Antonin Panenka
Geburtsdatum: 02.12.1948
Geburtsort: Prag
Nationalität:
Position: Mittelfeld
Spitzname: "Tonda"
Vereine als Spieler:
Bohemians Prag (1967-1981)
Rapid Wien (1981-1985) (4 1/2 Saisonen, da er ab Anfang 1981 bei Rapid spielte)
VSE St. Pölten (1985-1987)
Erfolge:
Europameister 1976 mit der CSSR
EM-Dritter mit der CSSR 1980
2x Österreichischer Meister mit Rapid (1982 & 1983)
3x Österreichischer Cupsieger mit Rapid (1983, 1984, 1985)
Finale des EC der Cupsieger mit Rapid 1985
"Spieler der Saison" 1983/84 (Kronen-Zeitung)
"Kurier"-"Team der Saison" 1980/81
"Krone"-"Team der Saison" 1982/83, 1983/84, 1984/85
"Rapid-Team des Jahrhunderts" 1999
Statistik:
59 Länderspiele für die CSSR von 1973-1982 - 17 Tore
172 Pflichtspiele für Rapid von 1981-1985 - 77 Tore
davon:
Meisterschaft: 127 Spiele, 63 Tore
ÖFB-Cup: 22 Spiele, 2 Tore
Europacup: 23 Spiele, 12 Tore
Eine der wohl größten Rapid-Legenden der letzten Jahrzehnte war der schnauzbärtige, stoisch ruhige Antonin Panenka, der mit der Rückennummer 8 in den frühen 80ern maßgeblichen Anteil an den großen Erfolgen des SK Rapid Wien hatte.
Von 1967 bis 1973 spielte er mit seinem immer im Schatten der beiden großen Prager Clubs (Sparta und Slavia) stehenden Stammclub, Bohemians, abwechselnd in der 1. und 2. Liga der CSSR, bis sich dieser schließlich in der obersten tschechoslowakischen Spielklasse etablieren konnte und zu Zeiten Panenkas immerhin 3x den 3. Platz in der Meisterschaft erreichte.
Sein Team-Debut gab Panenka am 26. September 1973, als die CSSR in Glasgow gegen Schottland mit 1:2 verlor. Doch die großen Erfolge sollten noch kommen...
Bei der EM 1976 in Jugoslawien bezwang die CSSR mit Panenka im Halbfinale das legendäre Team der Niederlande um Johan Cruijff in der Verlängerung mit 3:1 und stand somit im Finale gegen Deutschland. Dort gingen die Tschechoslowaken schnell 2:0 in Führung, doch die Deutschen erzielten den Anschlußtreffer und schließlich in der 89. Minute den Ausgleich. Nach der torlosen Verlängerung kam es zum Elfmeterschießen, in dem es nach einem vergebenen Elfer von Hoeneß an Antonin Panenka lag, mit seinem Elfer alles klar zu machen. Und es wurde einer der legendärsten Elfmeter aller Zeiten: Panenka wartete die Reaktion Sepp Maier's ab und schupfte den Ball geradezu im Zeitlupentempo mitten ins Tor - die CSSR war Europameister! Später sollte noch Platz 3 bei der EM 1980 in Italien die Liste sportlicher Erfolge Panenkas mit dem Team ergänzen.
Viele Jahre später in einem Interview darauf angesprochen, ob er glaube, dass ihm die Deutschen und insbesondere Sepp Maier ob dieser "frechen" Aktion noch böse seien, meinte Panenka: "Ich weiß, dass Maier noch ein bißchen böse auf mich ist, aber ich weiß nicht, warum. In dem Moment habe ich gewußt, dass dies einfach der leichteste Weg ist, das Tor zu schießen."
Seine Liebe für lässige Elfmeter stellte Panenka auch zu seinen Rapid-Zeiten unter Beweis, als er z.B. im Wiener Derby vom 07.04.1984 im Hanappi-Stadion vor 16.000 Zuschauern beim Spielstand von 0:1 einen Handelfmeter auf ähnlich coole Art und Weise verwandelte. Rapid gewann dieses Derby übrigens mit 4:1.
Panenka war seit seinem Debüt bei Rapid am 21.02.1981 gegen den Wiener Sportclub DER Mann für die Standard-Situationen bei Rapid. In einem Interview in den 80ern erzählte er einmal, er habe schon als Jugendlicher mit Tennisbällen (!) Freistöße geübt und dadurch auch viel Ballgefühl für den "großen" Fußball erlernt, was diverse Traumfreistöße zu seiner aktiven Zeit auch durchaus bestätigen.
Bei der WM 1982 in Spanien enttäuschten die Tschechoslowaken und schieden als Drittplatzierte ihrer Vorrundengruppe aus, wobei Antonin Panenka in den beiden Gruppenspielen, wo er dabei war, je ein Elfmetertor erzielte.
Am 25.05.1982 wurde Panenka mit Rapid erstmals österreichischer Meister und erzielte beim 5:0 über SSW Innsbruck das legendäre Schupferl-Tor zum 4:0, welches zum Tor des Jahres und schließlich zum 30-Jahre-Bundesliga-Tor gewählt wurde.
1983 gab's das Double mit Rapid, weitere Cupsiege folgten 1984 und 1985.
Der größte internationale Erfolg Panenkas mit Rapid war natürlich der EC-Finaleinzug 1985 gegen Everton, wo man mit 1:3 unterlag. Legendär auch der Weg Rapids ins Finale, sowohl das Skandalspiel auswärts gegen Celtic Glasgow am 07.11.1984, dessen Neuaustragung Rapid 1:0 gewann, als auch das 5:0 nach 0:3-Auswärtsniederlage daheim gegen Dynamo Dresden, bei dem auch Panenka einen Treffer beisteuerte. Weiters erzielte Panenka 3 Tore beim 4:1 gegen Besiktas Istambul in der ersten Runde und einen Treffer in Semifinale gegen Dynamo Moskau.
Im Sommer 1985 wechselte Antonin Panenka in die Regionalliga nach St. Pölten, wo er im zweiten Jahr den Aufstieg in die 2. Liga schaffte. Ab 1987 gab es noch einige kurze Gastauftritte bei unterklassigen heimischen Vereinen.
Nach seinem Karriere-Ende als Spieler kehrte Antonin Panenka nach Prag zurück, wo er derzeit Co-Trainer der Bohemians ist und eine Wein-Bar namens "Vínečko" betreibt.
Dieser Beitrag wurde von neuron bearbeitet: 15. July 2005 - 12:21




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