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Dannyo

Das war die Saison 2004/05

24 Beiträge in diesem Thema

Rapid ist Meister. Ein herrliches Gefühl. Gestern wurde mit der Cupfinalniederlage gegen die Wiener Austria eine denkwürdige Saison beendet, die meines Erachtens (zumindest seit ich Fußballfan bin und ins Stadion gehe und das ist seit der Spielzeit 1992/93 der Fall) nur von der legendären Saison 1995/96, vorallem auch wegen der großen Europacuperfolge, zu toppen ist.

Viele unserer Spieler wurden zu Stars, von großen Teams umworben. Unsere Nachwuchskicker wurden stärker uns stärker und unser Team wurde für den wunderschönen Fußball, den es über die gesamte Saison mit nur wenigen Ausnahmen bot, mit dem 31.Meistertitel belohnt.

Dieser Beitrag soll einerseits eine genaue Statistikübersicht über die vergangene Saison geben, andererseits taktische, psychologische und technische Aspekte, die einzelne Spieler in die Mannschaft brachten, näher beleuchten. Zudem werde ich in diesem Beitrag die Spieler über die gesamte Saison nach gewissen Kriterien bewerten, so wie ich es nach jedem Spiel Rapids auch mache.

Fangen wir mit dem Kader an:

Bewertungstabelle: 1 Sehr schlecht - 5 Sehr Gut

Mit "Prognose für nächste Saison" ist der Entwicklungsstatus im Bezug auf die nächste Saison gemeint. In dieser Note schlägt sich lediglich nieder, was ich denke, wie gut der Spieler angesichts seiner eventuellen Fortschritte oder Rückschritte in der kommenden Saison spielen kann und wird. Diese Note wird nicht von 1 - 5 vergeben, sondern von -5 bis 5.

-5 bedeutet, dass er meiner Meinung nach große Rückschritte machen wird, +5, dass er große Fortschritte machen wird, 0, dass er stagnieren wird.

1 ... Ladislav Maier

Was soll man über Ladislav Maier noch sagen ? Unser 39jähriger Reservetorhüter hatte heuer einiges durchzumachen, starb tausend Tode als er nach dem Machotransfer nur noch Nummer 3 war. Es sprach eindeutig für ihn, dass er in dieser heiklen Situation Ruhe bewahrte - diese Ruhe konnte er aber meines Erachtens nach nur deshalb bewahren, weil er sich durch seine "Trainertätigkeit", die heuer auf der Rapidbank unverkennbar war, ablenkte. Wäre Ladi dauernd auf der Tribüne gesessen, er wäre zerbrochen. Jemand wie er lebt den Fussball, schon seit vielen, vielen Jahren und er hat die Probleme, die er in dieser Saison hatte wirklich clever geregelt, denn wenn er schon nicht zum Spielen kam, suchte er sich mannschaftsintern andere Jobs.

Ein Aspekt, den man bei Ladi auch nicht ausser Acht lassen darf ist, dass er für wichtige Spieler wie Marek Kincl und Tomas Dosek heuer als Dolmetscher fungierte und diesen dadurch ihr erstes Jahr in Wien sicher um einiges erleichtert haben. Das Tschechenduo in Rapids Angriff erzielte zusammen 17 Tore in Pflichtspielen und es wären wohl noch mehr geworden, wären nicht einige Linienrichter und der Verletzungsteufel dagegen gewesen. Dies ist auch ein Mitverdienst Ladis.

Spielerisch muss man zugeben, dass er nicht mehr der Alte war. Klar war er immer der Chef der Defensive, wenn er im Tor stand, mit 39 Lenzen wäre es ja schade, wenn dem nicht so gewesen wäre, aber es nicht zu leugnen, dass Ladi gut 5, 6 Kilo zugenommen hat, mittlerweile 95kg wiegt und daher nicht mehr "so schnell unten ist", wie früher.

Highlights der Saison waren eindeutig seine fantastische Partie in Graz gegen Sturm, als er uns den 1:0-Sieg rettete und natürlich seine mehr als emotionalen Verabschiedungen in Graz und auf dem Rathausplatz. Ladislav Maier wird in meine persönliche Hall Of Fame aufgenommen, ich erachte ihn als riesige Kultfigur und echten Rapidler !

Statistik: 7 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 1 gelbe Karte

Gesamtnote: 3

Einstellung: 5

Prognose für nächste Saison: Karriereende

2 ... Marcin Adamski

Marcin wurde doch recht oft belächelt, weil er ein sogenannter "Holzg'schnitzter" war und mit dem Ball nicht unbedingt du auf du war... aber auch er war heuer ein wichtiger Bestandteil unserer Meistermannschaft, der immerhin 16x, davon 11x von Beginn an zum Einsatz kam. Gerade seine kraftvollen Vorstöße, bei denen er mit riesigen Schritten in die gegnerische Hälfte rannte, imponierten mir teilweise. Dazu verfügte Marcin über einen ausgezeichneten Schuss, was er allerdings nur selten ausspielen konnte.

Insgesamt kann man Marcin zwar nicht als großen Garant für unseren heurigen Meistertitel bezeichnen, aber er ist zweifelsohne als Teil dieses Teams in Erinnerung zu behalten.

Er wollte gerne in Wien bleiben, kam im Mai auch zur Tellerübergabe, was ich als tolle Geste erachte. Irgendwie schade, dass er nach Frankreich ging, wo er als linker Verteidiger zunächst erste Wahl, mittlerweile aber auch nur noch Mitläufer ist, aber angesichts der Topform unserer anderen Verteidiger werden wir ihn auf Dauer sicher nicht vermissen...

Statistik: 16 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 0 gelbe Karten

Gesamtnote: 3

Einstellung: 4

Prognose für die nächste Saison: -2 (der Wechsel nach Angers war meines Erachtens schlecht für seine Zukunft).

2 ... Jiri Lenko

Oft wurde Jiri Lenko gefordert, oft wurde er als riesiges Talent bezeichnet, das mit allen Wassern gewaschen ist. Bei den Amateuren ließ der linke Verteidiger seine Stärken auch schon des Öfteren aufblitzen, aber in die "Erste" schaffte er es aufgrund so gut wie nicht aufzubremsender Konkurrenz nie. Dabei schien alles gut zu gehen: Jiri spielte eine ausgezeichnete Wintervorbereitung, brillierte teilweise in Testspielen. Sein dynamisches Spiel, seine frechen Soli und auch seine genialen Freistösse (remember Landhaus) machten ihn zu einem heissen Kandidaten für die Kampfmannschaft, aber Markus Katzer spielte auf Lenkos Position in der Form seines Lebens und eine Etage offensiver war Andreas Ivanschitz sowieso unantastbar.

Um so schöner, dass es Jiri schaffte in den letzten Saisonspielen ein wenig Erstligaluft zu schnuppern. Gegen den GAK gelang ihm in der letzten Runde ein genialer Assist zum 1:3-Anschlusstreffer von Martinez, gegen die Austria war er im Cupfinale noch einer der Stärksten in Grün-Weiß.

In keiner Phase seines Spiels machte er sich in die Hosen, auch wenn er jung und unroutiniert war, setzte er gute und vorallem sehr präzise Dribblings an. Wie ungestüm er allerdings noch in seinem jugendlichen Leichtsinn ist, sah man bei seiner gelben Karte im Cupfinale. Jiri muss in der nächsten Saison vorallem darauf achten, dass er nicht nachzudenken beginnt, wenn es mal nicht rosig läuft und sich auf seine defensiven Defizite konzentrieren. Dann wird er wieder seine Chance bekommen. Das Potential ist auf alle Fälle da !

Statistik: 3 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 1 gelbe Karte

Bewertung: 0 (zu kurz eingesetzt, weniger als 5 Spiele)

Einstellung: 5

Prognose für die nächste Saison: +3

3 ... Ferdinand Feldhofer

Irgendwie witzig wie schnell sich Ferdl damit anfreundete nach Hidens Verletzung mehr Verantwortung in der Viererkette übernehmen zu müssen. Früher war Ferdl irgendwie der Verteidiger im Schatten des organisierenden Martin Hiden, eigentlich sogar eher der, den man vor einem schweren Spiel auf der Tribüne als Gefahrenherd bezeichnete. Unvergessen sein Ausrutscher in Pasching, der Edi Glieder den Weg zum 1:0 für die Paschinger nach nur 3 Minuten ebnete. Unvergessen aber auch sein vermeintliches K.O., bei dem er eine wahre Granate mitten ins Gesicht bekam und danach wie von der Tarantel gestochen wieder aufsprang und sich mit einer markanten Geste selbst wieder motivierte. Plötzlich war der Ferdl, für mich immer ein typischer Manndecker und Abmontierer, eine Art Abwehrchef. Klar blieb er immer der, der eher auf den gegnerischen Stürmer angesetzt wurde, was man von Valachovic ja nicht behaupten kann, aber dennoch übernahm er wesentlich mehr organisatorische Aufgaben, wagte zum Beispiel zu Hause gegen Sturm einen später erfolgreichen Vorstoß und schaltete sich gerade bei Standardsituationen immer wieder in die Offensive ein.

Sein spätes Tor in der Südstadt war nicht nur das Ende einer leidigen Serie, sondern auch der Startschuss für die Meisterfeier. Ich habe selten gesehen, dass ein Tor so euphorisch gefeiert wurde, wie Ferdls "Hand Of God" vor 10,000 Grünen in einem "Auswärtsspiel". Taktisch spielte Ferdl ein nahezu perfektes Frühjahr, patzte lediglich im Herbst ein wenig.

Schade, aber auch unverständlich wieso er jetzt zum FC Wacker Innsbruck wechselt. Die "neue Herausforderung", wie er es nennt, kann's ja wohl nicht gewesen sein, denn die Herausforderung mit einem frischen Aufsteiger ins schwere zweite Jahr zu gehen und womöglich gegen den Klassenerhalt zu spielen, ist sicher nicht ganz so attraktiv wie mit Rapid gen Champions-League zu blinzeln. Ein kleiner aber entscheidender Funken Stolz, gepaart mit Sturheit werden Ferdl die nächste Jahre erschweren.

Statistik: 37 Pflichtspieleinsätze, 4 Tore, 9 gelbe Karten

Bewertung: 4

Einstellung: 4

Prognose für die nächste Saison: -1

4 ... Martin Hiden

Als wir (die OMS) im Rahmen eines Fanklubtreffens im Herbst mit Steffen Hofmann sprachen, sagte dieser, dass Martin Hiden wohl das wichtigste Glied, der Spieler, der den anderen Spielern am meisten Sicherheit gibt, ist. Da kann ich dem Steffen nur zustimmen, denn alleine die Körpersprache des Berzerks aus Stainz ist klar und deutlich. Er ist wohl neben Tomas Dosek derjenige Spieler, der am längsten durchspielen könnte, ohne dabei aufs Ergebnis zu schauen und trotzdem noch immer 100% geben würde.

Seit dem 19.3. machte Martin kein Spiel mehr. Damals gewannen wir durch ein geniales Lawaree-Tor gegen den GAK mit 1:0. Danach verletzte er sich beim Nationalteam schwer am Knie. Erst im September, oder gar erst im Oktober, wird man wieder mit Hiden rechnen dürfen und ich bin davon überzeugt, dass er wieder genauso stark einsteigen wird, wie er aufgehört hat. Er ist verletzungserprobt, ein Spieler der in heiklen Zweikämpfen nicht zurückzieht, weil er seine Bänder und Sehnen im Hinterkopf hat (was nicht wörtlich gemeint ist ;) ). Hiden will sich zurückkämpfen und Hiden muss sich zurückkämpfen, weil die Konkurrenz (die durch Bejbl noch einmal ordentlich vergrößert wurde) nicht schläft.

Ich denke, dass es gut möglich ist, dass wir den Martin Hiden in der kommenden Saison das eine oder andere Mal auf einer ungewöhnlichen Position spielen sehen werden. Beim FK Austria spielte er des öfteren als rechter Verteidiger, in seiner ersten Zeit bei Rapid und später auch bei Leeds kam er als defensiver Mittelfeldspieler zum Einsatz. Einen Martin Hiden auf der Bank zu lassen, weil ein Überangebot an ähnlichen Spielern besteht wäre ein Frevel sondergleichen, also wird Hicke wohl das machen, was er mit allen Spielern macht, bei denen dieses Problem besteht (Korsos z.B.): Er wird die Routine und Flexibilität des Spielers ausnutzen um ihn (oder doch Valachovic ?) auf einer anderen Position neu zu forcieren. Man darf gespannt sein...

Statistik: 23 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 5 gelbe Karten, 1 gelb-rote Karte.

Bewertung: 4

Einstellung: 5

Prognose für nächste Saison: 0

6 ... György Korsos

Die Verpflichtung von György Korsos spaltete die Gemüter. Die Sturmfans trauerten ihm aufgrund ihres Hasenstalls ohne Oberrammler ( :D ) lange Zeit nach, die Rapidfans wussten nur so halbert, was sie mit Korsos anfangen sollten. Würde er ein Mitläufer werden wie einst Jermanis oder lange Zeit Freund, oder kristallisiert sich doch ein stiller Star heraus ? Es sollte zweiteres gelten, denn Korsos glänzte vorallem durch seine Flexibilität.

Ob im defensiven Mittelfeld als rackerndes Pendant zu Hlinka, oder als solider rechter Verteidiger in der Viererkette - Korsos glänzte. Im Herbst spielte der Ungar meines Erachtens keine einzige schlechte Partie. Erst im Frühjahr fiel der 28jährige in ein kleines Formtief.

Seine größten Stärken sind eindeutig sein Stellungsspiel und seine absolute Fehlerlosigkeit im von Rapid nahezu orgasmusaufreibenden Kurzpassspiel. Überrascht war ich als Korsos auch den Part als organisierender Defensivmann im Mittelfeld gegen seinen Ex-Klub Sturm Graz (beim 2:0 zu Hause) perfekt runterspielte, als Hlinka in die Innenverteidigung zurück ging.

In der neuen Saison werden wir Korsos noch ein wenig präsenter erleben. Dies hat vorallem zwei Gründe: Stefan Kulovits und Markus Hiden. Die beiden Spieler, die auf potentiellen Korsos-Positionen aufstrebten, werden länger ausfallen bzw. die Vorbereitung nicht von Anfang mitmachen. Wie wichtig es ist Vorbereitungen zur Gänze mitzumachen, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht erklären. Man darf gespannt sein auf welcher der beiden Positionen Korsos zum Einsatz kommen wird. Dies wiederum hängt von der Offensivfreude des Josef Hickersberger ab, denn spielt man weiterhin mit dem Kreativtrio rund um Steffen Hofmann, wird Peter Hlinka die einzige Absicherung nach hinten sein, kommt Korsos in der Viererkette zum Zug. Spielen nur 2 von 3 Kreativlingen, könnte ich mir ohne weiteres wieder ein kongeniales Mittelfeldduo Hlinka - Korsos hinter "den Spielmachern" vorstellen.

Statistik: 35 Pflichtspieleinsätze, 2 Tore, 4 gelbe Karten, 1 gelb-rote Karte

Bewertung: 4

Einstellung: 5

Prognose für die neue Saison: +1

7 ... Peter Hlinka

Peter Hlinka hatte von allen Spielern der Bundesliga heuer die schwerste Aufgabe. Er musste eine halbe Saison lang den ausschließlich offensiv ausgerichteten "Stars" Steffen Hofmann, Andi Ivanschitz und Sebastian Martinez den Rücken decken. Ich habe zwar keinerlei Statistik diesbezüglich, ich weiß nicht, ob überhaupt jemand diese Kleinigkeit mitgeschrieben hat, aber ich traue mich wetten, dass Peter Hlinka derjenige Spieler ist, der heuer die meisten Ballkontakte aller in Österreich spielenden Fußballer verzeichnen kann.

Für mich ist Peter Hlinka der Spieler der Saison, weil er einfach alles kann. Er ist technisch stark, eine Bank in Kopfball- und Zweikampfspiel, er verfügt über gewaltiges Stellungsspiel, ist in jeder Hinsicht ein Musterprofi und kann auf drei verschiedenen Positionen spielen (DM, IV und RM). Einziges Manko ist, dass er sehr ungestüm in Zweikämpfe geht, wenn er vorher provoziert wurde und sich so bereits einige unnötige gelbe Karten abgeholt hat. Dies ist ihm gegenüber zum Beispiel ein kleiner Vorteil für Austrias Jocelyn Blanchard, dem dies nicht passiert, der jedoch technisch schwächer als Hlinka ist.

Normalerweise müsste ein Spieler wie er bereits in der deutschen Bundesliga oder sonstwo spielen. Ich bin davon überzeugt, dass wir ebenso wie wir momentan um Hofmann oder Ivanschitz zittern auch schon bald um Hlinka zittern müssen, denn auch das slowakische Nationalteam wird einiges dazu beitragen, dass Hlinka schon bald in Managerkreisen einschlägig bekannt sein wird. Trotz allem wird er in der nächsten Saison noch eine Klasse stärker spielen, weil ein Aspekt für einen organisierenden defensiven Mittelfeldspieler noch stärker wird - die Innenverteidigung. Je stärker seine eigenen Hinterleute, desto stärker Hlinka, desto stärker dessen Vorderleute Hofmann und Co. - wir können uns auf eine weitere Hlinka-Supersaison gefasst machen, hoffentlich verletzt er sich nicht.

Statistik: 41 Pflichtspieleinsätze, 2 Tore, 10 gelbe Karten

Bewertung: 5

Einstellung: 5

Prognose für die nächste Saison: +3

8 ... Andreas Ivanschitz

Nachdem Andi im Winter eine ausgezeichnete Vorbereitung spielte und sich so scheinbar endlich aus seinem teilweise katastrophalen Formtief aus dem Herbst schiessen konnte, war ich doch etwas enttäuscht, wie feige und doch fast überheblich Andi zu Beginn des Frühjahrs spielte. Ich muss gestehen weiterhin ein Verfechter der Theorie zu sein, dass Ivanschitz am linken Flügel falsch aufgehoben ist, eher in der Mitte spielen sollte. Nur je länger ich darüber nachdenke, finde ich, dass eine derartige Neudefinition seines Spiels, das Lernen neuer Positionen und trotzdem nicht an Leistung einzubüßen, Teil der Karriere eines jungen und so hochgelobten Spielers sein muss. Das System scheint Früchte zu tragen, denn im Frühjahr spielte Ivanschitz regelmäßig gute Partien und zeigte auch dem Publikum so manches Schmankerl.

Die defensiven Defizite, die er nun mal hat und mit denen er nie ein Schlüsselspieler in einer größeren Liga werden wird, kann er auf dem Flügel besser bearbeiten als in der Zentrale, wo er unmittelbar nach sich Peter Hlinka stehen hat und ohnehin sagen kann "Der Peter wird's schon richten". Es tat ihm gut, dass Hicke nicht nervös wurde, auch wenn er sich nach seinen Auswechslungen im Frühjahr immer wieder ärgerte. Die Tatsache, dass er im Cup in Mattersburg wohl seine beste Saisonleistung ablieferte, lässt sich einfacherweise damit erklären, dass er im zentralen Mittelfeld spielte. Aber RAPID spielte immer dann gut, wenn Ivanschitz links, neben Martinez und neben Hofmann spielte. Im Endeffekt geht es eben doch um's Team und, dass Hicke Andi nicht mehr in der Mitte spielen ließ (außer in der Wurschtigkeitspartie in Salzburg), spricht mannschaftstaktisch meiner Meinung nach für ihn, aber auch für Ivanschitz selbst, der sich als alleiniger Geiger im zentralen Mittelfeld sicher noch wohler fühlte als außen, wo man schnell mal vergessen werden kann.

Was sich Ivanschitz übrigens dringend abgewöhnen muss ist das ewige Keppeln mit dem Schiedsrichter, denn im Endeffekt hilft es nichts. Wenn er weiterhin geduldig bleibt wird er nächstes Jahr eine ähnliche Saison spielen, wie er sie heuer im Frühjahr schon anklingen ließ.

Statistik: 37 Pflichtspieleinsätze, 6 Tore, 4 gelbe Karten

Bewertung: 4

Einstellung: 4

Prognose für die nächste Saison: +2

9 ... Axel Lawaree

Axel Lawaree erachte ich als größten Vollprofi unseres Teams, denn viele Spieler wären an dem Druck, den ihm die Medien machten zerbrochen. Dass er nicht traf war rein psychologischer Natur. In sämtlichen Testspielen war er auf Dauer immer ein Topscorer. Aber er biss sich durch und wurde ebenso wie Rapid reich belohnt - und zwar mit einem Frühjahr, wie man es nicht alle Tage erlebt.

Axel war der Wühler, wie man ihn aus Bregenzzeiten kannte. Er brauchte keine Chance um ein Tor zu machen und war in der zweiten Saisonhälfte schlicht und einfach wie ausgewechselt. Was mir am Besten gefiel, eine Sache, die Axel bereits in seinen allerersten Spielen für Rapid zwar ineffizient aber doch aufblitzen ließ, ist Axels unglaubliches Geschick beim Hinterlaufen der gegnerischen Abwehr. Schießt Helge Payer aus und Axel Lawaree ist alleine auf weiter Flur gegen drei gegnerische Verteidiger, kann man trotzdem davon ausgehen, dass dem Gegner Böses droht. Es sollte leider eine ähnliche Aktion, die ihn zum tragischen Helden der Saison machte. Ungeniert wie immer wurde er in einem Zweikampf von Austria-Torhüter Joseph Didulica niedergetreten, woraufhin dieser für acht Spiele gesperrt wurde. Axel jedoch spielte bereits eine Woche danach wieder im Cupfinale.

Auf der Meisterfeier des SK Rapid fiel der Belgier vorallem durch seine "Maske" aufgrund eines Nasenbeinbruchs, aber auch durch einen Camcorder auf, den er immer bei sich trug. Er bezeichnete die Meisterfeier als etwas, was er nie vergessen wird, die Rapid-Fans als beste Fans der Welt (er spielte u.a. in Sevilla und meinte, dass auch dies fanmäßig kein Maßstab für Rapid ist), wird sich die Kassette, die er am Rathausplatz aufnahm sicher noch einige Male ansehen. In meine Bewertung fließt zwar die gesamte Saison ein, aber angesichts des ausserirdischen Frühjahrs des Axel Lawaree kann man wohl trotz einer schlimmer Flaute im Herbst die Höchstnote 5 vergeben.

Statistik: 36 Pflichtspieleinsätze, 15 Tore, 1 gelbe Karte

Bewertung: 5

Einstellung: 5

Prognose für die nächste Saison: +1

10 ... Tomas Dosek

Mein cesky medved cislo jedna ! Tomas Dosek ist für mich absoluter Kult. Watschelt über den Platz wie eine Ente, verzieht nur selten sein Pokerface und weiß offenbar nicht, dass es im Fußball auch um Tore geht. Denn völlig egal wie es steht: Irgendwo am Platz läuft eine Glatze mit Stiergenick wie ein aufgescheuchtes Hendl herum und jagt dem Ball nach.

Tomas Dosek ist für mich das Musterbeispiel für Einsatz und gute Einstellung. Er war es, der die Mannschaft durch seine Dynamik nach dem 0:1-Pausenrückstand in Innsbruck wieder antrieb und zu einem 2:1-Auswärtssieg führte. Er hatte auch mit schwierigen Situationen zu kämpfen, spielte zum Beispiel nie als rechter Mittelfeldspieler, war zeitweise immer angeschlagen und musste sich unter Schmerzen durch diverse Spiele beissen. Dazu kam seine Scheidung, die sicher auch an seinem Nervenkostüm nagte, aber dennoch war Tomas immer für den Verein und das Team da.

Ich wäre sehr traurig darüber, wenn Dosek den Verein aufgrund seines Verletzungspechs verlassen würde, denn er ist ein Spieler, der ebenso wie Kincl fit für 10 - 15 Tore und einige Assists gut sein kann.

Statistik: 35 Pflichtspieleinsätze, 8 Tore, 0 gelbe Karten

Bewertung: 4

Einstellung: 5

Prognose für die nächste Saison: +2 (wenn unverletzt)

11 ... Steffen Hofmann

Der genialste Fussballer seit Dejan Savicevic, der den Rapid-Dress überstreifen darf. Steffen ist ein Original, ein charismatischer Mensch, ein bescheidener und sympathischer Ehrlicher und doch ein Star. Er spielt Fußball zum mit der Zunge schnalzen, ist ein würdiger Kapitän und sollte, wenn alles normal verlaufen wäre, eigentlich schon längst im Ausland kicken und im deutschen Nationalteam spielen.

Seine Heirat und seine Tochter verkomplizierten die Dinge für ihn und er befindet sich in einer Zwickmühle. Sein Schwiegervater ist ein glühender Grüner, die gesamte Familie seit Jahrzehnten im VIP-Klub des Hanappi-Stadions anzutreffen. Durch derartige Dinge ist Steffen nun einfach noch etwas mehr an Wien geknüpft.

Steffen war bereits 2003/04 sehr stark, aber gewisse Dinge hat er noch weiter verbessert. Er ist defensiv eindeutig stärker geworden, tackelt gezielt. Dazu schießt er mittlerweile noch gefährlichere Freistösse und kann auch neben ähnlichen Spielern wie Martinez oder Ivanschitz brillieren. Hofmann ist zusammen mit Hlinka unser perfektester Fussballer und wäre meiner Meinung nach sicher wieder ein Garant für die Titelverteidigung in der Saison 2005/06, an die ich mit Steffen Hofmann an Bord auf jeden Fall glaube.

Statistik: 39 Pflichtspieleinsätze, 12 Tore, 3 gelbe Karten

Bewertung: 5

Einstellung: 5

Porgnose für die nächste Saison: +3

12 ... Gyuri Garics

Für mich sorgte Garics für die Aktion der Saison, als er im ersten Heimderby der Saison einen schwer erreichbaren Hofmannpass im Fallen mit der Ferse weiterspielte, sodass er später bei Tomas Dosek ankam. Herrliche, wenn auch sehr glückliche Aktion :D

Ansonsten war Gyuris Saison eher durchwachsen. Anfangs ok, dann sogar ein Abfall gegen Ende des Herbsts. Sein Formtief im Frühjahr war bereits vorauszusehen, wenn man das eine oder andere Testspiel oder Training im Winter als Maßstab nimmt. Gyuri litt im Winter an einer Darmgrippe, war demnach nie mit dem ganzen Kopf in der Vorbereitung und war, wenn es darauf ankam, auch immer den berühmten Schritt zu spät. Markus Hiden, sein "Gegner" auf der Position als rechter Verteidiger, juckten dagegen bereits die Füße, da er nach der langen Verletzungspause endlich wieder kicken wollte. Und so entschied das "Feuer" schließlich für Hiden.

Gegen Ende der Saison dann endlich die Erkenntnis. Nur selten konnte man Garics im Mittelfeld beobachten - das rechte Mittelfeld ist meiner Meinung nach die perfekte Position für Garics. Und prompt lieferte er dorthin eingewechselt im Cup-Halbfinale gegen den GAK eine Traumpartie, machte wieder auf sich aufmerksam und wurde in der 34.Runde auch mit seinem ersten Meisterschaftstor in richtige Tor (zu Hause gegen Wacker Innsbruck traf er ja ins Falsche) belohnt.

Gyuri Garics hat Potential, aber er muss lernen es möglichst schnell abzurufen, denn auch seine Uhr tickt. Nächstes Jahr hat er eine große Chance, denn Hiden wird nicht die Vorbereitung anfangs nicht mitmachen, wodurch der Platz als rechter Verteidiger zwischen Korsos und ihm entschieden wird. Oberste Priorität hat, dass Garics seine defensiven Defizite ausmerzt, denn offensiv kann man sich über das Spiel des jungen Neoösterreichers nicht beschweren. Vorallem seine Flanken sind allererste Sahne. Und auch an der Einstellung des U21-Teamkapitäns kann es ja wohl nicht scheitern...

Statistik: 20 Pflichtspieleinsätze, 1 Tor, 0 gelbe Karten.

Bewertung: 2

Einstellung: 4

Prognose für die nächste Saison: +2

13 ... Markus Katzer

Markus Katzer ist zusammen mit Carlos Chaile der torgefährlichste Abwehrspieler der Bundesliga und spielte so ganz nebenbei 2004/05 die Saison seines Lebens. Defensiv war Mecky eine Bank, spielte sensationellen, trockenen Defensivfußball, ohne seine Gegenspieler zu foulen oder den Ball zu verlieren. In der Offensive verlagerte er das Spiel der äusseren Verteidiger immer gute 5 - 10 Meter vor das Spiel der Innenverteidiger, praktizierte ein fehlerfreies Kurzpassspiel mit seinen Vorderleuten. Mehrmals pro Spiel brach er auf seiner linken Seite durch und glänzte auch bei Flanken und sonstigen Hereingaben.

Bei den heuer so erfolgreichen Standardsituationen spielte Katzer auch eine tragende Rolle, denn er war es, der bei Eckbällen am kurzen Eck der Flanke entgegen lief um sie danach mit dem Hinterkopf noch einmal zu verlängern. Zahlreiche Tore fielen auf diese Art und Weise und wenn die Standards mal ander ausgeführt wurden, war Katzer gleich selbst per Kopf da. Bereits in seinem ersten Spiel für Rapid (5:1 in Bregenz) traf er per Kopf und weitere vier Kopfballtore sollten folgen. Leider ging Katzers erstes Spiel für Rapid gegen den gleichen Gegner wie sein bisher letztes: Im Nationalteam eine Bank, in Rapids Viererkette eine Macht, man glaubte, dass der Höhenflug des Markus Katzer kein Ende nehmen kann, doch ausgerechnet wieder gegen Bregenz wurde die Euphorie Katzers gestoppt - und zwar durch einen schmerzhaften Zusammenstoß mit Gudbrand Ensrud und der erschütternden Diagnose danach: Kreuzbandriss und Seitenbandriss - bis zu 8 Monate Pause.

Mecky wird sicher wiederkommen, dann vielleicht sogar noch abgehärteter, aber in der kommenden Saison wohl leider nie so wirklich :(

Statistik: 37 Pflichtspieleinsätze, 5 Tore, 3 gelbe Karten

Bewertung: 5

Einstellung: 5

Prognose für die nächste Saison: -4

14 ... Thomas Burgstaller

Thomas Burgstaller aka Thomas Kultstaller aka Burgi ist irgendwie ein verrückter Kicker. Zunächst glaubte man fest daran, dass er ein typischer Fehlversuch war, der es auf Dauer maximal in die RedZac-Liga schaffen würde. Haarsträubende Fehler wie seine doppelte Bazina-Einladung zusammen mit Pashazadeh gegen Ende der letzten Saison ergaben Fan-Aussagen, wie "den führ ich euch höchstpersönlich wieder zurück nach Linz". Aber siehe da: Im Herbst 2004 zeigte Burgi schließlich mit soliden Leistungen, was wirklich in ihm steckt. Trotz der Figur eines Bart van den Eede und der Technik von Arnold Wetl in Savicevic-Zeiten, spielte Burgstaller eine solide Partie nach der anderen hinunter, zeigte vorallem bei seinen zumeist ausgezeichneten Wechselpässen, was wirklich in ihm steckt oder zumindest stecken kann.

Schade, dass er durch den Kreuzbandriss zurückgeworfen wurde. Burgis Kreuzbandriss war mit Abstand der Merkwürdigste der heuer 5 erlittenen Rapid-Kreuzbandrisse. Er spielte trotz dieser schweren Verletzung die erste Halbzeit zu Hause gegen Sturm durch, übergab dann erst seine Position an Peter Hlinka und blieb in der Kabine (bzw. fuhr sofort ins Spital). Sieben Monate vergingen bis Burgstaller wieder in der Kampfmannschaft zum Zug kam, vorher half er hie und da bei den Rapid Amateuren in der Wienerliga aus.

Für Burgi beginnt jetzt die Zeit der Wahrheit, denn seine Konkurrenz wird nächstes Jahr nicht ohne sein. Dennoch wird es, sofern der 192cm-Hüne verletzungsfrei bleibt, ein Leichtes sich im Vergleich zur nächsten Saison zu steigern, denn als Ergänzungsspieler ist Burgi allemal wichtig.

Statistik: 12 Pflichtspieleinsätze, 1 Tor, 2 gelbe Karten

Bewertung: 3

Einstellung: 4

Prognose für die nächste Saison: +1

15 ... Stefan Kulovits

Immer wieder der alte Vergleich: Ein Kiesenebner war in Kulovits' Alter noch lange nicht so weit, wie Kulovits jetzt.

Ich unterschreibe diesen Vergleich voll und ganz und muss auch gleich mal das größte Manko des Stefan Kulovits anschneiden: Seine Routine. Und das ist eben etwas, das man nicht lernen, sondern sich nur angewöhnen kann. Man merkt den Mangel an Routine in so vielen Situationen: Zögerliche Pässe, um nicht zu sagen Alibipässe; 20 Meter vor dem gegnerischen Tor traut er sich so gut wie nie zu schiessen (ich glaube nur zweimal in der vergangenen Saison); manchmal schlechtes Timing in Zweikämpfen, dazu viel zu schnell in den Zweikampf gehend. Aber dennoch erkennt man Potential, denn die Kampfgelse hat in der vergangenen Saison im Gegensatz zu 2003/04 wieder gewaltige Fortschritte gemacht, es sogar bis ins Nationalteam geschafft.

Der Zusammenstoß mit Daniel Schreiner in der letzten Runde, auswärts beim GAK, machte nun aber wieder alles zunichte, denn Stefan Kulovuts, der erst wieder im Jänner spielen wird (wird also wohl in die Wintervorbereitung voll einsteigen), muss wieder von vorne beginnen. Die Konkurrenz für den jungen Mann wird größer und er muss nun beweisen, dass er reif genug ist um mit dieser schwersten Situation seiner bisherigen Karriere umgehen zu können.

Statistik: 32 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 3 gelbe Karten

Bewertung: 3

Einstellung: 5

Prognose für die nächste Saison: -3

16 ... Sebastian Martinez

Basti ist das Musterbeispiel für einen verschmähten Spieler mit "Wechselt's den aus"-Ruf-Garantie aus dem Publikum. Nachdem Martinez zu Rapid wechselte war klar, dass er mit dem Klassensprung fertig werden muss, weil Rapid dauerhaft auf ihn baute. Schnell war auch klar welche Probleme in Martinez' Spiel die Oberhand hatten: Zwar war der kleine Uru technisch sehr beschlagen, aber vorallem das Zweikampfspiel, die Kompliziertheit seines Spiels und auch die Schnelligkeit waren seine großen Nachteile gegenüber routinierteren Bundesligaspielern und es war für viele Leute ein Leichtes den etwas schmächtigen Martinez "aus de Bock z'haun".

Aber die Zeiten haben sich geändert. Martinez blieb über weite Strecken verletzungsfrei, machte vier Vorbereitungen mit Rapid mit, wobei er in einer sogar Topscorer war und gewöhnte sich das etwas resche Leben in der österreichischen Bundesliga. Fast schon krätzenhaft eroberte er viele Bälle und Freistösse, auf dem Platz gibt es für ihn keine Freunde. Und was mit ganz besonders imponierte war, dass Martinez genau die markanten Mankos, die er leider vorzuweisen hatte, systematisch abarbeitete. Im Herbst kam es einem fast vor, dass er nur am Platz ist um Zweikämpfe zu suchen, damit er sein Verhalten in der "Krisensituation" verbessern kann. Danach kam es einem vor, dass er nicht mehr die obligatorischen Martinez-Haken schlug, sondern versuchte seinen Gegenspieler zu überrennen um an seiner Schnellkraft zu arbeiten. Und die Früchte all dieser intelligenten Arbeit sah man im Frühjahr, denn da spielte Martinez zeitweise überirdisch. Unfassbar seine Treffer gegen Pasching und den GAK, bei denen nicht ein Blatt Papier zwischen Ball und Querlatte passte.

Basti spielt jedoch noch lange nicht am Zenit, kann diese Leistungen sicher noch verbessern, indem er noch mehr Verantwortung übernimmt. Aber insgesamt gesehen ist er für mich DER Aufsteiger der Saison und wird nächstes Jahr hauptsächlich daran arbeiten, dass er Kontinuität hinter seine Spiele packen wird, sodass er eine gesamte Saison lang so genial spielen kann, wie im heurigen Frühjahr.

Statistik: 42 Pflichtspieleinsätze, 9 Tore, 5 gelbe Karten

Bewertung: 4

Einstellung: 5

Prognose für die nächste Saison: +3

17 ... Eldar Topic

Als ich Topic in der Sommervorbereitung bei zwei Trainings und einem Testspiel sah, dachte ich eigentlich, dass er einiges drauf haben könnte. Vorallem seine Dynamik und seine gewaltige Schusskraft haben mich doch ein wenig beeindruckt und es wirkte so, als ob er von seiner Zeit in Krems wirklich profitieren konnte. Aber irgendwas dürfte nicht gestimmt haben. Ok, merklich kam er mit dem hohen Tempo der Bundesliga nur schwer zurecht, aber ich denke, dass es bei ihm auch eine Einstellungssache war, da er sich auch später bei seinem Leihengagement in Lustenau nicht durchsetzen konnte, obwohl er mit Andi Heraf einen jugendverrückten Mentor über sich hatte.

Statistik: 4 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 0 gelbe Karten

Bewertung: 0

Einstellung: ???

Prognose für die nächste Saison: 0

17 ... Veli Kavlak

Als Veli Kavlak im Winter bei einem Testspiel gegen den Wiener Sportklub einfach nur von seinen Gegenspielern umgehaut wurde, vergaß man schnell seine geigerischen Auftritte in der Stadthalle. Er war einfach noch nicht so weit, als 16jähriger fehlten ihm sämtliche Umgangsformen, die in Kampfmannschaften nun mal Gang und Gebe sind.

Und auch bei seinen weiteren Einsätzen zeigte er typische Anfängerfehler. Er legte sich die Bälle zu weit vor, einfache Pässe sprangen ihm einige Meter vom Fuß - aber immer wenn man beim technisch hochbegabten Kavlak derartige Mängel erkennt, muss man sich eingestehen, dass der Junge im November 2005 seinen 17.Geburtstag feiern wird und die Rapid Amateure sozusagen übersprungen hat. Der Aufstieg des Veli Kavlak erinnert an den eines Andreas Ivanschitz - die Grundanlagen sind eindeutig da, was Kavlak jetzt braucht sind Spiele, auch wenn es nur Kurzeinsätze sind.

Ich bin davon überzeugt, dass auch Hicke das Potential Kavlaks erkannte, sonst hätte er ihn wohl nicht in die Kampfmannschaft hochgezogen. Und gerade weil Veli jetzt wieder eine Vorbereitung mit der "Ersten" vor sich hat und nächstes Jahr sicher zu mehr als zwei Einsätzen kommen wird, denke ich, dass wir in spätestens 2 - 3 Jahren Vali Kavlak im St.Hanappi so zujubeln werden, wie wir es momentan mit Ivanschitz und Co. tun.

Statistik: 2 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 1 gelbe Karte

Bewertung: 0

Einstellung: ???

Prognose für die nächste Saison: +5

18 ... Markus Hiden

An Markus Hiden sah man heuer was purer Wille ausmachen kann. Fit war Hiden noch keineswegs als er wieder in die Vorbereitung einstieg und seine Comebackpartie beim 1:0 gegen den GAK nagte vorallem an Feldhofers Nerven. Ferdl spielte den rechten Part der Innenverteidigung, hatte direkt neben sich Markus Hiden, der einen haarsträubenden Stellungsfehler nach dem anderen praktizierte, zeitweise nach Ballverlusten im Mittelfeld umhertrabte und die anderen ihrem Schicksal überließ.

Aber die Spritzigkeit sollte bald wieder kommen und auch wenn in der Frühjahrssaison die eine oder andere typische Hiden-Aktion, also blinde Bälle nach vorne und völlig missglückte Haken, dabei waren, spielte er eine absolut robuste und auch eigentlich konstant gute Saison mit dem Höhepunkt Cuphalbfinale, als er meiner Meinung nach die zweitbeste Partie seiner Karriere machte. Die beste Partie seiner Karriere machte er bekanntlich 2001 im Nationalteam, als er in Israel Eyal Berkovich abmontierte, bis dieser einen hochroten Kopf bekam und aus allen Körperöffnungen vor Wut rauchte.

Seine Meniskusverletzung wird Hiden deshalb wieder zurückwerfen, weil er in der kommenden Saison wegen der großen Flexibilität anderer Kaderspieler mit einem harten Konkurrenzkampf rechnen muss. Dass er gerade in dieser Situation die Vorbereitung nicht von Anfang an mitmachen kann, ist für ihn bestimmt doppelt und dreifach bitter. Allerdings hat sich Markus bereits ohne irgendwelche Mäkel oder Anstalten von einem Kreuzbandriss zurückgekämpft, also wird er auch die aktuelle Verletzung meistern.

Statistik: 16 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 1 gelbe Karte

Bewertung: 4

Einstellung: 4

Prognose für die nächste Saison: 0

19 ... Florian Sturm

Auch Flo ist ein merkwürdiges Phänomen. Er hat heuer keine einzige wirklich schlechte Partie gespielt und war dennoch nur sehr selten erste Wahl. Entweder er spielt durchschnittlich, oder er spielt genial. Genial spielt er immer dann, wenn ihm das eine oder andere Spompernadl gelingt, wenn er irgendwen mit der Ferse ausspielt und somit alt aussehen lässt... er braucht einfach immer wieder den coolen Effekt in seinem Spiel. Hat er mal eine Knochenpartie zu spielen, bei der viel geholzt wird, spielt er diese zwar auch fehlerfrei runter, aber bleibt was die Eigeninitiative angeht unspektakulär und sorgt kaum für Akzente. Das ist auch der Grund warum er sich auch heuer nicht gegen Markus Katzer oder Andi Ivanschitz durchsetzen konnte, die einfach konstantere Leistungen bringen als Flo.

Seine große Stärke ist und bleibt aber zweifelsfrei seine Schnelligkeit, denn es ist wirklich unglaublich wie der Flo manchmal auf der linken Seite angaste. Der typische Schmäh des Tirolers: Den Ball rechts am Gegenspieler vorbeirollen, links selbst vorbeigehen und sofort in den Strafraum ziehen.

Die genialste Aktion des Florian Sturm in seiner leider letzten Saison beim SK Rapid: In der 2.Runde der Saison hängte sich Alfred "Ich spiele Fußball wie Eishockey, nur körperbetonter" Hörtnagl mit allen Gliedmaßen, die er hatte an Florian Sturm an, doch der lief einfach weiter, während Hörtnagl sich nicht mehr anhalten konnte und hinter dem weiterstürmenden Flo zu Boden ging. Nur zwei Minuten später packte Flo Marcel Schreter ein, indem er den Ball mit der Ferse über seinen eigenen und Schreters Kopf beförderte.

Bei Greuther Fürth wird Flo viel Freude haben, wenn man ihn spielen lässt. Das ist die Grundvoraussetzung: Aber einmal Leiberl, immer Leiberl - davon bin ich bei ihm fest überzeugt.

Statistik: 24 Pflichtspieleinsätze, 1 Tor, 1 gelbe Karte

Bewertung: 3

Einstellung: 3

Prognose für die nächste Saison: +1

20 ... Roman Kienast

Der euphorische Schlachtgesagt "Meister trotz Kienast" liegt mittlerweile in aller Ohren, aber man darf nicht vergessen, dass Kienast zwei heikle Partien für uns mitentschieden hat. Seine beiden Saisontreffer waren extrem wichtig, auch wenn er normalerweise wesentlich mehr Tore erzielen hätte müssen (Bregenz auswärts zum Beispiel).

Kienast schätze ich in etwa so ein wie Thomas Pichlmann. Wenn er mal eine ganze Saison durchspielt, ist er für 5 - 10 Tore gut, das allerdings leider für sein ganzes Leben, er wird wohl nie besser sein. Im Frühjahr zeigte seine Formkurve ein wenig nach oben, er haute sich ordentlich ins Zeug und spielte zeitweise bei seinen Kurzeinsätzen wirklich ansehnlich. Aber als im Saisonfinish die Zeit gekommen war, in der sich die Jungen endlich wieder beweisen und sich ihren Platz im Kader der nächsten Saison holen konnten, verspielte er den gesamten Bonus, den er sich bei seinen vorherigen Kurzeinsätzen aufgebaut hatte, indem er lustlos über den Platz wanderte, sich kaum bewegte und absolut jeden Fall verlor.

Wie ich schon oft sagte, ist bei Kienast scheinbar vieles von seiner ersten Aktion in einem Spiel abhängig. Er ist kein Spieler der einen Lauf hat, oder einen dauernden Durchhänger, aber wenn er reinkommt und für seine erste Aktion Applaus erntet, nimmt er die Euphorie des Moments in das restliche Spiel mit und spielt passabel. Gelingt ihm diese erste Aktion nicht, ist sein Spiel fürchterlich und nicht anzusehen.

Kienast wird auch nächste Saison stagnieren. Genauso wie auch in den drei Saisonen, die er bereits absolvierte.

Die einzig logische Schlussfolgerung muss sein, dass er wieder nach Altach verliehen wird. Vor seinem ersten Wechsel sträubte er sich ja gegen einen Wechsel nach Altach, weil er z.B. wegen seiner Freundin nicht aus Wien weg wollte... tja, gut und schön, aber der Herr Kienast sollte sich überlegen was er werden will: Fußball-Profi, Fortgeh-Profi in Nachtschicht und Buddha-Club, Erdbeerbauer, Pilot... es liegt an ihm...

Statistik: 24 Pflichtspieleinsätze, 2 Tore, 1 gelbe Karte

Bewertung: 2

Einstellung: 2

Prognose für die neue Saison: 0

21 ... Rene Gartler

Obwohl er lange mit einem Ermüdungsbruch ausser Gefecht war, zeigte Rene Gartler in seinen wenigen Minuten auf dem Platz mehr als sein Konkurrent Roman Kienast in einer ganzen Saison. Erzielte in Salzburg ein reguläres, aber leider aberkanntes Tor, bewegte sich ausgezeichnet und sorgte ständig für Gefahr.

Es ist nun endgültig an der Zeit umzudenken, ob nicht statt des trägen Kienast der wendige und jüngere Gartler häufiger zum Zug kommen sollte. Da er langsam älter wird, denke ich, dass er es nächstes Jahr auf etwas mehr als 3 Spiele bringen wird, aber weil weiterhin Kienast forciert werden wird, wird man auf einen Gartler-Durchbruch wohl noch lange bis sehr lange warten müssen :(

Statistik: 3 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 0 gelbe Karten

Bewertung: 0

Einstellung: ???

Prognose für die neue Saison: +2

22 ... Said Gutic

Kam nie zum Einsatz, daher keine Bewertungen möglich.

23 ... Andreas Dober

Er spielte bei Rapid heuer genau eine Minute und zwar bei der 1:2-Auswärtsniederlage in Pasching. Ansonsten war er über weite Strecken erste Wahl in Altach, was für ihn sicher nicht schlecht war. Spätestens seit seinem Derbytorassist, das Jovica Vico perfekt per Kopf verwertete, weiß man, dass Andi Fußball spielen kann... aber ob er es bei Rapid wirklich verwerten darf ? Ich wage es zu bezweifeln...

Statistik: 1 Pflichtspieleinsatz, 0 Tore, 0 gelbe Karten

Bewertung: 0

Einstellung: 0

Prognose für die nächste Saison: 0

24 ... Helge Payer

Helge Payer ist Österreichs Nummer Eins und wird das auch noch lange bleiben. Auf der Linie eine absolute Macht, teilweise fast schon ausserirdisch. Er ist ein sehr jungen Torhüter, daher wird er seine Fehler, zum Beispiel das zögerliche Rauskommen bei Flanken auch noch früher oder später ausbügeln, aber man sieht, dass er in der Gewissheit der einzige Torhüter seines Vereins zu sein, sicher wie nie zuvor ist und eine absolute Weltklassesaison spielen kann.

Den "Kampf" mit Jürgen Macho bog Payer auch gut runter. Was intern alles passierte werden wir wohl nie erfahren, ebenso wenig was sich Helge damals so alles dachte. Aber nach aussen hin, hatten wir nie ein Tormannproblem und das macht die Situation als Ganze unproblematisch.

Payer straht Ruhe aus, dirigiert seine Abwehr ganz gemütlich und weiß außerdem mit dem Ball umzugehen. Wir werden hoffentlich noch sehr lange Freude mit ihm haben, wobei ich aber das Gefühl habe, dass er einer der Spieler sein wird, die schon sehr bald den Verein wechseln werden und dann auf einem noch höheren Level spielen werden als jetzt.

Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass es Payer zu Gute kommt, dass mit Hedl ein wenig frischer Wind in Rapids Tormannwesen kommt. Klar wird Hedl Payer nie das Wasser reichen können, er wird deswegen auch keinerlei Probleme machen, aber ich denke, dass der Verhältnis dieser beiden ebenso gut sein kann, wie das zwischen Payer und Maier war.

Statistik: 27 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 1 gelbe Karte

Bewertung: 5

Einstellung: 5

Prognose für die nächste Saison: +4

25 ... Marek Kincl

Der tschechische Stürmer Marek Kincl ist einer der ausgefuchtesten Spieler der Liga. Er kann Tore machen ohne zu schiessen, er kann zwei bis drei Gegenspieler auf sich ziehen und seinen Stürmerkollegen freie Bahn verschaffen - aber er kann nicht alleinige Spitze spielen. Kincl braucht immer ein typisches Pendant zu seiner eigenen Person neben sich. Anfangs war es Dosek, später war es Lawaree. Und auch wenn Kincl nicht immer in Topform war, so war er eindeutig ein Spieler, bei dem man immer wusste, dass er für ein Tor gut ist (man erinnere sich an das Supertor zu Hause gegen Mattersburg).

Marek Kincl bei Rapid zu halten wird sehr wichtig sein. Nicht nur weil er immer für 10 - 15 Saisontore gut sein kann, sondern auch weil es ihm hier einfach gefällt, weil er mit der ganzen Vereinsperipherie zurecht kommt und, weil die Mannschaft ihn kennt und an seine Spielweise gewöhnt ist. Seine Aussage bzgl. Karriereende sollte er wieder zurück nach St.Petersburg müssen, sagt einiges über seinen Hang zum SK Rapid, allerdings auch irgendwie über seine Einstellung aus, die dann doch etwas einer Rechenmaschine ähnelt, die nur 0 oder 1 sagen.

Alleine weil wir einen Brecherstürmer in der Mannschaft brauchen und Marek Kincl bei uns eben dieser Brecherstürmer und es sinnvoller ist Kincl zu halten als einen neuen Brecher zu kaufen, der sich erst wieder an das Team gewöhnen muss, möchte ich Kincl auch nächstes Jahr wieder in Grün-Weiß spielen und jubeln sehen.

Statistik: 32 Pflichtspieleinsätze, 10 Tore, 4 gelbe Karten

Bewertung: 4

Einstellung: 4

Prognose für die nächste Saison: +1

26 ... Jozef Valachovic

Jozef Valachovic, auch bekannt als Galaxovic, Herrscher der Galaxis, war in meinen Augen ein wichtiger und auch absolut hochklassiger Neueinkauf des SK Rapid. Er strahlt eine unfassbare Ruhe aus, versteht sich blind mit seinen Nebenspielern und verfügt über eine sensationelle Körpersprache beim Dirigieren seiner Abwehr.

Über seine fussballerischen Fähigkeiten braucht man nahezu kein Wort verlieren, denn es gibt im Grunde nichts was Jozef nicht kann, schließt man mal seine bereits in die Jahre gekommene Schnellkraft aus.

Beeindruckend ist allerdings vorallem, dass Valachovic in seiner gesamten Zeit beim SK Rapid immer angeschlagen und mit Sehnenproblemen spielte, dennoch allerdings hochklassige Spiele auf Bundesliga-Niveau und darüberhinaus gespielt hat. Valachovic hat in den letzten 2 1/2 Jahren nur eine einzige von fünf möglichen Saisonvorbereitungen mitgemacht und es war mehr als wichtig, dass er gegen Ende der Saison geschont wurde. So kann er an der Sommervorbereitung teilnehmen und den Fans dann endlich zeigen, was er als fitter Spieler zu leisten vermag - und ich kann euch versichern, dass dies noch wesentlich genialer sein wird, als das was man ohnehin bereits von ihm gewohnt ist.

Ok, zugegeben, er wird irgendwann mal ein fürchterliches Tor verschulden, weil er einen Haken als letzter Mann machen wird, den der gegnerische Stürmer vorausahnen kann, aber ich bin mir sicher, dass wir die Partie in der wir dieses Tor kassieren werden nach 0:1-Rückstand noch auf ein 5:1 umdrehen können ;)

Beeindruckend übrirgens auch, dass Valachovic sich nur sechs Wochen von einem Wadenbeinbruch erholen musste !

Statistik: 14 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 0 gelbe Karten

Bewertung: 4

Einstellung: 5

Prognose für die nächste Saison: +4

29 ... Daniel Schreiner

90 Minuten durfte Daniel Schreiner heuer in der Bundesliga ran und in diesen 90 Minuten spitel er eine anfangs zwar nervöse, aber im Endeffekt trockene Partie runter. Später sagte er, dass es natürlich ein Traum wäre auf Dauer in der "Ersten" Fuß zu fassen bzw. zumindest einmal regelmäßig mit der Kampfmannschaft mitzutrainieren. Angesichts dessen, dass ihm die Chance im Graz zu spielen gegeben wurde, denke ich, dass man für die nächste Saison zumindest auf Abruf mit ihm rechnet und, dass er in der neuen Saison zu 3 - 5 Einsätzen kommen wird.

Statistik: 1 Pflichtspieleinsatz, 0 Tore, 1 gelbe Karte

Bewertung: 0

Einstellung: ???

Prognose für die nächste Saison: +2

30 ... Jürgen Macho

Last but not least: Jürgen Macho, der sich bei seinem Wechsel in die deutsche Bundeslige ein wenig verkalkuliert hat, aber auch wirklich Pech hatte, da ausgerechnet sein Konkurrent um einen Platz im Kaiserslautern-Tor, Routinier Thomas Ernst, zum Spieler der Saison in der deutschen Bundesliga gewählt wurde.

Machos zögerliches Spiel bei halbhohen Flanken waren auf Dauer eine Garantie für "Ilsanker-Tore", insgesamt leistete sich Macho in 990 Minuten Rapid aber nur zwei Schnitzer, die zu Gegentoren führten. Dass Macho heuer beim SK Rapid spielte, war sicher auch für die Entwicklung Helge Payers nicht unwichtig, da Helge lernte auch mit einer Konkurrenzsituation umzugehen.

Macho sagt, dass er gerne bei Rapid geblieben wäre, klar, das muss er sagen. Insgesamt gesehen war er vor seinem Wechsel zu Kaiserslautern jedoch bestimmt Feuer und Flamme. Schade, dass er in der Pfalz bisher noch keine Minute zum Einsatz kam und in der kommenden Saison mit Tim Wiese einen weiteren großen Konkurrenten haben wird.

Statistik: 11 Pflichtspieleinsätze, 0 Tore, 0 gelbe Karten

Bewertung: 4

Einstellung: 4

Prognose für die nächste Saison: -3

Josef Hickersberger

Es gibt in der gesamten Bundesliga der so gestikulativ an einer Partie teilnimmt wie Josef Hickersberger. "Hicke" beeinflusst die Schiedsrichter wie kein anderer, muss deshalb auch schon mal in seine eigene Tasche greifen, weil Geldstrafen anfallen. Er wird von Match zu Match reifer, sieht auch ausserhalb des Platzes sehr viel. Gewisse Spieler auf gewissen Positionen spielen zu lassen wäre anderen Trainern mit Sicherheit nicht eingefallen.

Aber Hicke pfeift sich eben sehr wenig und genau deshalb ist der momentan so erfolgreich. Gegenüber einzelnen Spieler fungiert er fast schon als Vaterfigur, einerseits autoritär, andererseits kumpelhaft, aber immer so, dass alle zu ihm aufschauen. Im Training ist vieles von Sarkasmus geprägt, laut muss Hickersberger nur sehr selten werden, denn eine gepflegte Brise Humor, zur Not auch Galgenhumor, tut es auch.

Ich kann mich an keine Mannschaft erinnern, bei der die Disziplin auf und abseits des Platzes so hoch war, wie die des SK Rapid 2004/05 unter Josef Hickersberger. Die gesamte Mannschaft sah nur zwei gelb-rote Karten in insgesamt 44 Pflichtspielen. Es gab keine Tätlichkeit, nur wenige gelbe Karten wegen Kritik. Insgesamt muss man auf jeden Fall auch hier bemerken, dass dies sicher bis zu einem gewissen Grad der Verdienst eines extrem professionellen Josef Hickersberger ist.

So, das war dann mal meine Saisonanalyse 2004/05. Ich hoffe ihr konntet ein bisschen was damit anfangen, ich werde mir jetzt Eis für meine Finger holen. :)

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Das hätte aber schon etwas ausführlicher gehen können...

:glubsch:

ok, der Vollständigkeit halber, sing mit mir:

gehst du heute ins hanappisto

hofmann spielt, ich spiel sowieso - nicht

erinner' dich, was die tante dir sagt

das goldengoal schießt gaukebecker, der staat

;)

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ich finde die bewertungen allgemein hier bisschen zu hoch...natürlich sieht man das mit der vereinsbrille aber jedem die höchste note zu geben geht einfach ned...das ist alles das wunschdenken, junge spieler mit tollen noten und einem haufen einsätze, das geht einfach ned...laut manchen bewertungen hier, dürfte der CL titel kein problem sein

trotzdem respekt für die arbeit ;)

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so und jetzt erklär mir bitte das Wort "Vereinsperipherie".

Mit dieser Verschmelzung der zwei Worte "Verein" und "Peripherie" kann ich in deinem Zusammenhang nämlich nichts anfangen :)

Danke :)

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ich finde die bewertungen allgemein hier bisschen zu hoch...natürlich sieht man das mit der vereinsbrille aber jedem die höchste note zu geben geht einfach ned...das ist alles das wunschdenken, junge spieler mit tollen noten und einem haufen einsätze, das geht einfach ned...laut manchen bewertungen hier, dürfte der CL titel kein problem sein

trotzdem respekt für die arbeit ;)

Einstellungsmäßig kann man fast niemandem etwas vorwerfen und die Gesamteindrücke der Saison sind auch beinahe bei jedem Spieler sehr positiv. Interessant ist dagegen noch eher die Prognose für die nächste Saison und diesbezüglich würde mich auch eure Einschätzung sehr interessieren !

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so und jetzt erklär mir bitte das Wort "Vereinsperipherie".

Mit dieser Verschmelzung der zwei Worte "Verein" und "Peripherie" kann ich in deinem Zusammenhang nämlich nichts anfangen :)

Danke :)

Verein + Peripherie => Vereinsperipherie = Umfeld

Kann sein, dass es dieses Wort bisher nicht gab, bis heute halt... :D

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Sensationell, unglaublich, detailreich - einfach nur Wahnsinn, Daniel ! In einigen Aussagen / Analysen kann ich eindeutig einige "unserer" Stadiongespräche nachlesen ! :D

Zwei Dinge: Ernst wurde nicht Spieler der Saison in der deutschen Bundesliga, sondern Spieler der Saison beim 1. FC Kaiserslautern ! Zudem hat Tim Wiese schon einen Vertrag bei Werder Bremen unterschrieben, ist sicher kein Konkurrent mehr für Macho :)

bearbeitet von Starostyak

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Zwei Dinge: Ernst wurde nicht Spieler der Saison in der deutschen Bundesliga, sondern Spieler der Saison beim !. FC Kaiserslautern ! Zudem hat Tim Wiese schon einen Vertrag bei Werder Bremen unterschrieben, ist sicher kein Konkurrent mehr für Macho :)

Ja, weißt eh... die deutsche Bundesliga und ich halt =)

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is nur die frage anhand was schätzt man ein?

ivanschitz im vergleich zu c. ronaldo 5

ivanschitz im vergleich zu troyansky 1++++++++++++++

:D:D:D

Ich würde sagen ehesten am Durchschnitt der österreichischen Bundesliga. Ein Spieler, der über die gesamte Saison in Österreich durchschnittliche Leistungen abliefert bekommt Note 3. Einer, der überdurchschnittlich spielte 4 und die wirklich Guten 5.

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vielen dank für die ausführliche nachbesprechung (und vorschau auf 05/06)!

gigantisch, wie viel mühe du dir gemacht hast!

zwar bin ich nicht überall zu 100% mit deinen analysen einverstanden (v.a. die letzten 4spiele der saison haben bewirkt, dass einige spieler bei mir eine stufe drunter bewertet wurden), doch in der grundtendenz liegen 0 fehler!

gwg

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super info mehr kann man dazu nicht sagen...

ein fehler ist mir aber aufgefallen: burgstaller hat 1 tor geschossen in dieser saison (1:0 im cupfinale  ;))

Jop, das Cupfinale hast du anscheinend "vergessen" (wer würde das nicht gern...?):

Dort hatte Dober nämlich seinen zweiten Einsatz in dieser Saison.

Danke für die tolle Analyse, war mir eine Freude, sie zu lesen - die Noten finde ich zwar teilweise auch zu hoch, hab' aber gerade keine Zeit mich im Detail dazu zu äußern.

bearbeitet von maffy

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