Marco Lecco-Mio Marcel Prawy in Ausbildung Geschrieben 7. Juni firewhoman schrieb vor 1 Stunde: Vielleicht ist es kein Bug, sondern ein Feature, und es hat sich jemand in der Direktion gedacht, diesmal machen wir es mal absichtlich so ...? ich glaub eher, dass es um kosten geht. die leute, die engagiert werden, werden das ansprechendste preis-leistungs-verhältnis bieten können. auftritte echter stars, ich weiss nicht, obs auffällt, werden zunehmend rarer. roscic ist ja nur ein symptom, krank ist das system, das lieber geld in eine randsportart pumpt, der der klimawandel ohnehin den garaus macht, als in die hochkultur, die abertausende touristen ins tourismusland lockt und DAS aushängeschild des landes ist. qualität wird der quantität geopfert und das anzusprechen, ist nicht unbedingt bequem, aber offenbar notwendig, wenn zunehmend alles nicht nur hingenommen, sondern auch noch jubelnd abgefeiert wird. abgesehen davon kann wien einen wochentagsverdi aus dem ensemble besetzen, sind ja ein paar gute leute dabei, aber der ring, ein richard strauss und überhaupt eine zauberflöte-neuinszenierung müssen sitzen und adäquat besetzt sein. manchmal kommt mir vor, ihr seid persönlich beleidigt, wenn ich sowas anspreche. 2 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
halbe südfront Baltic Cup Champion Geschrieben 7. Juni Auf eine schöne Walküre... 1 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
firewhoman Sekt für die Nutten - Champagner für uns! Geschrieben 7. Juni Marco Lecco-Mio schrieb vor 8 Stunden: manchmal kommt mir vor, ihr seid persönlich beleidigt, wenn ich sowas anspreche. Überhaupt nicht. Ich habe einfach das Gefühl, dass du persönlich was gegen Roscic hast, das soll so sein, mich tangiert es weniger, aber ich bin auch kein solcher Staatsoper-Aficionado wie du. Im gegenwärtigen Fall sehe ich einfach die Möglichkeit, dass - wer immer auch die Rollen besetzt (ich glaube nicht, dass BR das selber macht) - das so gemacht haben könnte, wie ich geschrieben habe. Aber wissen tu ich es natürlich nicht. Wie gesagt, ich persönlich bin nicht böse, wenn ein Mime oder ein Beckmesser mal nicht stimmlos herumkreischen muss. Aber nachdem ich kaum dazukommen werde, mir den Ring zu geben (leider!), ist es mir auch nicht so wichtig. halbe südfront schrieb vor 5 Stunden: Auf eine schöne Walküre... Darum beneid ich dich - jetzt kommen Nylund und Groißböck dazu ins Spiel! Ihr wisst schon, dass ich mal mit Volle und Nylund auf einer Bühne gestanden und gesungen habe? :D 0 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
halbe südfront Baltic Cup Champion Geschrieben 8. Juni Emotional. Sehr emotional. Bisher haben es nur Soprane geschafft, dass unwillkürlich Tränen aus meinen Augen ronnen, diesmal war es ein Bariton. Das ist neu für mich. Der Abschied von seinem "kühnen, herrlichen Kind" hat mich kalt erwischt. Danke Michael Volle. Im Finale hat es auch Camilla Nylund geschafft mich zu überzeugen, bei ihr hatte ich mich am Beginn noch geschreckt. Günther Groissböck war ein herrlich böser Hunding, toll dargestellt und hergerichtet. Szilvia Vörös wird uns in Zukunft viel Freude bereiten. Der Wohlklang ihrer Stimme mag als Fricka nicht nicht so toll ankommen - aber ich liebe diese Stimme. Michael Spyres als Siegmund - kein Highlight, aber das war auch schwer heute. Hat schon seine Leistung gebracht. Simone Schneider als Sieglinde war für mich einfach nur großartig. Ihre Leistung machte es wohl auch so schwer für Spyres und Nylund zu glänzen. Ich hab mich dabei erwischt, wie ich mir Schneider als Brünnhilde vorgestellt habe. Das Dirigat von Pablo Heras-Casado ist sehr interessant. In weiten Teilen des Abends hat es auch wunderbar funktioniert. An einzelnen Stellen hapert es aber mit dem Einsatz. Der Beginn des Walküren Ritts war... eigenartig. Im Eishockey würde man sagen, die Spieler sind schlecht aus der zweiten Pause gekommen. Aber es war ein langersehnter, wunderschöner Abend in der Oper. Kleinigkeiten ändern für mich daran nichts. Es gab gut 15 Minuten Applaus und spontane Standing Ovations, praktisch des gesamten Publikums, beim ersten Vorhang für Michael Volle und Camilla Nylund. firewhoman schrieb vor 3 Stunden: Ihr wisst schon, dass ich mal mit Volle und Nylund auf einer Bühne gestanden und gesungen habe? :D Sicher ein tolles Erlebnis. Marco Lecco-Mio schrieb vor 12 Stunden: manchmal kommt mir vor, ihr seid persönlich beleidigt, wenn ich sowas anspreche. Natürlich nicht. Deine Wahrnehmung ist absolut zu respektieren und deine Meinungen zu den Vorgängen sind sehr interessant. Du bist ein großer Kenner des Hauses und es ist toll, dass du deine Gedanken zu allen möglichen Themen hier mit uns teilst. Marco Lecco-Mio schrieb vor 12 Stunden: roscic ist ja nur ein symptom Ich mag ihn trotzdem nicht. Das Haus hätte sich eine bessere Führung verdient. Er ist ein guter Verkäufer, aber kein Manager und kein Personenführer. Marco Lecco-Mio schrieb vor 12 Stunden: sondern auch noch jubelnd abgefeiert wird. Da kommt es mir manchmal so vor, als ob du beleidigt wärst, wenn anderen was gefällt, oder das Publikum etwas bejubelt, zu dem du keine so gute Meinung oder Wahrnehmung hast. Aber das Empfinden von Kunst als Zuseher/Zuhörer ist höchst individuell. Ich neige z.B. dazu nur das Positive hervorzuheben und zu speichern, das ich gerade erlebt habe. Ich genieße die Wohlklänge und blende negative Momente aus. Ich höre Fehltöne auch, aber ich vergesse sie im nächsten Moment schon wieder. Und wenn man nach einem oder gar zwei Jahren endlich wieder einen Ring erleben darf, dann feiert man halt nach jeder Vorstellung, dass man es erleben konnte. Was mich oft mehr stört ist eine Inszenierung die mich stundenlang quält, die kann man schlecht ausblenden. Wie z.B. die unsägliche Wagner-Spital-Gehirn Inszenierung von diesem Hermanis bei Parsifal, oder zuletzt die Mondtag Inszenierung der Perlenfischer mit der Färberstadt und dem Einkaufstempel. Aber auch da gibt es viele die sowas spannend finden und gerne sehen wollen. Für mich gehört sowas halt in Theater an der Wien mit Stagione Betrieb, und nicht ins Repertoirhaus am Ring. 1 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
halbe südfront Baltic Cup Champion Geschrieben Freitag um 23:23 Burgtheater, Elfriede Jelinek. Burgtheater. Milo Rau hat das Stück verwandelt, hat es ansehbar gemacht, hat den DarstellerInnen eine große Bühne für ihre große Kunst geschenkt. Ich habe keine Ahnung, ob Jelinek mit dieser Inszenierung zufrieden ist, aber sie sollte es sein. Es ist zwar nicht allzuviel von ihrem Text übrig geblieben, aber die Bearbeitung der Thematik ist definitiv in ihrem Sinne gestaltet. Sehr berührend der Monolog von Mavie Hörbiger, die ihren eigenen Großvater Paul spielt und darüber sprich warum sie das tut und was das mit ihr macht. Da rennt es einen kalt über den Buckel. Es gibt auch viele witzige Szenen bei denen man herzlich lachen kann und darf. Eine Schande, dass das Stück erst jetzt in Wien aufgeführt wird (werden darf). Spätestens Peymann hätte es schaffen müssen die Freigabe von Jelinek zu erkämpfen. Viel zu spät ist es in Wien angekommen. Es bleibt ein tolles Werk für Menschen meiner und auch noch älteren Generationen. Milo Rau hat es geschafft das Stück auch für jüngere Menschen sehenswert zu machen, wenngleich die mit dem Hörbiger-Clan, und dem Kult um diesen, wohl recht wenig anfangen können. Die Besetzung mut Caroline Peters (Attila), Mavie Hörbiger (Paul), Birgit Minichmayr (Paula Wessely), Itay Tiran, Annamaria Lang, Safira Robens, Tilman Tuppy, Maja Karolina Franke, Alla Kiperman, Willfried Kovarnik und Dora Staudinger ist großartig. 1 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Birdy90 you only hear lies Geschrieben vor 22 Stunden halbe südfront schrieb am 13.6.2026 um 01:23 : Burgtheater, Elfriede Jelinek. Burgtheater. Milo Rau hat das Stück verwandelt, hat es ansehbar gemacht, hat den DarstellerInnen eine große Bühne für ihre große Kunst geschenkt. Ich habe keine Ahnung, ob Jelinek mit dieser Inszenierung zufrieden ist, aber sie sollte es sein. Es ist zwar nicht allzuviel von ihrem Text übrig geblieben, aber die Bearbeitung der Thematik ist definitiv in ihrem Sinne gestaltet. Sehr berührend der Monolog von Mavie Hörbiger, die ihren eigenen Großvater Paul spielt und darüber sprich warum sie das tut und was das mit ihr macht. Da rennt es einen kalt über den Buckel. Es gibt auch viele witzige Szenen bei denen man herzlich lachen kann und darf. Eine Schande, dass das Stück erst jetzt in Wien aufgeführt wird (werden darf). Spätestens Peymann hätte es schaffen müssen die Freigabe von Jelinek zu erkämpfen. Viel zu spät ist es in Wien angekommen. Es bleibt ein tolles Werk für Menschen meiner und auch noch älteren Generationen. Milo Rau hat es geschafft das Stück auch für jüngere Menschen sehenswert zu machen, wenngleich die mit dem Hörbiger-Clan, und dem Kult um diesen, wohl recht wenig anfangen können. Die Besetzung mut Caroline Peters (Attila), Mavie Hörbiger (Paul), Birgit Minichmayr (Paula Wessely), Itay Tiran, Annamaria Lang, Safira Robens, Tilman Tuppy, Maja Karolina Franke, Alla Kiperman, Willfried Kovarnik und Dora Staudinger ist großartig. die von jelinek eingeforderte kunstsprache haben sie wunderbar umgesetzt. vor allem die minichmayr geht darin komplett auf. das zwergerl hätte aber gefühlt mehr potential. ist mir im schriftlichen text viel einprägsamer in Erinnerung. net stessn bitte. auch die erstlesung von "unter tieren" war unglaublich unterhaltsam. damit ist die theatersaison mit starken jelinek-stücken ausgeklungen. 1 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
halbe südfront Baltic Cup Champion Geschrieben vor 14 Stunden (bearbeitet) Götterdämmerung, Wiener Staatsoper Das war also die 31. und zugleich letzte Vorstellung der Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf Wisst ihr, wie das ward? O ihr, der Eide ewige Hüter! Lenkt euren Blick auf mein blühendes Leid: erschaut eure ewige Schuld! Meine Klage hör', du hehrster Gott! Es war... emotional, sentimental, wehmütig und es war wunderschön. Mir wird sie abgehen, diese Inszenierung, inklusive all ihrer Schwächen. Etwas Sorge hatte man nach dem Mittwoch, ob Andreas Schager die Partie des Siegfried heute bewältigen wird können - er konnte, wie er auch schon am Mittwoch nach der Pause wieder zu Stimme kam. Überhaupt ist er ein routinierter und sehr verspielter Siegfried - einfach eine Paraderolle für ihn. Und seine Stimme ist wie seine Spielfreude einfach ein Vergnügen. Einen weiteren Qualitätsnachweis erbrachte Szilvia Vörös. Sie wird immer besser und besser - sie IST einfach richtig gut. Ihr Auftritt als Waltraute war wundervoll. Es mag eine persönliche Vorliebe sein - aber ich liebe die Stimme dieser Frau, auch wenn sie für Wagner vielleicht noch um eine Nuance zu hell sein sollte. Eine Glanzleistung und eine sehr interessante Interpretation des Hagen erbrachte Günther Groissböck. Wie er seine Mannen dirigierte, wie er immer wieder in sich hinein horchte um zu hören was sein Vater will, wie er emotional wurde.... Sein Spiel, seine Leidenschaft sind mitreissend, seine Stimme mag nicht mehr für die ganz großen Rollen reichen (Corona sei verflucht), aber er weiß sie richtig zu nutzen. Wieder glanzvoll war Georg Nigl als Alberich. Er war für mich die Überraschung dieses Ring-Zyklus. Seine Interpretation der Partie ist ein wahres Vergnügen. Bitte, bitte mehr davon. Jenny Hietala ersetzte Regina Hangler als Gutrune anständig, man darf froh sein, dass sie einspringen konnte. Attila Mokus als Gunther war etwas blass. Vielleicht war er mit den Spielpartnern und dem Orchester etwas überfordert. Aber er war jetzt auch nicht schlecht oder so. Monika Bohinec, Margaret Plummer, Jenni Hietala als Nornen waren wie auch Ileana Tonca, Alma Neuhaus und Stephanie Maitland als Rheintöchter sehr schön anzuhören und anzusehen. Einen wahren Triumph feierte Camilla Nylund als Brünnhilde. Ihre Leidenschaft, ihr Spiel waren beeindruckend und ihre Stimme fantastisch bis zum hochdramatischen Finale welches sie gesungen hat als gäbe es tatsächlich kein morgen mehr. Sie riss die Zuschauer unmittelbar nach der Vorstellung zu stehenden Ovationen hin. Das Orchester war heute so wie es die meisten wohl lieben - laut, intensiv, mitreissend. Siegfrieds Reise und der Trauermarsch ein Ohrenschmaus der einem angenehm durch Mark und Bein ging. Mehr als 20 Minuten Jubel und Applaus der Fans. Tränen der Freude bei Camilla Nylund. Das wars also mit dem Ring, für lange Zeit, und mit dieser Inszenierung, für immer. Jetzt steht uns eine neue Inszenierung bevor, von Ersan Mondtag, und diese auch erst in 2 Jahren. ein rächender Fluch nagt meiner Fäden Geflecht. Weisst du, was daraus wird? bearbeitet vor 14 Stunden von halbe südfront 1 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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