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axel c.

think big, act small

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dinge, die ich eigentlich seit jahren aber gerade jetzt im verlaufe der em-quali und nach suboptimalen performances der nationalelf nicht mehr hören kann; es musste einfach sein, aber wer darf und will, kann’s gerne löschen (weil da sicher wiederholungen drinnenstehen) - oder auch erweitern. ;)

verjüngung und umbau des nationalteams. was für einen sinn soll das denn haben? ist die a-nationalmannschaft so etwas wie ein versuchslabor, eine baustelle, ein nachwuchsförderungsprogramm, ein zukunftsprojekt oder nicht doch mehr eine wiederspiegelung des status quo heimischen fußballschaffens in den wenigen guten wie auch in den vielen schlechten zeiten? sollten nicht in einem nationalteam die aktuell besten spieler eines landes spielen, unabhängig von alter und klubangehörigkeit, und sollte nicht ein klima geschaffen werden, in dem junge wie auch routiniertere spieler sich teammäßig gleichermaßen willkommen und geschätzt fühlen? nebebei gesagt ist dieses verjüngungsargument ja keine erfindung der ära hickersberger II, sondern schon seit branko elsners wirken in den späten achtzigern eine - je nach zustand des teams und fähigkeit des trainers - mehr oder minder gern verwendete phrase der teamverantwortlichen. kein wunder, dass dann die jeweiligen projekte selten vollendet aber um so lieber gestartet werden. inwieweit teamtrainer damit mit dem versprechen zukünftig besserer zeiten über eigene aktuelle erfolglosigkeit hinwegtäuschen wollen, mag jeder für sich selber beantworten. den großen worten des umbaus waren jedoch selten große taten in form von irgendwann-erfolgen solcher projekte gefolgt.

em-euphorie. das kann ich ja wirklich nicht mehr hören, denn für präsident stickler und andere funktionäre scheint dies ja der einzige sinn und zweck der euro 2008 sein - sonst würden sie nicht in jedem passenden und unpassenden moment darauf rumreiten. als vorbild wird dann immer wieder die wm 2006 in deutschland genannt, doch stickler und seine freunde scheinen zu vergessen, dass der hauptgrund einer dann doch deutschen begeisterung für die eigene wm im überraschend positiven abschneiden der deutschen nationalelf vor und bei dem turnier zu finden war. etwas, von dem heimisches nationalteamschaffen derzeit soweit entfernt ist wie eine flaute von einem orkan. präsident stickler fällt zu den in der ära hickersberger stagnierenden leistungen des teams jedoch wenig bis gar nichts ein, aber andersrum müssten ja den großen worten auch mal irgendwelche taten folgen.

ich habe keine spieler. schlichtweg falsch, denn heimische spieler sind immer in einer anzahl vorhanden, dass ein kader von 22 mann ohne probleme zusammengestellt werden kann. die qualität wird zwar von jahr zu jahr schwanken, doch dieses phänomen kennt sogar ein land wie brasilien. dafür bezahlt der verband ja auch einen cheftrainer, um dahingehend unterschiede durch taktik etwas ausgleichen zu können. trotzdem hat noch jeder heimische teamchef selbige aussage bis zum abwinken strapaziert, um dann im gleichen atemzug aus gründen, die oft nur er oder die jetti tant’ verstehen, von vornherein spieler aufgrund von alter, klub oder sonstigem betragen aus allen teamüberlegungen auszuschließen. freiwillige selbstbeschränkung, die dann doch in einem gewissen widerspruch zu ich habe keine spieler steht ... denke ich.

es spielen zuviele legionäre in unserer liga, die den jungen spielern den platz wegnehmen und damit langfristig dem team schaden. ja sicher, das stimmt, vor allem, da es sich großteils um mittelklassige legionäre handelt, die für das niveau der heimischen liga jetzt nicht gerade das große zugpferd abgeben, doch diese diskussion ist schon so alt, dass der bart schon wieder weg ist. es haben sich trotzdem immer alle, von verband, klubs, funktionären, medien bis zu den fans mit der situation vorzüglich arrangiert und huldigen dem zustand bei den wenigen erfolgen mit ignorieren und bei den vielen misserfolgen mit dankbarer ausredenverfügbarkeit. natürlich hätte man in den letzten 20 jahren genug gelegenheit gehabt, am status quo und der anschließenden zukunft etwas zu ändern, allein, die worte waren ihrer viele, der wille zur tat aber nicht vorhanden. besser auch den periodischen ankündigungen von stronach oder mateschitz einer gloriosen heimischen nachwuchszukunft zu lauschen, nachwuchsakademien als endpunkt fußballerischer nachwuchsförderung anzusehen oder sich über dann und wann periodisch auftretende wunder wie einem platz 4 bei einer zweitklassig besetzten u-20 wm wegzuhauen, als irgendwas für eine verbesserung der chancen junger spieler im heimischen ligabetrieb zu tun.

das niveau der bundesliga ist nicht hoch genug, das tempo zu langsam, das zweikampverhalten internationalen ansprüchen nicht gerecht werdend. auch ein alter hut, von jedem teamchef als erklärung für niederlagen gerne verwendet, obwohl selbige spieler in einzelauftritten bei ihren klubs in liga bzw. europacup sehr wohl immer wieder ein anderes level zu zeigen imstande waren & sind. seltsamerweise wird die liga bei den selten auftretenden erfolgen des nationalteams nicht als erklärung hergenommen, aber immer mögen halt die teamchefs auch nicht so gerne teilen. natürlich ist unsere heimische bundesliga wahrlich keine europäische spitzenliga, und es schmerzt, dass sich mit salzburg nun schon die x-te finanziell dominierende mannschaft hintereinander auf heimischer ebene dem liga-niveau anpaßt und nicht versucht, als zugpferd für eine niveausteigerung der liga vorzupreschen. doch dies entlässt den teamchef auch nicht aus seiner verantwortung, den spielern auf teamebene taktisch, einstellungsmäßig und körperlich internationales niveau herauskitzeln zu versuchen. von vornherein allen schon eine praktikable ausrede anzubieten, wird diese aufgabe auch nicht gerade einfacher gestalten.

beim nächsten spiel wird alles besser. gerade nach so unspielen wie gegen japan, deren österreich ja schon einige gesehen hat, wird dem spiel danach oft eine besondere bedeutung zugeschrieben. worte wie wiedergutmachung oder rehabilitation werden dann auch von einer tatsächlich sichtbaren einstellungs- und leistungssteigerung begleitet, und so kann man davon ausgehen, dass unser team auch heute abend gegen chile gegenüber dem japan-spiel wahrscheinlich nicht mehr wiederzuerkennen sein wird. nur: diese spiele hatten wir eben schon zu viele, und folgte hier eine steigerung gegenüber einem debakel, war der rückschritt in den alltagstrott meist ebenso unausweichlich. nur die fragen nach den gründen für das jeweilige desaster blieben nach den wiedergutmachungsauftritten bis auf weiteres unausgesprochen und unbeantwortet. darum sollte auch die heutige performance des nationalteams mit vorsicht genossen und im gesamtkontext der letzten leistungen gesehen werden - für sich alleine gestellt hat die heutige partie (wie auch schon ihre vorgängerpartien) viel weniger aussagekraft als das 0:0 gegen japan in klagenfurt.

der druck der medien ist so groß. wer letzten sport am sonntag mitverfolgen durfte, wie teamchef hickersberger unhinterfragt und unwidersprochen seine irgendwie-ist-ja-alles-eh-in-ordnung-und-ich-bin-nicht-schuld analysen zum besten geben durfte, wundert sich ein wenig über diese aussage. man stelle sich nur einmal deutschland im jahr vor der wm ohne sieg bei den vorbereitungsspielen und einer leistung wie der unsrigen gegen japan vor: sondersendung würde sondersendung jagen und der jeweilige teamchef würde im stundenrhythmus medial demontiert werden. hickersberger und dem team ist bis dato medial sehr wenig druck entgegengeschlagen, da sie mit jedem spiel die ohnehin geringe erwartungshaltung an ihre personen und funktionen eh nur noch weiter nach unten treiben. der derzeitige teamchef bräuchte sich eigentlich nur an die selber miterlebten wm-qualifikationen für 78 und 90 erinnern, dann sollte er aktuell den druck der medien nicht mehr als grund für nichterbrachte leistungen gebrauchen.

und last but not least:

- wer neue große fußballstadien nach der em in kleine fast-neue fußballstadien rückbauen will, sollte in zukunft besser auch die großen worte den kleinen taten anpassen.

as said: kann erweitert, gelöscht oder sonstwas werden.

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dinge, die ich

und last but not least:

- wer neue große fußballstadien nach der em in kleine fast-neue fußballstadien rückbauen will, sollte in zukunft besser auch die großen worte den kleinen taten anpassen.

ach alleine des sagt scho alles :nein:

den rest hab ich nur überflogen und ich bin schon zu müd meine Kritik wiederzugeben. (also di Kritik am Team, ned an deinem Posting ;) )Aber wenn wer von Druck der Medien redet dann lach ich mich tod, normalerweise gehört der Trainer und die Leistung ZERHACKT von den Medien das nix mehr überbleibt.

Edited by +[Jogi]+

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Medialer Druck :glubsch:

Normaler Weise müssten unsere Kicker 3 Wochen Angst haben die Zeitung aufzuschlagen!!

Und zum Thema Erwartungshaltung zwischen GER und AUT:

Wenn die Deutschen zB gegen Kroatien am Rand einer Niederlage tanzen würden, dann bekommen die medial eine aufs Aug...

VS:

Wenn Österreich fast gegen Lichtenstein verliert, ist 2 Tage lang n kurzes "Du-Du-Du" Kommentar in der Zeitung und fertig.

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niemand will, dass sein beitrag gelöscht wird. er meinte wohl nur, dass er nicht böse darüber wäre. ;)

@axel c.

dazu ist nur eins zu sagen: ich stimme dir zu.

speziell bezüglich der altersbeschränkung/verjüngung, dem medialen "druck" und der neubaustadionzerstörung bin ich voll deiner meinung.

wir stellen ein b-team auf weil das a-team zu alt ist. ich kann mich nicht erinnern, dass die fifa einen altersschnitt in ihren regeln verankert hat.

unsere medienvertreter streicheln die teamverantwortlichen und teammitglieder regelrecht. da müsste endlich mal ein donnerwetter durch die medienlandschaft brausen, dass sich gewaschen hat. der hicke und die betroffenen spieler müssten panik davor haben eine zeitung aufzuschlagen, nach so einem spiel wie gegen japan.

wir bauen um zig-millionen € nagelneue stadien, oder bauen nicht so neue aus. nach der em geben wir wieder zig-millionen € für die stadien aus. wofür? wir reissen den grossteil davon wieder weg. ein schildbürgerstreich sondergleichen. und eine unheimliche zumutung dem steuerzahler gegenüber.

schade, aber wir sind einfach nur lächerlich.

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