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Theater/Oper/Konzerte/Musicals

589 posts in this topic

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Marco Lecco-Mio schrieb vor 18 Minuten:

habjan mag für gewisse opern passen, bei der salome im jänner hab ich jedoch meine bedenken, diese oper ist mir zu ernst und kann mit diesen puppen schnell mal ins lächerliche gezogen werden.

ich bin übrigens kein freund von seiner arbeit. 

 

Ja, das Thema hatten wir ja schon mal. Aber das ist ja auch das Schöne an der Kunst, jedem gefällt etwas anderes, ich z.B. reagiere auf die Arbeiten von Herbert Fritsch allergisch. Habjan trifft bei mir irgendwie einen Nerv, aber ich möchte jetzt auch nicht ständig nur solche Inszenierungen sehen.

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Die Glasmenagerie, Tennessee Williams

Das autobiografisch angehauchte Familiendrama des großen amerikanischen Dichters Tennessee Williams wurde im Akademietheater vom deutschen Regiekünstler David Bösch in Szene gesetzt, eine hervorragende Arbeit. Gute 2 Stunden ohne Pause dauert das Stück, es wird sehr langsam vorgetragen, langweilt aber keine Sekunde und ist, trotz des ernsten Stoffes, über weite Strecken auch äußerst unterhaltsam und humorvoll. Auch lässt es die hervorragenden Darsteller glänzen welche die Chance dazu auch zu 100% nutzen.
Die ehemalige Südstaaten Schönheit Amanda Wingfield, verlassen von ihrem Säufer- Ehemann, darbt mit ihrem Sohn Tom und ihrer behinderten Tochter Amanda in tristen Verhältnissen dahin. Regina Fritsch vermittelt dabei großartig die Verzweiflung der einstmals wohl würdevollen und gutsituierten Dame. Sie träumt von einer Karriere für den Sohn, welcher aber nur für eine handvoll Dollar in einem Lagerhaus arbeitet und einer guten Partie für ihre Tochter, die aber in ihrer eigenen Welt mit ihren selbstgebastelten Glasfiguren lebt und angesichts ihres Klumpfußes und Erlebnissen aus der Schulzeit keine Hoffnungen auf romantische Erlebnisse hegt. Obschon ihre Kinder längst erwachsen sind, versucht Amanda diese immer noch zu erziehen und zu bevormunden als ob sie noch im Grundschulalter wären. Sie versucht Haltung und Fassung zu bewahren, was ihr aber immer schwerer fällt. Immer wieder entlädt sich der angestaute Frust in Druckwellen emotionaler Ausbrüche. Am Ende steht Resignation.
Merlin Sandmeyer agiert als Sohn Tom und zwischenzeitig auch als Erzähler. Er ist es auch der mit seinem Spiel oft für Erheiterung sorgt, der mit sardonischem Spott und Resignation die Lage der Familie kommentiert. Für einen Hungerlohn geht er täglich ins Lagerhaus arbeiten, fast täglich flüchtet er sich in die Traumwelt des Kinos und in die Arme des Alkohols um der trostlosen Wirklichkeit zu entfliehen. Er hasst den öden Dachboden in welchem die Familie wohnt (Bühnenbild Patrick Bannwart), wo nur das Allernötigste noch vorhanden ist, das Bild des Vaters dominiert, der Regen trostlos auf das Fenster in der Dachschräge tropft, und der Esstisch das Zentrum des Familienlebens darstellt. Shakespeare wird er bei der Arbeit genannt, weil er immer wieder Gedichte aufschreibt, auf Schuhkartons, was ihm letztendlich auch seinen Job kosten wird. Am Ende flüchtet er wie der Vater, verlässt die verzweifelte Mutter und die geliebte Schwester.
Richtig Schwung in den Abend bringt Martin Vischer als Jim O'Connor, Arbeitskollege von Tom und ehemaliger Schwarm von Laura. Er tritt nur in den letzten Szenen auf, eingeladen zum Dinner um mit Laura verkuppelt zu werden. Ein junger Mann mit Visionen. Er war der Star an der High School, Quaterback im Footballteam, Präsident des Debattierklubs, Musical Hauptdarsteller und, zur Verbitterung Lauras, Liebhaber des schönsten Mädchens an der Schule. Die Depression hat aber auch ihn erfasst und so endete auch er im Lagerhaus, für nur wenig Lohn mehr als Tom. Aber er hat sich noch nicht mit dem tristen Leben abgefunden. Das erkennt man an der Kleidung (Kostüme Falko Herold), das erkennt man am Auftreten und nicht zuletzt erkennt man es an seiner Flucht vor Laura. Für die er wohl etwas zu empfinden scheint, der er auch kurz Selbstbewusstsein einimpft und Zuneigung schenkt, der er aber dann unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er nicht bereit ist ihr Retter zu sein. Keine Sekunde glaubt man ihm die vorgegebene Liebe zu einem anderen Mädchen.
Symbolisch für die Zerstörung aller Hoffnung passiert das Zertreten des Glaseinhorns, der Lieblingsfigur Lauras, nach einem ausgelassenen Tanz der beiden. So schnell wie Jim aufgetreten ist, tritt er auch wieder ab.
Laura bleibt am Ende dort wo sie auch am Anfang war, in ihrer Glasmenagerie am Dachboden. Sarah Viktoria Frick, agiert mit großartiger Mimik und wenig Text. Obwohl sie nicht viel sagt konzentriert sie die Blicke der Zuschauer mit ihrem Spiel immer wieder auf sich. Schon in der Schulzeit war sie, wohl aufgrund ihrer leichten Behinderung und auch ihrer Introvertiertheit, vom sozialen Leben fast völlig ausgeschlossen. Verliebt in Jim, aber natürlich chancenlos beim Schulstar. Aufgrund eines Versprechers nannte er sie dort aber immer blaue Rose, was ihr zu schönen Träumen verhalf. Neben der körperlichen Beeinträchtigung verhindert auch eine mental ausgelöste Fehlfunktion ihres Magens, dass sie vorankommt. Immer, wenn sie in ihr unangenehme Situationen gerät, muss sie sich direkt übergeben. So z.B. beim Schreibmaschinenkurs der ihr eine berufliche Zukunft hätte sichern sollen. Sie übergibt sich aber auch auf ihr schönes Kleid als sie erfährt, dass der abendliche Gast ihr ehemaliger Schwarm sein wird und letztendlich direkt aufs Teller als dieser schließlich mit ihr am Tisch sitzt. Laura bleibt am Ende nur ihre Welt der Glasfiguren, selbst ihren geliebten Bruder verliert sie. Aber sie kann nicht mehr glücklich werden, zermalmt im Zorn auf ihr Leben eine ihrer geliebten Figuren mit bloßen Händen und steht mit blutüberströmten Handflächen im strömenden Regen unter dem geöffneten Dachfenster.
Danach geht alles weiter wie gehabt ...

Ein wunderbarer Theaterabend. Tolle Regiearbeit, tolle Darsteller.

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A Midsummer Night's Dream, Benjamin Britten

 

Ein schöner Abschluß meines hochkulturellen Wochenendes war gestern Abend der zweite Besuch der Neuinszenierung des Sommernachttraums in der Wiener Staatsoper.
Es war wieder alles wunderbar, so wie schon bei der Premiere, weshalb ich mir eine eingehende Rezension erspare.
Ich wählte diesmal die englischen Untertitel, welche Wort für Wort mit dem gesungenen (Shakespeare-)Text übereinstimmen. Dies intensivierte das Hörerlebnis doch merklich und werde ich bei englischsprachigen Opern in Zukunft wohl öfter mal machen.
Den größten Applaus erhielten wieder der spektakuläre Puck, der Chor der Opernschule und Simone Young mit dem Orchester. Der Klangkörper glänzte abermals und hat sich meinem Empfinden nach seit der Premiere nochmals gesteigert.
Eine wahre Freude.

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17.10.19 - LA CLEMENZA DI TITO - theater an der wien

ein weniger oft gespieltes werk von wolfgang amadeus mozart wird derzeit und in den nächsten wochen am theater an der wien gespielt und es hat den anschein, als hätte man sich darum bemüht, diese ohnehin nicht sonderlich mitreissende oper mit einer absolut nichtssagenden inszenierung so langweilig wie möglich auf die bühne zu bringen. 

die durch die bank sehr bemühten, aber eindeutig nicht der weltspitze zuzuordnenden sänger spazierten durch einen gang aus neonröhren, die der öden torquato-tasso-inszenierung des burgtheaters entnommen sein könnten und besagte neonröhren, die die veranda um einen von glas umschlossenen raum bilden sind leider auch das einzige bühnenbild. und so wird zu billiger effektheischerei gegriffen - so gab es den mit abstand größten und längsten zwischenapplaus für eine arie, die sesto auf einer extrabühne im musikalischem dialog mit dem für diese szene ausgeleuchteten und exponiert stehenden baritonoboisten, die nicht einmal übermäßig gut gesungen war, doch dieser inszenatorische trick genügte, um das sehr freundliche publikum in entzücken zu versetzen. einmal mehr zeigt sich an diesem premierenabend, dass die besucher des theaters an der wien wenig wert auf künstlerisches gelingen legen und dankbar für kleinste kleinigkeiten sind. 

star des abends war der countertenor david hansen als sesto. zwar ist der australier kaum in der ersten reihe dieses stimmfachs anzusiedeln, heute aber war sein auftritt das highlight, was natürlich auch an seinen kollegen liegt, von denen nicole chevalier als vitellia stimmlich alles aus sich herausholt, spielerisch jedoch maßlos übertreibt, was wohl auch dem uninspirierten regisseur sam brown anzulasten ist, der mit vier, fünf buhs sehr gut bedient ist, die sich aber ohnehin gegen undifferenzierten jubel schwertun. mari eriksmoen sang eine durchschnittliche servilia, der zweite countertenor des abends, kangmin justin kim als annio, lieferte eine ordentliche, keineswegs jedoch brillante leistung ab.

jeremy ovenden gab den tito und der zu den führenden mozart-tenören gehörende brite füllte die titelpartie nur bedingt aus. er hat einen hohen, trockenen tenor, seine stimme ist jedoch recht klein und so mag man sich nicht vorstellen, wie schwer er sich an einem auch nur annähernd grossem haus wie der staatsoper tun würde. grosser applaus war jedoch auch ihm vergönnt, im theater an der wien ist der jubel bekanntermaßen günstig. 

jonathan lemalu mühte sich durch die partie des publio, während die choreographin stina quagebeur nicht nur für die stinkfade personenführung zuständig war, sondern sich auch mit einem ausdruckstanz produzieren durfte. nominell war sie die figur der berenice, tatsächlich war sie eine teuer eingesetzte ballerina. 

der tatsächliche lichtblick des abends war die musikalische leitung von stefan gottfried, der einen gut aufgelegten concentus musicus (ausgerechnet der solooboist patzte) zu jederzeit passendem spiel anwies. eine bank wie immer der arnold schönberg chor.

"la clemenza di tito" wird in den nächsten wochen noch weitere fünf mal gespielt und so man eine gelungene musikalische aufführung einer weniger bekannten mozart-oper hören will, ist man im theater an der wien gut aufgehoben. möchte man jedoch umfassend, sprich visuell und auf erstklassigem stimmlichen niveau verwöhnt werden, könnte man bei dieser produktion falsch sein.

Edited by Marco Lecco-Mio

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