Was jetzt passieren wird?
Die Staatsanwaltschaft wird wahrscheinlich demnächst Ermittlungen einleiten. Ob vermuteter Wettbetrug die Voraussetzungen eines Offizialdelikts erfüllt oder ob es sich um ein Antragsdelikt handelt (wie verhält sich die Bundesliga?), weiß ich ehrlich gesagt nicht. Mit Sicherheit würde man im Zuge von Ermittlungen Beciri und auch Vereinsvertreter eingehend befragen, nach möglichen Connections zu bekannten Betrüger-Kreisen forschen und gegebenenfalls Durchsuchungen und Kommunikationsdaten-Offenlegung in Auftrag geben.
Blöd nur für die Ermittler, dass vermutlich bereits im Sapina-Prozess die durch die deutschen Behörden mühsam zusammenrecherchierten und nun auf Eis gelegten Verdächtigen allesamt "verschlissen" wurden. Ich bezweifle, dass man in Österreich von anderen "Banden" allzu viel Kenntnis hat - man bedenke nur, dass vor dem letzten Skandal sehr, sehr lange Ruhe war und ich bezweifle, dass zuvor alles sauber zugegangen ist. Man wird wohl auch nach Rücksprache mit Bochum recht lange im Dunkeln tappen, weil da entweder gar nichts ist (hoffen wir ja alle) oder man schlichtweg keinen echten Anhaltspunkt hat, solange niemand auspackt. Ob aus Asien viel zu erfahren ist?
Wie auch immer, die Bundesliga würde sich mit raschen Sanktionen schwer tun. Beciri wird kaum gesperrt werden und bezüglich der Tabelle könnte ich mir als maximale Konsequenz vorstellen, dass aus dem 2:3 am grünen Tisch ein 0:3 wird - allerdings auch nicht so bald. Ansonsten sorgen die Ermittlungen mittelfristig vermutlich nur für (hoffentlich geringe) Ablenkung und ziemlich üble mediale Nebengeräusche in einer Phase von Lizensierung und Sponsorensuche.
Zitat
Wenn sich so ein Verdacht bestätigt, dann werde ich dafür sorgen, daß sowohl Spieler als auch Vereine für immer von der Bundesliga ausgeschlossen werden.
Dann müssten Kapfenberg und Hartberg aber sofort den Spielbetrieb einstellen. Sperre "für immer" halte ich für sehr unrealistisch, auch im internationalen Kontext wäre das ohne Präzedenzfall. Aber wie wir wissen wurden Juventus, Lazio und Fiorentina wegen Verwicklung in Manipulationen mit dem Zwangsabstieg bestraft. Das kann sehr wohl passieren. Hierfür müsste man aber mMn offiziellen Vereinsvertretern und nicht nur einzelnen Spielern eine Involvierung nachweisen und vor allem erst einmal ein Motiv suchen. Denn in besagten Fällen in Österreich wurden bekanntlich hauptsächlich Vereinsinteressen und "ehrliche Wetter" geschädigt und nicht die Konkurrenz. Es handelt sich um Personaldelikte, die auch in anderen Fällen mit Sperren oder Geldstrafen geahndet werden. Und falls das erschwindelte Geld nicht über weite Umwege wieder nachweisbar in die Vereinskassen fließt, täte sich die BL zu schwer, die Clubs mit drakonischen Strafen zu bedenken.
Ich denke, Pangl fürchtet auch sehr um das Image der Liga und da man ihm im Sapina-Fall von vielen Seiten Untätigkeit vorgeworfen hat, markiert er jetzt einmal den starken Mann,
Dieser Beitrag wurde von Istvan Who bearbeitet: 18. April 2011 - 19:38