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Austria Wien arbeitet die NS-Zeit auf

50 Beiträge in diesem Thema

Im Juni 2016 hat die Austria verkündet, dass sie sich der Geschichte des Vereins im Nationalsozialismus widmen wird. Projektleiter ist Als Projektleiter fungiert der Sportjournalist und Buchautor Johann Skocek. - derstandard.at/2000038323153/Austria-Wien-laesst-NS-Vergangenheit-des-Clubs-aufarbeiten Als Projektleiter fungiert der Sportjournalist und Buchautor Johann Skocek. - derstandard.at/2000038323153/Austria-Wien-laesst-NS-Vergangenheit-des-Clubs-aufarbeiten Johann Skocek, der auch das Buch über Norbert Lopper verfasst hat. Hier ist ein Artikel aus dem Standard zur Pressekonferenz der Austria, wo das Projekt vorgestellt wurde: http://derstandard.at/2000038323153/Austria-Wien-laesst-NS-Vergangenheit-des-Clubs-aufarbeiten

Die Austria hat am 2.2.2017 einen Zwischenbericht veröffentlicht und fragt dabei um Hilfe der Fans: http://www.fk-austria.at/de/n/news/2017/02/experten-arbeiten-intensiv-an--fk-austria-wien-1938-1945-/

EXPERTEN ARBEITEN INTENSIV AN „FK AUSTRIA WIEN 1938-1945“

Eine vierköpfige Gruppe von Historikern beschäftigt sich seit Juli 2016 mit der Geschichte des FK Austria Wien in der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich (1938 bis 1945).

„Mich freut es, dass dieses Projekt in der wissenschaftlichen Community auf großes Interesse stößt. Wir hätten es nicht realisieren können, wenn uns der National- und Zukunftsfond nicht unterstützen und Wien-Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny nicht fördern würde“, sagt Projektleiter Johann Skocek.

Die Violetten, die selbst einen erheblichen Teil der Gesamtkosten (63.000 Euro) für die Studie tragen, haben großes Interesse, dass die „dunkle Zeit“ ein für alle Mal klargestellt wird. „Um wirklich wissenschaftlichen Standards gerecht zu werden, haben wir die Kooperation mit der Universität Wien gesucht“, betont Skocek.

Aktuell ist der Journalist schon damit beschäftigt, mit Verlagen Kontakte für die Erstellung des Buchs, das am Ende des Projekts entstehen soll, zu knüpfen. Die Suche nach einem Verlag ist für Skocek kein Neuland. U.a. hatte er 2014 ein Buch über Austrias legendären Klubsekretär Norbert Lopper („Mister Austrian Norbert Lopper, Fußball, KZ-Häftling, Weltbürger, Falter Verlag“) veröffentlicht. Dieses Werk war der Ausganspunkt des jetzt laufenden Projekts, die Rolle der Austria unter dem NS-Regime aufzuarbeiten.

Recherchieren, prüfen, dokumentieren

Einiges ist schon bekannt, manches sind Legenden, manches Mythen. Skocek und die namhaften Historiker Rudolf Müllner, Matthias Marschik und Bernhard Hachleitner arbeiten, suchen, recherchieren, prüfen auf wissenschaftlicher Basis, um alles Relevante zu dokumentieren.

Zum Beispiel stellen sie sich die Fragen: Wer war in der Austria-Familie Jude, als die Nazis im März 1938 einmarschierten? Wer war unter den Austria-Mitgliedern Opfer, Täter oder nur Mitläufer? Wie sind die verschiedenen Biografien verlaufen? „Wir wollen nach bestem Wissen und Gewissen am Ende sagen können, das war so und jenes so“, erklärt Skocek.

Man beschäftigt sich aber nicht etwa zum 100. Mal mit dem Tod von Klubikone Matthias Sindelar, sondern damit, ob der einstige Starkicker ein Kriegsgewinner war. Walter Nausch, eine weiterer violetter Ex-Kicker dieser Zeit, ging 1938 in die Schweiz, weil er mit einer Jüdin verheiratet war.

Der frühere Kapitän des Wunderteams, der nach dem Zweiten Weltkrieg 1954 als Teamchef Österreich zum dritten WM-Platz führte, wechselte 1938 in die Schweiz. Entgegen landläufiger Auffassung war er kein Flüchtling. „Er war die ganze Zeit ein deutscher Staatsbürger, hätte also jederzeit zurückkommen können“, verrät Skocek von ersten Resultaten.

Wissenschaftler in der Schweiz und Deutschland unterwegs

Auf der Suche nach der Wahrheit reisen die Historiker auch nach Deutschland. „Wir klappern alle Archive, Quellen und Bibliotheken ab, die man für so eine Qualitätsarbeit durchforsten muss“, berichtet Skocek.

Die Prüfer reden mit Überlebenden, haben zudem zig Interviews von Zeitzeugen zur Verfügung, die der 63-Jährige und Uni-Lektor Marschik schon vor einiger Zeit geführt haben. „Falls während dieser Arbeit etwas auftauchen sollten, werden wir auch dem nachgehen“, erklärt Skocek.

Es wurde eine Liste von ungefähr 140 beteiligten Personen erstellt, von denen man weiß, wo sie gewohnt haben, wohin sie das Leben verschlagen hat, ob sie Jude oder NSDAP-Mitglied waren. „Jeder einzelne Fall wird geprüft, wie sich die Leute verhalten haben, was aus ihnen geworden ist“, ergänzt der Journalist.

Ein wesentlicher Beweggrund diese Vergangenheit aufzuarbeiten war die heute nicht kleiner werdende rechtsradikale Szene im Fußball. „Wir wollen Klubführung, Fanbetreuern und Anhänger Argumente und Wissen an die Hand geben, um die damalige Zeit zu besprechen. Wenn die Fans diese Periode hochjubeln, dann haben sie vielleicht ein falsches Bild davon“, betont der Projektleiter.

Damals wurden Menschen verfolgt und ermordet. Die Austria ist auch aus Propagandazwecken für einige Monate in SC Ostmark umbenannt worden. „Ernst Kaltenbrunner, einer der größten Naziverbrecher und Gestapo-Chef, wurde vom Regime zu Austrias Ehrenpräsidenten gemacht“, erinnert Skocek.

Jour fixe alle zwei bis drei Wochen

Die Beweisaufnahme hält die Forscher insgesamt 15 Monate auf Trab. Von Zeit zu Zeit verfasst Skocek schriftliche Zwischenberichte über die Tätigkeit. Den ersten gab es im Oktober, der zweite soll noch im Jänner erscheinen. Für März, bei „Halbzeit“, ist ein Meeting mit Austria-Vorstand Markus Kraetschmer geplant.

Die Wissenschaftler treffen einander zudem regelmäßig in Beisein von Austrias Museumsleiter Gerhard Kaltenbeck alle zwei bis drei Wochen, wobei koordiniert wird und Strategien festgelegt werden. Zuletzt wurde z.B. eine Rechercheanfrage an deutsche Kriegsarchive gestellt.

„Es geht um ungefähr 100 Personen und deren Biografien“, erklärt Skocek, der hofft, dass noch mehr Klubs oder Verbände ihre Historie während des NS-Zeit untersuchen lassen. Es wäre angebracht, der Sport habe ja nicht gerade eine sehr lebhafte Beziehung zu seiner eigenen Vergangenheit, sagt Skocek.  

AUFRUF an Fans und Freunde der Austria: wer Pokale, Zeitungen, Fanartikel oder andere Sachen, die mit unserem Klub von Mitte der 30er bis 1946, 1947 zu tun haben und uns (leihweise und unentgeltlich) zur Verfügung stellen kann, möge sich bitte bei Austria-Koordinator Gerhard Kaltenbeck (gerhard.kaltenbeck@fk-austria.at) melden. Sehr hilfreich sind auch Kontakte zu Personen, die sich an diese Zeit noch erinnern können und Austria-Fans waren.

 

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Absolut richtig. Wäre auch schön (wenn auch natürlich nicht zwingend notwendig), wenn nicht nur alle Vereinsverantwortichen, sondern auch alle Fans / Sympatiesanten die komplette Geschichte kennenlernen, um vollständig zu begreifen, welchen Verein sie abgöttisch lieben

Auch die Geschichte des Norbert Lopper und die erfolgreiche Zeit bis 38 gehört ja dazu !!

Freu mich dann schon auf die Veröffentlichung in Buchform

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Ich finde diese Aufarbeitung sehr fein. Zudem könnte der Verein diese Recherche nützen um sich klar zu positionieren und "neue" Fans zu gewinnen. Ich stell mir nämlich die Frage, was macht der Verein mit den Ergebnissen nach den Recherchen. Verschwinden diese wieder in einer Schublade, werden sie zumindest im Museum publiziert ...

 

bearbeitet von Violet_Prof

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Pompfinewra schrieb vor 57 Minuten:

aha, welche ?

Der Verein hat klare Regeln definiert. Daher nehme ich mal an, dass alle die sich entsprechend den Vorgaben verhalten auch willkommen sind. Es gibt auch Leute, die sich den Verein wegen der Geschichte usw. aussuchen und nicht aufgrund des Erfolges bzw. Spieler und auf diese Leute ziele ich ab.

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Violet_Prof schrieb vor 51 Minuten:

Der Verein hat klare Regeln definiert. Daher nehme ich mal an, dass alle die sich entsprechend den Vorgaben verhalten auch willkommen sind. Es gibt auch Leute, die sich den Verein wegen der Geschichte usw. aussuchen und nicht aufgrund des Erfolges bzw. Spieler und auf diese Leute ziele ich ab.

Ich halte das für überbewertet. Ich denke dass heutzutage nur noch eine sehr geringe Minderheit Austrianer sind, weil der Verein zB jüdische Wurzeln hat. Oder die meisten Barca-Fans Barca-Fans sind, weil sie das damalige Franco-Regime ablehne. Oder umgekehrt viele Real-Fans Faschisten sind.

Es ist sicher gut, schön und wichtig die eigene Geschichte zu kennen und aufzuarbeiten, aber ich denke nicht, dass das heute 80,90 Jahre später deswegen mehr Fans bringt oder umgekehrt welche kostet.

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J.E schrieb vor 1 Stunde:

war zu erwarten, dass der thread in die Richtung geht, in die er zu gehen scheint.

die Verlinkung im newsthread hätte gereicht

War zu erwarten, dass sich immer die gleichen an solchen Themen stoßen. 

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Violet_Prof schrieb vor einer Stunde:

Der Verein hat klare Regeln definiert. Daher nehme ich mal an, dass alle die sich entsprechend den Vorgaben verhalten auch willkommen sind. Es gibt auch Leute, die sich den Verein wegen der Geschichte usw. aussuchen und nicht aufgrund des Erfolges bzw. Spieler und auf diese Leute ziele ich ab.

Ganz ehrlich, ich finde es interessant. Aber Austria Wien LIEBE ich nicht wegen der Geschichte zwischen 1938 und 1945. Das ist Teil der Geschichte des Vereins den ich liebe, aber nicht der Grund. Ich bin Fußballfan.

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the dude schrieb vor 43 Minuten:

War zu erwarten, dass sich immer die gleichen an solchen Themen stoßen. 

Es stoßt sich (bisher) niemand an dem Thema. Es ist eben nur manchen egal bzw. absolut nicht relevant. Viele, wenn nicht die Mehrheit lieben unsere Austria wegen anderen Gründen als wg. der Geschichte in der Nazi-Zeit. 

Wie gesagt, es ist interessant die Geschichte aufzuarbeiten, tut aber bei mir nichts zu meiner Liebe zur Austria zur Sache. Meine Liebe zum Verein weckten andere Dinge.

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Lewis schrieb vor 2 Stunden:

Ich halte das für überbewertet. Ich denke dass heutzutage nur noch eine sehr geringe Minderheit Austrianer sind, weil der Verein zB jüdische Wurzeln hat. Oder die meisten Barca-Fans Barca-Fans sind, weil sie das damalige Franco-Regime ablehne. Oder umgekehrt viele Real-Fans Faschisten sind.

Es ist sicher gut, schön und wichtig die eigene Geschichte zu kennen und aufzuarbeiten, aber ich denke nicht, dass das heute 80,90 Jahre später deswegen mehr Fans bringt oder umgekehrt welche kostet.

Ich kann nur von mir bzw. von meiner Familie reden. Wir sind mittlerweile in der 6. Generation Austrianer und bei meinen Vorfahren spielte bei der Auswahl des Vereins neben dem Erfolg, der Art und Weise wie Fussball gespielt wurde auch die Geschichte, Tradition und Politik eine Rolle. Ich selbst bin via meiner Familie rein gewachsen und hatte auch keine andere Wahl.

Heut zu tage zählt für Jugendliche bei der Wahl der Mannschaft primär der Erfolg bzw. Spieler. Natürlich interessiert die meisten auch nicht die Geschichte oder sonst etwas. Da Österreich bzw. der österreichische Fusssball leider nicht mehr allzu erfolgreich ist, interessieren sich auch immer weniger Jugendliche dafür, siehe Zuschauerzahlen. Man kann ohne Problem die spanische oder englische Liga anschauen und sieht seine Stars und das Ganze ist sogar auch noch kostenlos.

Ich bin der Meinung, dass man in Ausbildungsliga Österreich mit Erfolg alleine nicht weitkommen wird. Man muss den Leuten mehr bitten, z.B. eine Marke namens Austria (Erfolg, Geschichte, Stadion,....). Ich stell mir nämlich die Frage, wie bekommt die Austria neue Fans.
 

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