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transfermarkt.at: Aufsteiger LASK führte die Liga im Herbst zeitweise an und liegt jetzt in Schlagdistanz zu Leader Sturm. Was ist der Schlüssel zum Erfolg?
Jürgen Panis: Die jungen und alten Spieler haben sehr gut harmoniert, dazu blieben die Routiniers verletzungsfrei. Die Jungen, die regelmäßig spielen – vor allem Hoheneder und Klein – haben sich sehr schnell an das Niveau der Bundesliga angepasst. Das sind die wesentlichen Gründe des Erfolgs. transfermarkt.at: Welche Rolle spielt Karl Daxbacher?
Jürgen Panis: Er ist eineinhalb Jahre da und es ist ständig bergauf gegangen. Natürlich wird es irgendwann Rückschläge geben, aber er weiß einfach ganz genau, wie er mit den Spielern umgehen muss. Er kann sehr gut abschätzen, wann ein Spieler eine Pause braucht. Vor allem bei den Älteren ist das natürlich extrem wichtig. transfermarkt.at: Von der Red Zac-Spitze direkt an den Bundesliga-Olymp. Wieso fiel euch das so einfach?
Jürgen Panis: Unten wird einfach beinhart gekämpft, oben kommt die spielerische Komponente mehr zum Tragen. Es werden mehr tödliche Pässe gespielt. Hier werden spielerische Elemente werden eingesetzt, zum Erfolg zu kommen.
transfermarkt.at: Ihr seid dafür spielstark genug, ohne euch im Sommer im Mittelfeld verstärkt zu haben.
Jürgen Panis: Wir haben im Laufe der Saison noch den Brasilianer Wendel geholt, der sehr gute Leistungen bringt. Im Mittelfeld sind wir sicher sehr gut besetzt, auch der Ivo (Ivica Vastic, Anm.) hat bewiesen, dass er mit nach hinten arbeiten kann. Jetzt kommt auch noch Ralph Spirk zurück, dazu auch noch die beiden Argentinier. Wir haben einen starken Kader, jetzt sind wir auch in der Dichte stärker.
transfermarkt.at: Mit den Argentiniern und Richard Wemmer sind drei neue Mittelfeldspieler im Kader. Dein Eindruck?
Jürgen Panis: Bei Richie Wemmer sieht man den Unterschied zur Red Zac. Körperlich muss er noch zulegen, technisch ist er sicher ein sehr guter Mann. Bei den Argentiniern muss man abwarten, wie sie sich in der Bundesliga entwickeln. Training und Testspiele sind einfach nicht dasselbe. Ich kenne die argentinische Liga zu wenig, aber ich denke, dass man dort sehr wenig Wert auf Taktik legen, was bei uns ganz anders ist. Technisch sind sie aber ohne Frage sehr gute Spieler.
transfermarkt.at: Dein Vertrag läuft aus. Presseberichten zufolge wollte der Präsident dir die Teilnahme am Trainingslager in Dubai untersagen, solltest du nicht unterzeichnen. Entspricht das der Wahrheit?
Jürgen Panis: Das ist wahr, zwei Tage vor dem Abflug hat er mir das gesagt. Es war ein Missverständnis, wir hätten uns vorher zusammensetzen sollen. Er wollte keinen Spieler dabeihaben, der keinen Vertrag für die nächste Saison hat. Wir haben uns zusammengesetzt und sind uns näher gekommen. Unterschrieben ist aber noch nichts.
transfermarkt.at: Neben den Routiniers stehen einige Talente im Kader. Wem traust du eine große Karriere zu?
Jürgen Panis: Es ist schwer, das zu beurteilen. Aber der Nik (Niklas Hoheneder, Anm.) und der Flo (Florian Klein, Anm.) sind nach einer halben Bundesligasaison schon sehr weit. Sie haben sicher großes Potenzial. Die anderen müssen sich im Training voll reinhauen und sich ihre Chance erkämpfen – und diese müssen sie dann nützen. Sie dürfen sich nicht damit zufrieden geben, wenn sie einmal spielen. Man muss einfach tagtäglich an sich arbeiten. Es liegt an ihnen selbst.
transfermarkt.at: Du hast bereits eine lange Karriere hinter dir. Was waren die bisherigen Höhepunkte?
Jürgen Panis: Erster Meistertitel, erste Einberufung – jeder Titel ist natürlich etwas Besonderes. Der Red Zac-Titel im Sommer war auch sehr wichtig, da wir einfach aufsteigen mussten und einen riesigen Druck von allen Seiten hatten. Ich möchte eigentlich keinen Erfolg hervorheben.
transfermarkt.at: Wo siehst du die Tiefpunkte?
Jürgen Panis: Das war sicher die Rückenverletzung (Spondylolisthesis, Anm.) in meiner Austria-Zeit. Da stand meine Karriere wirklich am Scheideweg. Es war für mich die negativste Erfahrung meines Lebens. Ich habe wirklich nicht gewusst, ob es noch einmal aufwärts geht.
transfermarkt.at: Hattest du Gedanken an ein frühes Karriereende?
Jürgen Panis: Absolut. Meine Frau hat mich sehr unterstützt, aber ich habe sehr mit dem Gedanken gespielt, aufzuhören. In den vielen Monaten, in denen du nicht spielen kannst, resignierst du. Aber meine Frau hat mir immer gut zugeredet, und jetzt hab ich es ja noch einmal geschafft. Das habe ich eigentlich fast nur ihr zu verdanken.
transfermarkt.at: Dein Ex-Coach Joachim Löw, unter dem du in Tirol sowie bei der Wiener Austria gespielt hast, ist mittlerweile Teamchef der deutschen Nationalmannschaft. In Österreich erfuhr er jedoch nur wenig Wertschätzung.
Jürgen Panis: Mit Tirol war er sehr erfolgreich, obwohl wir in einer schwierigen Situation waren, weil wir Spieler keine Gehälter bekommen haben. Trotzdem sollten wir unsere Leistungen bringen und den Titel verteidigen. Wir waren eine gute Mannschaft, aber natürlich gab es keine gute Stimmung im Team. Mit seiner ruhigen, sachlichen Art war er der perfekte Trainer. Zur Austria braucht man nicht viel sagen. Es konnte dort einfach nicht in Ruhe gearbeitet werden. Sie haben hohe Ziele verfolgt, und dann alle paar Monate alles umgekrempelt. Dass das nicht funktionieren kann, haben die Jahre gezeigt. Nur mit kontinuierlicher Arbeit kann man im Fußball etwas erreichen, wie wir mit dem LASK bewiesen haben. Außerdem war Löw Tabellenführer, als er gehen musste. Daher kann seine Arbeit nicht schlecht gewesen sein. Ich gönne ihm seinen momentanen Erfolg und freue mich wirklich sehr für ihn.
transfermarkt.at: Du hast schon öfters unter den finanziellen Turbulenzen der Klubs gelitten. Was geht in solch einer Situation innerhalb der Mannschaft vor?
Jürgen Panis: Du wirst sehr oft angelogen. Man erwartet von uns Ehrlichkeit und uns wird dann Woche für Woche etwas vorgegaukelt. So war es auch in Tirol. Es hieß, dass das Geld da war und nach dem Spiel kommen sollte, aber am Ende waren es leere Floskeln. Dann kommt es natürlich zu Missverständnissen und als Spieler bist du sowieso machtlos. Wenn du den Verein unter Druck setzt und nicht spielst, schneidest du dir ins eigene Fleisch.
transfermarkt.at: Als langjähriger Begleiter des österreichischen Fußballs: Ist die große Talfahrt durchschritten?
Jürgen Panis: Ich hoffe, dass es durch die Europameisterschaft aufwärts geht und die Vereine verstehen, dass man nur mit ehrlicher Arbeit erfolgreich sein kann. Schwarze Schafe wird es aber immer geben. Aber ich hoffe doch, dass es bergauf geht. In den letzten Jahren gab es nach jeder Saison Konkurse – schlimmer kann es eh nicht mehr werden. Vielleicht geht einigen ein Licht auf und sie beginnen nur das zu benutzen, was sie haben. Einige laufen einfach blauäugig durch die Gegend und hoffen, dass ein Millionär einsteigt. Das ist doch nicht normal! Der LASK oder auch Ried beweisen, dass man auch so viel erreichen kann, auch wenn man dafür durch Täler gehen muss. Jetzt ernten wir die Früchte unserer Arbeit – ein tolles Gefühl.
transfermarkt.at: Du bist 32 Jahre alt. Welche Ziele verfolgst du?
Jürgen Panis: Sag niemals nie! Wenn ich wirklich gute Leistungen bringe, kann ich vielleicht noch auf den EM-Zug aufspringen, im Herbst habe ich alle überzeugt. Aber Hickersberger ist auf einem anderen Weg, das muss ich akzeptieren. Aber gewisse Titel muss man einfach mitnehmen (lacht). Wir haben beim LASK auch hohe Ziele, zum Beispiel einen UEFA-Cup-Startplatz. Ein paar zusätzliche Meistertitel täten mich auch nicht ärgern (lacht).
transfermarkt.at: Schon im Frühjahr?
Jürgen Panis: Im Frühjahr ist alles möglich, wir sind zwei Punkte hinter dem Ersten, die Saison wird brutal schnell vorbei sein. Wenn wir gut starten und die Leistungen aus dem Herbst bestätigen, dann ist sicher zumindest ein UEFA-Cup-Platz drin.
transfermarkt.at: Wie lange sehen wir Jürgen Panis noch in unseren Stadien?
Jürgen Panis: Das hängt ganz einfach von der körperlichen Verfassung ab. Ich kann sagen, dass ich noch drei, vier Jahre spiele, aber man weiß nie, was passiert. Aber ich will auf jeden Fall noch so lange spielen, wie ich kann.
transfermarkt.at: Transfermarkt.at bedankt sich für das Interview und wünscht viel Erfolg.
Dieses Interview führte für Transfermarkt.at Martin Erian.
Quelle: [ http://www.transferm...s/anzeigen.html ]
Die Passage mit Reichel gefällt mir überhaupt nicht. Bisher hab ich geglaubt, dabei handle es sich um eine Verleumdung eines bekannten Journalisten, doch wenn er das jetzt auch noch bestätigt.. So geht man jedenfalls nicht mit etablierten Spielern um. Bleibt nur zu hoffen, dass es nach diesen Ergeignissen für Panis noch Sinn macht, bei uns zu verlängern.
Dieser Beitrag wurde von Sportsfreund bearbeitet: 01. September 2008 - 21:30



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