Dannyo

Das ist F91 Diddelèng !

22 Beiträge in diesem Thema

MrBurns und ich haben uns entschlossen ein Portrait über den Luxemburger Meister F91 Diddelèng und den Luxemburger Fußball im Allgemeinen zu verfassen. Ich hoffe, dass es euch gefällt und einige Aufschlüsse über den Qualifikationsgegner bietet !

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DIE MANNSCHAFT VON F91 DIDDELENG

Die Torhüter

Die Nummer Eins im Tor des Luxemburger Meisters F91 Diddeleng ist einer von 12 Franzosen im Kader des Amateurvereins. Jonathan Joubert ist 25 Jahre alt, misst 190cm und spielte bereits in der ersten französischen Liga für den FC Metz, übrigens wie auch vier andere Spieler Diddelengs.

Ersatzkeeper ist der 18jährige Luxemburger Christophe Cum, der allerdings erst einmal in der Kampfmannschaft zum Zug kam.

Die Abwehr

Mit Olivier Baudry, einem 35jährigen Franzosen, verfügt Diddeleng über einen äußerst routinierten Mann in der Abwehr. Der Linksfuß (einsetzbar als linker Verteidiger, früher auch als linker Mittelfeldspieler) ist 183cm groß, wiegt 80kg und spielte bereits in vier verschiedenen Ländern - in drei davon Profifussball. Lens, Charleroi, Mouscron, Harelbeke, Aarau und Mons sind nur ein paar seiner zahlreichen Stationen als Fußballprofi. Er wird auch gegen den SK Rapid gesetzt sein.

Der zweite Routinier in den Abwehrreihen von F91 Diddeleng ist der 32jährige Franzose Christophe Borbiconi, der vorwiegend in der Innenverteidigung zum Einsatz kommt. Der 185cm große Verteidiger spielte unter anderem bei Nancy, Sedan oder Nimes, ehe er im Alter von 30 Jahren eine Fußballpause von etwa einem Jahr einlegte und danach in Luxemburg wieder bei Null begann. Auch mit ihm dürfen wir in der Startformation rechnen.

Der zweite Innenverteidiger der Luxemburger ist ein echter Abmontierer, nämlich der aus dem Kongo stammende Belgier Evariste Kabongo. Früher spielte er im defensiven Mittelfeld, mittlerweile zog es ihn in die Innenverteidigung zurück. Seit 1996 spielt der mittlerweile 36jährige für Diddeleng, im Profigeschäft war er jedoch nie tätig.

Der Mann für die rechte Abwehrseite des Luxemburgischen Meisters ist Loic Mouny. Der 24jährige Franzose spielte früher in Belgien und war in der Meistersaison 2004/05 auf der rechten Seite Diddelengs gesetzt.

Die weiteren Verteidiger sind Alex Franceschi (29 Jahre, Franzose, Innenverteidiger), David Tamir (25 Jahre, Belgier, rechter Verteidiger) und Ronny Bodri (21), der einer von nur sechs Luxemburger im Kader von F91 ist.

Das Mittelfeld

Der große Star im Mittelfeld von Diddeleng ist nur 168cm groß und heisst Stephane Martine. Die quirlige Spielweise des 27jährigen Franzosen, der bereits für Charleroi oder Sedan spielte, erinnert an den ehemaligen Omonia Nikosia – Star Kostas Malekkos, der seinerzeit Rapid verzweifeln ließ. Martine konnte sich in Frankreich und Belgien nicht durchsetzen, war stets Reservist und kam hauptsächlich als Stürmer zum Einsatz. In Luxemburg genießt Martine den Status eines Mittelfeldfreigeistes und schoss so seinen Klub im letzten Jahr zum Meistertitel. Mit 20 Ligasaisontoren in 28 Spielen war Martine Topscorer seines Teams in der Saison 2004/05. Zuletzt gab es ein Transfer-Hickhack um den Franzosen, doch entgegen einiger Berichte und Gerüchte wechselte Martine nicht zu CS Grevenmacher.

Der zweite Offensivstar von F91 ist der Marokkaner Ahmed El Aouad, der ebenfalls nur 168cm groß, aber ebenso wie Stephane Martine technisch hochversiert ist. Der ehemalige Grevenmacher-Spieler ist 33 Jahre alt und spielte bereits für Sedan in der französischen Liga.

Im defensiven Mittelfeld wacht ein Italiener mit belgischem Pass, nämlich der 31jährige Routinier Luciano Crapa, der erst diesen Sommer nach Luxemburg wechselte. Zuvor spielte der gelernte Innenverteidiger für Club Liege in Belgien, danach kurz in Luxemburg für Union Luxemburg und daraufhin für vier Jahre in Holland, ehe er eine einjährige Karrierepause einlegte und wieder bei F91 anheuerte.

Normalerweise baut Diddelengs Trainer Michel Leflochmoan auf zwei torgefährliche Flügelspieler im Mittelfeld, ob er das System auch gegen den SK Rapid derart offensiv ausrichten wird, ist jedoch fraglich. Gute Karten aufgestellt zu werden hat bestimmt der 25jährige Franzose Gael Hug, der als rechter und offensiver Mittelfeldspieler aufstellbar ist und gegen Zrinjski Mostar das vorentscheidende 3:0 erzielte. Der einzige Luxemburger, der sich in der Startaufstellung von F91 behaupten kann ist der 31jährige Sebastien Remy, der seine gesamte Karriere in Luxemburg verbrachte und seit nunmehr vier Jahren für F91 Diddeleng spielt.

Gute Karten zur Startelf zu gehören hat auch der 24jährige Franzose Sebastien Mazurier, der im Sommer 2005 nach Diddeleng wechselte. Mazurier spielte unter anderem für Istres und den AS Monaco, kann sowohl als Stürmer, als auch im offensiven und defensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Der vielseitige Franzose durfte unter anderem beim Heimspiel gegen Mostar beginnen. Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass er auch gegen den SK Rapid beginnen wird.

Der Kader von F91 gewann im Sommer 2005 vorallem im Mittelfeld an Dichte, Trainer Leflochmoan kann aus dem Vollen schöpfen. Nicht nur, dass er nach wie vor auf den 28jährigen französischen Mittelfeld- und Abwehrallrounder Lehit Zeghdane zurückggreifen kann, er verstärkte das Mittelfeld zusätzlich mit dem Brasilianer Cleiton Rodriguez. Der 26jährige spielte fünf Jahre in Belgien, wo er sich nicht durchsetzen konnte, als rechter Mittelfeldspieler, wurde danach immer öfter im offensiven Mittelfeld oder sogar als Stürmer eingesetzt.

Eine weitere Alternative, auf der anderen Mittelfeldseite, ist Nascimento Hamilton, ein 23jähriger beidfüssiger Offensivmann von den Kapverdischen Inseln. Mit dem neuen Luxemburgischen Defensivmann Pasquale Antonicelli verfügt man nun auch defensiv über eine weitere Alternative.

Der Angriff

F91 Diddeleng verfügt über drei echte Mittelstürmer, für die für gewöhnlich jedoch nur ein Platz frei ist. Auch wenn in der Luxemburger Liga des Öfteren rotiert wird, muss man sich im Europacup eher in Vorsicht wiegen um nicht ins offene Messer zu laufen.

Seit letzter Woche hat ein Pole die besten Karten gegen den SK Rapid zu beginnen, denn der 24jährige Thomas Gruszczyski erzielte beim sensationellen 4:0-Auswärtserfolg gegen Zrinjski Mostar zwei Tore, unter anderem das 1:0 in der 90.Minute. Gruszczynski spielte bereits für den FC Metz und drei weitere französische Vereine, erzielte in der vergangenen Ligasaison 11 Tore in 26 Spielen. Sein Einsatz ist wahrscheinlich, aber wegen eines Mannes nicht fix.

Und dieser Mann ist Joris di Gregorio. Di Gregorio ist 22 Jahre alt, 190cm groß und war zuletzt mäßig erfolgreicher Edeljoker beim französischen Zweitligisten Cherbourg. Im Sommer 2005 wechselte er zu Diddeleng und erzielte auch prompt einen wichtigen Treffer im Europacupspiel gegen Zrinjski Mostar.

Einer der wenigen Luxemburger mit Chancen auf ein „Leiberl“ ist Roland Saboga. Der 26jährige steht derzeit dennoch im Schatten von di Gregorio und Gruszczynski, wird gegen Rapid wohl nur zweite Wahl sein. Auch der 32jährige Franzose Frederic Cicchirillo ist im engeren Kader, jedoch nur spärlich auf eine Einwechslung hoffend, da er zudem in der gesamten Vorbereitung verletzt ausfiel.

Dannyo’s Tipps

Die gesamte Abwehr sollte stehen, die Viererkette klar sein. Und entgegen einiger Erwartungen gehe ich auch davon aus, dass F91 im Heimspiel ein 4-4-2-System mit einem echten Spielmacher praktizieren wird. Dies wiederum impliziert, dass Crapa der einzige defensive Mittelfeldspieler sein wird, Remy und Hug ihre angestammten Positionen auf den Seiten einnehmen werden.

Im Angriff erwarte ich von Beginn an Gruszczynski. Die Statistik der letzten Saison zeigt jedoch, dass eine spätere Einwechslung di Gregorios statt Gruszczynski mehr als nur wahrscheinlich ist. Der Marokkaner El Aouad wird als hängende Spitze auflaufen.

Joubert

Mouny – Borbiconi – Kabongo – Baudry

Hug – Crapa – Remy

Martine

El Aouad – Gruszyznsky

Bank: Cum (Torhüter); Mazurier, Bellini, Saboga, Zeghdane, Cleiton, di Gregorio, Franceschi.

Die letzte Saison

Diddeleng wurde 2004/05 mit sechs Punkten Vorsprung auf Etzella Ettelbruck Luxemburger Meister und konnte wenige Wochen später als erste Luxemburger Mannschaft seit 41 Jahren eine Europacup-Runde gegen Zrinjski Mostar überstehen. In den 28 Ligaspielen der vergangenen Meistersaison verlor Diddeleng nur zwei Partien und zwar gegen Ettelbruck (0:1) und Swift Hesperange (1:2).

Aber es gab auch glorreiche Spiele in der Saison des Luxemburger Meisters. Gleich in der ersten Runde der Meisterschaft wurde der Traditionsverein Jeunesse Esch auswärts mit 3:0 besiegt, gegen Spora Luxemburg gab es einen 7:0-Heimerfolg und einen 4:0-Auswärtserfolg und auch einer der Erzrivalen, CS Grevenmacher, wurde trotz schnellem 0:1-Rückstandes auswärts mit 5:1 vom Platz gefegt.

In der letzten Runde verabschiedete sich man mit einem eindrucksvollen und denkwürdigen 7:1-Heimsieg gegen den damals noch regierenden Meister Jeunesse Esch von den Fans.

Die vereinsinterne Torschützenliste der Saison 2004/05

20 Tore: Martine

11 Tore: Gruszczynski

8 Tore: Remy

6 Tore: Camara, Hug

4 Tore: Cicchiorillo

3 Tore: Borbiconi, Milak

2 Tore: Cangini, Saboga, Mouny, Kabongo, Baudry

1 Tor: Zeghdane, Bellini

Das beste Spiel der Vereinsgeschichte

Nachdem Maric nach 15 Minuten im Jos Nosbaum – Stadion von Diddeleng auf 1:0 für Zrinjski Mostar stellte, rechneten viele der Beteiligten mit einer „g’mahten Wies’n“ für den bosnischen Landesmeister. Mostar bezwang Diddeleng auswärts mit 1:0 und ging siegessicher ins Rückspiel nach Bosnien.

Nicht nur die offensiv eingestellten Bosnier staunten nicht schlecht, als sich Smajic und Co. an den Luxemburgern die Zähne ausbissen und in der Schlussphase der Partie noch gehörig ins Schwimmen gerieten, da Diddeleng clever alles nach vorne warf und mit di Gregorio und Gruszczynski noch zwei weitere Stürmer einwechselte. In der 93.Minute der regulären Spielzeit bezwang der polnischen Angreifer Thomas Gruszczynski den bosnischen Keeper Mitrovic und schoss zum 1:0 ein. Das Spiel ging in die Verlängerung und Diddeleng erlebte einen Motivationsschub sondergleichen.

Mostar wollte das Spiel umdrehen, stürmte auf den Ausgleich, doch im Gegenzug gelang di Gregorio nach nur sechs Minuten Verlängerung das 2:0, wodurch Mostar bereits zwei Treffer benötigte um doch noch den Sprung in die nächste Runde schaffen zu können. Doch nun konterte die routinierte Mannschaft von Diddeleng eiskalt und kam durch Gruszczynski (105.) und Hug (112.) zu zwei weiteren Treffern. Diddeleng bezwang den bosnischen Meister auswärts nach Verlängerung mit 4:0 und stürzte Bosnien ins Tal der Tränen. In Internetforen war immer wieder von einer gewaltigen Schande für den bosnischen Fußball zu lesen. Fans, die das Spiel aufgrund seiner Bedeutungslosigkeit und Klarheit nicht mitverfolgten, trauten ihren Augen nicht, als Diddeleng nach 120 Minuten als strahlender Sieger vom Platz ging.

Die Startaufstellung von Diddeleng beim 4:0 gegen Zrinjski Mostar:

Joubert

Mouny – Borbiconi – Kabongo – Baudry

Crapa

Hug – Cleiton – Remy

Martine – El Aouad

Die Startaufstellung Diddelengs bei der 0:1-Heimniederlage gegen Zrinjski Mostar:

Joubert

Mouny – Borbiconi – Kabongo – Baudry

Mazurier – Crapa – Remy

Martine

Di Gregorio – Gruszyzcnski

Bisherige Testspiele

Vor zwei Tagen verlor Diddeleng ein Testspiel gegen den FC Metz mit 1:4. Der französische Traditionsverein musste nur einen Treffer durch Roland Saboga einstecken. Bis zu diesem Spiel musste Diddeleng, das seit nunmehr über zwei Jahren mit derselben Viererkette spielt, nur einen Gegentreffer in vier Testspielen einstecken.

Das erste Testspiel der aktuellen Vorbereitung wurde gegen CS Petange mit 5:0 gewonnen, wobei di Gregorio zwei Treffer erzielte. El Aouad, Hamilton und ein Eigentor besiegelten den deutlichen Endstand. Im zweiten Testspiel der Vorbereitung gab es gegen Etzella Ettelbrück ein torloses Remis, bei dem Diddeleng jedoch einen Haufen hochkarätiger Torchancen ausließ.

Sensationell war der Sieg Diddelengs im dritten Testspiel gegen Eintracht Trier. Die Luxemburger bezwangen den deutschen Zweitligisten auf deutschem Boden durch Tore von Remy, Gruszczynski und Cleiton mit 3:0.Gegen Elversberg, ebenfalls aus Deutschland, gab es kurz danach ein 1:1 – das Tor für Diddeleng war ein Eigentor.

Luxemburg und der Fußball

Luxemburg hat für seine Größe eine historische Geschichte in punkto Fußball aufzuweisen. Schon 1908 gab es bereits 14 Vereine und seit 1909 wird in dem Land zwischen Belgien und den Niederlanden eine eigene Meisterschaft gespielt. Das Spiel, wo das Runde ins Eckige muss wurde im Laufe der Zeit zum Volkssport Nummer eins, des Großherzogtums.

Während des zweiten Weltkriegs wurde das neutrale Land von der deutschen Wehrmacht besetzt bis es schließlich ab 1942 vom dritten Reich annektiert wurde. In Folge versuchten die Besatzer Luxemburg zu germanisieren, was dazu führte, dass französisch sowie eigene französische Ausdrücke aus Lëtzebuergischen verboten wurden. Luxemburg ist heute ein dreisprachiges Land. Im Fußball haben sich Deutsch und Französisch durchgesetzt, im Gegensatz dazu wird Lëtzebuergisch eher als Sprache im Alltag verwendet.

Das 2.586 km² große Land gilt als Steuerparadies und internationales Finanzzentrum, dennoch behielt der Fußball bis heute Amateurstatus. Als größter Erfolg des luxemburgischen Fußballs gilt bis dato das Erreichen des Viertelfinales des früheren Europa-Nationen Pokals. Das Turnier wurde vor gut 40 Jahren noch komplett im K.O. System ausgespielt. Nach einem Remis auf eigenem Platz (das Spiel fand in Amsterdam statt), machten die Luxemburger mit einem 2:1 Auswärtssieg in Rotterdam vor 42.000 Zuseher die Sensation perfekt. Dies sollte der letzte Auswärtssieg einer luxemburgischen Auswahl bis zum Jahre 1995 bleiben. Am 22.Februar, 1995 gab es in der EM Qualifikation einen 1:0 Auswärtssieg auf Malta, dem kleinsten europäischen Inselstaat, zu feiern. Ein kleines Detail am Rande, die Luxemburger besiegten in der Qualifikation für EM Endrunde 1996 in England den späteren Vize Europameister Tschechien zu Hause mit 1:0.

Dass der luxemburgische Fußball bis heute nicht mehr aufzuzeigen hat ist nicht bei einer Bevölkerung von gut 450.000 Einwohnern nicht weiter erstaunlich. „Insofern ist vor allem die Bereitschaft der Luxemburger Fußballer lobenswert“, wie Hardy Grüne in seinem Buch Enzyklopädie der europäischen Fußballvereine „stets und überall dabei zu sein, wenn es im internationalen Fußball etwas auszuspielen gibt und auch keine Scheu haben, gegen die ganz ‚Großen’ zu spielen“. Der oben erwähnte 1:0 Sieg gegen die tschechische Republik zeigt, dass es also auch mit Herz und Leidenschaft im Fußball etwas zu erreichen gibt und nicht immer monströse Summen von Geld von Nöten sind. Das luxemburgische Nationalteam nahm zum Beispiel an jeder WM Qualifikation seit 1934 teil und das obwohl man bei nahe zu jede Qualifikation nicht den Hauch eine Chance auf eine spätere WM oder EM Teilnahme besaß.

Dass es den luxemburgischen Fußball überhaupt gibt verdankt das Großherzogtum französischen, belgischen und englischen Einflüssen. 1906 entstand in Esch der erste Fußballclub Luxemburgs, Cercle Sportif Football and Lawn Tennis (FOLA) ist sein Name bis heute. Die Stadt am Fluss Alzette verdient sich heute zu Recht den Ausdruck „Multikultistadt“. Trotz seiner knapp 30.000 Einwohner sind fast fünfzig Prozent der Bewohner Eschs Nicht-Luxemburger. „Jahrzehntelang wurden die Arbeiter in Luxemburg mit dem Hinweis auf das ‚Modell Luxemburg’ eingelullt und viele Kröten mussten geschluckt werden“, schreibt die Zeitung Goosch in ihrer aktuellen Ausgabe. Auch in Esch wurden viele Kröten geschluckt. Seit dem die Erzressourcen versiegelt sind, weist auch das im Süden des Großherzogtums gelegene Esch eine hohe Zahl an Arbeitslosen auf. Die Initialzündung zur Gründung eines Vereins ging von dem Einheimischen Jean „John“ Roader aus. Dank ihm wird bereits seit 1902 mit dem runden Leder gespielt. Durch Roader verbreitete sich die schönste Nebensache der Welt auch in den industrialisierten Süden des Kleinstaates.

Ab 1907 kamen weitere Fußballvereine hinzu. In der Folgezeit machten sich Teams wie Racing aus der Hauptstadt Luxemburg, die 1910 Meister und 1922 Pokalsieger wurden und der „Football Club Sporting Mertzig“ einen Namen. Im Jahre 1923 sollten die beiden Clubs fusioniert werden, dem nach ist Rekordmeister Esch der erfolgreichste Verein Luxemburgs. Seit dem Jahre 1908 existiert die Fédération des Sociétés Luxembourgeoise de Sports Athlétiques, auf Anregung Alphonse Steines, luxemburgischer Mitarbeiter der damaligen französischen Sportzeitung L’Auto (heute L’Equipe). Bereits im nächsten Jahr nahm die Landesmeisterschaft erstmals ihren Betrieb auf. Auf Grund interner Streitigkeiten musste es am 6.Mai, 1910 zu einem Entscheidungsspiel kommen, welches Racing mit einem Ergebnis von 3:2 gegen US Hollerich-Bonnevoie gewann. Luxemburgs Fußballherrschaft ging ganz klar von der Hauptstadt aus ihren Weg. Nachdem die Teams aus Luxemburg sieben Meisterschaftstitel in Folge gewannen (1x Racing, 1x Sporting, 5x US Hollerich- Bonnevoie), schaffte es FOLA Esch in der Saison 1917/18 die Hauptstadtdominanz zu durchbrechen. Zu FOLA Esch gesellten sich in den nächsten Jahren Vereine wie Red Boys Differdange und Spora Luxemburg. Somit dominiert der Süden bis heute das fußballerische Geschehen des Landes. Denn nördlich der Hauptstadt Luxemburgs, mit seinen 78.000 Einwohnern, hatten sich bis zum zweiten Weltkrieg nur wenige Fußballvereine „angesiedelt“, die Young Boys aus Diekirch und die Vereine aus Echternach, CS und Jeunesse. Dieses Muster dominiert bis heute den luxemburgischen Fußball. Bis zum Jahre 1937 war die Meisterschaft in Luxemburg nichts besseres als eine Hobbyliga. Mit dem früherem Nationalspieler Paul Feierstein kam ein Ruck durch den Luxemburger Fußball. Ihm ist es zu verdanken, dass in den Vereinen professionelle Strukturen geschaffen wurden.

Die Nationalelf aus Luxemburg galt von Anfang an als krasser Außenseiter. Die größten Erfolge feierten die Luxemburger stets bei den olympischen Spielen. 1948 erreichten die Luxemburger beispielsweise einen 6:0 Sieg gegen Afghanistan und gerade einmal vier Jahre später gab es ein 5:3 über die englischen Amateure. Am 8.Oktober, 1961 schaffte das Nationalteam vor 60.000 Fans im Stade Municipal, einen grandiosen 4:2 Erfolg über die Auswahl aus Portugal. Von Oktober 1972, 2:0 Sieg gegen die Türkei dauerte es 23 Jahre, ehe man sich auf Malta 1995, nach 32 Niederlagen in Folge wieder den ersten Sieg feiern konnte.

Auch auf internationaler Vereinsebene konnten die Luxemburger bis dato nicht viel holen. Der größte Erfolg liegt mittlerweile schon 46 Jahre zurück, Jeunesse Esch schlug den damaligen Meister Polens, LKS Lödz mit 5:0 und erreichte gegen Real Madrid in der nächsten Runde ein ehrenhaftes 2:5. Danach setzte es für die luxemburgischen Vereine meist nur Desaster. Erwähnenswert sind zum Beispiel folgende Auftritte luxemburgischer Teams auf internationalem Bankett: Union Luxemburg kommt 1965 beim 1.FC Köln mit 13:0 unter die Räder. Sieben Jahre später unterliegt US Rumelange Rapids EC Halbfinalgegner, Feynoord Rotterdam aus dem Jahre 1996 12:0.

Die Division National hat mit 800 Besuchern pro Partie, einen ähnlichen Zuschauerschnitt wie die Regionalliga in Österreich. Wobei der beliebteste Club Luxemburgs Jeunesse Esch mit einem Zuschauerschnitt von 1500 besonders heraussticht. Tradition verpflichtet eben.

Die Stadt Düdelingen

Das Großherzogtum Luxemburg gilt seit je her als gastfreundliches Land. Vor allem erfreuten sich die Luxemburger stets an Leuten aus dem Ausland, die bei ihnen arbeiten wollten. „Diese Männer und Frauen hatten einen großen Anteil an der Entstehung des Reichtums des Landes“, schreibt die Homepage des Dokumentationszentrums Düdelingen. Auch im südlich gelegenen Düdelingen war dies der Fall.

Düdelingen war für lange Zeit ein unbekanntes kleines Dorf auf der Landkarte Luxemburgs, bis es im Jahre 1880 zur Entdeckung des Minetteerzes. Dies hatte zur Folge, dass sich eine neue Industrie dort ansiedelte und somit das Leben der Leute komplett verändert wurde. Nachdem in Düdelingen auf Grund seiner Größe, zu wenig Arbeitskräfte vorhanden waren, holte man Gastarbeiter aus Deutschland, Belgien und Italien. In Folge wurden Wohnungen in der Nähe der Fabrik gebaut. Vorzugsweise zogen die Leute in Gegenden in denen sich Menschen aus dem gleichen Milieu und der gleichen Sprache tummelten. Auf diese Art und Weise entstand zum Beispiel das italienische Viertel der Stadt Düdelingen. Bald entstanden neue Geschäfte. Doch die Italiener wurden im Laufe der Zeit von den Portugiesen aus ihren Wohnungen verdrängt. Die Stahlindustrie verlor zunehmend an Bedeutung. Düdelingen durchlebte eine große Veränderung zu dieser Zeit.

Heute ist Düdelingen mit 18.000 Einwohnern viertgrößte Stadt Luxemburgs. Bis heute ist Diddeléng, Dudelange oder Düdelingen eine der wichtigsten Industriestädte des Großherzogtums.

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© by austriansoccerboard.com

Danke an MrBurns, eine Freude mit dir zu schreiben ! =)

Wir hoffen informiert zu haben ! :)

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Wahnsinns-Portrait, wie immer :super:

Borbiconi sagt mir was, allerdings nur Stephane (spielt beim FC Metz). Naja, vielleicht ist er mit ihm verwandt. Sonst durchwegs eine No-Name Truppe, die aber bestimmt nicht zu unterschätzen ist, zu verlieren haben sie ja nichts.

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sehr gut beschrieben die Geschichte des Fussballs über F91 Diddeleng.

hast dir viel Mühe gegeben, :super:

hoffen auf ein gutes Spiel bei uns zuhause im Stade Jos Nosbaum.

Und vielleicht auf einen Sieg für uns F91 er :clap:

Gruss an alle Östreicher

vom CoWebmaster des F91 Dudelange

www.f91.lu

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Wahnsinns-Portrait, wie immer :super:

Borbiconi sagt mir was, allerdings nur Stephane (spielt beim FC Metz). Naja, vielleicht ist er mit ihm verwandt. Sonst durchwegs eine No-Name Truppe, die aber bestimmt nicht zu unterschätzen ist, zu verlieren haben sie ja nichts.

Also erstmal Danke für das Portrait! Bildungsauftrag erfüllt! Note: 1!

;)

Ja und dann muss man sagen das zwar ein Dreiviertel des Kaders über Erstliga-Erfahrung in Frankreich oder Belgien verfügt aber unterm Strich alle Leistungsträger weit über 30 Jahre alt sind teilweiße dort Ihre Fussballkarriere ausklingen lassen oder es wie Ihr Kapitän nie in eine erste Liga und dem damit verbundenen Profiniveau geschafft haben...

Selbst wenn man diese Mannschaft loben möchte, so war kein einziger Spieler bei einem wirklichen Spitzenklub, geschweige denn er hätte sich dort durchgesetzt.

Auf den Punkt gebracht heißt das ganz einfach:

Die besten Spieler des F91 Diddeléng konnten sich bei einem Liftverein in Frankreich nicht durchsetzten, nämlich dem C.S. Sedan (In der letzten Saison auch nur Platz 6 in der französischen Ligue 2), der immer wieder Auf- und Absteigt (wenn ich mich richtig Erinnere)! Dann wären da noch der polnische Angreifer, Namens Gruszczynski, der sich bei Metz (deren Beste Zeit auch schon fast solange zurück liegt, wie unser Europacup-Final-Einzug, die beste Platzierung war die Vizemeisterschaft 1998 hinter dem RC Lens.) nicht durchsetzen konnte und Sebastien Mazurier der bei Monaco war, sagt mir persönlich gar nichts, ich nehme auch nicht an, dass dieser Mazurier auch nur ein Pflichspiel für den A.S. Monaco bestritten hat oder Dannyo???

Also bei allem Respekt und aller Sympathie für diesen netten Verein, Rapid muss da einfach drüber und da fährt für mich die Eisenbahn drüber, denn wenn ich mir die anderen Quali-Partien der 2. Runde ansehe, hat Rapid, die vom Namen her, mit Abstand einfachste Aufgabe zu bewältigen!

Wenn wir und das ist das Ziel (auch für Hicke), in die Champions League wollen, haben wir diese beiden Spiele ohne Probleme zu gewinnen, sonst reichts einfach nicht fürs internationale Niveau, so und nicht anders muss es einfach sein... :hammer:

Denn auch mit einer "leichten Auslosung" am Freitag, Warten da Kaliber wie:

Udinese Calcio

Panathinaikos FC

FC Shakhtar Donetsk

Rosenborg BK

SK Slavia Praha

Ich erwarte mir nicht, dass wir den F91 wegschießen aber es muss eine souveräne Geschichte werden, diese und auch nächste Woche.:

Mein Tipp:

F91 Diddeléng - Rapid Wien 0:2

Rapid Wien - F91 Diddeléng: 3:0

Rapid steigt mit einem gesamt Score von 5:0 in die 3. Qualifikationsrunde auf und trifft dort auf den F.C. Everton (mein Wunsch) oder Rosenborg Trondheim (Helstad, du vergisst uns NIE)! :D

Gut's Nächtle

Stanlay

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Vielen Dank, MrBurns und Dannyo! :super: Das Porträt war sehr informativ und interessant zu lesen. Finde auch, dass das Porträt zu Recht auf der offiziellen Seite angepriesen wird.

Ein winzigkleiner Fehler, der jedoch nicht gravierend ist, ist mir aufgefallen: Die Eintracht aus Trier ist nicht mehr Zweitligist, da sie vergangene Saison in die Regionalliga abgestiegen ist ;)

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Nette Geschichte, Dannyo, nur heißt der Verein Diddeléng, nicht Diddelèng

Ich glaub den Namen kann man mir mehreren Variationen schreiben, kommt auf die Sprache drauf an.

Ist er auf deutsch Düddelingen???

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hallo Fans

auf deutsch = Düdelingen

auf französich = Dudelange

auf luxemburgisch = Diddeléng

Dudelange ist die Ortschaft im Süden Luxemburgs an der französichen Grenze.

F91 steht für die Fusion aus dem Jahre 1991

zwischen den Mannschaften die auch schon " Dannyo "

in seinem Bericht erwähnt hat.

ja es gibt ein Forum alles auf

www.f91.lu unter FANS

Gruß an alle Fans :winke:

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bearbeitet von jebi

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hallo Fans

auf deutsch = Düdelingen

auf französich = Dudelange

auf luxemburgisch = Diddeléng

Düdel..Dudel..Diddel...döööö, der Verein müsste nach Grinzig umziehen, würd sich echt beim Heimweg nach nem Heurigenbesuch gut machen zum singen.

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