Heinz Palme klagt Sturm
Laut Heinz Palme soll es seit Mai einen mündlichen Vertrag zwischen ihm und Sturm Graz geben. Sturm Präsident Gerald Stockenhuber will davon nichts wissen. Gespräche ja, Vereinbarung nein, heißt es vom Verein.
Es war vergangenen Samstag im Rahmen des Spiels zwischen Sturm Graz und Wiener Neustadt, als Sturm-Präsident Gerald Stockenhuber im Interview beim Pay-TV-Sender sky mit einer möglichen Klage von Heinz Palme konfrontiert wurde. “Wir haben noch keine Post erhalten“, wird der Sturm-Präsident diesbezüglich auf Sport10.at zitiert. Der RSA-Brief mit seiner Klage wäre am 18. August beim SK Sturm eingetroffen, so der ehemalige ÖFB-Funktionär. “Wenn man einen RSA-Brief zehn Tage lang nicht abholt, dann ist das grob fahrlässig“, so Palme in Richtung Stockenhuber.
Post hin oder her. Wie kommt es überhaupt zu diesem rechtlichen Schritt? Zur Erinnerung: Heinz Palme war Anfang des Jahres bei den Schwarz-Weißen als Geschäftsführer im Gespräch. Viel deutete damals auf eine Verpflichtung des 53-jährigen Steirers hin. Laut Palme war man sich mündlich bereits über eine Zusammenarbeit einig, sogar das Datum des Arbeitsbeginns sei schon festgestanden. Es hätte der 2. Mai 2011 sein sollen. Dazu kam es allerdings nie. Und daher klagt Heinz Palme nunmehr den Verein Sturm Graz auf die Einhaltung einer mündlichen Vereinbarung. “Die Klage fordert die Leistungen ein, die ausständig sind. Für mich hat der Vertrag ganz einfach seit Mai Gültigkeit, daher sind diese Gehälter offen”, so Palme.
Die Chronologie
Anfang Jänner 2011 soll es ein erstes Gespräch zwischen Heinz Palme und Gerald Stockenhuber gegeben haben, man lernte sich kennen. Im Februar fand dann ein weiteres Gespräch statt, dem Palme, Stockenhuber und ein weiteres Präsidiums-Mitglied beiwohnten. Man vereinbarte bis März zu warten, sowohl Palme als auch Sturm sollte die Möglichkeit gegeben werden, eine mögliche Zusammenarbeit zu überdenken. “Mitte März habe ich Sturm dann kontaktiert und erklärt, dass es aus meiner Sicht jetzt sehr schnell gehen kann”, erklärt Palme heute am Telefon gegenüber Sturm12.at. In Folge wurde für den 18. März ein Gespräch zwischen Palme und dem gesamten Sturm-Präsidium vereinbart. Ein Präsidiumsmitglied war allerdings verhindert, der Termin fünf Tage später wiederholt. “Da haben wir uns dann wirtschaftlich verständigt. Es gab eine Vertragsvorlage auf deren Basis wir uns mündlich einig gewesen sind.” So schildert Heinz Palme den Verlauf der Dinge. Gerald Stockenhuber sieht das ein wenig anders. Im Gegensatz zum sky-interview bestätigte er gegenüber Sturm12.at den Erhalt einer Klage. Es hätte aber lediglich Gespräche mit Palme gegeben, zu einer Vereinbarung wäre es nie gekommen. “Wie hilflos muss ein Herr Palme sein, wenn er jetzt, nach vier Monaten, mit dieser Geschichte an die Öffentlichkeit geht?”, fragt sich der Sturm-Präse zu dieser Aktion.
Jedenfalls erreichte Heinz Palme am 11. April Post von Sturm, in der klar gestellt wurde, dass eine Zusammenarbeit aufgrund von internen Differenzen nicht möglich sein solle. Der Kläger vermutet einen “offensichtlichen Zusammenhang” mit Karin Hambrusch. “Wenn man Eins und Eins zusammenzählt kommt man zu der Ansicht”, meint Palme. Karin Hambrusch war für Sturm12.at heute nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Bis zum 11. April und der schriftlichen Absage von Sturm Graz soll es, so Palme, bereits “inhaltliche Korrespondenzen” zwischen ihm und dem Verein gegeben haben. Nach der Absage schaltete Palme seinen Anwalt ein, der Schriftverkehr zwischen seinem Rechtsvertreter und ihm mit Sturm Graz soll allerdings erfolglos geblieben sein. “Diese Schreiben wurden von Sturm mit der Aussage beantwortet, dass es keine Vereinbarung gibt. Da war für mich klar, dass ich klagen muss. Ich tue das nicht gerne, weil es dem Fußball schadet.”
Palme erwähnt im Telefonat mit Sturm12.at auch noch die Fälle Christian Schmölzer und Oliver Kreuzer, wo nach seiner Ansicht ähnlich vorgegangen worden sein soll und angebliche Vertragsvereinbarungen nicht eingehalten worden wären. “Da ist eine Systematik zu erkennen”, so Heinz Palme. Wenn nie jemand etwas gegen solche Vorgänge unternehmen würde, könne sich der Verein die Hände reiben. Es gäbe aber eine Grenze und die sei für ihn erreicht.