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Dannyo

[Spielerinfo] Marek Kincl

56 Beiträge in diesem Thema

Wie immer: Diese Spielerinfo ist © by austriansoccerboard.com ! :)

Wenn euch diese Spielerinfo gefällt, verlinkt hierher, aber kopiert sie nicht einfach woanders hin, THX ! ;)

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DATEN

Name: Marek Kincl

Nationalität: Tscheche

Geburtsdatum: 3.April 1973

Alter: 31

Position: Mittelstürmer

Größe: 192cm

Gewicht: 87kg

Momentaner Verein: SK Rapid Wien

Bisherige Vereine: Zenit St.Petersburg, Sparta Praha, Viktoria Zizkov, Slovan Liberec, Dukla Pribram, FC Zlin, FK Chmel Blsany, SK Hradec Kralove, Spolana Neratovice, VTJ Slany, Slavoj Vysehrad, Slavoj Praha.

KARRIERE

Marek Kincl. Ein Name, der vielen ein Begriff ist, doch nur die Wenigsten wissen sehr viel mit ihm anzufangen. Einerseits hört man in den Medien derzeit häufig, dass der SK Rapid sich am 5.Juli 2004 in erster Linie mit einem effektiven Brecherstürmer verstärken konnte, andererseits hört man immer von einem ominösen Treffer gegen SS Lazio Rom. Doch was nun wirklich und exakt hinter Marek Kincl steckt, könnt ihr euch in den nächsten knapp zehn Minuten zu Gemüte führen.

Um mal wieder meinen Tschechisch-Kurs für Anfänger durchzusetzen: Man sagt nicht Marek KINTSCHL, sondern Marek KINTSL. Und genau dieser Marek Kincl wurde im Jahr 1973 in Prag geboren. Kicken wollte Marek eigentlich schon immer, doch leicht hatte er es keineswegs: Kincl war nie ein besonders talentierter Spieler, war daher immer auf seine Nebenleute angewiesen. Wenn jedoch diese nicht ausließen, zeigte auch Kincl seine Stärken eindrucksvoll auf.

Kincl wird in den Medien oft als "Brecherstürmer" bezeichnet. Ich möchte nicht abstreiten, dass diese Bezeichnung auf den 31jährigen Tschechen zutrifft, jedoch darf man sich neben Kopfballtoren und knackenden Offensivzweikämpfen von ihm noch wesentlich mehr, wichtigere Dinge erwarten. Kincl weiß den Ball sehr gut abzudecken, gewinnt in der Offensive nahezu jedes Kopfballduell und legt Bälle im Stile eines Jan Koller sehr gut auf seine Nebenleute ab. Dies wird speziell den anderen Stürmern Rapids, also Axel Lawaree und Tomàs Dosek entgegenkommen, da sie sich durch diese Eigenschaftsdifferenzen gut mit Kincl zusammenraufen werden.

Andererseits ist Kincl jedoch auch der Strafraumstürmer, dem Rapid seit dem Abgang Carsten Janckers 1996 nachtrauert. Viele Brecher standen bei Rapid auf dem Prüfstand, manche wurden unter Vertrag genommen, doch Kincl ist in dieser Hinsicht mit Sicherheit die beste Lösung seit vielen Jahren. Gerademal der Serbe Igor Gluscevic wäre eine noch etwas bessere, weil technisch noch stärkere, greifbare Lösung gewesen. Doch auch Kincl wird technisch keine Wünsche offen lassen: Aufgrund der Fähigkeit den Ball ideal abzudecken, setzt Kincl auch mal zu einem Dribbling an und aus alten Champions League - Zeiten des Tschechen weiß man, dass er auch dazu im Stande ist seinen Gegenspieler alt aussehen zu lassen.

In der Offensive ist Kincls größte Stärke sein Stellungsspiel. Der Angreifer weiß es ein Spiel zu lesen und steht im Strafraum goldrichtig. Neben zahlreichen Kopfballtoren fiel besonders auf, dass Kincl im Laufe seiner Karriere einige Treffer aus "Gewurschteln" im Strafraum erzielte, da er einfach seinen Fuss an der richtigen Stelle hatte. Dieses gute Stellungsspiel gepaart mit seiner Fähigkeit sich durch Kopfballduelle und gekonnten Körpereinsatz Bälle in der Offensive zu erarbeiten, ergeben eine geballte Ladung Brecherpower in der gegnerischen Hälfte.

Auch Kincls Schwächen wollen wir nicht unter den Tisch kehren. Wie bereits erwähnt war Kincl grundsätzlich nie wirklich der talentierteste Spieler. Dies war auch der Grund warum er im tschechischen Team, in dem etwas höhergestellte Tugenden gefragt sind, nicht Fuss fassen konnte. Mit "nicht talentiert" meine ich speziell, dass er kein "Self-Made-Stürmer" ist, der sich a la Rene Wagner Bälle in der Offensive so erarbeitet, dass er sie Sekunden später kaltblütig selbst abschliessen kann. Kincl ist eher ein Stürmer, der auf präzise Flanken und intelligente Pässe seiner Hintermannschaft angewiesen ist, was jedoch in der Saison 2004/05 in Wien kein großes Problem für den Tschechen darstellen sollte. In seinen besten Saisonen spielte Kincl immerhin fix in der Champions League (und das ist gerademal ein Jahr her), hatte mit Weltklasseverteidigern keine Probleme und wuchs durch das gute Zusammenspiel mit Hinterleuten wie Sionko, Poborsky oder Michalik perfekt in seine Rolle als Vollstrecker. Unter anderen Umständen schlüpfte er spontan in die Rolle des Vorbereiters und ließ sich auch ein wenig zurückfallen.

Ausserdem zeigt Kincl nicht nur aufgrund seiner Größe, sondern auch aufgrund seines etwas fortgeschrittenen Alters, leichte Defizite auf den ersten Metern eines Sprints, was für einen Stürmer natürlich ein sehr wichtiger Aspekt ist. Diese Schwäche können jedoch die wesentlich antrittskräftigeren Angreifer Dosek und Lawaree kompensieren.

VORSCHUSSLORBEEREN IN TSCHECHIEN

Bevor wir uns genauer mit Kincls bisheriger Karriere befassen, möchte ich euch einige beeindruckende Kommentare aus Tschechien präsentieren.

Im Vorfeld der Euro 2004 wurde in diversen tschechischen Fanforen besprochen, welche Angreifer nach Portugal mitfahren sollten. Nicht nur, dass einige Male der Name Dosek (sowohl Tomàs als auch Libor) fiel, auch Kincl war in den Planungen der tschechischen Fans eine heisse Aktie. Während Koller, Baros und Heinz von den Fans nahezu fix gesetzt waren, stellte sich die Frage wer die Nummer 4 im Teamsturm sein sollte.

Die Wahl lag zwischen Kincl, Lokvenc und Stajner. Einige Fans bezeichneten Kincl als perfekten Ergänzungsspieler für das tschechische Nationalteam und stellten diesen ÜBER Ex-Kaiserslauternlegionär Vratislav Lokvenc und den ehemaligen tschechischen Torschützenkönig Jiri Stajner. Auch Libor Dosek, Pavel Kuka oder Gladbachs Angreifer Vaclav Sverkos konnten Kincl nicht das Wasser reichen. Wäre es also nicht nach Karel Brückner gegangen, sondern nach den tschechischen Fans, hätten wir bei der Euro2004 Marek Kincl stürmen sehen - andererseits: Wäre dies eingetreten, könnten wir ihn heute nicht als Rapid-Stürmer begrüßen.

DIE ANFÄNGE VON KINCLS KARRIERE

Der in Prag geborene Kincl begann seine Karriere in einer ersten Mannschaft (zuvor spielte er in seiner Heimatstadt bei den Kleinvereinen Slavoj Vysehrad und Slavoj Prag) in der tschechischen Klasse 4B, also der Division B der vierten Leistungsklasse. Der Verein des damals 18jährigen in der Saison 1991/92 hieß Slany. Kincl konnte überzeugen und spielte sich bereits in jungen Jahren in die Kampfmannschaft Slanys. Nachdem er 18järhig 12 Saisontreffer in der Unterklasse erzielte, wechselte er im Sommer 1992 zu Neratovice, die in eine Klasse über Slany, also in der dritten tschechischen Liga spielten.

Der Klassenunterschied stellte kein Problem für Kincl dar und er setzte sich auch hier durch. In den zwei Jahren, die der junge Angreifer bei Neratovice spielte, konnte er sich durchwegs eines Stammplatzes sicher sein und wurde schließlich von einem "Sprungbrett-Effekt" erfasst, da er in Neratovice überzeugen konnte.

In Tschechien ist es zwar schaffbar aber nicht besonders einfach aus einer unteren Liga in die höchste Leistungsklasse zu springen und daher eilte ihm im Jahr 1993 das tschechische U21-Team zu Hilfe, welches ihn zu einem Juniorennationalspiel einlud. In der Gewissheit, dass man mit einem drittligabasierten Angreifer, der bestimmt billig zu haben ist und der bereits im U21-Nationalteam ran durfte, einen potentiellen zukünftigen Nationalspieler holen könnte, entschied sich Hradec Kralove, der tschechische Erstligist aus Königsretz, dafür Marek Kincl langfristig zu verpflichten.

ZWEI JAHRE GROUNDHOPPING... IM STRAFRAUM

Marek Kincl war gerademal 21 Jahre alt, als er im Sommer 1994 zu Hradec Kralove stieß. Hradec Kralove ist in Tschechien in etwa das, was Bayer Uerdingen in den 90er-Jahren in Deutschland war, also ein ewiger Auf- und Absteiger. In der Saison 1994/95 konnte sich Kincls erstes Erstligateam jedoch recht deutlich vor dem Abstieg retten, meldete sich sogar für den UEFA Intertoto - Cup an. Kincl sammelte erste Erfahrungen, spielte in 16 Spielen von Beginn an, wurde zudem einmal eingewechselt und erzielte immerhin 3 Tore (davon 2 per Kopf).

Wenn ihr euch an die ersten Zeilen dieser Spielerinfo erinnert, dann fällt jedoch auf, dass Kincl es Königsretz nicht allzu einfach hatte, da er kaum gute Pässe bekam und daher eher auf sich alleine gestellt war. Dies war auch der Grund warum er in der darauffolgenden Saison 1995/96 von seinem Klub verliehen wurde, nachdem er in der ersten Saisonhälfte des neuerlichen Fastabsteigers nur 5 Spiele absolvierte.

Was folgte war ein zwei Jahre andauernder "Groundhop" Kincls, allerdings nicht als Fan, sondern als Spieler - quasi mittendrin statt nur dabei...

Zunächst verbrachte Marek das Frühjahr 1996 in Blsany beim Zweitligisten FK Chmel. Dort fand er sein fussballerisches Glück aus bekannten, also mitspielertechnischen Gründen, nicht und so verlieh ihn sein Verein Hradec Kralove nur eine Saison später weiter.

Im Herbst 1996 kickte Kincl im Norden Tschechiens, in Liberec um genau zu sein. Nahe der polnischen Grenze kam er in sechs Monaten jedoch nur in einem einzigen Spiel von Beginn an zum Einsatz und wurde zweimal eingewechselt. Seine Abschiebung aus Liberec folgte logischerweise im Winter 1996 und da auch Hradec Kralove nicht auf ihn angewiesen war, wurde er weiterverliehen und landete schließlich in Zlìn, erneut in Tschechiens zweiter Spielklasse.

Mit dem FC Zlìn, für den Kincl 13 Spiele absolvierte und immerhin 6 Tore erzielte, wäre er nun fast in die oberste Spielklasse aufgestiegen. Die diversesten Erfahrungen in der ersten und auch der zweiten tschechischen Liga ließen Kincl reifen - seine vielen Vereinswechsel sind mit ein Grund warum Marek im Laufe seiner Karriere immer besser, erfahrener und unbekümmerter wurde. Nachdem er in Zlìn ein schönes halbes Jahr verlebte und logischerweise auch von seinen offiziellen "Arbeitgebern" Hradec Kralove gewurmt war, das ihm nach einer eigentlich guten Erstsaison keine weitere Chance gab, bzw. Slovan Liberec entschied sich Kincl auch mal wieder sesshaft zu werden - und so fand er nun endlich sein Glück.

BACK TO THE ROOTS

...und zwar in Prag. Ausgerechnet in seiner Geburtsstadt lieferte Kincl in den folgenden Jahren tolle Saisonen ab und überzeugte mit Torinstinkt, zahlreichen Assists und Führungsqualitäten. Gerade 24 Jahre alt geworden verschlug es Kincl zu einem großen Traditionsverein: Dukla Prag !

Der FC Dukla konnte sich in der Saison 1997/98 nur um zwei Punkte vor dem Abstieg retten - oder sollte man besser sagen: Marek Kincl konnte Dukla um nur zwei Punkte vor dem Abstieg retten ?

In einer Mannschaft, die weder über einen Star, noch über einen Legionär verfügte, blühte Kincl endlich auf. Von 30 möglichen Ligaspielen stand er in 22 Spielen von Beginn auf dem Platz, wurde in 5 weiteren Spielen eingewechselt und erzielte 8 wichtige Tore im Kampf gegen den Abstieg.

Gerade als Kincl sich mit seiner Rolle beim FC Dukla anfreundete, kam der Ruf aus dem Norden und der tschechische Stürmer kehrte im Sommer 1998 mit dem Vorsatz es allen zu zeigen nach Liberec zurück. Mit der Nummer 14 auf dem Buckel und einem kongenialen Partner namens Jiri Jarosik (heute bei CSKA Moskau, Spielerinfo über Jarosik in unserer Datenbank vorhanden) lieferte er sich eine gute Saison und erzielte 5 Tore in 27 Spielen (20 von Beginn an).

1999/2000: VOM VERSTOSSENEN ZUM GOALGETTER

Es würde mich nicht wundern, wenn sich die Verantwortlichen von Slovan Liberec noch heute in den Hintern beissen würden, dass sie Kincl bereits im September 1999 weiterverliehen. Die ungeduldigen Nordtschechen waren von Kincls Leistungen zu Saisonbeginn wenig angetan - er erzielte nur 1 Tor in 6 Spielen. Also entschied man sich dafür ihn dort hinzuverleihen, wo er sich Zeit seines Lebens immer am Wohlsten fühlte - nach Prag.

Er kam in einem Prager Aussenbezirk, bei Viktoria Zizkov, unter. In der dritten Runde der Saison 1999/2000 erzielte Kincl sein letztes Tor für Liberec - ausgerechnet gegen seinen Ex-Klun Chmel Blsany. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wir verarscht sich Blsany vorkam, als Kincl in der achten Runde für seinen neuen Klub Zizkov wieder gegen den selben Verein traf - diesmal aber nicht zum letzten, sondern zum ersten Mal. Und viele weitere Treffer sollten folgen:

In 22 Spielen für Zizkov netzte Marek Kincl ganze 15 mal und vervollständigte so seine nahezu perfekte persönliche Bilanz für die Saison 1999/2000: In 28 Spielen erzielte Kincl 16 Tore und sicherte Zizkov einen gesicherten Mittelfeldplatz. Nur Vratislav Lokvenc erzielte in der Saison 1999/2000 mehr Treffer (22) und wurde daher Torschützenkönig. Nach seiner Topsaison bei Sparta Prag wechselte Lokvenc jedoch in die deutsche Bundesliga, wo er heute mittlerweile für Bochum auf Torjagd geht. Die logische Folge: Sparta Prag bemühte sich um den nächstbesten Stürmer der tschechischen Liga - und war erfolgreich.

SPARTA PRAG - DER GIPFEL IN KINCLS KARRIERE

Der auf Mitspieler angewiesene Kincl wechselte also zu Sparta Prag. In sein persönliches Schlaraffenland. Eine Aufstellung mit Aussenverteidigern wie Grygera oder Klein, mit Mittelfeldspielern wie Jarosik, Sionko oder Hasek und Angreifer-Kollegen wie Holub oder dem routinierten Obajdin lässt einfach keine Wünsche offen. Und so holte Marek Kincl bereits in seiner ersten Saison mit Sparta Prag 28jährig seinen ersten großen Titel: Den tschechischen Meistertitel.

Unvergessen auch Kincls Leistung in einem der besten Prager Derbies aller Zeiten. Beim 4:4 Spartas gegen Slavia erzielte er einen Treffer und bereitete zwei weitere vor, wurde nur von Slavia-Star Pavel Kuka übertrumpft, der einen Hattrick erzielte.

Holub (12 Tore) und Obajdin (11 Tore) erzielten im Laufe der Saison 2000/01 mehr Treffer in der Liga als Marek Kincl, der in 25 Spielen (davon 16 von Beginn an) 9 Tore erzielte, aber er ergänzte sich mit den völlig unterschiedlichen Mitangreifern perfekt und gefiel durch seine Assists und Kampfkraft. In der Champions League kam Kincl auch zum Einsatz und zwar inklusive Qualifikation in sieben Spielen (fünfmal von Beginn an). Er machte dabei nicht nur Bekanntschaft mit Arsenal London, sondern auch mit seiner großen "Liebe" Lazio Rom. In der Saison 2000/01 verlor Sparta gegen Lazio noch mit 0:3 und 0:1, etwas später sollte sich Rom in Prag noch grün und blau bzw. weinrot und weiß ärgern...

Im tschechischen Cup der Saison 2000/01 verlor Sparta Prag erst im Finale gegen Kincls Ex-Klub Viktoria Zizkov mit 1:2 n.V.

Kincl erzielte auf dem Weg ins Finale drei Treffer.

DIE NEUE NUMMER NEUN

In der Saison 2000/01 verdiente sich Kincl seine Nummer 9 im weinroten Sparta-Dress. In der Saison 2001/02 bewies der damals 28jährige nun endgültig, dass er diese symbolträchtige Nummer völlig zurecht tragen durfte.

Betrachtet man Kincls Saison 2001/02 in Prag oberflächlich, so bemerkt man, dass er "nur" 2/3 der Ligaspiele mitmachte. 18 Spiele von Beginn an, 2 Einwechslungen, 8 Saisontreffer (davon 2 Doppelpacks) - das war die Ausbeute Kincls in Spartas Vizemeister-Saison. Nur Radim Holub erzielte mehr Sparta-Tore (9 Treffer), übrigens genau so viele wie Tomàs Dosek für Erzrivale Slavia. Gehobener Durchschnitt möchte man meinen. Was man jedoch bei näherer Betrachtung der Saison bemerkt ist, dass Kincl eine wahre Marathonspielzeit hinlegte.

Der tschechische Angreifer, der im Jahr 2000 eines von zwei Länderspielen für sein Land bestreiten durfte, absolvierte alle Champions League - Spiele für sein Team (Sparta kam bis in die Zwischenrunde) und fünf Cup-Spiele (zwei Tore). Im Cup musste man sich übrigens erneut im Finale gegen einen Stadtrivalen geschlagen geben: 1:2-Niederlage gegen Slavia Prag, für das Tomàs Dosek beide Treffer erzielte.

In der Champions League konnte Kincl inzwischen weitere Erfahrungen sammeln. Gegen Bayern, Feyenoord, Spartak Moskau, Panathinaikos Athen, FC Porto und Real Madrid stürmte Kincl teilweise gegen die besten Angreifer der Welt. Besonders aufgrund seiner Durchschlagskraft bekam er in der europäischen Fussballkönigsklasse den Vorzug gegenüber den körperlich schwächeren Stürmern Jun, Holub, Malar oder Babnic. Mit neuen Mittelfeldspielern wie Michalik oder dem späteren Nationalspieler Mares im Rücken, spielte es sich für Kincl leichter und so erzielte er auch seine ersten internationalen Treffer:

Bei Spartas Siegen gegen Feyenoord (4:0) und Spartak Moskau (2:0) erzielte er je einen Champions League - Treffer.

Die Gesamtbilanz von Kincls Saison 2001/02 besträgt also 12 Tore in 37 Spielen.

HIMMELBLAUE ELENDSHÄUFCHEN

In der tschechischen Liga verkomplizierte sich die Situation Kincls in den kommenden zwei Saisonen zunehmend. Sparta holte zwar erneut den Meistertitel, aber durch die schlagartige Entwicklung des jungen Angreifers Tomàs Jun wurde Kincl zum Joker angekanzelt. Dies änderte aber nichts daran, dass er in Prag einen hohen Status genoss, denn während andere in der Liga stürmten, riss Kincl sein Team in Europacup und Cup aus der Tinte.

In der Liga brachte es Kincl in der Saison 2002/03 nur auf 8 Spiele von Beginn an und auf weitere 12 Einwechslungen. Dabei erzielte er 3 Tore. Nach dem Aus in der Champions League - Qualifikation, schied Sparta gleich in der ersten UEFA-Cup-Runde gegen den türkischen Vertreter Denizli aus und Kincls Europacuppläne wurden für ein Jahr auf Eis gelegt.

Und auch im Cup gab es im Achtelfinale eine herbe 0:4-Heimschlappe gegen Ceske Budejovice, eine Mannschaft aus Budweis.

Die Saison 2002/03 ließ Kincl gerne schnell hinter sich, doch dann kam die Spielzeit 2003/04, welche Kincl berühmter machen sollte als jemals zuvor in seiner Karriere: Während der Sparta-Angriff in der tschechischen Liga mittlerweile Gluscevic - Stajner hieß und das Mittelfeld mit Spielern wie Poborsky, Vorisek oder Zelenka topbesetzt war, scorte Kincl als Joker munter weiter.

Der tschechische Angreifer brauchte nur 6 Spiele von Beginn an und 10 Einwechslungen um 4 Saisontore zu erzielen und 4 weitere Assists zu geben. Doch die Sternstunde seiner Saison 2003/04 erlebte Kincl am 9.Dezember 2003 in der Toyota Arena von Sparta, in der er als Kind seinen Helden die Daumen drückte. Durch einen Treffer in der 93.Minute eines Spiels in dem es vier Minuten Nachspielzeit geben sollte, schoss Marek Kincl Sparta Prag ins Achtelfinale der Champions League und schickte Lazio Rom nach Hause.

Dieses Kopfballtor, welches aus einem Getümmel im Strafraum entstand, machte Kincl endgültig zum Helden Prags. Was Kincl zum Zeitpunkt des Tores nicht wusste: Dieses Tor sollte die letzte Ballberührung Kincls im Sparta-Dress sein, denn in der anschließenden Winterpause verließ er Prag in den hohen Norden Russlands, wo er eine halbe Saison für Zenit St.Petersburg stürmte.

Nach seinem Treffer gegen Lazio meinte Kincl:

"Ich denke, wenn das mein letztes Spiel für Sparta gewesen sein sollte, dann habe ich mich in einer wirklich großen Begegnung würdig verabschiedet und dieses Tor war ganz bestimmt das wichtigste in meiner Karriere."

EINE KLEINE RUSSLAND-REISE

Kincl wechselte im Jänner 2004 nach St.Peterburg, wo er eine knappe halbe Saison verbrachte. Sein Debüt für den russischen Millionärsklub gab der tschechische Angreifer am 13.März 2004 in der ersten Runde der neuen Saison gegen Rotor Volgograd. Es sollte sein einziges Spiel von Beginn an werden, denn später wurde er nur in vier weiteren Begegnungen eingewechselt.

Bei Zenit spielt mit Darko Maletic übrigens ein Ex-Rapidler. Der ist jedoch nur in der Reserve gesetzt, denn mit Kerzhakov stürmt ein russischer Teamspieler für Zenit. Hinter ihm sorgen Bystrov, Radimov und Arshavin für die nötigen Pässe. Das Team verfügt über zahlreiche Legionäre und Nationalspieler und auch wenn Kincl hier vier Landsleute (unter anderem seinen Ex-Mitspieler Mares) traf und Zenit um den russischen Titel spielt, fühlte der Angreifer sich in Russland nicht wohl.

Daher unterbrach er seinen bis Juni 2006 laufenden Vertrag und wechselte vorerst leihweise zum SK Rapid nach Österreich, wo er auch endlich wieder im Europacup ran darf.

TOP-BERATER ALS GARANT FÜR EIN GUTES KARRIEREENDE

Man darf damit rechnen, dass Kincl wohl noch vier oder fünf Jahre Profifussball auf höchstem Level spielen wird. Beraten wird Kincl von Pavel Zika und Viktor Kolar, die auch Starspieler wie Petr Cech, Jiri Jarosik, Stepan Vachousek, Jiri Stajner, Libor Sionko, Petr Vorisek oder Pavel Mares unter ihren Fittichen haben.

FOTOS

Jede Menge Fotos von Marek Kincl findet ihr hier.

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© by austriansoccerboard.com

Hoffe informiert zu haben ! :)

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25, es sind ja alle anderen Rückennummern vergeben und es ist von der Bundesliga vorgegeben, dass durchgehend numeriert wird, soweit ich weiß.

ja klar, deshalb ist auch die nr. 5 nicht besetzt.

bearbeitet von GreenWhiteMarkus

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25, es sind ja alle anderen Rückennummern vergeben und es ist von der Bundesliga vorgegeben, dass durchgehend numeriert wird, soweit ich weiß.

Nur in der Theorie ... erstens weiß ich nicht mit welchen Nummern die Amateure bei der Bundesliga angemeldet sind und zweitens erinnert ihr euch sicher dass Poschner die 30 und Wittl die 33 trug und so viele Kaderspieler hatten wir nie.

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vom system her könnte er perfekt zu Rapid passen. nur ob es wirklich so ist werden wir erst in ein paar wochen beurteilen können.

ich hoffe er fühlt sich in wien wohl und kann uns helfen.

jedenfals muss ich sagen dass ich ziemlich zufrieden bin was unser vorstand noch zustande gebracht hat.

sie dürften wohl auch kapiert haben, dass es mit zutode sparen auch nicht funktioniert wenn man schon für den uefa cup qualifiziert ist.

Forza Rapid Wien!!!

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Die Sonderregelung mit den durchgehenden Rückennummern gibt es noch nicht so lange. Stein des Anstosses waren die "Nummernspiele" Rapids in der Saison 1994/95, später wurden nicht-durchgehende Nummern toleriert, aber nicht gerne gesehen und ich glaube seit knapp zwei Saisonen ist die Regelung nun fix.

Wobei: Diese ist auch recht einfach zu umgehen. Wenn Rapid z.B. vier, fünf Amateure mit den Nummern 25 - 29 im erweiterten Kader angibt, kann Kincl auch die 30 haben.

Bisher trug er jedoch nur die Nummern 9 und 14, mal schauen, was er nun wirklich bekommen wird. Ich tendiere auch stark zu 25.

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