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Alfred Dorfer

10 Beiträge in diesem Thema

Alfred Dorfer (* 11. Oktober 1961 in Wien) ist ein österreichischer Kabarettist und Schauspieler. Überregionale Bekanntheit erlangte er gemeinsam mit Josef Hader als Hauptdarsteller des Films Indien.

Nach der Matura begann Dorfer ein Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in Wien, wandte sich 1982 der Schauspielerei zu mit einem Engagement beim Theater in der Josefstadt und begann 1984 mit eigenen Kabarett-Auftritten. 1987 erhielt er den Salzburger Stier. 1989 begann die Zusammenarbeit mit Josef Hader, 1991 schrieb Dorfer mit an dem Theaterstück Indien, das 1993 von Paul Harather verfilmt wird. 1994 folgte der Kinofilm Muttertag, in welchem er an der Seite von Roland Düringer, Andrea Händler und Reinhard Nowak, dem sogenannten Schlabarett, spielte. 1995 Freispiel. Im Jahr 1998 startete im ORF die Fernseh-Sitcom MA 2412, in der Dorfer mitspielte. 1999 folgte der Kinofilm Wanted, 2002 erhielt Dorfer den Deutschen Kleinkunstpreis. 2004 bekam er am ORF seine eigene wöchentliche Show, Dorfers Donnerstalk. In dieser setzte er sich satirisch mit der österreichischen Politik auseinander.

Seine bekanntesten Kabaretts

Am Tag davor (1984)

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Das Kabarett-Debut der Gruppe "Schlabarett" – von und mit den drei "erfrischenden, jungen und hochbegabten" (Volksblatt) Gründungsmitgliedern Peter Wustinger, Andrea Händler und Alfred Dorfer. Ein realsatirisches, originelles Nummernprogramm – mit pantomimischen und parodistischen Elementen – über den ganz normalen Wahnsinn des Alltags: im Altersheim, im Gemeindebau oder im alternativen Kommunikationszentrum.

Atompilz von links (1985)

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Des Durchbruchs erster Teil: Als sich Roland Düringer – "ein lustiger Rotschopf" (Tagblatt) – nach Beendigung seines Präsenzdienstes der Gruppe "Schlabarett" angeschließt, gelingt dem Quartett mit der zeitlosen Bundesheer-Satire "Atompilz von links" ein Senkrechtstart: "Das Intelligenteste, was die heimische Kabarettnachwuchsszene je produziert hat." (Kurier) Ein Kabarettprogramm mit durchgehender Handlung (seinerzeit ein Novum) über drei Männer, für die der Wahnsinn der Wehrpflicht zum Wegweiser für ihr Leben wird. "Atompilz von links" wird 1985 mit dem "Österreichischen Kleinkunstförderpreis" ausgezeichnet.

Kultur gegen Alle (1986)

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Das dritte "Schlabarett"-Programm – mit Alfred Dorfer, Roland Düringer und Eva Billisich: 17 entlarvende, szenische Blicke hinter die Kulissen des österreichischen Kulturbetriebs, eingebettet in die nicht minder realsatirische Rahmenhandlung eines Hörfunk-Interviews, das die Schlabarettisten anlässlich der Verleihung des "Kleinkunstpreises" für "Atompilz von links" zu durchleiden hatten. 1987 erhalten sie für ihre comedy-artige Abrechnung mit dem Theatergeschäft und seinen Randerscheinungen den "Salzburger Stier".

Sein und Schwein (1988)

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Ein selbstironisches "Männerkabarett" von und mit Alfred Dorfer und Roland Düringer, in dem sich die beiden Schlabarettisten ganz den diversen Ausformungen und Abarten maskuliner Verhaltensweisen widmen – insbesondere zur ganzjährigen Brunftzeit: Machos, Müslis, Spießer, Softies, Yuppies, pubertierende Knaben und gestandene Exekutivbeamte – keiner kommt ungeschoren davon. "Derb mutet bisweilen die Oberfläche an, der Inhalt aber ist geistvolle Satire." (OÖ Nachrichten)

Rikiki (1989)

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Eine aus 18 hochgradig grotesken Kurzszenen des französischen Autors Pierre Henri Cami zu einer absurd-clownesken Merkwürdigkeit zusammengestückelte "Nonsense-Revue" (Kurier). In dieser Festwochenproduktion verkörpert Alfred Dorfer die frustrierte Mutter Rikiki. Zum Ensemble gehören neben den Kabarettisten I Stangl und "Chin & Chilla" auch Dorfers "Schlabarett"-Kollegen Roland Düringer und Reinhard Nowak.

Fröstl (1990)

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Alfred Dorfer verkörpert in dieser existenzialistischen Kabarett-Burleske den vom Schicksal stets überrannten, pflichtbewussten Durchschnitts-Opportunisten Otto Fröstl, der im Angesicht des Todes seine Kindheit, Karriere und kaputte Ehe Revue passieren lässt. Eine realsatirische Abfolge ebenso aberwitziger wie beklemmender "Bilder eines erfolgreichen Lebens" (Untertitel) mit Roland Düringer und Eva Billisich.

"Souverän legen die Schlabarettler die Schwächen und die Scheinwelten der konsumistischen Weltverschwörung bloß." (AZ)

Muttertag (1991)

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Eine kabarettistische Schock-Komödie mit Alfred Dorfer, Roland Düringer, Reinhard Nowak, Eva Billisich und Andrea Händler.

Leichen im Keller und Feuer am Dach: Im Zuge der feierlichen Vorbereitungen zum Muttertag taumeln die Mitglieder der Familie Neugebauer halt- und hemmungslos in kuriose Katastrophen und unvorstellbare zwischenmenschliche Abgründe. Eine mit viel Blödelei durchsetzte, bitterböse Abrechnung mit dem heilen Schein der durchschnittlichen Spießer-Idylle. Am Ende ist sogar das Meerschweinchen tödlich bedrückt.

1994 wird "Muttertag" unter der Regie von Harald Sicheritz verfilmt.

Indien (1991)

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Das von Alfred Dorfer und Josef Hader verfasste kabarettistische Kabinettstück über zwei scheinbar unvereinbare Charaktere, die sich im Zuge einer gemeinsamen Dienstreise durch Niederösterreichs Wirtshäuser hassen und lieben – und das Leben in all seinen Spielarten kennenlernen, zählt zweifellos zu den wichtigsten Hervorbringungen des heimischen Humors im 20. Jahrhundert: Alfred Dorfer verkörpert den pseudointellektuellen Yuppie Kurt Fellner, Josef Hader spielt den dumpfen, aber herzlichen Proleten Heinz Bösel.

Zahlreiche Neuinszenierungen des Stücks an renommierten Theatern im gesamten deutschsprachigen Raum belegen den Stellenwert von "Indien": ein Kabarett-Klassiker der Moderne.

Zwei Jahre nach seiner Uraufführung 1991 wird das mit dem "Österreichischen Kleinkunstpreis" ausgezeichnete Stück auch mit großem Erfolg von Paul Harather verfilmt.

Mahlzeit (1992)

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Das vorläufig letzte gemeinsame "Schlabarett"-Programm – mit Alfred Dorfer, Roland Düringer und Monika Weinzettl. High Noon im Amt: Vor dem Hintergrund des von Chaos und Korruption gekennzeichneten magistratischen Müßiggangs bereiten sich die beiden personifizierten und pragmatisierten Gegensätze Engelbert Breitfuß und Mike Weber die Bürohölle auf Erden. Auf der Basis von "Mahlzeit" entstand 1998 die TV-Sitcom-Serie "MA 2412"

Alles Gute (1993)

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Alfred Dorfers erstes Solo – live von der Geburtstagsparty des Musiklehrers Robert Brenneis. 30 Jahre wird er alt und alle sollen sie kommen, seine Lehrer-Kollegen, Schulfreunde, Verflossenen und Verwandten, um die Kulisse für jenen Mittelpunkt abzugeben, den er für sich auserkoren hat: als Sänger einer eigens engagierten Band (Lothar Scherpe, Günther Paal, Peter Herrmann). Doch sein großer Abend wird zu einem persönlichen Desaster, zu dem kein einziger der geladenen Gäste erscheint. Jede Absage versetzt Robert Brenneis in seine Vergangenheit, holt sorgsam Verschüttetes an die Oberfläche und demaskiert seine gut gehüteten Lebenslügen. Von Erinnerung zu Erinnerung verdichtet sich die Erkenntnis, dass das Leben ihn gelebt hat, statt umgekehrt. Und ganz allmählich beschleicht den Midlifekrisengeschüttelten die ehrliche Angst vor dem Altern und vor dem Allein-Sein.

"Alles Gute" – ein tragikomisches Kabarett-Solo mit Musik.

Ohne Netz (1994)

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Alfred Dorfers zweites Solo – live aus dem Hotelzimmer des gefeierten Entertainers Fredl Frühling. Ein Star, den sein Lebensweg unaufhaltsam in Irrgärten und in Sackgassen geführt hat – und den nun, von allen Alternativen und Ausweichrouten verlassen, auf einem Seelentrip in die eigene Herkunft das große Zweifeln ereilt: Die Liebe endet mit Impotenz, die Karriere mündet in der Einsamkeit und die Kreativität im Alkohol. Nicht einmal der Erfolg ist eine Lebensversicherung, denn was nützt einem die Berühmtheit letztlich am Klo? Der Erfolglose weiß wenigstens, wo er noch hin will – der Erfolgreiche hat nur noch Ängste, die ihn weitertreiben. Die Angst vorm Scheitern, die Angst vor der Einsamkeit und die Angst – vor der Angst. Fredl Frühling reift zum Nihilisten und stirbt – lange vor seinem Tod.

Ein kabarettistisches Melancholical – in bewährter Begleitung von Lothar Scherpe, Günter Paal, Peter Herrmann und Robert Peres (Technik).

Badeschluß (1996)

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In seinem dritten – mit über 210.000 Zuschauern bislang erfolgreichsten – Soloprogramm (eine Kategorisierung, mit der man seiner kongenialen Combo mit schöner Regelmäßigkeit Unrecht tut) verkörpert Alfred Dorfer zwei Proponenten entgegengesetzter politischer Lager: im ersten Akt einen dynamischen Vertreter der neuen Rechten, im zweiten Akt einen frustrierten Vertreter der alten Linken. Frisch verlassen von ihren Frauen begeben sich beide auf einen waidwunden Psycho-Trip in den Süden – auf der Suche nach der verlorenen, seelischen Balance.

Mit satirischem Geschick arbeitet Dorfer die Parallelen und Kontraste der jeweiligen Freuden und Desillusionierungen heraus. Und das, ohne seine beiden Figuren zu grellen Karikaturen ihrer Ideologien zu machen. Im Gegenteil: Mit alltäglichen, unangenehm vertrauten Grautönen und stimmungsvollen Allegorien zeichnet er ihre Lebenswege nach – und ganz nebenbei ein genaues gesellschaftliches und politisches Sittenbild unserer Heimat.

heim.at

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Vom Anfang der Zeit bis zum Ende aller Dinge. Vom ersten Kopfhörer bis zur letzten Kreuzfahrt. Ein Programm im Zeichen der Zeit: "heim.at" ist eine abgründige Wendeltreppe in die Katakomben des österreichischen Unterbewusstseins. Ein komplexes Mosaik über die Ursachen und Folgen der Gegenwart. Gefügt aus persönlichen Erinnerungen und politischen Erfahrungen. Voll hintergründiger Zusammenhänge und optischer Täuschungen. Ein schillernder Trümmerhaufen, aus dem ganz zart die Hoffnung leuchtet.

Seine bekanntesten Filme/Rollen:

Indien (1993)

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Regisseur Paul Harather schuf mit seiner im In- und Ausland preisgekrönten Verfilmung des von Alfred Dorfer und Josef Hader verfassten Kabarett-Stücks eine der erfolgreichsten österreichischen Kino-Komödien aller Zeiten: Ein tragikomisches Roadmovie über zwei scheinbar unvereinbare Charaktere, die sich im Zuge einer gemeinsamen Dienstreise durch Niederösterreichs Wirtshäuser hassen und lieben – und das Leben in all seinen Spielarten kennenlernen. Alfred Dorfer verkörpert den pseudointellektuellen Yuppie Kurt Fellner, Josef Hader spielt den dumpfen, aber herzlichen Proleten Heinz Bösel.

Fellner: "Ich hab' ja so die Theorie, dass das Essen sehr oft in Zusammenhang steht mit der betreffenden Landschaft. Also dort, wo die Landschaft eher karg is', gibt's sehr oft gegrillte Sachen. Bei uns is' die Landschaft a bissl üppiger, daher haben wir diese vielen Mehlspeisen."

Bösel: "Aha. Ums Siaße reiss' i mi net so."

Fellner: "In Indien zum Beispiel, die essen überhaupt nur Reis. Die sitzen auf der Straß'n, essen Reis, lachen dabei, manche verhungern. Das muss irgendwie eine ganz eigene Landschaft sein."

Bösel: "Jetzt machen S' an Schmäh. Was, ehrlich wahr? 's is' a Wahnsinn, hearn S'. Diese anderen Völker ..."

Muttertag (1994)

Die härtere Komödie

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Die Verfilmung des erfolgreichen "Schlabarett"-Programms erwies sich als kolossaler Kinokassenschlager. Regisseur Harald Sicheritz schuf aus der Katastrophen-Komödie über die allseits verlogene Kleinbürger-Idylle in einem Wiener Gemeindebau eine videoclip-artige "Rocky Horror Comedy Show" mit allen Stars der heimischen Kleinkunstszene. In jeweils gleich mehreren Hauptrollen brillieren Alfred Dorfer, Roland Düringer, Reinhard Nowak, Andrea Händler und Eva Billisich. Sie verkörpern (u.a.) die Mitglieder der Familie Neugebauer, die den Feiertag zu Ehren der Mutter unfreiwillig zum Anlass nehmen, sich gegenseitig rücksichtslos in fatale, bzw. letale zwischenmenschliche Abgründe zu stoßen. Am Ende ist sogar das Meerschweinchen tödlich bedrückt: "I sogs glei: I woars net !" (Opa Neugebauer)

48 Stunden im Leben einer ganz normalen Familie. 48 Stunden, nach denen nichts mehr so ist, wie es vorher erschien – und alles wieder so erscheint, wie es auch vorher nie war.

Freispiel (1995)

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Für seine – nach "Muttertag" – zweite erfolgreiche Kino-Koproduktion mit Harald Sicheritz (Regie) kombiniert Alfred Dorfer Motive aus seinen beiden Solo-Programmen "Alles Gute" und "Ohne Netz" zu einer facettenreichen Tragikomödie über den midlifekrisengeschüttelten Musiklehrer Robert Brenneis (Alfred Dorfer), der solange nicht er selbst sein will, bis er anhand des ehemaligen Klassenkameraden Roland Pokorny (Lukas Resetarits), der es als gefeierter Popstar vermeintlich geschafft hat, auf die Sonnenseite des Lebens zu kommen, entdeckt, dass es Schlimmeres gibt.

In weiteren Rollen: Andrea Eckert, Reinhard Nowak, Silvia Fenz, Beatrice Frey, Günther Paal, Roland Düringer u.a.

Hinterholz 8 (1998)

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In der Verfilmung (Regie: Harald Sicheritz) von Roland Düringers Solo-Kabarett-Debut "Hinterholzacht" über das Schicksal eines Häuslbauers verkörpert Alfred Dorfer einen skrupellosen Kreditberater.

Die Nase voll von Stadt-Lärm, Abgasen und Nachbarn beschließt Herbert Krcal (Roland Düringer) frohen Mutes, seine gesicherte Existenz in einer Wohnung am Neubaugürtel gegen eine vermeintlich idyllische Zukunft in einem etwas renovierungsbedürftigen Häuschen im Grünen einzutauschen. Doch der entzückende Neuerwerb entpuppt sich als baufällige Ruine, die hilfreichen Kollegen (Reinhard Nowak, Wolfgang Böck) als arbeitsscheues Gesindel, der freundliche Bankbeamte (Alfred Dorfer) als durchtriebener Fallensteller ...

In weiteren Rollen: Nina Proll, Lukas Resetarits, Eva Billisich, Andrea Händler, Herwig Seeböck, I Stangl u.v.a.

Wanted (1999)

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Ein surrealsatirischer Film von Alfred Dorfer und Harald Sicheritz (Regie) über einen Grenzgänger zwischen Wirklichkeit und Vorstellung.

Alfred Dorfer spielt den schicksalsgebeutelten Unfallchirurgen Thomas Reiter, der sich freiwillig in eine geschlossene Anstalt zurückzieht. Überfordert von der Komplexizität des Alltags flüchtet er in seine faszinierende Phantasie-Welt: in den Wilden Westen, wo Gut und Böse noch Hand und Fuß haben. Zumindest dort kann er seine Probleme bewältigen.

"Für mich ist 'Wanted' eine Komödie, aber ich kann auch über Dinge lachen, die andere gar nicht lustig finden. Sagen wir so: Wenn 'Indien' eine Komödie war, dann ist 'Wanted' auch eine." (Alfred Dorfer)

In weiteren Rollen: Michael Niavarani, Erwin Steinhauer, Roland Düringer, Karl Markovics, Simon Schwarz, Eva Billisich, Karl-Ferdinand Kratzl, Reinhard Nowak, Gerald Votava, John Phillip Law u.a.

"Wanted" war mit 183.000 Zuschauern der erfolgreichste österreichische Kinofilm des Jahres 1999.

Ravioli (2003)

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Hoschek, der ehemalige Bankfilialleiterstellvertreter, kehrt zurück in die leerstehende Wohnung seiner Eltern und übt zwischen Donauland-Vorschlagsbänden, großgemusterten Vorhängen und einem ziemlich verstimmten Klavier die hohe Kunst des Scheiterns. Nach dem Verlust seines Jobs und dem Ende der Ehe lässt der von Alfred Dorfer verkörperte Antiheld sein Leben Revue passieren. Ständig schwankt Heinz Hoschek zwischen bitterer Ironie und Selbstmitleid, zwischen Imagination und Realität, zwischen einem hoffnungsvollen Damals und seinem Jetzt, das sich nur noch mit gesteigertem Konsum von Alkohol und Valium ertragen lässt. Kein Zweifel: der Mann ist ein Untergeher.

Aber sein Untergang wird mit skurrilem Humor und ironischer Leichtigkeit erzählt.

"Ravioli" verwendet Elemente aus Alfred Dorfers aktuellem Bühnenstück "heim.at"; und ist doch etwas ganze anderes als die Filmversion eines Kabarett-Programms. Regisseur Peter Payer gelingt mittels lakonischer Erzählweise, ungewöhnlicher Bildsprache und mutiger Montagetechnik jene Balance zwischen Tragik und Komik, die diesem gelungenem Psychogramm seine ganz besondere Note verleiht. Surreales mischt sich mit fast - Dokumentarischem, trockener Witz mit genauer Milieuschilderung.

In weiteren Rollen: Michou Friesz, Gertraud Jesserer, Nicholas Ofczarek, Günther Paal, Branko Samarovski u.a.

Serien

Qualtingers Wien (1997)

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Eine Hommage an Helmut Qualtinger.

Aus Szenen, Skizzen und Sketches, die Helmut Qualtinger in den 60er und 70er Jahren verfasste, haben die beiden Autoren Harald Sicheritz (Regie) und Alfred Dorfer 20 ausgewählt, ihnen einen dramaturgischen Ablauf verliehen und so ein Quasi’sches Pandämonium der Wiener Herzlichkeit geschaffen. Als roter Faden für diese 90-minütige "Short Cuts"-Collage, deren Episoden in einem Gemeindebau, in einem Stundenhotel, an einem Würstelstand, im Prater und in den umliegenden Gassen spielen, diente das Stück "Im Prater blüh‘n wieder die Bäume", das Qualtinger einst für sich und seine Frau Vera Borek geschrieben hatte.

Die Besetzungsliste gleicht einem Best-of der heimischen Kabarett- und Schauspielszene: Vera Borek, Wolfgang Böck, Eva Billisich, Ingrid Burkhard, Alfred Dorfer, Roland Düringer, Ottfried Fischer, Beatrice Frey, Otto Grünmandl, Andrea Händler, Wolfgang Hübsch, Karl-Ferdinand Kratzl, Karl Markovics, Erni Mangold, Louise Martini, Marianne Mendt, Fritz Muliar, Reinhard Nowak, Nikolaus Paryla, Hanno Pöschl, Lukas Resetarits, Dolores Schmidinger, Kurt Sobotka, Bibiane Zeller u.v.a.

MA 2412 (ab 1998)

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Auf der Basis des letzten gemeinsamen "Schlabarett"-Programms "Mahlzeit" erarbeiteten Alfred Dorfer, Roland Düringer und Harald Sicheritz (Regie) die bislang 34-teilige Fernseh-Sitcom für den ORF. "Die ganze Wahrheit" (Untertitel) über die von Chaos, Inkompetenz und Korruption gekennzeichneten Geschehnisse in der "Magistratsabteilung für Weihnachts-Dekoration", in der zwei ebenso pragmatisierte wie personifizierte Gegensätze alle Hände voll zu tun haben, dem Müßiggang zu frönen – und sich gegenseitig die Büro-Hölle auf Erden zu bereiten: Alfred Dorfer als der mit Vokuhila-Frisur und Schnauzbart behübschte Vorstadt-Casanova Mike Weber und Roland Düringer als schmerbäuchiger Toupetträger und Modellauto-Bastler Engelbert Breitfuß. Weiters zum Stamm-Inventar von "MA 2412" zählen Monika Weinzettl als ebenso unterbelichtete wie formvollendete Sekretärin und Karl-Ferdinand Kratzl als reichlich kurioser Weihnachtsmann.

Noch vor dem Fernseh-Start der Serie zu Silvester 1998 waren 60.000 Video-Cassetten der ersten "MA 2412"-Staffel über die Ladentische gegangen. Damit dürfte "MA 2412" weltweit die einzige TV-Sitcom sein, die bereits vor ihrer Erstausstrahlung Kultstatus genoss. 1999 wurde "MA 2412" mit der "Platinenen Videokassette" ausgezeichnet.

Dorfers Donnerstalk (ab 2003)

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Dorfers Donnerstalk (ab 2003)

"Die Geheimsatiriker der Republik, Leute also, die sich der von ihnen verbreiteten Lächerlichkeiten gar nicht bewußt sind, liefern unermüdlich Material. Und wirkliche Satire bedient sich dessen in „Dorfers Donnerstalk“ so unverschämt, dass es eine Freude ist. Diese perfekte Mischung aus Klugheit, Witz und wohltuender Härte ist keine Selbstverständlichkeit in einem Land, in dem die Angst vor den Mächtigen groß genug ist, um beißende Kritik gar nicht erst zu versuchen.

Für mich als Journalisten ist das Schöne an Alfred Dorfer und seinem Team (Florian Scheuba, Günther Paal, Lothar Scherpe, Peter Herrmann): Ich muss nichts mehr über ihre Qualität sagen. Sie tun, was zu tun ist. Ein Glücksfall."

Herbert Hufnagl

Was haltet ihr so von Alfred Dorfer? Welche Filme/Kabaretts gefallen euch von ihm am besten, welche nicht so?

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Was haltet ihr so von Alfred Dorfer? Welche Filme/Kabaretts gefallen euch von ihm am besten, welche nicht so?

Dorfer war einige Zeit mein absoluter Lieblingskabarettist. Nur in den letzten Jahren bin ich etwas enttäuscht von ihm und andere Künstler haben ihm den Rang abgelaufen. Kommt mir so vor als ob er sein Hauptaugenmerk nur mehr auf den Kommerz richtet. Mit seinem Stück heim.at tourt er schon mehr als 4 Jahre durch Österreich. Bin auch kein besonderer Freund von Dorfers Donnerstalk. Wäre mir lieber er würde bald wieder mit einem guten und vor allem neuen Kabarett-Stück aufhorchen lassen. Dennoch hatte er einige sehr gute Stücke. Meinen Lieblingsstück von ihm ist Badeschluss. Zu seinen besten Filmen zähle ich Indien, Freispiel & evtl. auch Wanted.

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hm Hader - Dorfer - Düringer

das is meine Favoritenreihung

danke für den tollen thread :) is ganz interessant.

ach ja wer haders neues programm noch nicht gesehen hat...HINGEHEN

des is sowas von genial und seine schauspielerische leistung is genial! :super::super::super:

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hm Hader - Dorfer - Düringer

das is meine Favoritenreihung

ist auch meine reihung! :super:

wobei hader und dorfer für mich ziemlich gleich auf platz 1 sind!

dorfer - einfach genial! leider durfte ich sein programm live noch nicht bewundern.

das gleiche gilt für josef hader. sein programm ist restlos ausverkauft! :(

dafür war ich live bei düringers stadthallen auftritt! ein kabarett kann gar nicht unterhaltender sein als das was er geboten hat!

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Dorfer ist auf alle Fäller mehr mein Geschmack als zB Düringer. Allerdings kommt in meiner Liste noch Niavarani vor Dorfer. ;) Aus irgendwelchen gründen finde ich auch Andreas Vitasek teilweise zum absolut schieflachen; bisher bin ich aber so ziemlich alleine mit dieser Meinung. Gunkl hab ich mal in der Schule einen Auftritt gesehen, der war auch lustig.

Von Hader hab ich ehrlich gesagt bisher am absolut wenigsten gesehen, Kabarettnummer noch gar keine. :x

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Manches von Dorfer reißt mich nicht so 'raus, aber "Atompilz von links" und "Muttertag" sind für mich (neben "Intensivdamisch" und "Zwei echte Österreicher" von Thomas Maurer) das Genialste, was das heimische Kabarett je hervorgebracht hat. :D

bearbeitet von neuron

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von dorfer

indien - :super::super::super::super:

muttertag - :super::super::super:

ma2412- :super::super::super:

wanted - :super::super:

freispiel - :super::super:

hinterholz8 (wobei er da ja nur eine nebenrolle spielt) :super::super:

donnerstalk (aber mehr wegen den gästen) :super::super:

andere kabarettisten

hader - :super::super::super::super:

gunkl - :super::super::super::super:

vitasek - :super::super::super:

düringer - :feier:

händler- :nope:

resetarits - :super::super::super:

niavarani - :super::super::super:

rudle- :glubsch:

allgemein finde ich diesen thread :super::super::super::super::super::D

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Dorfer ist auf jeden Fall :super: . Haders neues Programm hab ich leider noch nicht gesehen. Vitasek und Düringer taugen mir auch.

Der absolute Aufsteiger ist für mich in den letzten Jahren Mike Supancic. Einfach zum Schieflachen. Hat ihn von euch schon jemand gesehen?

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