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Munchy

Legionäre in Österreich

51 posts in this topic

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Mir geht der Gedanke schon seit langer Zeit durch den Kopf und ich denke, dass es für den österreichischen Fußball keine andere Möglichkeit gibt, vom absteigenden Ast wieder wegzukommen.

Nur die wenigsten Mannschaften setzen wirklich vorbildlich auf junge Österreicher, aber das eigentlich auch nur, weil ihnen die Mittel fehlen. Sobald man Geld im Börserl hat wird sofort in neue Spieler investiert und das sind eben zumeist Legionäre.

So zukunftsorient, dass man den eigenen Nachwuchs forciert und ihm mittels einer Akademie die notwendigen Mittel (u.a. Trainingsmöglichkeiten bei ungünstigem Wetter, moderne Trainingsgeräte, gute Infrastruktur) zur Verfügung stellt, die ihnen eine gute Entwicklung ermöglichen, wird in Österreich einfach nicht gearbeitet.

Da muss dem ÖFB doch ein Licht aufgehen, dass er endlich zu Handeln beginnt und versucht den Legionärsansturm zu unterbinden. Ich denke, das ist nur mit einer Beschränkung von Legionären in der Startelf oder Kader möglich, sodass die Vereine endlich anfangen das Geld dort zu investieren, wo man es wirklich braucht und man es auch in zehn Jahren noch etwas davon hat.

Spielen z.B. maximal drei Legionäre, kann man damit rechnen, dass pro Runde 80 Österreicher am Platz stehen. Die Vereine sind also gezwungen in den längerfristigen und nicht nur in den kurzfristigen Erfolg zu investieren. Nur so ist es möglich, dass sich die Talente weiterentwickeln können. Wenn dann pro Jahrgang ca. 5 potenzielle Teamspieler nachkommen gibt es 1.) mehr Konkurrenz (-> mehr Motivation, keine ewigen Talente) und 2.) stehen sie nicht unter einem so großen Druck, der Retter Österreichs zu sein, woran eine weitere Entwicklung ebenfall oft scheitert.

Der einzige Weg zur Besserung der Lage kann nur der sein, das Umfeld zu verbessern und den Nachwuchs zu fördern. Denn welcher Verein macht schon eine optimale Nachwuchsarbeit? Austria und Salzburg vielleicht, aber einzig allein weil sie für österreichische Verhältnisse zu viel Geld haben.

Ich an meiner Stelle (und als Austrianer) kann ich gerne darauf verzichten diverse Stars bei der Austria zu sehen, so sehr ich sie auch mag und so gut sie auch sein mögen. Dafür wäre wieder die Hoffnung da, sich auch international etablieren zu können. Vielleicht würde man die nächsten Jahre im internationalen Nirvana verschwinden, aber in etwa zehn Jahren wären dann die gereiften Talente im besten Fußballalter.

Wie seht ihr das Ganze? Würdet ihr für die Hoffnung auf Besserung gute Legionäre aus euren Vereinen aufgeben wollen?

Was hättet ihr für Vorschläge eine derartige Entwicklung zu fördern oder führende Kräfte des ÖFB einer so rigorosen Entscheidung zu überzeugen? Ist es möglich?

Eine kleine Frage noch nebenbei: Liegt es in der Macht des ÖFB solche Beschränkungen durchzusetzen oder in der der UEFA oder FIFA? Ich hoffe auf ersters...

Auf eine gute, zielbringende Diskussion und Vorschläge den österreichischen Fußball wieder konkurrenzfähig zu machen. :)

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die ausländischen torschützen diese runde:

Nino Bule

die österreichischen torschützen dieser runde:

Marc Janko

Thomas Krammer

Thomas Pichlmann

Michael Mörz

Hannes Eder

und das war auch schon die letzten runden ähnlich. gab zeiten, da war das ganz anders. ich glaube, österreichs fussball ist derzeit im begriff, die österreicher-anzahl in den mannschaften wieder zu steigern.

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@badest: Das aber auch nur, weil einige Teams auf den eigenen Nachwuchs zurückgreifen MÜSSEN. Hätten sie eine andere Wahl würden bestimmt wieder mehr Legionäre spielen. Und wäre es nicht gerade dann am einfachsten und würde auf die geringste Gegenwehr treffen, wenn bei einigen Teams momentan ohnehin nicht so viele Legiönäre spielen? Die Entwicklung ist zu gut, um lange zu bestehen...

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Liegt es in der Macht des ÖFB solche Beschränkungen durchzusetzen oder in der der UEFA oder FIFA? Ich hoffe auf ersters...

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ich denke sogar das geht noch weiter und zwar vor beim EU Gerichtshof, weils ja dieses freundliche EU Arbeitsgesetz gibt .... kenn mich da aber zuwenig aus deswegen will ich hier keinen müll verbreiten ;)

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@badest: Das aber auch nur, weil einige Teams auf den eigenen Nachwuchs zurückgreifen MÜSSEN. Hätten sie eine andere Wahl würden bestimmt wieder mehr Legionäre spielen. Und wäre es nicht gerade dann am einfachsten und würde auf die geringste Gegenwehr treffen, wenn bei einigen Teams momentan ohnehin nicht so viele Legiönäre spielen? Die Entwicklung ist zu gut, um lange zu bestehen...

das ist wirklich ein sehr schwieriges und komplexes thema.

ist es für den gesamten österreichischen fussball besser wenn viele österreicher in der liga spielen? wahrscheinlich. ist es für die vereine besser wenn viele österreicher spielen? unter umständen. sollen die vereine selber draufkommen was für sie am klügsten ist oder sollen ÖFB/Bundesliga ihnen die regeln aufzwingen? keine ahnung. wenn ja, wären die regeln überhaupt rechtlich gedeckt? ziemlich sicher nicht.

ich denke, mit dem österreicher-topf und der red.zac wird viel in die richtige richtung gesteuert. mehr wäre nur noch mit einer 16er-liga möglich, wenngleich unklar ist, ob die vereine wirklich mitziehen würden, also auch bei einer 16er-liga viele junge einsetzen würden.

grundsätzlich bin ich aber schon dafür, dass den vereinen unterschiedliche strategien möglich sind. also die junge österreicher-strategie aber auch die ausländische klasse-spieler-strategie und alles andere dazwischen.

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Ich kann zu dem Thema nur sagen: Junge Spieler, die sich nicht gegen die so unglaublich schwachen Legionäre durchsetzen (können), sind keine Talente, die dem österreichischen Fußball weiterhelfen.

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@badest: Vielleicht ist es für die Vereine selbst auch längerfristig nicht besser, aber sehrwohl für das Nationalteam und dessen sollten sich auch die Verantwortlichen bewusst sein. Den Vereinen wird ja der Weg nicht genau vorgegeben, lediglich eingeschränkt.

@Heshi: Das Problem ist nur, dass der Nachwuchs nicht richtig gefördert wird. Es fehlt an geeigneten Trainingsmöglichkeiten und geschulten Trainern. Konzentriert man sich mehr auf die Nachwuchsarbeit, so trägt diese auch bessere Früchte.

Nur lässt man sich nicht einmal darauf ein, so kann man sich nicht auf Wunder verlassen. Man muss ja nur einmal ein Augenmerk auf Ajax werfen, das perfekte Beispiel für eine gelungene Jugendarbeit.

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Richtig, Munch. Ich gehe mit dir konform, dass die Jugendarbeit in Österreich in der jüngeren Vergangenheit stark vernachlässigt wurde. Aber: Du erhoffst dir durch eine Ausländerbeschränkung bessere Trainingsmöglichkeiten für junge Spieler? Ich sehe den Zusammenhang nicht.

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Wenn man sich anschaut wie sich ein Linz aufführt, sich ein Ivanschitz entwickelt, oder ein Wallner und ein Sallmutter, etc. dann muss man wohl festhalten, dass es zu einem Großteil auch an den Spielern selbst liegt. Durch die Dünne an guten bis sehr guten Spielern wird jeder gleich hochgelobt, der einmal das Tor trifft, oder eine gscheite Flanke schlägt. Das steigt den Jungen dann zu Kopf und sie glauben sie sind der Alpen-Ronaldinho ...

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@Heshi: Das Geld, das man nicht für Legionäre ausgibt könnte man eben in die Nachwuchsarbeit investieren. Weil kauft man nur anderen Vereinen die Inländer weg, so wird einmal jeder merken (oder sollte es zumindest), dass eine gute Nachwuchsarbeit selbst mehrere solche Fußballer hervorbringt. Investiert man jährlich die Summen, die für Legionäre verwendet werden, in die Jugend schaut im Endeffekt viel mehr dabei heraus. Und eben nicht nur für den Verein, auch für das Nationalteam. Nur so langfristig will in Österreich anscheinend niemand denken.

@revolucion: Ich denke mir eben, dass das an dem großen Druck von Österreichs Fußballfans liegt, mit diese Jungen einfach nicht umgehen können. Schon ist einer da, wird er in den Himmel gelobt... Wenn aber einige da sind, steht jeder einzelne nicht so sehr unter Druck und ist in seiner Entwicklung freier und hat weniger Erwartungen zu erfüllen. Dies wäre eben durch Akademien und gute Nachwuchsarbeit zu ermöglichen, weil so einfach mehrere Bundesligataugliche Spieler hervorkommen.

Edited by Munchy

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das ist ein sehr komplexes gebiet, welches nun auch schon auf trainingsmöglichkeiten usw. ausgedehnt wurde.

1) gesetzlich wird es nicht so leicht werden, aber man kann die ausländerbeschränkung anderwertig lösen: das ganze tv geld ist von der anzahl der eingesetzten inländern abhängig.

2) teilweise scheitert das projekt "einsatz eigener nachwuchskicker" daran, dass diese nicht gerade billig sind und bei vereinen aus der regionalliga mehr geld bekommen als in der buli. somit liegt es mmn manchmal an der einstellung der kicker und an deren forderungen, dass vereine gleichwertige ausländer nehmen, weil diese billiger sind und vielleicht auch eine bessere einstellung haben. ich bin sicher kein verteidiger von ausländischen spielern, aber manche foderungen von nachwuchskickern sind sehr übertrieben (das gleiche gilt auch für die einstellung)

3) andere ligaform:

ich persönlich könnte mir vorstellen, dass mehr österreicher spielen würden, wenn man eine 16er liga hat und die verteilung der tv-gelder extrem an den einsatz der ausländer bindet, nur stellt sich die frage, ob dadurch mehr junge spielen oder eher alte redzac kicker zum einsatz kommen.

4) ausbildung des nachwuchses: das hier was gemacht werden muss ist klar, nur sehen wir uns mal die trainingsbedigungen der kampfmannschaft an.

ändert sich nichts an der ligaform haben wir extrem viele winterspiele, somit braucht jeder verein im stadion eine rasenheizung. was bringt im stadion eine rasenheizung? im prinzip nichts, weil ja nur die ligaspiele durchgeboxt werden, aber die trainingsbedingungen unter jeder sau sind. damit richtig trainiert werden kann, braucht man auch ein kunstrasenfeld und mmn auch unbedingt ein beheizbares normales trainingsfeld, damit das training im winter auch wirklich ein training ist! und genau das gleiche braucht der nachwuchs auch. in wie weit eine gemeinsame verwendung der trainingsanlagen der kampfmannschaft und des nachwuches möglich ist, ist eine andere geschichte ....

fazit: wie sich der österreichische fussball(er) in den nächsten jahren entwickelt, wird sehr stark von der einstellung des nachwuchses und der aufgebauten infrastruktur abhängig sein.

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@revolucion: Ich denke mir eben, dass das an dem großen Druck von Österreichs Fußballfans liegt, mit diese Jungen einfach nicht umgehen können. Schon ist einer da, wird er in den Himmel gelobt... Wenn aber einige da sind, steht jeder einzelne nicht so sehr unter Druck und ist in seiner Entwicklung freier und hat weniger Erwartungen zu erfüllen. Dies wäre eben durch Akademien und gute Nachwuchsarbeit zu ermöglichen, weil so einfach mehrere Bundesligataugliche Spieler hervorkommen.

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Aber geh, der "Druck" in Österreich ist doch lächerlich. Auch die charakterliche Eignung gehört zu einem Topspieler. Und wenn es ein Spieler nicht aushält, dass die "Krone" ihn ins Team fordert, dann ist er wohl nicht der richtige Mann.

Taffspeed hat übrigens einen weiteren wichtigen wichtigen Aspekt angesprochen: Österreichische Spieler haben oft geradezu lächerliche Gehaltsvorstellungen. Natürlich nimmt man da lieber noch einen Bosnier, der nur die Hälfte verlangt.

Ich sage: Ausländerbeschränkung kann und wird das Nachwuchsproblem im österreichischen Fußball nicht lösen. Da gehört eine prinzipielle Änderung der Einstellung her bei den Spielern. Die verwöhnten Bubis sollen sich mal selbst aus der Scheiße holen und gut spielen, dann werden sie auch ihre Chance in der Kampfmannschaft bekommen.

Edited by Heshi

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Blöde Frage: Warum willst du mehr junge Österreicher sehen?

Was soll das bringen, außer dass das Niveau der Liga noch erbärmlicher wird?  :ratlos:

1028114[/snapback]

Muss ein Verein mehr auf den Nachwuchs setzten, so wird er von sich aus schauen den Nachwuchs mehr zu fördern. Es ist ja nicht so, dass die Österreicher zu deppert zum Fußballspielen sind...

Das mit der Einstellung ist schon ein sehr, sehr großes Problem... Aber Abgesehen von Leuten wie Linz, Ivanschitz und Co ist die Einstellung der jungen Österreicher nicht so schlecht (siehe GAK, Tiro). Es ist aber gefährlich bei einem Klub wie Austria, Rapid oder RB zu spielen, weil sie genau dann glauben, sie wären wer und müssen sich nicht mehr weiter an sich arbeiten. Sie verlernen oft zu kämpfen, wollen sich nicht mehr weiterentwickeln. Natürlich ist das jetzt alles überspitzt ausgedrückt, aber im Großen und Ganzen trifft es zu.

Diese Divas wird es immer geben, aber hebt sich allgemein das Niveau (u.a. durch einen bessere Ausbildung), wird sich die Einstellung derer nicht ändern, die wissen sie sind noch nicht an der Spitze angekommen. Dieses Einschätzungsvermögen geht bei Großklubs aber schnell verloren.

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