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soeren

Red Bull stellt Weichen auf langfrist. Erfolg

10 Beiträge in diesem Thema

Habe den Eindruck, dass Österreich auf richtigem Weg ist"

Gernot Rohr: In Deutschland als Spieler, in Frankreich als Trainer erfolgreich

Wien - Red Bull überlässt nichts dem Zufall - auch im Hinblick auf die Zukunft.

Vertraut man zurzeit vermehrt auf erfahrene "Leitbullen", will man der Herde bald eigenes frisches, junges Blut zuführen.

Für diese Operation leistet man sich mit Gernot Rohr, der die Nachwuchsarbeit koordinieren wird, auf Empfehlung von Franz Beckenbauer einen wahren Fachmann in Sachen Talente-Förderung.

Als Deutsch-Franzose mit den Systemen zweier Fußball-Großmächte bestens vertraut, soll er vor allem die international anerkannten Vorzüge seiner Wahlheimat Frankreich, die Kicker am Fließband zu produzieren scheint, mit einbringen.

"Es wird, nein es muss, etwas herauskommen"

Im Sport1-Interview gibt der 52-Jährige einen spannenden Einblick in die Pläne Salzburgs, wo er sich als Erstes um den Aufbau einer Akademie kümmern will - in Zusammenarbeit mit anderen Sportarten: "Es wird eine neue Sache, die so noch nicht existiert!"

Den österreichischen Fußball und vor allem Red Bull sieht er auf einem glänzenden Weg: "Es wird, nein es muss, etwas herauskommen - nicht nur für die 1. Mannschaft in Salzburg, sondern für ganz Österreich!"

Außerdem erklärt der frühere Nizza-Trainer, warum sich sein Ex-Schützling Roland Linz in Frankreich nicht durchgesetzt hat. Trotz dem Scheiterns lobt er den nunmehrigen Austria-Wien-Spieler in den allerhöchsten Tönen.

Sport1: Herr Rohr, was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe in Salzburg?

Gernot Rohr: Ein Verein wie Red Bull Salzburg, der in die Zukunft investiert, hat verstanden, dass man über die Jugendarbeit seine Zukunft absichern kann. Man will nicht immer, wie dieses Jahr geschehen, 15 bis 16 Spieler zusammenkaufen, sondern im Laufe der Jahre eigene Talente heranbilden. Eine lobenswerte Initiative.

Sport1: Sie bringen jede Menge Knowhow mit aus Frankreich, das anerkannt eines der besten Länder, was Nachwuchs-Förderung betrifft, ist. Ist dieses System auf Österreich übertragbar?

Rohr: Ich denke ja, weil dieses Konzept schon seine Effizienz unter Beweis gestellt hat und weil sich in Europa - egal ob West- oder Mittel-Europa - die Bedingungen ähneln. Wenn der Wille und die Mittel, um die Jugend zu fördern, da sind, kann man das meistern.

Sport1: Die Mittel sind in Salzburg zweifelsohne da, nur wird auch mit Geld der Rückstand Österreichs im Nachwuchsbereich nicht von heute auf morgen aufholbar sein.

Rohr: Der größte Unterschied liegt im Moment noch darin, dass man in Frankreich früher anfängt. Dort ist man schon mit den 13-Jährigen täglich am Arbeiten, zieht sie in Internate zusammen - ob nun von den Verbänden oder auch zum Teil von den Vereinen. Das ist in Österreich noch nicht machbar, denn da sind die familiären und gesellschaftlichen Bedingungen anders.

Sport1: Viele Experten betonen, dass gerade im Alter von 10 bis 13 in den Punkten Technik, Koordination oder Feinmotorik eine wichtige Basis gelegt wird. Woran scheitert in Österreich die Umsetzung?

Rohr setzt auf Nachwuchs-Kooperation mit anderen Sportarten wie Eishockey

Rohr: Vom Training her ist die Umsetzung sehr leicht, mit den Jungs täglich zu arbeiten. Schwieriger ist es, sie in Heime zusammenzuziehen. Die familiäre Situation ist anders, weil man versucht die Jugendlichen länger in ihren Familien zu lassen. Man hat nicht diese Bedingungen wie in den Vorstädten oder Großstädten Frankreichs mit kinderreichen Familien, die unter teils prekären Umständen leben. Da sind Eltern wie Kinder froh, dass sie mit 13 in ein Internat kommen können. Das ist mit Österreich nicht vergleichbar. Es gibt auch sehr viel Immigration in Frankreich, da sind Internate in der Integration sehr hilfreich. Das kann man nicht einfach so kopieren, sondern muss es an die österreichischen Verhältnisse anpassen. Sprich: Anstatt mit den 12-13-Jährigen erst mit den 14-15-Jährigen in Internaten beginnen, wie es von einigen Klubs ja bereits gemacht wird. Zudem ist es sehr wichtig die schulischen Probleme zu lösen, damit sie dort in ihrem sportlichen Weg begleitet werden.

Sport1: Die Wiener Austria hat die Frank-Stronach-Akademie in Hollabrunn. Nun zieht Red Bull nach.

Rohr: Ja. Red Bull hat in Salzburg ja auch noch andere Sportarten, die sich dafür interessieren könnten, mitzumachen: Eishockey, Handball, Volleyball, Basketball. Das würde sich auch schulisch rentieren, wenn man mehrere Jugendliche aus verschiedenen Sportarten zusammen hätte. Auch den Jungs selbst würden Kontakte mit anderen Sportarten etwas bringen. Auch im Fußball-Training schadet z.B. Basketball-Spielen von den Bewegungs-Abläufen her nicht. Auch von den Installationen könnte man profitieren, man hätte automatisch auch Hallen dabei bzw. Trainings-Möglichkeiten, die man sonst nicht hätte. Einiges besteht ja schon, man muss nicht alles neu bauen. Ich habe mir das in und um Salzburg herum angeschaut, da gibt es interessante Dinge. Insgesamt wäre es eine neue Sache, die so noch nicht existiert - zumindest von privater Hand.

Sport1: Wie ist Ihre Aufgabe genau definiert. Ist sie ausschließlich konzeptionell oder werden Sie auch mal am Platz stehen und mit den Talenten arbeiten?

Rohr: Ich werde vorerst alle 10 bis 12 Tage ein paar Tage rüberkommen und den Aufbau der Akademie ins Rollen bringen: Standortbestimmung, Konzepte erstellen, Kontakte mit den anderen Sportarten herstellen etc. Ich werde je nach Bedarf, mehr oder weniger anwesend sein. Im Moment ist es eher locker, weil die Akademie ja noch nicht steht. Zurzeit bin ich noch in Bordeaux zu Hause.

Sport1: Österreichische Spieler sind international wenig gefragt, was vermutlich auch an früher vernachlässigter Ausbildung liegt. Will Salzburg langfristig durch den Verkauf ausgebildeter Spieler Geld verdienen, indem man sie ins Ausland verkauft?

Rohr: Wir versuchen zunächst einmal über die Jugendarbeit billigere Spieler zu bekommen. Ans Verkaufen denken wir nicht unbedingt, eher an die Verstärkung der eigenen Mannschaft. Österreich hat aber schon viel aufgeholt. Ich habe den Eindruck, dass der ÖFB seine Spieler im Ausland sehr gut betreut. In Nizza war ich bekanntlich Trainer des jungen Spielers Roland Linz. Gerhard Hitzel vom ÖFB war zwei bis drei Mal hier, hat sich Spiele und Trainingseinheiten angeguckt. Es wird alles schriftlich dokumentiert, ich habe Fragebögen über Linz ausgefüllt. Ich habe den Eindruck, dass Österreich auf dem richtigen Weg ist.

Rohr über Ex-Nizza-Schützling Roland Linz: "Hätte mehr Geduld gebraucht"

Sport1: Können bis zur Heim-EM 2008 erste Früchte geerntet werden oder sind wir zu spät dran?

Rohr: Es ist nicht mehr eine Frage der Strukturen, die gibt es jetzt, es ist alles eine Frage der Zeit. Es wird noch nicht lange spezifisch gearbeitet. Das kann nicht von heute auf morgen kommen, aber es wird kommen, weil gut gearbeitet wird. Was sich etwa in Salzburg tut, ist einmalig. Da wird, nein es muss, etwas herauskommen dabei - nicht nur für die 1. Mannschaft, sondern für ganz Österreich. Wenn so viele Mittel, Ziele und Kompetenzen zusammentreffen, dann wird das automatisch etwas. Man braucht nur etwas Geduld. Bis 2008 ist Gott sei Dank noch etwas Zeit.

Sport1: Kurzer Themenwechsel zu Roland Linz. Woran ist er in Nizza gescheitert?

Rohr: Roland Linz ist an zwei Dingen gescheitert. Das erste war, dass er die Sprache nicht konnte. Es war schwierig für ihn, sich einzugliedern. Es gab inklusiver meiner Person zwar einige, die Deutsch sprachen. Aber um sich in diesem jungen Alter, aus dem Ausland kommend, in einem Team zurechtzufinden, muss man die Sprache können. Das war das größte Handicap. Zweitens: Er hatte kein Glück. Er hat wirklich gut trainiert, gut gespielt, aber die Tore wollten nicht fallen. Der Ball ging knapp daneben, oben drüber, an den Pfosten oder der Torwart hat ihn rausgeholt. Es war wirklich Pech! Wenn er ein bisschen mehr Geduld gehabt hätte, hätte er es vielleicht geschafft. Denn ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass er ein sehr guter Spieler ist.

Sport1: Verfolgen Sie seinen Weg noch weiter?

Rohr: Natürlich!!! Von seinen zwei Toren gegen die Admira wusste ich eine Stunde später! Ich habe ihn auch angerufen, aber da war er gerade in Polen mit dem Future Team. Roland und ich telefonieren regelmäßig. Ich halte nicht nur als Spieler sondern vor allem auch als Mensch sehr viel von ihm. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut, das werden wir auch pflegen!

Das Gespräch führte Peter Altmann

bearbeitet von soeren

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Gut!

Und warum ist er Celtic-Fan?

und warum interessiert dich das?

btw.: hab selber monatelang avatare mit barcelona-bezug gehabt, und dass obwohl ich mattersburg-fan und auch eine grosse sympathie für rapid habe.

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Red Bull Salzburg plant Nachwuchs-Akademie

Projekt soll in den nächsten zwei Jahren realisiert werden - Standortsuche noch im Gang.

Fußball-Österreich verfügt derzeit über acht vom ÖFB und von der Bundesliga anerkannte Nachwuchs-Akademien, die neunte wird in Salzburg entstehen. "Wir befinden uns in der Startphase", bestätigte Kurt Wiebach, der Geschäftsführer von Red Bull Salzburg, am Mittwoch auf APA-Anfrage. Das Projekt könnte frühestens 2007 Realität werden.

Ort noch offen. Ein Standort für die Talente-Schmiede steht derzeit noch nicht fest. Dieser soll in den nächsten zwei, drei Monaten fixiert werden. Zur Auswahl stehen u.a. der ASK-Platz in Maxglan, Taxham und Rif. "Maxglan, die Heimstätte unserer Amateure, wäre vom finanziellen Aufwand günstiger, weil der Grund dort dem Verein gehört", sagte Wiebach.

Gesamtkosten. Die geschätzten Gesamtkosten für die Errichtung der Akademie vermochte der Deutsche, der von April 1988 bis Jänner 1993 für den SV Salzburg zuerst als erfolgreicher Trainer (Aufstieg in die höchste Spielklasse) und dann als Manager (ab 1990) gearbeitet hatte, allein schon wegen der offenen Standortwahl nicht beziffern.

Institute. Infos und Tipps für eine optimale Ausbildung ihrer Stars von morgen haben sich die Salzburger in den bestehenden "Instituten" von Austria Magna, Liebherr GAK usw. bereits geholt. Grundsätzlich will man sich aber an der "führenden französischen Schule" orientieren. Daher hat man kürzlich auf Empfehlung des neuen Klubberaters Franz Beckenbauer auch den 52-jährigen Gernot Rohr sowie Bernard Gines aus dem Land des früheren Welt- und Europameisters geholt.

Erfahrenes Duo. Das Duo hat die Akademien in Frankreich mitkonzipiert und bringt daher für die Salzburger Planungen eine Menge Erfahrung mit. "Wir wollen das französische Model einfließen lassen. Rohr und Gines werden es mit ihrem Know How aber so adaptieren, dass es zu den österreichischen Verhältnissen passt", sagt Wiebach über die Arbeit der Wegbereiter für das Bullen-Internat.

Bullen-Karawane. Während Rohr, der weiterhin in Bordeaux wohnen wird und auch noch in geringem Umfang für Girondins tätig ist, pro Monat nur für sieben Tage nach Salzburg kommt, wird Gines ab 1. August ständig in der Bullen-Karawane präsent sein. Der Franzose hat Rohr schon als Co-Trainer in Bordeaux und zuletzt in Nizza (Roland Linz) begleitet und wird in Salzburg auch die Trainerschulung übernehmen.

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Bullen-Karawane. Während Rohr, der weiterhin in Bordeaux wohnen wird und auch noch in geringem Umfang für Girondins tätig ist, pro Monat nur für sieben Tage nach Salzburg kommt, wird Gines ab 1. August ständig in der Bullen-Karawane präsent sein. Der Franzose hat Rohr schon als Co-Trainer in Bordeaux und zuletzt in Nizza (Roland Linz) begleitet und wird in Salzburg auch die Trainerschulung übernehmen.

geil ... so einen jopb möchte ich auch haben ... mit geld zugeschissen werden und nur 7 tage im monat arbeiten ...

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Gast
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