Angesichts des Solo-Laufs der Wiener Austria fokussieren sich die Interessen der übrigen Klubs in der oberen Tabellenhälfte auf ein Objekt der Begierde, den zweiten Platz in der Endabrechnung, der zum vorläufig letzten Mal zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt.
Nur mehr ein Champions-League-Platz
Durch das zuletzt schlechte Abschneiden der heimischen Vertreter auf europäischer Ebene ging der wichtige 15. Platz in der UEFA-Wertung nämlich verloren.
Ab der Europacup-Saison 2004/05 stellt Österreich daher mit dem Meister nur noch einen Aspiranten auf die Teilnahme an der "Königsklasse", was sich auch in den kommenden Jahren nicht ändern wird, sollten Leistungsexplosionen in den internationalen Bewerben ausbleiben.
Bei einer möglichen länger währenden nationalen Dominanz der Austria könnte den restlichen Klubs der Zugang zur Elite-Liga auf Jahre hinaus verwehrt bleiben. Zwischen Rang zwei und sieben liegen zur Zeit nur sieben Puntke, gleich sechs Vereine raufen mehr oder weniger um den Quali-Platz für die "Millionenliga".
Sport1 nimmt die Anwärter auf Platz zwei unter die Lupe und verteilt die Rollen:
SV Pasching (21 Spiele/33 Punkte):




Beim Dorfklub wird wie immer tief gestapelt: "Wir haben schon erreicht, was wir wollten. Dass wir jetzt Zweiter sind, sagt nichts, denn die Tabelle hat nur ein Mal Aussagekraft, und das ist am Schluss", betont Manager Stefan Reiter. Die Vorbereitung bei den Oberösterreichern verlief alles andere als optimal, "und auch das Umfeld entspricht dem eines Regionalliga-Vereins", so Trainer Georg Zellhofer, der wie vor jeder Saison seit Beginn des Durchmarschs in der 2. Landesliga nicht weiß, wo seine Mannschaft steht. Kahraman wird fehlen, aber Mayrleb eine echte Verstärkung.
SK Sturm (22/33):





Präsident Kartnig ist sich sicher: "Wir werden zu 1000 Prozent Zweiter." Der wortgewaltige Klub-Boss, der Pasching als härtesten Konkurrenten um Rang zwei sieht, stellt gleichzeitig klar: "Der zweite Platz wäre für uns immens wichtig, denn wir wären in der Qualifikation ja auch gesetzt. Ich verlange den zweiten Platz von Spielern, Management und Trainer. Sollte er nicht erreicht werden, müssen wir abspecken." Für das große Ziel wurde auch das System auf Viererkette umgestellt: "Einige werden sich noch wundern", glaubt Kartnig zu wissen. Die Erfahrung spricht für die Grazer.
SV Ried (21/30):

Das Überraschungsteam aus dem Herbst rangiert auf Platz vier. Und das ist wohl auch das höchste der Gefühle. Für Champions-League-Spekulationen hat Sportdirektor Klaus Roitinger nicht mehr als Kopfschütteln übrig: "Daran haben wir noch nicht einmal einen Gedanken verschwendet".
SK Rapid (21/30):


"Platz zwei ist angesichts des Rückstands von nur drei Punkten auf den Zweiten eine ganz normale Zielsetzung für uns", so Trainer Pepi Hickersberger. Endlich können die Hütteldorfer im Gegensatz zum Herbst, wo der Großteil der Spiele im ungeliebten Happel-Stadion ausgetragen werden musste, ihre acht Heim-Partien im Frühjahr wieder in ihrem Hanappi-Stadion austragen: "Die Basis für eine bessere Platzierung", weiß "Hicke". Eine weitere sollte der dänische Libero Jacob Laursen sein.
GAK (22/29):


Walter Schachner hat das ehemalige Tabellen-Schlusslicht wieder modern und zum seriösen Anwärter auf Platz zwei gemacht. Die Frühjahrs-Premiere mit dem 4:1 über Bregenz war ebenfalls vielversprechend. "Der zweite Platz ist für uns nicht existenzerforderlich, aber sicher möglich", glaubt GAK-Manager Günther Koschak. Einige Spieler wie etwa Kollmann (Schachner: "Mei Bua") blühen unter "Schoko" förmlich auf. Das Derby am Sonntag wird erster echter Gradmesser.
SV Salzburg (22/27):

Vor drei Monaten sprach Präsident Quehenberger noch vom Ende des Spitzenfußballs in Salzburg, jetzt ist Aufbruchsstimmung dem Frust gewichen. Grund dafür: Das neue Stadion in Wals-Siezenheim. Über den Kunstrasen könnte auch so mancher Großer stolpern, der Heimvorteil mit vollem Haus im Rücken könnte Trumpf im nicht illusorischen Kampf um Platz zwei werden.
Quelle: http://www.sport1.at...id=1928090.html
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