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Lurker

Reisen mit Kindern

4 Beiträge in diesem Thema

Ich habe (am Handy) keinen derartigen Thread entdeckt und daher diesen kreiert. Sollte es aber bereits einen geben, dann bitte ich die Mods, dieses Posting zu verschieben...

 

Meine Frau und ich sind nicht unbedingt Fans von Gruppenreisen, Pauschalarrangements, Clubs oder dgl. Eigentlich hätte ich erwartet, daß sich unsere Einstellung bei Reisen mit den Kindern ändern würde. Als ich noch keine Kinder hatte war ich der Meinung, daß eine Clubreise praktisch wäre, könnte man dort doch die Kinder ggf. stundenweise fremdbetreuen lassen und als Paar Momente des Urlaubs auch alleine genießen. Naja, da ging es mir wie wohl vielen anderen auch: Man kann es sich einfach nicht vorstellen, wie es einmal sein wird, wenn man Kinder hat.

 

Unsere Kinder sind mittlerweile 9 bzw. 7 Jahre alt. Bislang haben wir u.a. folgende Reisen unternommen:

 

2x eine deutsche Nordseeinsel (Spiekeroog bzw. Juist, beide autofrei). Der Urlaub war jeweils super, die Anreise mit kleinen Kindern (das ist 5 bzw 4 Jahre her) aber jeweils suboptimal.

 

Mit dem Wohnmobil an der Adria gecampt: Mit Kindern sehr empfehlenswert. Nah, zumeist gutes Wetter, preislich ok, Sandstrand bei den Kindern sehr beliebt. Wohnwagen wäre aber gescheiter als Wohnmobil, da man flexibler ist und etwas mehr Platz hat.

 

Vor 2 Jahren waren wir Hausbootfahren in Frankreich. Einer der besten Urlaube meines Lebens, ohne daß ich wirklich erklären könnte, warum. Im Prinzip passiert ja nicht, das Boot fährt sehr langsam, und ich bin eigentlich ein sehr ausgeglichener Typ, der nicht vollkommen gestresst den Urlaub braucht, um runterzukommen. Nichts desto trotz: Extrem geiler Urlaub, aber ziemlich teuer. (Jedenfalls, wenn man's so macht wie wir. Wir sind nicht die Typen, die im Urlaub am Abend kochen wollen, sondern gehen immer essen, was in Frankreich einerseits hervorragend aber auch ebenso kostspielig ist)

 

Daneben haben wir noch Städtetrips nach Paris, London und Hamburg gemacht und waren heuer über verlängerte Wochenenden in Porec bzw. Grado. Städtetrips hätte ich mit Kindern eigentlich nicht so prickelnd erwartet, kann aber genial sein. Man muß die Reise halt den Kindern anpassen. London war vor drei Jahren, die Kinder schwärmen heute noch davon. Quatier über AIRBNB, gut essen gegangen und Cats (Musical) sowie die Harry Potter Filmstudios waren für die Kinder der Hit. Paris war anlässlich des Hausboottrips inkludiert. Seit wir im Centre Pompidou waren, weigern sich die Kinder, in Museen zu gehen. Das war wohl ein gutes Beispiel für "wie man es nicht machen soll". Ansonsten waren die Kinder aber von Paris auch begeistert. Man darf es halt mit Kultur und Sightseeing nicht übertreiben, muß mehr Pausen in Cafés einplanen, dann gehen Städtetrips mit Kindern wunderbar. Hamburg sowieso. Dieses riesige Modellbaumuseum, Hafen, Besuch einer Schokomanufaktur inkl. selbständiger Kreation einer persönlichen Schokolade. Das macht schon viel Spaß. In Hamburg hatten wir auch erstmal Scooter für die Kinder dabei. EMPFEHLENSWERT!

 

Voriges Jahr waren wir aus finanziellen Gründen (Hausbau) zu Hause, heuer haben wir uns für eine Radtour entschieden. Eigentlich war das der Grund, warum ich dieses Posting geschrieben habe, wenngleich ich wohl nun ziemlich abgeglitten bin. :-)

 

Wir hatten uns für heuer gedacht, daß wir von Salzburg nach Wien mit dem Rad fahren wollen. Salzach - Inn - Donau. Das gestaltete sich logistisch aber etwas schwierig, weil wir nicht wussten, wie weit wir pro Tag fahren würden und jedenfalls am Donauradweg im Hochsommer die Quartiere nicht so leicht zu bekommen sind, da wir ja doch 4 Betten im gleichen Hotel brauchen. Im Internet habe ich dann Anbieter gefunden, die für die Route Passau-Wien Touren anbieten, bei denen auch das Gepäck transportiert wird. Das fanden wir praktisch und haben eben diese verkürzte Route der ursprünglich geplanten genommen. Preislich fanden wir es äußerst ok. Für 7 Übernächtigungen (Passau-St. Agatha-Linz-Grein-Melk-Krems-Wien) in 4* Hotels (ausgenommen Krems, dort 3*) Nächtigung/Frühstück in Familienzimmern (Wien: 2 DZ) zahlten wir knapp über 1.200,--. Sehr angemessen, wie ich finde.

 

Passau: Ich kannte Passau von einem Radtrip an die Nordsee vor 2 Jahren. Eine wunderschöne Stadt, wenngleich wir diesmal bei Regen angekommen sind und das dem Flair natürlich schon etwas schadet. Nichts desto trotz ist Passau bestimmt eine Wochenendreise wert. Traumhafte Altstadt, tolles Essen, beeindruckender Dom, super Flair. Von Passau aus ging es am nächsten Morgen mit den Rädern nach Schlögen. 42 km, das ist auch für die Kinder leicht zu schaffen gewesen. Mit dem Wetter hatten wir Glück, war doch eigentlich Regen angesagt. Ich hatte das Regengewand zwar am Gepäckträger mit, wir haben es aber nicht gebraucht. In Schlögen wurden wir in der Nähe der Fähre nach einem Anruf von einem Bus des Hotels abgeholt. Man könnte von dort auch mit dem Rad ins Hotel nach St. Agatha fahren, jedoch bergauf, weswegen der Transport im Angebot des Reisebüros schon mit dabei war. Das Hotel war wirklich toll, toller Wellnessbereich mit Schwimmbecken, so daß die Kinder auch hier ihren Spaß hatten. Manko: Das Abendessen war bestenfalls durchschnittlich. (Wenngleich das Frühstück hervorragend war)

 

Am nächsten Tag ging es weiter nach Linz. Bis Schlögen haben wir uns wieder mit dem Bus bringen lassen. Auf der Bundesstraße wollten wir mit den Kindern nicht fahren. 56km. Die ersten 35 km waren ein Kinderspiel, dann kam ein totales Hoch bei den Kindern. 2 Familienradgruppen mit Kindern im Alter von 12+ Jahren wurden vor uns gesehen und mussten überholt werden. Unser 7jähriger Sohn auf seinem 20 Zoll Rad fuhr über 3km fast einen 30er Schnitt! Die 9jährige Tochter auf dem 24 Zoll Rad natürlich auch. Ich muß zugeben, daß ich das ursuper fand und total stolz war. :-) Das sollte sich später aber rächen. Etwa 10km vor Linz muß man auf's linke Donauufer wechseln und dort, zwar auf einem separaten Radweg, aber doch neben der stark befahrenen und äußerst lauten B1, fahren. Vielleicht auch ob der Anstrengung davor ist hier den Kindern etwas die Kraft ausgegangen. Wir hatten wohl auch zu wenig Pausen gemacht, glauben aber auch, daß das Problem so nicht aufgetreten wäre, hätten wir uns noch in der ruhigen Umgebung des Donauufers befunden. Die letzten km bis ins Hotel haben sich schon etwas gezogen und die Kinder waren sehr froh, als wir im Hotel waren. Eingecheckt und ungeduscht mit dem Bus in die Fußgängerzone, um dort ein Eis zu essen. Der Zucker weckte die Lebensgeister sofort wieder. Zurück ins Hotel, geduscht und ins Josef essen gegangen. Gelungener Abend.

 

Am nächsten Tag stand die Tour nach Grein an. Vor 2 Jahren bin ich als Vorbereitung für den Nordseetrip mal über's Wochenende die 220 km von Wiener Neustadt nach Linz und zurück gefahren. Ich kann mich noch daran erinnern, daß ich 160km hinter mir und in Grein ein Eis gegessen hatte, während ich mir dachte, nun wäre ich bald in Linz. Die 60+ km hatten sich dann aber wahnsinnig gezogen. Nachdem der Vortag doch für die Kinder sehr anstrengend war und ich aus meiner Erfahrung wußte, daß Linz-Grein keine Kleinigkeit für die Kinder sein würde, sind wir es diesmal anders angegangen und haben mehr bzw. deutlich längere (Essens-)pausen eingelegt. Trotz der Hitze von deutlich über 30 Grad waren die Anstrengungen bei den Kindern deutlich weniger (eigentlich kaum) zu merken. 66 km bis Grein, dann wären aber nochmals 5km bergauf abzuspulen gewesen, wiederum direkt auf der Bundesstraße. Das wollten wir nicht. Ein Anruf im Hotel genügte, wir wurden (wie andere Radfahrer auch) von einem Hotelbus abgeholt und ins etwas abgelegene, aber WUNDERSCHÖNE Hotel gebracht. Nachteil: Mitten im Nichts ist man auf die Hotelküche angewiesen, und die war schwach. Auch das Frühstück konnte nichts.

 

Am nächsten Tag wieder mit dem Hotelbus nach Grein, dort ruhige 50km bei Affenhitze nach Melk. Das Hotel war zwar direkt in Melk, jedoch auf einem Hügel ganz oben. Die letzten km haben wir die Räder bergauf geschoben, am tollen Freibad vorbei, was schon etwas Brutales hatte. :-) Das Hotel war aber nur etwa 500m vom Bad entfernt, so konnten wir anschließend zu Fuß ins Bad gehen und dort noch 3 Stunden verbringen. Am Abend mit dem Taxi ins Zentrum, im Restaurant Post gegessen. TOLLE KÜCHE, preislich voll ok.

 

Tags darauf lockere 35 km nach Krems, Badbesuch bei der Hitze natürlich inklusive. Beim Abendessen haben wir eher daneben gegriffen, aber was soll's.

 

Am letzten Tag standen dann über 80km nach Wien an. Es waren 37 Grad angesagt, weswegen wir ohne Frühstück um kurz nach 6 weggefahren sind. Eigentlich wollten wir der Hitze entkommen, irgendwo nach etwa 15km eine Frühstückspause einlegen und dann bis Tulln weiterfahren, um dort die Hitze im Bad zu überstehen. Die restlichen 35 km wollten wir erst am späteren Nachmittag antreten, wenn es nicht mehr so heiß war. Was wir nicht wussten: Nach Krems kommt erstmal lange nichts. Die erste Möglichkeit auf ein Frühstück war in Zwentendorf direkt vor dem Kraftwerk nach über 30km! Dazwischen gab's nur einen Müsliriegel und ein paar Fizzers. Unsere Kinder sind zum Glück keine, die zum Jammern neigen, aber an ihren Gesichtern merkte man schon ein gewisses Ausmaß an Unmut... Dafür war dann das Frühstückin Zwentendorf sehr umfangreich. Es kam dann aber immer mehr Wind auf, und die Hitze war wirklich enorm. Daher haben wir uns kurz vor Tulln entschlossen, die Tour in Tulln abzubrechen, mit dem Zug weiterzufahren und in Wien ins Gänsehäufl zu gehen. Das war definitiv die richtige Entscheidung. Am Abend dann noch zum Rathausplatz und dann ins Hotel.

 

Alles in allem war es ein extrem toller Urlaub. Prinzipiell finde ich diese Tour in dem zeitlichen Rahmen ja für einen Erwachsenen nicht gerade herausfordernd, aber mit Kindern war das schon was. In Summe sind wir lt. Runtastic 302km auf den Rädern gesessen. Daß die Kinder das so problemlos (und insbesondere ohne zu jammern) geschafft haben, macht mich schon auch stolz. Aber auch die Kinder fanden es toll. Einerseits durften sie noch nie so viel Eis essen :-), andererseits waren die regelmäßigen Besuche in den Schwimmbädern bzw. die Bademöglichkeiten in den Hotels toll für sie. Lustigerweise fanden sie das radeln zwar toll, aber sie finden überhaupt nicht, daß die Tour ungewöhnlich gewesen wäre. Und das, obwohl die längste Fahrradfahrt vor dieser Reise nur knappe 30 km betrug.

 

 

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Einen Cluburlaub kann ich mir auch nur schwer vorstellen, auch mit Kindern, das ist einfach nicht meine Welt. Mal eine Woche Italien auf einem Campingplatz ertrage ich aber schon, vor allem weil das den Kindern wirklich sehr viel Spaß macht und ich mich auch erinnern kann dass es mir auch immer sehr gut gefallen hat. Wir sind mit unserem Sohn als er 4 Monate war das erste Mal auf die Philippinen geflogen und es war alles völlig problemlos, natürlich ist der Flug anstrengend, aber er vergeht und wenn wir dann dort sind haben wir dann immer die schönste Zeit. 

Von Städtereisen bin ich auch positiv überrascht, das geht überraschend gut, wenn man das Programm ein wenig an die Kinder anpasst. Also wir schränken uns beim Reisen kaum ein und ich habe noch nach jeder Reise das Gefühl gehabt dass es sowohl uns als auch den Kindern gut getan hat 

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bislang eigentlich schon alles probiert, außer einen Städtetrip:

paar Mal Lignano / Bibione mit dem Auto - er liebt Auto fahren, daher problemlos - Strand bisal Meer alles super

2 mal im Winter paar Tage Flachau / Saalbach gewesen - das war net so prickelnd, konnte ihn bislang noch nicht vom skifahren überzeugen ;) mal schaun wie das heuer wird - wäre mir persönlich schon recht wichtig, immerhin fahre ich für mein Leben gerne ski

14 Tage Mauritius auch schon mit ihm gemacht (da war er 4) - das hat sensationell geklappt - Hinflug hatte ich weniger sorgen, dank smartupgrade - nach Hause dann 10 Stunden am Tag - ging auch völlig problemlos obwohl er keine Sekunde geschlafen hat! Auch vor Ort alles easy

heuer dann erstmalig 10 Tage in Österreich unterwegs - inkl. 2 oder 3 Wanderungen über 10km - da war er super begeistert und es kam kein jammern, kein gar nichts - wirklich leiwand!

heuer, nach dem mauritius doch ein größeres Loch in die Urlaubskassa gerissen hat, wieder einfach den Klassiker - erstmalig 5 Tage Novigrad und dann 7 Tage mit Freunden nach Bibione!

Zwecks der "Quartiere" - da sind wir eigentlich pflegeleicht - Appartment mit Selbstverpflegung, Hotel mit AI, Frühstückspension,.... wurscht

Lurker schrieb am 5.8.2017 um 18:50 :

Vor 2 Jahren waren wir Hausbootfahren in Frankreich.

da wollte ich damals bei den Pfadfindern mitfahren, war aber leider zu jung - wo habts denn das ganze gebucht wenn ich fragen darf?

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da wollte ich damals bei den Pfadfindern mitfahren, war aber leider zu jung - wo habts denn das ganze gebucht wenn ich fragen darf?

 

 

 

Meinst du den Anbieter, oder den Fluß? Ersteres weiß ich jetzt auf die schnelle nicht mehr. Das müsste ich raussuchen. Jedenfalls über's Internet.

 

E: Blödsinn, was ich zuvor geschrieben habe. Der Vermieter war Le Boat, und dieser Bootstyp dürfte es gewesen sein.

 

http://www.leboat.com/sites/default/files/styles/hero/public/boats/main-images/1265x400xElegance_bb.jpg,qitok=leeFDZ6T.pagespeed.ic.Iic7mhs8Np.jpg

 

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