfen. Ich habe ein halbwegs gutes Verhältnis zu meinem Versicherungsmakler. Bin mit mehreren Versicherungen über viele Jahre bei der Helvetia Versicherung, da kann man auch mal was fragen und dann wird man darüber aufgeklärt ohne mir jetzt etwas ausquatschen zu wollen. Zumindest hab ich nicht das Gefühl. Würde mit dem anliegen jetzt vielleicht nicht unbedingt kommen, wenn es nicht so ist. Aber auch dann, anhören kann man sich das. Wenns nix wird dann eben nicht.

BallUndBerg schrieb vor 19 Stunden:

Welchen Vorteil siehst du denn persönlich darin, Versicherung und Vermögensaufbau in einem Produkt zu kombinieren?

Absicherung für Hinterbliebene, mögliche steuerliche Vorteile,... Wenn die Versicherung nur dazu dient, einen eigentlich einfachen ETF-Sparplan mit unnötigen Kosten zu verpacken, sehe ich darin keinen großen Vorteil. Die Kombi macht nur Sinn wenn die Produkte passen und es für dich passt.
Wie oben geschrieben, ich würde mich da genau beraten lassen und dann entscheiden. Nach ausführlicher Prüfung!

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pour que cette année soit la bonne
BallUndBerg schrieb am 30.8.2026 um 19:31 :

Jetzt hab ich dein Rechenbeispiel auch noch gelesen Haha

Ich hätte nach den bisherigen Antworten ehrlich gesagt eher erwartet, dass die höheren Kosten der LV den steuerlichen Vorteil weitgehend auffressen. Dass bei deiner Rechnung trotz gleicher angenommenen Performance am Ende mehr übrig bleibt, finde ich daher schon interessant.

Wie stark hängt dieses Ergebnis vom konkreten Vertrag ab? Kann sich das bei einer etwas teureren LV schon relativ schnell wieder zugunsten des ETF drehen?

Klar, ich glaub in dem Rechenbeispiel sind zB die Produktkosten unrealistisch niedrig gehalten. Während ETF inzwischen für Peanuts (0,1-0,2% p.a.) zu haben sind, kosten die aktiven Fonds gut und gerne 1-2% p.a.

Das Problem bei diesen Produkten ist meistens nicht die Performance vor Kosten, die ist bei entsprechendem Aktien Exposure ganz okay, sondern die nach Kosten.

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ASB-Legende

Ich hab mir so eine Fondgebundene Lebensversicherung damals zu meiner ersten Autoversicherung andrehen lassen. (Dafür 0er Stufe)

Hab die Mittlerweile aufgelöst weil die einfach extrem mies war. hätte zum Zeitpunkt der Auflösung jährlich etwas mehr als 2% machen müssen um mit 0 nach dem 40 Jahren auszusteigen, also wirklich mies.
hab mir die vor etwa 2 Jahren dann mit Verlust auszahlen lassen und hab den großteil einfach 1zu1 in BC gesteckt und da liegt es jetzt einfach. den 50er spar ich mir jetzt auch noch monatlich. fällig wäre sie in etwa 25 Jahren gewesen und hätte vielleicht 25k gebracht. wenn man die Inflation Berücksichtigt komplett vernachlässigbar.
mal schauen wo der BC in 25 Jahren ist, entweder wohl beim vielfachen oder die paar K sind weg, auch nicht der Beinbruch den das Geld hab ich quasi schon abgeschrieben gehabt.

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We love the Rapid, we do..

Bewege und beschäftige mich seit bald 20 Jahren (beratend) in der Finanzdienstleistung und möchte daher auch ein paar Zeilen niederschreiben, welche dem ein oder anderen mehr Klarheit geben, sowie mit diversen Vorurteilen aufräumen (oder diese bestätigen) soll. Ich versuche neutral zu bleiben, Leser mögen mir aber meine durch meinen Beruf auferlegte Tendenz verzeihen. :) Auf Zahlenbeispiele verzichte ich, Rendite können ohnehin nicht vorhergesagt werden. Der Kollege @duffman zeigt auf der Seite 1 schon die üblichen Kalkulationen.

FLV - her damit oder Finger weg?

Man sieht es hier bei den Beiträgen auf den ersten beiden Seiten oder noch viel extremer auf Reddit & co: Beim Thema FLV scheiden sich die Geister. Die einen sehen darin eine sinnvolle Möglichkeit für langfristigen Vermögensaufbau (Stichwort Kest-Freiheit), andere, bzw. wohl die Mehrheit, speziell wenn man sich auf Onlinemeinungen beruft, verbinden damit sofort das Wort „Scam“ @Neunzehner. Beides lässt sich nachvollziehen.

Gerade die Kritik sollte man auch als "Leidtragender" nicht einfach abtun. Es hat in der Vergangenheit definitiv zahlreiche Fehlberatungen gegeben. Das Paradebeispiel „Schließe eine FLV ab und bekomme dafür bei der KFZ-Versicherung Stufe 0“ (LG an @damich) zeigt ziemlich deutlich, wie Finanzberatung eben nicht funktionieren sollte. Solche Marktschreiertaktiken haben der gesamten Branche geschadet. Und ja: Es gibt am Markt auch eine ganze Reihe von Produkten, die im wirtschaftlichen Vergleich schlicht schlecht sind.

Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass jede FLV schlecht oder automatisch ein schlechtes Geschäft für den Kunden ist. Die eigentliche zu klärenden Fragen sind vor dem Abschluss meiner Meinung nach: Welche FLV? Zu welchen Kosten? Mit welchen Bedingungen? Und für wen bzw. für welches Anlageziel?

Ein wesentlicher Faktor sind wie vielfach zitiert die Gesamtkosten. Dazu gehören nicht nur die laufenden Kosten des Versicherungsvertrags bzw. der Fonds bzw. Versicherungssteuer, sondern beispielsweise auch Abschluss- und Vertriebskosten. Bei sogenannten gezillmerten Tarifen werden Abschlusskosten vereinfacht gesagt stärker zu Beginn berücksichtigt bzw. konkret in den ersten 5 Jahren - ergo ist der Depotwert speziell zu Beginn der Vertragslaufzeit in den meisten Fällen wenig erfreulich. Verbunden mit fehlender Transparenz wundert es nicht, das Verträge dieser Art statistisch in den ersten 5-10 Jahren storniert werden. Bei ungezillmerten Lösungen werden die Kosten wiederum über die Laufzeit verteilt. Das kann insbesondere dann einen positiven Effekt haben, wenn ein Vertrag aus unbestimmten Gründen frühzeitig beendet wird. Und ja: Auch ein Berater verdient Geld, wenn er einen Vertrag vermittelt und anschließend betreut. Daran ist grundsätzlich nichts verwerflich. Entscheidend ist wie vorhin angesprochen die Transparenz: Was bekommt der Berater für seine Leistung und was leistet er dafür? Eine Betreuung, die über Jahrzehnte läuft und bei Anpassungen, Fragen oder schwierigen Marktphasen zur Verfügung steht, ist schließlich eine Dienstleistung. Ob einem diese Betreuung das Geld wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Moderne Alternative: in den letzten Jahren tritt auch die sogenannte Honorarberatung in Verbindung mit Nettopolizzen immer mehr auf.

Welche Variante passt nun zu wem? Eine pauschale Beurteilung ist absolut unmöglich bzw. nicht seriös. Genau deshalb halte ich eine ungebundene Beratung für besonders wichtig. Wenn jemand ausschließlich die Produkte eines Versicherers und/oder einer Bank vermitteln kann, ist der Produktvergleich naturgemäß eingeschränkt. Ein ungebundener Berater kann dagegen verschiedene Lösungen am Markt gegenüberstellen. Genau so sollte es meiner Meinung nach laufen: Der Berater informiert, erklärt die Unterschiede und zeigt die Vor- und Nachteile auf, welche zur individuellen Lebenssituation passen. Der Kunde hinterfragt kritisch und entscheidet, ob er anschließend selbst ein (Versicherungs-)Depot bzw. eine DIY-Lösung umsetzt oder die Vermittlung und langfristige Betreuung durch einen Berater möchte.

Was ich außerdem für einen Denkfehler halte, ist der reine Vergleich „Produktkosten vs. mögliche Rendite“. Natürlich sind Kosten wichtig. Aber die theoretisch günstigste Anlage ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung, wenn der Anleger sein eigenes Verhalten (über einen sehr langen Zeitraum) nicht im Griff hat. "Behavioral Finance" (gerne Googlen) wird von Privatanlegern meiner Meinung nach massiv unterschätzt. Was meine ich damit? Menschen reagieren auf z.B. Angst, Euphorie, Medienberichte und kurzfristige Kursbewegungen. Was bringt die perfekte langfristige Anlagestrategie, wenn man beim nächsten Crash verkauft und anschließend den Wiedereinstieg verpasst?

Genau hier kann ein guter Berater einen Mehrwert liefern. Nicht als „Orakel“, das die besten Fonds kennt oder die höchste Rendite verspricht (wer das tut ist ein Scharlatan), sondern als jemand, der den Kunden auch durch schwierige Phasen begleitet und ihn daran erinnert, warum die ursprüngliche Strategie gewählt wurde. Dotcom-Krise oder andere massive Marktverwerfungen zeigen, dass mittel- und langfristiger Vermögensaufbau auch psychologisch alles andere als einfach ist.

Am Ende gibt es deshalb weder die perfekte FLV noch das perfekte Depot, es gibt nur eine Lösung, die zu einer bestimmten Person, ihrer Lebenssituation, ihrem Anlagehorizont, ihrer Risikobereitschaft und ihrem Verhalten mehr oder weniger gut passt. Deshalb würde ich weder pauschal sagen „FLV = Scam“ noch „FLV = die beste Lösung“. Ich würde sagen: Vergleichen > verstehen > Kosten und Bedingungen offenlegen lassen > Entscheidung treffen. Genau dafür sollte gute, ungebundene Beratung da sein. Apropos. Wer die Tendenz noch nicht erkannt hat, ich halte hierfür das Internet für keine gute Anlaufstelle.. (erst recht keine anonymen Forums User ;))

An dieser Stelle setze ich einen Stopp. Habe versucht mich kurz zu halten, ist mir leider eher nicht gelungen (könnte wohl noch einige Punkte mehr setzen), aber vielleicht nimmt hier jemand etwas für sich mit, was ihm hilft, die Frage "FLV - ja oder nein" passend für sich zu beantworten.

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