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Südveilchen

Lars Söndergard im Interview

11 Beiträge in diesem Thema

Lars Söndergard im Interview: "Das kann sonst nur Mourinho..."

Er hört immer noch auf den wenig schmeichelhafte Berufsbezeichnung "Spartentrainer" und die "Leute ohne Namen" hätten ihn lieber heute als morgen weg. Dabei ist Lars Söndergards Anteil am Aufstieg der Austria im UEFA-Cup gar nicht hoch genug einzuschätzen. Im Gespräch mit Chefredakteur Horst Hötsch redete der Däne über Spieler, System, Polster und Mourinho....

Sportzeitung: Herr Söndergard, die Austria überwintert erstmals nach 20 Jahren wieder im Europcup. Mit dem GAK ist ein zweiter Verein noch dabei. Ist der neue UEFA-Cup-Modus ein Glücksfall für Österreich?

Lars Söndergard: Ich glaube, das ist eine super Sache. Denn einmal kann man immer überraschen. Ich habe einmal gesagt, dass von mir aus auch Real Madrid kommen könnte, denn wenn alles passt, ist auch Real in einem Match zu erwischen. Bisher konnten die Favoriten im zweiten Spiel eine Niederlage ausbügeln, diesen Vorteil haben sie bei diesem Modus nicht mehr. Vor allem kann ein Klub wie Austria in so einer Gruppenphase viel Erfahrung sammeln. Wenn man in die Champions League will, braucht man Erfahrung. Und dort will unser Big Boss ja hin.

Sportzeitung: Welches würden Sie als das beste Austria-Spiel bezeichnen?

Söndergard: Da würde ich immer noch das Auswärtsspiel bei Legia Warschau nennen, das war in diesem Halbjahr das optimale Spiel. Denn auch wenn heute keiner mehr von Legia spricht, das war eine gute Mannschaft. Und wir waren hervorragend, haben super Fußball gespielt. Aber auch beim 1:0 über Saragossa und im Spiel gegen Brügge waren wir stark, obwohl wir in der letzten Minute den Ausgleich kassiert haben. Das Utrecht-Spiel war spielerisch vielleicht nicht so großartig, aber da hat mir die kämpferische Komponente imponiert.

Sportzeitung: Sie kennen jetzt Österreichs Fußball schon einige Jahre. Hat er sich so stark weiter entwickelt?

Söndergard: Die Entwicklung ist groß. Austria, aber auch der GAK haben unwahrscheinlich viel gelernt. Man darf nicht vergessen, das waren zwei Endspiele gegen holländische Mannschaften und wir haben beide gewonnen. Als ich vor viereinhalb Jahren zu Salzburg gekommen bin, habe ich das Niveau der Liga mit jenem in Dänemark verglichen. Dann gab´s Jahre, da war Österreichs Liga sogar schwächer. Da gab es nur den FC Tirol und dann lange nichts. In den letzten zwei, drei Jahren hat sich die Liga aber gut entwickelt.

Sportzeitung: Wie soll die Entwicklung bei der Austria weiter gehen?

Söndergard: Für die Austria ist es jetzt gar nicht so schwierig. Uns ist es gelungen, viele Spieler, die bereits über ihrem Zenit waren durch Spieler im besten Fußballalter zu ersetzen. Das heißt, wir haben einen guten Stamm und müssen jetzt nur noch ergänzen. Es kann sein, dass wir drei Spieler kaufen, von denen vielleicht nur einer spielt. Wobei wir auch da wieder schauen werden junge Spieler zu holen, die sich bei uns entwickeln sollen und die man vielleicht auch weiter verkaufen kann. Das wäre dann wirtschaftlich gesünder, als nur von einem Geldgeber abhängig zu sein.

Sportzeitung: Ist Mila so ein Mann?

Söndergard: Ich habe ihn zwei Mal gesehen, er hat internationale Klasse und wäre sicher für jeden österreichischen Verein eine Verstärkung. Mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Sportzeitung: Die Austria wird also weiter auf Legionäre setzen?

Söndergard: Die Austria hat hohe Ziele. Wir haben Legionäre, die uns verstärken, die die ganze Liga verstärken.

Sportzeitung: Das Modell Rosenborg, mit den besten einheimischen Spielern international erfolgreich zu sein, wäre nichts für die Austria?

Söndergard: Am Anfang einer Erfolgsserie Rosenborg steht ein Stamm, auf den der Klub zum Teil noch immer zurück greifen kann. Und genau diese Kontinuität ist es, die in Österreich fehlt. Der FC Tirol hat sie gehabt und ist dreimal Meister geworden. Beim GAK hat Walter Schachner Ruhe gehabt, mit einem vorhandenen Stamm ein System aufzubauen und ist Meister geworden. Ein anderes Beispiel ist Udinese. Die haben wir mit Salzburg aus dem UEFA-Cup geworfen. Das ist normal Grund genug, den Trainer zu feuern. Dort hat man an ihm festgehalten und jetzt steht die Mannschaft auf Platz drei. Manchmal braucht man eben Geduld. Erfolg kann man nicht kaufen, Erfolg ist auch vom System abhängig. Man braucht eine Basis von der ausgehend man die Kreativität der Spieler nützen kann.

Sportzeitung: Apropos Schachner-System. Wie ähnlich ist die Spielanlage der Wiener Austria jenem des GAK?

Söndergard: In der Defensive funktioniert das System ähnlich. Aber wir haben andere Typen, die offensiveren Fußball spielen und deshalb mehr Freiräume brauchen - wie etwa Vachousek und Vastic. Aber unser erstes Ziel ist es natürlich schon auch, kompakt zu sein.

Sportzeitung: Mit welchen Spielern waren Sie in der Gruppenphase besonders zufrieden? Wer bringt das Rüstzeug mit, die Austria international noch weiter nach oben zu bringen?

Söndergard: Auch wenn es vielleicht unfair ist, immer die Neuen zu nennen: Aber Antonsson ist etwa ein ganz wichtiger Spieler geworden. Sein Stellungsspiel und seine Intelligenz haben uns sehr geholfen. Zudem ist er mit 23 Jahren ein Spieler mit großem Entwicklungspotzenzial. Er gehört jetzt zum engsten Kader der Schweden, die immer für gute Verteidiger berühmt waren. Auch Papac war ganz hervorragend als Innenverteidiger und auf der linken Außenbahn. Kiesenebner hat einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Er ist ein "Beide-Wege-Spieler", geht nach vorne und nach hinten, ist in der Saison für acht Tore gut. Solche Spieler sind sehr wichtig im Fußball.

Sportzeitung: Ist nicht Rado Gilewicz Austrias Mister Europacup?

Söndergard: Er war am Anfang der Saison nicht ganz fit, weil ihm eine Sehne hinter dem Knie Probleme gemacht hat. Dann sind wir daraufgekommen, dass er eine Einlage im Schuhe braucht, seither läuft´s. Dann hatte er ein Erfolgserlebnis im Saragossa-Spiel. Seither haben wir wieder einen viel besseren Gilewicz. Er hat jetzt wieder die Quirligkeit und Schnelligkeit, die ihm vorher gefehlt hat.

Sportzeitung: Janocko blieb hingegen ein Problemfall.

Söndergard: Für ihn ist die Saison natürlich genauso enttäuschend wie für uns. Er ist ein bisschen ein Rätsel. Er war Alleinunterhalter in der Bundesliga, aber im Fußball zählt die Vergangenheit nichts, es nützt ihm nichts, dass er vor zwei Jahren Fußballer des Jahres war. Jetzt muss er wieder bei Null beginnen. Er will immer das Schwere machen, dabei macht er es sich selbst zu schwer. Problemfall ist er aber keiner, er zieht im Training voll mit und macht trotz der für ihn schwierigen Situation keinen Wirbel.

Sportzeitung: Sie haben eine sehr positive Ausstrahlung, sind eigentlich jedem symphatisch, trotzdem lassen Ihnen einige Kritiker keine Ruhe. Sind Sie zu nett?

Söndergard: Ich bin kein Selbstdarsteller. Und vielleicht ist das für die Austria gar nicht so schlecht. Die Fans und auch das Kuratorium haben sich ganz klar für unser Trainerteam ausgesprochen. Die Kritik kommt ja von den Leuten ohne Namen, wie ich sie nenne. Natürlich habe ich nicht den großen Namen, den man sich bei der Austria vielleicht vorstellt. Andererseits wird man erst berühmt, wenn man die Möglichkeit bekommt zu zeigen, was man kann. Da muss ich sagen, dass sich die Mannschaft mir mir als Trainer gut entwickelt hat. Selbst Arsene Wenger hatte anfangs Probleme bei Arsenal. Und wenn man auf meine Papiere schaut, sieht man, dass ich im Europacup bisher noch nie ausgeschieden bin (bei Salzburg wurde Söndergard vor dem EC-Aus gegen Parma gefeuert). Ich glaube, nur ich und Mourinho können das von sich behaupten (lacht).

Sportzeitung: Das ist aber auch schon die einzige Gemeinsamkeit mit dem arroganten Chelsea-Trainer...

Söndergard: Nicht ganz. Unsere Gegner tun sich auch schwer, uns Tore zu schießen, wie Chelsea.

Sportzeitung: Zurück zur Kritik an Ihnen. Wie sehr nervt sie?

Söndergard: Ich kann mit Druck schon leben, mühsam ist es, wenn wir gut sind, im Titelkampf voll dabei sind und dennoch dauernd gegen uns geschossen wird. Deshalb freut es mich umso mehr, dass mich Fans und Mitglieder zuletzt so unterstützt haben. Ich hoffe, dass ich auch die anderen überzeugen kann.

Sportzeitung: Wie lebt sich´s als die eine Hälfte eines Trainerduos? Gibt´s da nicht viel Konfliktpotenzial? Was, wenn Sie austauschen wollen, Kronsteiner will nicht und fünf Minuten später gibt´s ein Gegentor?

Söndergard: Wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, reden wir nicht mehr darüber. Aber wir sehen Fußball ganz ähnlich und sind uns meist einig. Zum Beispiel bei Sigurd Rushfeldt. Den lassen wir immer drin, weil wir wissen, dass er für uns jederzeit ein Tor schießen kann.

Sportzeitung: Und wenn jetzt auch noch Toni Polster kommt?

Söndergard: Ich bin ein positiv denkender Mensch. Schauen wir mal, was passiert. Wir haben jetzt ein Team von vielen Leuten, wenn wir die Stärken eines jeden richtig nützen, dann kann das ja nur gut sein. Schließlich haben wir ja alle das gleich Ziel: Die Austria weiter nach oben zu bringen.

Quelle: Sportzeitung Ausgabe 52-53/2004

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bearbeitet von dos Santos

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LARS UND GÜNTER DIE BESTEN AUF DER WELT!!!

Sollte Lars tatsächlich abgesetzt werden, dann müssen wir Fans protestieren und uns für Lars stark machen. Es kann nicht sein, dass wir einen erfolgreichen Trainer abschießen, nur weil er keinen international so anerkannten Namen hat.

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Sollte Lars tatsächlich abgesetzt werden, dann müssen wir Fans protestieren und uns für Lars stark machen. Es kann nicht sein, dass wir einen erfolgreichen Trainer abschießen, nur weil er keinen international so anerkannten Namen hat.

Wenn Lars abgesetzt werden sollte, ist es längst zu spät mit dem protestieren und für den Lars stark machen. Das sollte man davor machen. Zb. beim Hallencup, zumindest irgendwo wo man auch den Stronach erreicht. Alles andere wäre umsonst.

Für mich ist es das interessanteste Interview dass ich heuer in Zusammenhang mit der Austria gelesen habe. Lars hat sehr gute Ansichten über Fußball und wirkt sehr kompetent und sympathisch.

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Sollte Lars tatsächlich abgesetzt werden, dann müssen wir Fans protestieren und uns für Lars stark machen. Es kann nicht sein, dass wir einen erfolgreichen Trainer abschießen, nur weil er keinen international so anerkannten Namen hat.

Wenn Lars abgesetzt werden sollte, ist es längst zu spät mit dem protestieren und für den Lars stark machen. Das sollte man davor machen. Zb. beim Hallencup, zumindest irgendwo wo man auch den Stronach erreicht. Alles andere wäre umsonst.

Für mich ist es das interessanteste Interview dass ich heuer in Zusammenhang mit der Austria gelesen habe. Lars hat sehr gute Ansichten über Fußball und wirkt sehr kompetent und sympathisch.

Natürlich meinte ich, dass wir vorher stark auftreten müssen, damit uns Lars erhalten bleibt. Danach ist es leider wirklich zu spät, denn ein wer auch immer verliert sein Gesicht keine zweimal.

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Natürlich meinte ich, dass wir vorher stark auftreten müssen, damit uns Lars erhalten bleibt. Danach ist es leider wirklich zu spät, denn ein wer auch immer verliert sein Gesicht keine zweimal.

geh bitte

Lars wird abgelöst---> Rufe nach Protesten werden laut

Proteste finden statt-->Erste Kritiken an den Protesten finden statt ala "der neue verdient eine chance, auch wenn er ein grüner/etc. ist)

Kritik an den Protesten nehmen Überhand-->neuer Trainer wird zum neuen Aushängeschild der Austria erhoben und die Protestierer als Querulanten abgestempelt.

So würde es rennen, so rennt es immer

danke und bleib in deiner illusion

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Spruchbänder und Sprechchöre pro Lars wären das allerbeste und das in massen

Wenn die beiden von den Fans gefeiert werden wird es sehr schwer sie abzusägen.

vor allem wenn ein Polster bei der Austria ist (in Zukunft???)

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Lars wird abgelöst---> Rufe nach Protesten werden laut

Proteste finden statt-->Erste Kritiken an den Protesten finden statt ala "der neue verdient eine chance, auch wenn er ein grüner/etc. ist)

Kritik an den Protesten nehmen Überhand-->neuer Trainer wird zum neuen Aushängeschild der Austria erhoben und die Protestierer als Querulanten abgestempelt.

So würde es rennen, so rennt es immer

danke und bleib in deiner illusion

Deswegen sollten wir Fans uns jetzt solidarisch zeigen und hinter diesem Trainerduo stehen.

Das Hallenturnier wäre der geeignete Ort um dort weiterhin lautstark für sie zu kämpfen.

Ich bleib sowieso in meiner Illusion oder glaubst du, du kannst mich aus meinem violetten Bäristan rausholen. :evil:

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Lars wird abgelöst---> Rufe nach Protesten werden laut

Proteste finden statt-->Erste Kritiken an den Protesten finden statt ala "der neue verdient eine chance, auch wenn er ein grüner/etc. ist)

Kritik an den Protesten nehmen Überhand-->neuer Trainer wird zum neuen Aushängeschild der Austria erhoben und die Protestierer als Querulanten abgestempelt.

So würde es rennen, so rennt es immer

danke und bleib in deiner illusion

@DiePartei: 100% agree!

Einem Rudas, Westenthaler und Co sind wir scheiß egal....

Vor unseren Augen haben sie auch einem Prohaska die Hackln ins Kreuz geschmissen...

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