BaZ online 9.11.04
Bern. Si/AP/baz. 1307 Tage vor dem Eröffnungsspiel der EURO 2008 in der Schweiz und Österreich haben der SFV und die UEFA sowie der Schweizer Turnierdirektor Christian Mutschler positive Signale ausgesandt: Das Projekt ist perfekt im Fahrplan.
Jürgen Müller, der Projektleiter der UEFA, bekräftigte, dass die Vorbereitungen nicht nur gut im Fahrplan seien, sondern im Vergleich mit der letzten EM-Organisation einen grossen Vorsprung aufweisen. "In einigen Bereichen, vor allem bei der Zusammenarbeit mit den Behörden, sind wir diesmal über ein Jahr besser dran als vor vier Jahren während der Vorbereitung auf die EURO 2004 in Portugal."
Während Müller im Namen der UEFA die professionelle Zusammenarbeit der beiden Verbände und der Behörden lobte, verwies Mutschler auf die seit wenigen Tagen verbesserten Perspektiven in der leidigen Stadienfrage der Schweiz. "Das Projekt Letzigrund ist dem Management der UEFA vorgelegt. Bis Ende Dezember werden wir es weiter verfeinern. Wir verfolgen nun klar dieses Projekt und wünschen uns den Letzigrund als viertes Schweizer EM-Stadion."
Nur als mögliche Alternative wollen die Organisatoren deshalb das Stadion in Martigny im Unterwallis im Auge behalten. "Christian Constantin ist bereit, das Stadion in Martigny EM-tauglich zu bauen. Aber für uns hat der Letzigrund Priorität, zumal die UEFA signalisiert hat, dass es in der Schweiz nur vier EM-Stadien geben wird", erklärte SFV-Generalsekretär Peter Gilliéron.
Umsätze von rund 500 Millionen Franken
Die Fussball-EM 2008 wird laut einer Studie in der Schweiz Umsätze von einer halben Milliarde Franken auslösen und 300 Millionen Franken Wertschöpfung generieren. Die weltpolitische Lage zwingt allerdings zu zusätzlichen Ausgaben für die Sicherheit. Dem Bundesrat soll eine entsprechende Anpassung unterbreitet werden.
Die im Auftrag des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) erarbeitete Studie hat ergeben, dass die Fussball-Europameisterschaft 2008 durch direkte und indirekte wirtschaftliche Effekte Umsätze von 470 Millionen bis 545 Millionen Franken bringen wird. 57 Prozent sind auf den Tourismus und 26 Prozent auf Ausgaben des Veranstalters zurückzuführen. Werbe- und Medienaktivitäten bringen acht Prozent, die Stadionerweiterung in Basel sechs Prozent und Ausgaben für Telekommunikation drei Prozent des Gesamtumsatzes.
Bis 3790 Jahresvollzeitstellen
Die Umsätze lösen laut der vom SFV in Bern vorgestellten Studie eine Bruttowertschöpfung von 280 Millionen bis 315 Millionen Franken und eine Beschäftigungsvolumen von 3'240 bis 3'790 Jahresvollzeitstellen aus. Damit sind die EM-Fussballspiele mit Abstand die grösste bisher in der Schweiz durchgeführte Sportveranstaltung.
Von zentraler Bedeutung sind laut dem SFV die touristischen Effekte der EM 2004, die Ausgaben von Zuschauern, Teams, Medienvertretern, Sponsoren und UEFA-Vertretern umfassen. Bei den Besuchern wird mit Gesamtfrequenzen von 830.000 bis 1,03 Millionen gerechnet. Davon entfallen rund 16 Prozent auf Tages- und 84 Prozent auf übernachtende Besucher, die 690.000 bis 860.000 Hotel-Logiernächte generieren.
Basel profitiert am meisten
Von den Austragungsorten Basel, Bern, Genf und Zürich profitiert die Region Basel am meisten. Die Umsätze sind in Basel - inklusive der Auswirkungen der EM-bedingten Stadionerweiterung - mit rund 67 Millionen Franken mehr als doppelt so hoch wie in Bern (28 Millionen Franken) und in Genf (25 Millionen). In Zürich werden 39 Millionen Franken Umsatz durch den Tourismus erwartet. Falls das geplante Stadion in Zürich nicht rechtzeitig bis zur Fussball-EM fertig sein wird und die Spiele auf die drei anderen Schweizer Standorte verteilt werden, profitieren diese zusätzlich.
Die öffentliche Hand muss als Hauptverantwortliche für die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit hohe Leistungen erbringen. Die unvorhersehbare internationale Sicherheitslage und die an die Durchführung der EM gestellten Sicherheitsansprüche lassen gemäss dem Fussballverband Zusatzkosten für die öffentliche Hand erwarten. Diese können zum heutigen Zeitpunkt noch nicht qualifiziert werden. Dem Bundesrat soll im kommenden Dezember eine entsprechende Änderung unterbreitet werden. Der Bundesrat hatte in seiner im Februar 2002 verabschiedeten Botschaft zur schweizerisch-österreichischen Kandidatur für die EURO 2008 festgehalten, dass er die EM in der Schweiz mit maximal 3,5 Millionen Franken unterstützen will.
...........................................................................................................
Letzigrund soll viertes Schweizer EM-Stadion sein
9. November 2004, 12:11, NZZ Online
Letzigrund soll viertes Schweizer EM-Stadion sein
Positive Signale für die Fussball-EM 2008
1307 Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fussball-EM 2008 in der Schweiz und Österreich haben der SFV und die Uefa sowie der Schweizer Turnierdirektor Christian Mutschler positive Signale ausgesandt: Das Projekt ist perfekt im Fahrplan.
(si)/zz. Jürgen Müller, der Projektleiter der Uefa, bekräftigte in einer Medienkonferenz in Bern, dass die Vorbereitungen nicht nur gut im Fahrplan seien, sondern im Vergleich mit der letzten EM-Organisation einen grossen Vorsprung aufweisen. «In einigen Bereichen, vor allem in der Zusammenarbeit mit den Behörden, sind wir diesmal über ein Jahr besser dran als vor vier Jahren während der Vorbereitung auf die EM 2004 in Portugal.»
Während Müller im Namen der Uefa die professionelle Zusammenarbeit der beiden Verbände und der Behörden lobte, verwies Christian Mutschler auf die seit wenigen Tagen verbesserten Perspektiven in der leidigen Stadienfrage der Schweiz. «Das Projekt Letzigrund ist dem Management der Uefa vorgelegt. Bis Ende Dezember werden wir es weiter verfeinern. Wir verfolgen nun klar dieses Projekt und wünschen uns den Letzigrund als viertes Schweizer EM-Stadion.»
Nur als mögliche Alternative wollen die Organisatoren deshalb das Stadion in Martigny im Unterwallis im Auge behalten. «Christian Constantin ist bereit, das Stadion in Martigny EM-tauglich zu bauen. Aber für uns hat der Letzigrund Priorität, zumal die Uefa signalisiert hat, dass es in der Schweiz nur vier EM-Stadien geben wird», sagte SFV-Generalsekretär Peter Gilliéron.

Zürichs Stadträtin Kathrin Martelli und Architekt Eraldo Consolaseio vor dem Modell des Stadionprojekts Letzigrund (Bild key)



Nach oben
















