LEIMBEIDL sagte am 18. July 2011 - 21:40:
Steht jetzt schon zum zweitenmal so in diesem Thread und ich frage mich, woher dieses Gerücht kommt.
Bosman gilt für jeden Sportler in der EU, der seinen Sport professionell betreibt. Egal ob Mann oder Frau, egal ob Fußball oder z.B. Tischtennis. Läuft einem Profisportler ein Vertrag aus hat er wie jeder andere Bürger das Recht auf freie Arbeitsplatzwahl in der EU. Dieses Recht darf nicht vom bisherigen Verein durch das Fordern einer Ablöse beschränkt werden.
Schladi sagte am 18. July 2011 - 21:27:
Das perverseste daran: Die meisten die von einem Klub "geknebelt" werden, haben Zeit ihres Lebens nie einen Vertrag unterschrieben. Dennoch gehören sie dem Verein.
Einzige Möglichkeit sich dem ganzen zu entziehen: Egal wo man hinwechselt, muss man sich schriftlich (mit Vereinsstempel!!!!!!!) bestätigen lassen, dass man jederzeit kostenlos wieder wechseln kann
So ist das also in Österreich. Interessant und Danke für die Information.
"Du stehst 1,5 Jahre" bedeutet, dass man wechseln kann, aber dann für 1,5 Jahre für den neuen Verein gesperrt ist, richtig?
Ich verstehe, dass es diese Sperren gibt, 6 Monate wie in Deutschland sind da ganz ok und es dient eben dazu auch den Vereinen eine gewisse Planungssicherheit zu geben. 1,5 Jahre sind natürlich, gerade dann für Jugendspielerinnen, deutlich zu lang.
Bin jetzt ehrlich gesagt verwundert, dass das in Österreich so abläuft, weil das ja nun wirklich keine praktikable Lösung ist, gerade im Jugendbereich. Ist das denn bei den männlichen Nachwuchsspielern genauso?
Peda_ooe sagte am 19. July 2011 - 07:54:
ich glaube nicht, dass es viel Sinn macht, eine neue Liga zu gründen, vor allem nicht als Profi-Liga, die man gleich auf das Niveau der ÖFB-Frauenliga heben will.
Ja, macht keinen Sinn und ist vor allem sicher nicht finanzierbar. In Deutschland, habe ich neulich gelesen, ist es das Ziel des DFB, eine Damenbundesliga aufzustellen, die sich von den Strukturen und dem Professionalisierungsgrad, so zwischen 3. und 4. Herrenliga bewegt, also de facto eine Profiliga mit echten Profis plus einigen bezahlten "Amateuren." Bis das wirklich geschafft ist, werden noch einige Jahre ins Land ziehen und Deutschland ist momentan sicher weltweit das Land, das am nächsten dran ist, eine Profiliga zu haben.
In Österreich, genauso wie z.B. in Spanien, England, Frankreich braucht man da momentan gar nicht drüber nachzudenken.
Das Zuschauerinteresse ist einfach viel zu gering und das ist es auch in Deutschland. DIe WM jetzt war natürlich sehr gut besucht, aber das war pures Eventpublikum. In ein paar Monaten ist wieder Damen-Bundesliga, es spielt Bad Neuenahr gegen FCR Duisburg oder so und abgesehen von wenigen hundert Hardcore-Fans und ein paar Mädchenmannschaften die freien Eintritt haben, interessierts keine Sau.
Damit lassen sich halt auch keine Einschaltquoten machen und deshalb auch wenig potente Sponsoren finden.
Fast niemand ist daran interessiert jede Woche ein Damen-Bundesligaspiel live im TV geboten zu bekommen und wenn ich eine junge Spielerin nach ihren Idolen frage, dann höre ich nicht Marta oder Bajramaj, sondern Messi und Christiano Ronaldo. Das ist der Ist-Stand.
Was bleibt von der WM? Nun ja, ein Boom im Frauenfußball ist unverkennbar. Einerseits kommt der Boom vom medialen Hype den ARD und ZDF(bisschen vielleicht auch ORF, kann ich jetzt nicht so beurteilen) angefacht haben, weils eben gerade gut ins Sommerloch reinpasste, bescheuerte Slogans wie, "3.Plätze sind was für Männer" (jaja Hochmut kommt vor dem Fall) inbegriffen. Da wollte man Emotionen verkaufen, die eigentlich gar nicht da waren und das war auch irgendwie ziemlich nervtötend. Andererseits gibts natürlich auch den Boom an der Basis. Die Zahlen der Mädchen die Fußball spielen schnellen nach oben und soweit ich weiss, gilt das ja auch für Österreich. Das ist natürlich eine gute Sache. Zukünftig grösserer Spielerpool bedeutet auch langfristig steigendes Niveau und die jungen Mädels die jetzt anfangen sind auch die Zuschauerinnen von morgen, die sehen wollen, was die Profis in der Sportart, die sie selber betreiben, so können.
Für mich persönlich bleibt von der WM ein Event, dass dazu beigetragen hat den Frauenfußball bekannter zu machen und dass sicher auch dazu führt, dass nochmehr Mädels sich in Fußballvereine einschreiben. Mir hats aber auch die Erkenntnis gebracht, dass man einen Sport nicht grösser machen sollte. als er eigentlich ist. Das aggressive Gepushe, gerade der deutschen Medien, eines Sport, der einfach noch lange nicht so weit ist, dass er die Massen fasziniert, hat dem Frauenfußball sicher nicht nur neue Freunde gebracht, sondern auch viele neue Feinde.
Man sollte von demher vielleicht gar nicht so viel über Profiligen reden, sondern sich den Sport erstmal entwickeln lassen. Vielleicht kann der Frauenfußball, dann irgendwann mal Emotionen wecken, wenn Kinder schon damit aufwachsen, dass Frauenfußball eine Riesensache ist. Das wird aber wohl noch ein paar Generationen brauchen.



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