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Postinho

Quelle: http://kurier.at/zeitung/sport/A/index.php...?artikel=438778

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Ist Profi-Fußball noch finanzierbar?

Selbst die erfolgreiche Trademark Rapid hat Probleme, ein Mini-Budget zu sichern

von Rainer Fleckl

und Stephan Blumenschein

Rudolf Edlinger verweigerte sich in den letzten Monaten dem Rampenlicht des Erfolges. WĂ€hrend Rapid von Sieg zu Sieg eilte, spielte der Klubchef die DoppelpĂ€sse lieber im Hintergrund. Aus guten GrĂŒnden. Zum einen erholte sich der ehemalige Finanzminister von einer komplizierten Bandscheibenoperation. Zum anderen fĂŒhrte er ĂŒberlebensnotwendige Sponsor-Verhandlungen. „Ohne den Mehreinnahmen bei den Zuschauern hĂ€tte es mich schon aufgestellt“, behauptet der PrĂ€sident so ehrlich wie unverblĂŒmt.

Dabei konnte der Rekordmeister, neben Austria die Trademark des heimischen Fußballs, unerreichte Zahlen verbuchen. 17 Spiele, 14 live im Fernsehen, allein neun im Quoten trĂ€chtigen ORF. Der Zuschauerschnitt von knapp 15.000 ist einmalig in der Bundesliga-Historie, ja selbst gegen die grau melierten Admiraner kamen 11.800 Besucher, wĂ€hrend nebstbei 83 Fanklubs und mehr als 3000 Mitglieder gezĂ€hlt werden. Viel DĂŒnger also fĂŒr eine grĂŒne Saat, die bald reiche Ernte bringen wird?

Ein Irrtum.

PREIS-FRAGE Der Erfolg hat seinen Preis. Jeder Punkt, den die jungen Wilden auf dem Rasen erobern, kostet Rapid rund 25.400 Euro. Nur 80 Prozent des Acht-Millionen-Euro-Budgets sind derzeit gesichert, und dazu zĂ€hlt Edlinger den bereits geleisteten Beitrag eines „europaweit operierenden Unternehmens“, das in den nĂ€chsten Wochen auf den freien Ärmeln erscheinen wird.

„Profi-Fußball ist in dieser Form nicht möglich. Das gibt die Wirtschaft nicht her“, erklĂ€rt Edlinger, der noch froh ist, dass Austria dank Gönner Stronach momentan nicht so hartnĂ€ckig im Werbe-Becken fischen muss. Eine These, die zur Frage fĂŒhrt, ob Fußball in Österreich ĂŒberhaupt finanzierbar ist, wenn selbst dem Krösus Rapid, der ĂŒber fĂŒnf Millionen Euro von den Werbepartnern lukriert, das Wasser nahe dem Hals steht?

Edlinger: „Ich halte es fĂŒr ausgeschlossen, einen kleinen Verein mit unter sechs Millionen Euro zu finanzieren.“ FĂŒr einen Kampf um Europas StartplĂ€tze benötige man etwa acht Millionen pro Jahr. Jedoch: Selbst der Blickfang „Brust“, die BĂŒhne der Hauptsponsoren, deckt oft nur einen Bruchteil des Finanzbedarfs. Die Lage in der Liga: FC KĂ€rnten erhĂ€lt von der Kelag kolportierte 1,1 Millionen Euro. Puntigamer spĂŒlt Sturm etwa eine Ă€hnlich hohe Summe in die Kassa. Und in Tirol, wo einst Milch und Honig flossen, leistete sich Ex-Sponsor Tirol Milch mit dem mittlerweile maroden Meister ein einmaliges SchnĂ€ppchen – 500.000 Euro.

„Wir vollfĂŒhren eigentlich einen Ritt auf der Rasierklinge“, sagt Admira-PrĂ€sident Hans Werner Weiss. Mit einem offiziellen Budget von 3,3 Millionen will er im Konzert der rotweißroten Großen mitspielen. Und selbst diese Summe ist schwer aufzubringen. „Mit Kopfstand, Handstand und allen möglichen Verrenkungen geht es sich gerade so aus. Wir arbeiten permanent am Limit.“

Auch Bundesliga-Vorstand Peter Westenthaler sieht im Einzelsponsoring der Vereine den Plafond erreicht. Fußball habe einen Bedarf an MĂ€zenen, und fĂŒr einen MilliardĂ€r wie Abramowitsch, der zuletzt gut 150 Millionen in Chelsea London gepumpt hat, „muss man sich drei Mal auf den Boden hauen.“ Was tun aber, wenn der reiche Onkel fehlt?

SOCKEL Die Liga sieht die Lösung in der zentralen Vermarktung. In der nĂ€chsten Woche könnte der Vertrag mit T-mobile zu verbesserten Konditionen verlĂ€ngert werden. Ab 2004 soll der TV-Kontrakt mehr Geld als bisher bringen. Westenthalers Ziel: „Ab nĂ€chster Saison hat jeder Klub den Sockel, der mindestens das Überleben sichert.“

Edlinger widerspricht. „Das ist nett, macht das Kraut aber nicht fett“, zumal mit den geschĂ€tzten Mehreinnahmen bei derzeitiger Marktlage gerade ein Profi bezahlt werden könnte. Rapid-Manager Werner Kuhn: „Alle Klubs fahren mit Vollgas gegen eine Betonwand. Die Frage ist: Wann steigt der erste auf die Bremse?“

Kuhn will nicht nur die Infrastruktur erweitern (Rapid-Dorf, Kindergarten, Massage-Institut), sondern auch die internationalen TV-Rechte mit einer starken Agentur vermarkten. „In Österreich sind wir freilich solidarisch.“ Selbst der Klubname scheint in Zeiten wie diesen kein absolutes Tabu-Thema mehr zu sein. „Wenn ein Angebot sehr attraktiv ist, muss man selbst darĂŒber nachdenken.“

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Superfund Wien? :nervoes:

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Stammspieler

Also ĂŒber sowas mach ich mir auch schon lange Zeit Gedanken. Rapid und Mattersburg sind die einzigen Profiklubs (Handyliga und Elektronik Liga) in Österreich welche ihren Namen noch nicht verkauft haben.

Die Ligen sind vermarktet, die Vereine sowieso, mache sogar 2 mal (Magna Memphis)

Wo nur Geld herkommt wird es angenommen. Der Zustand ist chaotisch. Mir fÀllt nur eines dazu ein. "Vereinshurren!"

Ich finde es okay, wenn in einer Zeit der wirtschaftlichen Resession man das Bugdet halten kann. Ich sehe nicht ein, warum Rapid auf Dauer ein Buget von 7-8 Millionen Euro halten können sollte. Mit den Zuschauereinnahmen und den TV Rechten mĂŒsste dies doch möglich sein, oder? Und wenn das nicht möglich ist, dann muss man an VertrĂ€gen feilen. Es kann doch nicht sein, dass ein Punkt Rapid ca. 25,000 euro kostet. Das sind knapp 100,000 Schilling pro Sieg. Mmn mĂŒssen Punkte und TorprĂ€mien reduziert werden. Wenn man sich etwas leisten kann, dann muss man einfach sparen, so einfach ist das. Und die Spieler mĂŒssen dafĂŒr einfach VerstĂ€ndniss aufweisen, auch wenn es ihnen schwer fĂ€llt, ich mein wenn ihnen wirklich was am Verein liegt......

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Respekt ist keine Krankheit

25000 € pro Punkt geteilt durch 21 Kaderspieler und den Betreuerstab, ergibt pro Kopf knappe 1000€.

Leute, da gibt es Unterligen wo mehr gezahlt wird.(auch wenn dort vielleicht das Monatsfixum niedriger ist).

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Rapid-Manager Werner Kuhn: „Alle Klubs fahren mit Vollgas gegen eine Betonwand. Die Frage ist: Wann steigt der erste auf die Bremse?“

[ ... ]

Selbst der Klubname scheint in Zeiten wie diesen kein absolutes Tabu-Thema mehr zu sein. „Wenn ein Angebot sehr attraktiv ist, muss man selbst darĂŒber nachdenken.“

Irgendwann frĂŒher mal hatte doch Fußball hauptsĂ€chlich mit Sport zu tun, soweit ich mit erinnere .... :nein:

Obwohl schon etliche Vereine mit dieser "Immer mehr & teurer"-Strategie in immer höhere Schuldenberge manövrieren und nebst der totalen finanziellen Verhurung in der Öffentlichkeit vermutlich schon diverse zwielichtige KanĂ€le zur Geldbeschaffung benötigen, um ĂŒberhaupt noch durchkommen zu können, geht's immer noch lustig weiter in dieser Richtung.

HIER wĂ€re wohl die Frage angebracht, wann der erste auf die Bremse steigt (oder halt endgĂŒltig & vollkommen auf die Pappn fliegt, wenn er's nicht rechtzeitig tut).

"Wenn ein Angebot sehr attraktiv ist, muss man darĂŒber nachdenken": frĂŒher einmal sagten sowas nur Huren und Leibeigene. TĂ€t mich ja interessieren, was manche Herrschaften alles mit sich, ihren Vereinen und Angestellten machen lassen wĂŒrden, wenn der Schilling/Euro stimmt.

Da hĂ€tten sie sich bei uns gleich die ganzen coolen SprĂŒche von Tradition, Nicht-KĂ€uflichkeit usw. sparen können, wenn's es jetzt erst so wie die anderen machen, daraufhin sich dann vielleicht wieder einbilden "Jetzt geht ja wieder was" und dann halt in völliger ÜberschĂ€tzung dessen, was wirtschaftlich möglich ist, halt mit dem doppelten Budget krachen gehen.

Einfach nur zum Speiben, das ganze, da wĂ€r's mir noch lieber, wir spielen in der 1. Liga (mit den Spielern, die auch ohne Großkotz-GehĂ€lter gerne fĂŒr Rapid spielen) weiter, bevor wir dann, weil unser Geldgeber das so will, als FC SuperFundEssoMagnaMcDonalds-und-weiss-der-Hund-was-noch-fĂŒr-ein-Schass in Rosa/gelb gepunkteten Dressen in einem bescheuerten, von irgendeinem Großkonzern gesponsertem Oarsch-Stadion irgendwo ausserhalb Wiens spielen, wo Du von A bis Z mit irgendwelchen hirnverbrannten Werbeslogans der Vereins-ZuhĂ€lter zugesch..... wirst :kotz::kotz::kotz:

Aber anscheinend muss dieses ganze immer aufbeblÀhtere HÀusl-System erst völlig zusammenbrechen, bevor's wieder um den eigentlichen Sport gehen kann....

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To space and beyond

Es wĂ€re eine Katastrophe wenn wir uns umbennen mĂŒssten...

Es klingt blöd wenn man nach einen unserer Sponsoren heißt:

Sk Wien Energie Rapid Wien: Klingt scheiße

Sk Ottakringer Rapid Wien: Klingt dann nach einer Sturm Nacharmung nur mit Ottakringer statt Puntigamer...

Liste mit allen Sponsoren fortsetzbar klingt alles blöd...

Auch bei einen neuen Sponsor wĂŒrde es nicht gut klingen...

Sk Rapid Wien soll Sk Rapid Wien heißen, mĂŒssen eben ein paar Spieler auf extra PrĂ€mien verzichten!

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To space and beyond
Also mit "SK Rapid Wien Energie" wĂŒrde ich als Rapidler schon leben können. Klingt meiner Ansicht nach gar nich so beschissen.

Stimmt damit könnte ich leben...

Aber bitte nicht Sk Wien Energie Rapid oder so...

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Postinho

SK Rapid Wien Energie klingt tatsÀchlich nicht einmal so schlecht.

SK Rapid Wien soll natĂŒrlich SK Rapid Wien bleiben, aber: verstehe nicht wenn jemand tatsĂ€chlich lieber in der Red Zac- oder Ostliga spielen wĂŒrde, als ein lĂ€cherliches kleines Wort in den Vereinsnamen einzubauen.

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Beruf: ASB-Poster

Ich verstehe es- ich wĂŒrde auch lieber in der Red Zac den "SK Rapid Wien" supporten als in der Bundesliga den "SK Rapid Wien Energie"

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SK Rapid Wien soll natĂŒrlich SK Rapid Wien bleiben, aber: verstehe nicht wenn jemand tatsĂ€chlich lieber in der Red Zac- oder Ostliga spielen wĂŒrde, als ein lĂ€cherliches kleines Wort in den Vereinsnamen einzubauen.

Das depperte dabei ist vor allem, dass damit ja nicht Ende der Fahnenstange wÀre, sondern, wenn halt gerade wieder "ein attraktives Angebot da ist" dann als NÀchstes die Vereinsfarben, der Standort, beliebige Spieler und was weiss ich noch was, ausgetauscht bzw. "angepasst" wuerde.

LĂ€uft ja in der Politik und allgemein in der Öffentlichkeit genauso. Wenn aus (meist wirtschaftlichen) Notwendigkeiten den Leuten was schonend auf's Aug gedrĂŒckt werden soll, dann macht man's halt "zizerlweis"....

bearbeitet von neuron

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